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Confed Cup in Russland: Fifa schränkt kritische Berichterstattung ein
DPA

Aufregung um die Arbeitsbedingungen für Journalisten beim Confed Cup in Russland: Reporter sollen laut Fifa nur über sportliche Themen berichten dürfen. Der DFB zeigt sich alarmiert - aber was ist das wert?

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mariakar 25.04.2017, 12:15
50. Schon seit der Vergabe der olympischen Spiele

an Athen und Peking stimmt es bei den großen Sportorganisationen nicht mehr. Moskau, zu dem der Westen, bis auf ein paar wenige, nicht gefahren ist, lasse ich mal außen vor. Beim ersteren Ort war klar, dass sich ein Land übermäßig verschulden muss und beim zweiten wußten alle, dass es eine Diktatur ist.
Die FIFA ist um keinen Deut besser. Aber wie sagte schon meine Großmutter: Geld regiert die Welt.
Am besten wäre, nicht darüber berichten. Dann wäre ich mal auf die Reaktion der Sponsoren gespannt.

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moritz040 25.04.2017, 12:18
51. Einfach nicht mitspielen?

Ist es schwer ein "normales" Journalistenvisum für Russland zu erhalten?

Ansonsten haben ARD und ZDF ja nicht nur Sportredakteure. Deren Auslandskorrespondenten könnten doch weiterhin aus dem Land berichten.

Falls nicht, würde ich mir ernsthaft überlegen, ob ich als deutsches Studio überhaupt Korrspondenten entsende. Das Ganze hat dann auch was mit journalistischer Glaubwürdigkeit zu tun...

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M.W. aus A. 25.04.2017, 12:18
52. Lösungsvorschlag

Das es mit der Pressefreit im Besonderen und den Menschenrechten im Allgemeinen in Russland nicht besonders weit her ist... geschenkt.

Ob man in so einem Land irgendwas veranstalten soll? Auch geschenkt.

Einfach nicht darüber berichten - das tut der FIFA und den Herren um Putin besonders weh. Dann wird dieses Ereignis genau so erfolgreich wie Olympia.

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moschmidt 25.04.2017, 12:19
53. Klare Grenze erreicht - hoffentlich...

Vielleicht bin ich etwas naiv wenn ich davon ausgehe, dass eine deutsche Nationalmannschaft ebenso wenig wie beispielsweise eine französische, englische, amerikanische oder japanische an einem Turnier teilnehmen wird, zu dem ausschließlich Journalisten Zugang direkten Zugang haben, die nur beschränkt berichten dürfen. Welcher Dammbruch wäre es, wenn die demokratischen Nationen dies akzeptierten? Zumal es in diesem Fall so einfach sein sollte, die demokratischen Werte durchzusetzen, weil der sportliche und damit auch der kommerzielle Wert eines Turniers ohne die demokratischen Nationen gegen Null tendiert.

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ebenfalls.hofnarr 25.04.2017, 12:20
54. Was soll der Unsinn?

Fußball ist eine Entertainment-Industrie und als solche muß man diese auch behandeln und keinen Superhype drum machen. Reporter, Fernsehrechte, Sponsoren alles auf Kosten der Verbraucher und am Ende auch noch der (Rundfunk-) Steuerzahler. Was für ein Schwachsinn und wir lassen uns das als "Fans" auch noch gefallen.
Wenn die FIFA, UEFA und der DFB was wollen, sollen sie es doch selbst bezahlen und organisieren. Und wer als Reporter in diesem Bereich tätig sein möchte, kann meinetwegen auch noch eine Fußkette mit Gewichtskugel hinter sich herschleifen.

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mthi 25.04.2017, 12:22
55.

Zitat von l.augenstein
man (die Presse und die Journalisten) sollten viel mehr darüber nachdenken, ob man über so ein Ereignis dann überhaupt berichten soll! So wird ein Schuh draus. Die Fifa wird auch unter ihrem neuen Präsidenten nicht besser als zu Zeiten Blatters und läßt sich hier von den Interessenskarren von Putin spannen. Wenn die Medien dieses Ereignis ignorieren (würden), wäre ein finanzielles Debakel vorprogrammiert und ein Zeichen dafür gesetzt, dass man sich derartige Einschränkungen nicht bieten läßt. Aber ich weiß - das ist naive Träumerei!
Es ist aber nicht die Aufgabe der Presse, Organisationen, denen man kritisch gegenüber steht, wirtschaftlich zu schaden. Die Presse soll berichten oder es wenigstens versuchen.
Ansonsten würde sie den Leser/Hörer bevormunden. Der soll ja seine Entscheidungen treffen können (zum Beispiel, ob er Fussbal guckt und den Verband dadurch unterstützt).

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pfalzkapelle 25.04.2017, 12:27
56. Dieser Weg führt in organisierte Kriminalität

Dieser Weg führt eindeutig in die organisierte Kriminalität. Man kann daher guten Gewissens sich nicht mehr ein übertragbares Fußballspiel ansehen ohne Kriminelle zu unterstützen. Und der DFB ist dabei und tut: N I C H T S!
Da macht es keinen Sinn mehr, an einer Fußball Weltmeisterschaft teilzunehmen, bzw. sich die Spiele anzusehen. Ich bin dann mal weg!

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Marut 25.04.2017, 12:28
57. Da irrt der Forist

Zitat von Walter Sobchak
Ja worüber wollen die werten Herren Reporter denn sonst berichten? Etwa so wie bei den Olympischen Spielen in Sochi? Wo die "Reporter" und Moderatoren keine Gelegenheit ausliessen den Gastgeber ans Bein zu pinkeln, auch wenn die Athleten sich duchweg positiv zum Event äusserten? Vergessen Sie bitte nicht, es geht nur um FUSSBALL!
Wenn ein Reporter tätig ist, geht es nie nur um Fußball. Fußball in seiner heutigen Form, steht immer in einem gesellschaftlichen Zusammenhang und somit werden Journalisten ihrer Aufgabe nur gerecht, wenn sie das auch in einer umfassenden Berichterstattung darstellen. Internationale Sportveranstaltungen sind keine Veranstaltung, die dafür da ist, dass sich Veranstalter-Diktaturen in der Öffentlichkeit schönreden können.
Gerade wenn man an die WM in Katar denkt, ist es schon wichtig aufzuzeigen wie viele Sklavenarbeiter für den Bau der "schönen" Sportstätten sterben mußten - das gehört zusammen.
Es ist schon schlimm genug, dass die FIFA sich hier zum Büttel der Diktatoren macht. Spielt auch ein Forist hier dieses widerliche Spiel mit, sollte man nach den Motiven eines solchen Kommentares fragen - ehrhafte Motive fallen zumindest mir nicht ein.

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skylarkin 25.04.2017, 12:30
58.

Zitat von Walter Sobchak
Ja worüber wollen die werten Herren Reporter denn sonst berichten? Etwa so wie bei den Olympischen Spielen in Sochi? Wo die "Reporter" und Moderatoren keine Gelegenheit ausliessen den Gastgeber ans Bein zu pinkeln, auch wenn die Athleten sich duchweg positiv zum Event äusserten? Vergessen Sie bitte nicht, es geht nur um FUSSBALL!
Äh, schon mal das Wort Pressefreiheit gehört? Sie wollen diese
Beschränkung der Berufsausübung allen Ernstes rechtfertigen? Kritik an Umständen im Land (ob berechtigt oder nicht) ist eins gewiss nicht, 'ans Bein pinkeln'. Sie haben ein merkwürdiges Verständnis von Pressefreiheit aber für passend für russische Verhältnisse.

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humble_opinion 25.04.2017, 12:31
59.

Zitat von dertorsti
Ich liebe Fussball. Hab ich immer, werde ich immer. Ich lasse in der BuLi keinen Spieltag aus. Habe bei den bisherigen WM, EM gesehen, was immer zeitlich ging. Ich werde mir jedoch weder 2018 noch 2022 irgendein Spiel ansehen. Und schon garnicht bei dem überflüssigen Confed-Cup. Diese Nachricht bestärkt mich noch darin. NEIN, liebe Putin-Trolle! Journalisten müssen berichten dürfen, worüber sie WOLLEN, und nicht nur über das, was Euer Dienstherr gerne über sich und sein Land verbreiten möchte. Es geht nie um den Sport allein. Eine WM ist immer auch eine Möglichkeit für eine Land sich darzustellen. Und da es zur Zeit für russische Medien nicht möglich ist, unabhängig zu berichten, müssen die ausländischen Medien das halt tun, wann immer möglich. Der Appell an alle Sportjournalisten und Medienschaffenden muss daher lauten: Lasst Euch bitte nicht darauf ein! Bleibt lieber weg, als Euch in Euren Rechten und in Eurer Freiheit beschneiden zu lassen! Lasst den Fussball nicht noch weiter zum Werkzeug von Diktatoren und Gelddruckern verkommen. Irgendjemand muss doch am Fussball gelegen sein, wenn schon nicht der FIFA.
Ich zitiere Ihren gesamten Beitrag, weil ich ihn einhundertprozentig unterschreibe und hoffe, dass ist für die SPON-Redaktion okay so.


Ergänzen möchte ich noch, dass es den nationalen Verbänden nun wirklich ein Leichtes wäre, sich nicht nur zu "sorgen", sondern eine Veränderung herbeizuführen. Der DFB wie alle anderen Verbände könnte seine Mannschaft vom Turnier (Confed, WM) abmelden. Wenn das 4-5 Fußballländer tun (Deutschland, Italien, Brasilien, Argentinien usw.), fällt so eine WM in Russland oder Katar doch sofort in sich zusammen. Dann noch im gleichen Zeitraum ein Turnier abhalten mit den "Verweigerern" plus Gastmannschaften und man hätte ein Zeichen gesetzt. Und Geld verdienen ließe sich damit sicher auch.


*Wenn* man denn wirklich wollte. Und das muss leider eben bezweifelt werden und es wird wahrscheinlich bei den üblichen Floskeln von DFB & Co. bleiben.

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