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Confed Cup in Russland: Fifa schränkt kritische Berichterstattung ein
DPA

Aufregung um die Arbeitsbedingungen für Journalisten beim Confed Cup in Russland: Reporter sollen laut Fifa nur über sportliche Themen berichten dürfen. Der DFB zeigt sich alarmiert - aber was ist das wert?

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Marut 25.04.2017, 12:31
60. öffentliche Medien

Die Öffentlich-Rechtlichen sollten dann soviel Courage haben, keine Berichterstattung unter Zensurbedingungen zu machen.

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decathlone 25.04.2017, 12:39
61. FIFA und IOC werden zu Unrecht angeprangert...

Sie erbringen zunehmend auf sich allein gestellt und komplett selbstlos eine wichtige Dienstleistung: 'Brot und Spiele' für Dikaturen, Kleptokratien und religiöse Diktaturen. Kritische Berichterstattung stört dabei den reibungslosen Ablauf, den positiven Gesamteindruck und das Rollen es Rubels. Gleich eine Anregung: falls es am Rande des Confed Cups zu den befürchteten Hooligankrawallen kommt, dann kann man das ja als parallel zum Confed Cup verlaufende 'Martial Arts'-Nationenkämpfe zur Völkerverständigung feiern.

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citizen01 25.04.2017, 12:40
62. Die Herren Grindel und Rauball wollen sich für die Pressefreiheit einsetzen. Aha. Reicht das?

Etwas schärfere Tonart gegenüber der FIFA und den Ausrichtern wäre schon jetzt angemessen. Der Skandal beginnt schon beim Durchwinken dieser Einschränkungen durch die FIFA.

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erst nachdenken 25.04.2017, 12:42
63.

Wenn das wirklich kommt, MUSS der DFB seine Teams von den Turnieren abmelden. Außerdem dürfen deutsche Vereine keine Spieler zu solchen Veranstaltungen abstellen!

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MatthiasSchweiz 25.04.2017, 12:44
64.

Ach ja, schon im Vorfeld der Spiele in Sotschi wurde von der Journalistenzunft krampfhaft versucht, die Spiele schlecht zu reden, mit Hilfe von total an den Haaren herbeigezogenen Kleinigkeiten, weil sich nicht wirklich etwas Schlechtes finden liess. Das haben die Russen nicht vergessen. Genausowenig wie dass der Westen gedacht hat, während der Spiele sei der richtige Zeitpunkt, um den Putsch in Kiew schnell über die Bühne zu bringen. Steinmeier, Brok, Harms und Mutti werden sich da ja bestens daran erinnern, haben ja in vorderster Reihe mitgemacht.

Bei der Fussball-WM ist es wie bei Sotschi, die allermeisten Russen freuen sich darauf, also solltr man dieses Mal auf solchen Blödsinn verzichten, die normalen Menschen dort treffen, die Freude mit Ihnen teilen. Bringt sicher mehr als irgendwelche dämlichen Aktionen von westlichen Journalisten und Politikern wie vor und während Sotschi.

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beegee 25.04.2017, 12:45
65. Nee, geht es nicht nur!

Zitat von Walter Sobchak
Ja worüber wollen die werten Herren Reporter denn sonst berichten? Etwa so wie bei den Olympischen Spielen in Sochi? Wo die "Reporter" und Moderatoren keine Gelegenheit ausliessen den Gastgeber ans Bein zu pinkeln, auch wenn die Athleten sich duchweg positiv zum Event äusserten? Vergessen Sie bitte nicht, es geht nur um FUSSBALL!
Es geht auch um gesellschaftliche Verhältnisse!
Es geht auch darum, wie der ConFed-Cup und dann die WM finanziert werden!
Es geht darum, wer von Putins Oligarchen damit Geld verdient!
Es geht um russisches Staatsdoping!
Es geht um russiche Hooligans, die die Absolution vom Verbandschef bekommen!
ES GEHT UM VIEL MEHR: DIE PRESSEFREIHEIT!

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ttvtt 25.04.2017, 12:48
66. zu Gast bei Feinden...

Putin hätte die Chance 2018, das Bild von Russland in der Welt zu verändern stattdessen zementiert er es. Wie erstaunt war die Welt doch 2006 als Deutschland sich weltoffen und freundlich präsentierte, das hätte Russland auch hinbekommen können...

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doctoronsen 25.04.2017, 12:49
67. Der Ball liegt im Feld der Werbetreibenden

Das Geld der Werbetreibenden ist das ATP im Metabolismus der FIFA. Wann setzt die Wirtschaft endlich ein starkes Signal? Denn sie ist Teil des politischen Systems (nicht umgekehrt). Ob sie will oder nicht, ihre Entscheidungen bauen mit am Wertefundament, auf dem wir stehen. Die Entlassung von Bill O'Reilly bei Fox demonstriert, wie wirksam das Veto der Werbetreibenden sein kann, sogar in absoluten Härtefällen. Zugegeben, die Wirtschaft kann den Ball ins Feld des Publikums weiter spielen. Die Kunden müssen deutlich machen, dass sie es abstoßend finden, wenn Werbung in einem Umfeld platziert wird, wie es FIFA und Russland gerade versuchen aufzubauen. Bei Fox war irgendwann klar: im Werbeumfeld von O'Reillys zynischer Sendung werden Marken zunehmend beschädigt. Diese Entwicklung brauchen wir auch im Fußball.

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kajoter 25.04.2017, 12:55
68. Es reicht - und das schon lange

Da sich die FIFA offensichtlich zwecks Geldgenerierung zu immer dubioseren Entschlüssen hinreißen lässt - man denke an Quatar und an die Aufblähung des Teilnehmerfeldes - sollte der DFB endlich Taten walten lassen statt lediglich verbal entrüstet zu sein. Der englische Fußballverband hat schon vor Jahren angeboten, mit anderen Verbänden zusammen aus der FIFA austreten zu wollen. Und Infantino hat seit Beginn seiner Amtszeit gezeigt, dass er beabsichtigt, seinen Vorgänger in puncto "Geschäftstüchtigkeit" noch zu übertreffen. Also - worauf warten die Herren Funktionäre? Ich bin mir sehr sicher, dass die deutschen Fußballanhänger einen Austritt begrüßen würden, selbst wenn die deutsche Mannschaft danach an einer WM nicht teilnähme.

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chrblum 25.04.2017, 13:01
69. Der DFB hat nur ein Druckmittel

Der DFB hat nur ein Druckmittel, und das wird er nicht einsetzen. Das wissen alle, folglich macht sich die DFB-Spitze mit ihrem Gespräch von wegen "wir werden uns dafür einsetzen" nur lächerlich. Nur wenn genügend viele Verbände ihre Teilnahme davon abhängig machen, dass frei berichtet werden kann, und damit drohen, bei der kleinsten Einschränkung sofort abzureisen, wird das was. Tun sie aber nicht, es geht schließlich um viel Geld.

Es bleibt die alte Erkenntnis: wer zahlt bestimmt. Das ist in dem Fall das austragende Land. Der Spitzensport hat schon längst seine Seele verkauft.

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