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Debatte nach Stefan Henzes Tod: Woran das brasilianische Gesundheitssystem krankt
DPA

Der Tod des deutschen Kanutrainers Stefan Henze hat in Brasilien eine Debatte über die staatliche medizinische Versorgung entfacht. Ein Arzt erhebt nun schwere Vorwürfe.

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Darwins Affe 16.08.2016, 21:59
30. Statt Fachkenntnis reicht heute Ideologie

Zitat von Grorm
Reine Mär! Das "Wirtschaftswunder" war begründet durch die totale Niederlage nach dem WW II. Erhard profitierte nur davon. Aber das auszuführen, wäre off topic ...
1) Wer keine Argumente hat, schreibt off topic. Haben Sie zumindest al Walter Euckens »Grundsätze der Wirtschaftspolitik« gelesen? Oder wissen Sie alles besser aus dem hohlen Bauch heraus?
2) Wenn alles durch die Niederlage durch den Weltkrieg bedingt war, hätte ja auch z.B. die sog. DDR aufblühen müssen.

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cosa_nostra 16.08.2016, 22:14
31. Bitte erst vor der eigenen Tür kehren

In Deutschland kommt es auch vor, dass Rettungshubschrauber mit Schwerstverletzten im Luftraum hängen und somit kostbare Zeit verloren geht, weil es von den in Frage kommenden Kliniken abschlägige Bescheide für eine Notaufnahme gibt. Der Grund ist allerdings in der Ertragsorientierung der Kliniken zu sehen, Stichwort Fallpauschalen. Man will Intensivbetten nicht mit Verletzten belegen, deren Behandlung potentiell keinen Deckungsbeitrag liefert. Es ist nicht alles Gold was schwarz-rot-gold ist!

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gsa 16.08.2016, 22:23
32. So ist das hier in Schweden auch

Hier versuchen wir mit einer Mangelwirtschaft à la DDR auszukommen. Ich könnte Stunden erzählen.

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PITUFAZO 16.08.2016, 22:26
33. Rundumschlag

Zitat von Darwins Affe
1) Wer keine Argumente hat, schreibt off topic. Haben Sie zumindest al Walter Euckens »Grundsätze der Wirtschaftspolitik« gelesen? Oder wissen Sie alles besser aus dem hohlen Bauch heraus? 2) Wenn alles durch die Niederlage durch den Weltkrieg bedingt war, hätte ja auch z.B. die sog. DDR aufblühen müssen.
Sie ziehen einiges an den Haaren herbei. Was hat die DDR mit all dem zu tun? Das war ein sozialistischer Staat. Ein Buch zu lesen heisst in Ihrem Fall wohl kaum, es auch verstanden zu haben.
Zum Artikel: RIP. so Leid es mir für Herrn Henze und seine Familie tut, solche Unfälle können passieren und auch hierzulande wird nicht jedes Unfallopfer gerettet, obwohl es möglich gewesen wäre.

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kaischek 16.08.2016, 22:33
34. Nicht nur Brasilien

Wer auf Reisen Deutschland verlässt, weiß, worauf er sich einlässt. Diese Diskussion über das brasilianische Gesundheitssystem ist lächerlich. Wenn ich nach Brasilien muss, blende ich Risiken aus und hoffe, dass nix passiert. So machen wir alle das. Egal, ob in Brasilien, Afrika oder in Castrop-Rauxel bei Smog.

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alpenfestung 16.08.2016, 22:41
35. Neurochirurgie ist nicht 0815 Chirurgie

Auch mit bester Ausrüstung und perfekter Infrastruktur ist auch bei uns in Europa kein Erfolg garantiert. Es braucht eine solide allgemeinchirurgische, dann zusätzlich eine neurochirurgische Ausbildung, dann noch mehrjährige Erfahrung. Der gut ausgebildete Allgemeinchirurge des letzten Jahrhunderts war noch imstande ein Schädelhirntrauma kompetent zu behandeln. Wenn Sie heute notfallmässig mit einem Schädelhirntrauma beim Orthopäden landen, dann gute Nacht! Apropos Brasilien, war ich doch vor einigen Jahren im Nordosten am Warten auf eine Fähre zum Übersetzen. Die Fährmänner kamen alle aus dem gleichen Dorf und hatten Klumpfüsse. Ein Eldorado für angehende Orthopäden. Eine orthopädische Klinik müsse man aufziehen meinte ich, der Guide winkte ab, die Leute haben keinen Pass, die existieren gar nicht.

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dreiq 16.08.2016, 22:48
36. Leider nicht ausreichende Informationen

Wenn man in Deutschland einen schwerverletzten Menschen erstversorgt, muss man ihn in das "erste geeignete" Krankenhaus bringen. Es ist ein Fehler, den Patientin mit Schädelhirntrauma in eine Klinik ohne Neurochirurgie zu bringen oder eine Klnik mit NC, die aber aktuell keinerlei OP-Kapazität frei hat aufgrund anderer Notfälle.
Vorausgesetzt natürlich , man weiß bereits am Unfallort, dass eine Verletzung des Hirns wahrscheinlich ist. Leider ist es in der Praxis nicht immer einfach, die richtige Entscheidung zu treffen. Vllt. lagen noch andere schwerwiegende Begleitverletzungen vor, die die Fahrt ins etwas weiter entfernte KH als zu riskant erscheinen ließen, oder die Kopfverletzung war nicht ohne weiteres ersichtlich. Alles nur Spekulation. Dass ein KH über keine neurochirurgische Abteilung verfügt, ist kaum vorzuwerfen.
Ob retrospektiv ein Rettungshubschrauber besser gewesen wäre, wage ich zu bezweifeln. Er muss starten, in der Stadt einen Landeplatz finden, Patient muss in RTW eingeladen werden, dann Übergabe, einladen in RTH, dann start, dann Flug, dann ggf. nochmals umladen.
Aber wie gesagt, ohne genaue Informationen kann man nur spekulieren.

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w.diverso 16.08.2016, 22:58
37. Dieses traurige Schicksal

zeigt wieder einmal gut, wie unnötig das Jammern über die Zustände im deutschen Gesundheitswesen sind. Klar, es gibt auch hier Probleme, aber die sind im Vergleich doch nur richtige Luxusprobleme.

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Grorm 16.08.2016, 23:01
38. Wie ist denn

Zitat von gatanasov
Die Ausstattung deutscher Kliniken mit neurochirurgischen Abteilungen? Wenn derartiges hier in einem "wenigbesiedelten" Gebiet passieren würde, wäre das Ergebnis genau dasselbe [...]
Zumindest werden Sie mit solch einer Verletzung in Deutschland nicht gefahren, sondern geflogen.

Zitat von
[...] Und wie oft werden schwerstverletzte Patienten durchs Land gefahren, weil Kliniken sie nicht aufnehmen. Wird es zu diesem Thema auch einen derartigen empörten Spiegel Artikel geben?
Wird der Spiegel wohl kaum müssen:
Zunächst avancieren Sie als Notarzt das Ihrer Erachtens beste Spital. Hat dieses keine freie Kapazität, versucht man es woanders. Noch stehend, nicht schon fahrend. Findet sich partout keine Klinik, benutzen Sie Ihr Recht als Notarzt und erzwingen einfach einen Platz in einem Krankenhaus der Maximalversorgugung, diese hat nämlich eine Aufnahmepflicht! Das mag diese Klinik zwar nicht unbedingt, aber sie muss eben Platz schaffen, ob ihr das nun gefällt oder nicht. Freunde macht man sich als Notarzt damit zwar keine, aber der Notfallpatient geht grundsätzlich mal vor und jeder diensthabende Arzt weiss ja auch, dass so etwas ohnehin des Notarztes ultima ratio ist! Sie sehen also, als Notarzt bekommt man im Zweifel immer ein freies Bett - völlig ohne RTW-Odyssee.

In der Schweiz ist das ganz anders, dort fährt kein Notarzt in die freie Natur, dort sammeln besser als in Deutschland ausgebildete Sanitäter die Patienten ein und bringen sie in die Klinik ihrer Wahl, wo der Notarzt und die Notfallschwester schon warten. Kann angekündigt sein oder auch nicht, je nach Vorlaufzeit. Jede Fachabteilung hat immer 2/3/4 leere Betten für Notfälle sowie ein Spezialzimmer mit Schleuse für septische Patienten ...

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yehoudin 16.08.2016, 23:11
39. Auch an deutschen Unikliniken...

kann es dauern bis der Patient beim Neurochirug ist. Oder der Neurochirurg beim Patienten, was an meiner früheren Tätigkeitsstätte in 7 Jahren einmal vorkam. Ansonsten wurde der Patient mitunter in den ansonsten wirklich gut organisierten Schockraum gebracht, eine Schädelhirntrauma- Diagnose gestellt, aber
1. der Krankenwagen der ihn brachte musste weiter und durfte nicht warten,
2. der Transport zum Neurochirug am anderen Ende des Campus musste lange Zeit aus Kostengründen mit dem klinikeigenen Intensivtransport gemacht werden, da vergingen auch mehr oft viel mehr als 30 min.....bis der überhaupt am Schockraum vorfuhr um den Patienten abzuholen. (Ein Krankenwagen von Rettungsdienst hätte das in 10 min geschafft, selbst wenn der erst noch von der Wache hätte losfahren müssen).

Insofern sollten die Brasilien- und IOC-Basher vielleicht gerade hier - insbesondere mit Ferndiagnosen - zurückhaltend sein.

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