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Debatte nach Stefan Henzes Tod: Woran das brasilianische Gesundheitssystem krankt
DPA

Der Tod des deutschen Kanutrainers Stefan Henze hat in Brasilien eine Debatte über die staatliche medizinische Versorgung entfacht. Ein Arzt erhebt nun schwere Vorwürfe.

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postmaterialist2011 17.08.2016, 11:26
50. Das kann auch in der ersten Welt passieren !

Ich habe lange Zeit in Japan gelebt und was ich dort privat und beruflich in vielen Kliniken gesehen habe ist teilweise weit unter dem Standard, der in privaten Kliniken in Indien oder staatlichen Krankenhäusern in China üblich ist. Wer im heftigen Verkehr in Tokyo verunglückt kann mit dem Rettungswagen auch ewig im Stau stehen, wird dann unter teilweise hanebüchenen Zuständen untersucht (Blutabnahme ohne Handschuhe und woher die Nadel kommt ist auch nicht klar ersichtlich), geröngt wird dann mit Toshibageräten aus den 60iger Jahren, die heutige Strahlungstests niemals bestehen würden. Die nächsten Olympischen Spiele sind dann zwar in der vermeintlich ersten Welt, aber mangelnde Englischkenntnisse der Sanitäter und Ärzte und ein teilweise katastrophales Gesundheitssystem kann in Tokyo zu ähnlichen Ergebnissen fühern.

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Educa15 17.08.2016, 11:48
51. Aktuelle News: Organspende - aha!

Da wird jetzt Einiges klar!
In einem Land wie Brasilien, wo Wohstand nur durch Korruption erlangt werden kann, sollte man als Organspender die Nähe zu Ärzten und Krnkenhäuser tunlichst vermeiden.
Möchte nicht wissen, wieviel Geld für die wertvollen Organe kassiert wurde. Sein Leben zu retten, hätte sicherlich weniger Profit eingebracht.
Henze und vor allem seine Familie tut mir jedenfalls aufrichtig leid. Ich habe jedenfalls einen Grund mehr kein Organspender zu werden.

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allegro_assai 17.08.2016, 11:50
52.

Zitat von vhn
Lt. englischsprachigen Seiten war Henze nicht angeschnallt...
Hier wurde schon darauf hingewiesen, dass Taxis in Ausland auf der Rückbank mitunter gar keine Möglichkeit zum Anschnallen bieten. Gurte und Schnallen sind zwar zugänglich, nicht jedoch die Gurtpeitschen. Ohne näheres Wissen um die Umstände ist das so nicht diskutabel.

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allegro_assai 17.08.2016, 11:59
53. Teleportation?

Zitat von Knack5401
... An solchen Veranstaltungsorten sollte deshalb für die deutsche Abordnung eine medizinische Intensiveinheit inklusive der sofortigen Verlegungsmöglichkeit nach D zur Verfügung stehen...
Eine "sofortige Verlegungsmöglichkeit nach D"? Aus Brasilien? Wie sollte die technisch aussehen?

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citi2010 17.08.2016, 12:13
54.

Zitat von Newspeak
Weil ein deutscher Trainer gestorben ist, wird sowas jetzt thematisiert, ansonsten hätte es keinen interessiert. Die Leute wollen es doch so, die Korruption überall wird toleriert, ob bei der Fifa oder dem IOC, von Wirtschaft und Staaten ganz zu schweigen. Trotz allem kaufen die Fans ihre Tickets und sorgen für Einschaltquoten und halten dadurch dieses System mit am Laufen.
Nur 1 von 7 von mir angesprochenen Freunden interessiert sich für Olympia. Das war vor 12 Jahren noch anders.

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citi2010 17.08.2016, 12:14
55.

Zitat von town621903
Wir sollten aufhören, Länder wie Brasilien zu verheroisieren, nur weil dort die Wirtschaft ein paar Jahre hintereinander gewachsen ist. Brasilien hat kein Gesundheitssystem, sondern eine GEsundheitskrankheit, ebenso wie es kein Rechtssystem und kein Sozialsyste hat. Aber die Wachstumsgeschichte klingt ja zu schön ...
Richtig. Das ist doch dasselbe mit Asien, China, Indien.

Die Wirtschaften dieser Länder wachsen so rasant, weil sie eben keine Standards haben.

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Lisa_can_do 17.08.2016, 12:43
56. Brasilien und fast der ganze Rest der Welt

Alle Länder der "Dritten" und "Zweiten" Welt haben katastrophale Gesundheitssysteme, in den Nachbarländern Brasiliens, in Latein- und Südamerika verrecken Tausende auf der Straße und in den Kliniken wegen Erkrankungen, die bei uns kurnativ heilbar sind. Aber wir Deutschen jammern immer nur über unser Gesundheitssystem. Das deutsche Gesundheitssystem ist zusammen mit dem US-amerikanischen Gesundheitssystem (die Medizin!!! nicht die Krankenversicherung) das Beste der Welt.

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lachina 17.08.2016, 13:03
57. Nur nochmals auf die Kritik

an Cuba und Venezuela einzugehen . SPON schreibt über Brasilien "So mangelt es in vielen Kliniken an Medikamenten und Operationsmaterial. Wichtige Diagnosegeräte sind seit Monaten kaputt oder fehlen. Toiletten für Ärzte und Patienten sind verdreckt, weil die Reinigung an Drittfirmen ausgelagert wurde. Die bezahlen zum Teil seit Monaten ihre Angestellten nicht." Und da gab es KEINEN Sozialismus , dem man die Schuld zuschieben kann!!!

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KlausKreuter 17.08.2016, 13:09
58. Ganz erstaunlich

was man da nun alles wieder liest. Sicherlich alles Kapazitäten die genau wissen wie das alles gehen müsste. Hat vielleicht jemand mal daran gedacht, dass es Situationen gibt die auch bei bester med. Behandlung nicht mehr zu lösen sind. Ist das deutsche Krankenhauswesen so unantastbar gut? Da höre ich aber gelegentlich was ganz anderes.

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Grorm 17.08.2016, 13:41
59. Nö!

Zitat von alpenfestung
[...] Es braucht eine solide allgemeinchirurgische, dann zusätzlich eine neurochirurgische Ausbildung, dann noch mehrjährige Erfahrung [...]
Ein Jahr Allgemeinchirurgie ist für Sie solide? Insbesondere, da davon noch 6 Monate durch Anästhesie, HNO, Ophthalmologie, Pädiatrie oder Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie ersetzt werden können?

Zitat von
[...] Der gut ausgebildete Allgemeinchirurge des letzten Jahrhunderts war noch imstande ein Schädelhirntrauma kompetent zu behandeln [...]
Auch nicht. Kenne zumindest keinen. Nicht einmal in der Uniklinik Freiburg. Nicht einmal der berühmte Prof. em. Franz Copf, Allgemeinchirurg, Unfallchirurg, plastisch/rekonstruktiver Chirurg und Orthopäde aus Stuttgart konnte das!

Zitat von
[...] Wenn Sie heute notfallmässig mit einem Schädelhirntrauma beim Orthopäden landen, dann gute Nacht [...]
Nu! Ein paar Entlastungsbohrungen bekomme selbst ich Orthopäde/Traumatologe noch hin. Bringt zwar nicht viel, aber zumindest eines - nämlich kostbare Zeit ...

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