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"Detektiv" ermittelt: Schachbetrüger mit dem Handy auf der Toilette erwischt
DPA

Der Schach-Weltverband hat einen Großmeister auf der Toilette beim Betrügen erwischt. Geholfen hat dem Verband Ken Regan, der sogenannte "Schachdetektiv".

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conillet 16.07.2019, 15:58
1. ELO aufpumpen

Was aus dem Artikel nicht klar hervorgeht, ist, warum die Strategie, gegen schwache Gegner regelmäßig 0,8 ELO-Punkte einzufahren, so erfolgreich ist: Dieser Wert ist die Untergrenze an Punktgewinn, den man immer bekommt, egal wie groß der Unterschied in der Spielstärke ist. Das Risiko ist praktisch null, man muss nur genug solche Partien spielen und voilà, das eigene ELO steigt unaufhaltsam. Das ist legal, und nicht zu verwechseln mit Cheaten. Allerdings liegt hier ein Missstand im ELO-System vor, den die FIDE hoffentlich bald abstellen wird.

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jasuly 16.07.2019, 16:19
2.

"Wählt ein Spieler häufig den Computerzug, ist er zu nah an der Perfektion ..." Schachprogramme, auch die besten, spielen bei Weitem nicht perfekt. Schach ist kein gelöstes Spiel. Das ändert natürlich nichts an ihrer Überlegenheit dem Menschen gegenüber.

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xcver 16.07.2019, 16:54
3. Weiterer Punkt

Ein weiterer Punkt der hier nicht erwähnt wird ist auch, dass während der Standard ELO um 200 Punkte nach oben ging, die ELO Zahlen für alle Schnellvarianten wie Blitz und Rapid ungefähr bei 2500 verharrt sind. Dort hat man schlicht nicht genug Zeit auf die Computerhilfe zu warten...

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Hanz Gruber 16.07.2019, 17:06
4. nicht für faire Spieler

Zitat von conillet
Was aus dem Artikel nicht klar hervorgeht, ist, warum die Strategie, gegen schwache Gegner regelmäßig 0,8 ELO-Punkte einzufahren, so erfolgreich ist: Dieser Wert ist die Untergrenze an Punktgewinn, den man immer bekommt, egal wie groß der Unterschied in der Spielstärke ist. Das Risiko ist praktisch null, man muss nur genug solche Partien spielen und voilà, das eigene ELO steigt unaufhaltsam. Das ist legal, und nicht zu verwechseln mit Cheaten. Allerdings liegt hier ein Missstand im ELO-System vor, den die FIDE hoffentlich bald abstellen wird.
Ohne technische Hilfsmittel als fairer Spieler und ohne selbst ein wahrer Großmeister zu sein, hat das System einen großen Haken. Um wie in diesem Fall ganze 200 Punkte aufzusteigen, braucht es auch 250 Siege. Das wäre 250 mal die Chance bei zufälligen Gegnern auf den nächsten angehenden Großmeister zu treffen, oder schlicht einen schlechten Tag zu haben. Der Punkte Verlust ist entsprechend erheblich, und würde bedeuten das man wesentlich mehr Spiele braucht. Auch wenn das keine ganz großen Turniere sind, blutige Amateur Pfeifen trifft man dort auch nicht. Man muss auch bedenken dass auch wahre Großmeister mal ein paar Spiele verlieren, deren wahre stärke liegt auch nicht in einem Spiel, sondern darin über 10-15 Spiele oder mehr auf höchstem Niveau und in kurzer Zeit immer auf top Niveau zu spielen. Im Gegensatz zu den großen Turnieren, geht ein Match nicht über z.B. 10 Spiele und selbst ein Carlson verliert mal ein Spiel aber eben kein Match.

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Newspeak 16.07.2019, 17:21
5. ...

Wie oft muss man denn dann bei einer Partie auf die Toilette gehen, um statistisch auffaellig zu werden? Diese Erklaerung erscheint mir absolut unzureichend und ich finde es erschreckend, dass man solche einfachen Plausibilitaetsargumente nicht recherchiert bzw. diskutiert. Die erwaehnte Strategie mit den ELO Punkten auf mittleren Turnieren mit unterklassigen Gegnern erscheint mir viel eher plausibel, aber das ist ja offensichtlich im System so moeglich und vielleicht moralisch verwerflich, aber nicht illegal.

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cs01 16.07.2019, 17:35
6.

Zitat von conillet
Was aus dem Artikel nicht klar hervorgeht, ist, warum die Strategie, gegen schwache Gegner regelmäßig 0,8 ELO-Punkte einzufahren, so erfolgreich ist: Dieser Wert ist die Untergrenze an Punktgewinn, den man immer bekommt, egal wie groß der Unterschied in der Spielstärke ist. Das Risiko ist praktisch null, man muss nur genug solche Partien spielen und voilà, das eigene ELO steigt unaufhaltsam. Das ist legal, und nicht zu verwechseln mit Cheaten. Allerdings liegt hier ein Missstand im ELO-System vor, den die FIDE hoffentlich bald abstellen wird.
Dazu muss man aber alle Partien gegen die schlechteren Spieler gewinnen. Wenn man einen halben oder gar ganzen Punkt abgibt, dann schlägt das richtig nieder. Und die meisten GM geben eben in Open auch mal Punkte ab, auch gegen schlechtere Spieler.

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shalom-71 16.07.2019, 18:07
7. Wenn man ...

... von Schach Ahnung hat (und das hat ein 2500er), dann sollten im Durchschnitt 3 Toilettengänge pro Partie reichen, um auf 2700 zu kommen. Man muss halt nur wissen, wann man müssen müsste.

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larslindemann 16.07.2019, 18:31
8.

Zitat von Newspeak
Wie oft muss man denn dann bei einer Partie auf die Toilette gehen, um statistisch auffaellig zu werden? Diese Erklaerung erscheint mir absolut unzureichend und ich finde es erschreckend, dass man solche einfachen Plausibilitaetsargumente nicht recherchiert bzw. diskutiert. Die erwaehnte Strategie mit den ELO Punkten auf mittleren Turnieren mit unterklassigen Gegnern erscheint mir viel eher plausibel, aber das ist ja offensichtlich im System so moeglich und vielleicht moralisch verwerflich, aber nicht illegal.
Der ist ja nicht erwischt worden, weil er so oft auf die Toilette gerannt ist.
Der Leistungssprung war der Verdachtsmoment. Daraufhin wurden die Partien analysiert und schliesslich erfolgte der Beweis mit der Zuordnung des gebunkerten Handys.

Das ist doch ein absolut stringenter Ablauf. Sie haben einfach den Artikel nicht kapiert. Das ist aber auch nicht weiter verwunderlich, Sie sind ja ziemlich beschäftigt hier...

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TS_Alien 16.07.2019, 18:50
9.

Natürlich können Schachprogramme perfekt spielen. Das hängt von der Stellung ab. Genauso können Menschen perfekt spielen. Auch das hängt von der Stellung ab. Dass gute Schachspieler in einer Partie regelmäßig den Computerzug spielen, sagt noch wenig aus. Solche Übereinstimmungen gibt es bereits auch in unteren Klassen. Merkwürdig wird es erst, wenn eine Stellung derart unübersichtlich ist, dass kaum ein Mensch den Überblick behält. Wer in solchen Stellungen dem Computer folgt, macht sich verdächtig.

Abhilfe wird es keine geben. Es gibt viele Menschen, die betrügen. Ob es nun ein Versicherungsbetrug ist oder ein Sportbetrug. Es ist der gleiche miese Charakter, der daraus spricht.

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