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Deutsch-niederländische Duelle: Höhepunkte einer Hassliebe

Schwalben, Lamas, Eintagsfliegen:*Tritt Deutschland gegen die Niederlande an,*folgt oft*ein unvergessliches Fußball-Drama. Die Final-Niederlage*der WM*1974 war für Oranje ein Trauma, die Rache*kam 14 Jahre später.*Und ein*deutscher*Spieler*möchte gar nicht an den Erzrivalen erinnert werden.

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Talent 15.11.2011, 12:18
10. ...

Zitat von Marco Z.
Die "Duelle" Holland-Deutschland sind nicht mehr so brisant, weil die holländische Gesellschaft langsam von ihrem psychisch völlig verbohrten Deutschenhass, den kleine Kinder schon eingebläut bekamen, abrückt. Wird ein interssantes Spiel.
achso...
irgend welche belege dafür?
ich arbeite seit mehreren jahren in den niederlanden und mir ist da noch niemand krum gekommen. weder das ich ein deutscher bin, noch wegen der "vergangenheit". eher ist es so das die niederländer (gerade die jüngere generation) viel lockerer mit dem thema 2wk umgehen als mit dem alter vergleichbare deutsche.

wenn mal was negatives gesagt wird dann über deutsche (auch über belgier...) die sich im bzw um einen coffieshop herum sich nicht benehmen können... wenn dann vllt mal nen zynischer spruch kommt sollte man diesen auch nicht überbewerten.

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beetlemeier 15.11.2011, 12:19
11. NIX Titel!

"Wir waren besser", sagen die Niederländer? Oh Mann, das klingt aber nach einer Menge Frust. Aber tatsächlich hat die Elftal 3 WM-Finals bestritten und alle verloren: Das erste angeblich auch durch eine etwas laxe Vorbereitung und (soweit sich mir dass aus den gesehenen Spielabschnitten erschließt) eine fahrlässige Unterschätzung der Deutschen Mannschaft bis zu deren Führung.
Das zweite FInale in Argentinien war wirklich knapp und auch der Schiedsrichter im Turnierverlauf an der Entscheidung nicht unbeteiligt. Letztes Jahr ging es auch nur mit einem Tor Unterschied aus, aber ich habe trotzdem ein Spiel gesehen, in dem Holland (bis auf einmal Robben) kaum Chancen hatte.
Das trotztdem immer wieder der Eindruck in den Medien verbreitet wird, die Niederlande befänden sich auf "Augenhöhe" mit Mannschaften wie Brasilien 1970 ist einfach falsch. Vom reinen Potential her waren die Niederlande sicher oft gut, aber die Beständigkeit fehlte lange (nicht bei allen WM dabei, zuletzt 2002!?))und die Erfolge in Titeln sind sehr überschaubar. Bösartig könnte man auch sagen, die niederländische Mannschaft ist von den Möglichkeiten und den tatsächlichen Titeln her die größte Enttäuschung in der neueren Fußballgeschichte.

Daher verstehe ich auch nicht, wie es nun in Fußballsendungen (Doppelpass gestern) völlig kritiklos begrüßt wird, dass im deutschen Fußball holläbdische Trainingsansätze eingeführt werden. ALles gut und schön, aber man sollte doch nicht vergessen, welche Methoden in der Vergangenheit zum Erfolg führten.

Das Duell Niederlande gegen Deutschland ist immer toll, spannend und ein reicher Gesprächsstoff. Damit die Niederlande aber wirklich die Augenhöhe der Deutschen Mannschaft erreicht, braucht es mehr als die Behauptung "Wir waren besser", nämlich erst mal ein paar WM- und EM-GEwinne.

Allen diesseits und jenseits der Grenze ein schönes Spiel!

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hjanko 15.11.2011, 13:24
12. Naj, die Legende von der unverdienten Niederlage

Hallo,
Zitat von
König Johan Cruyff, ihm standen die Adjutanten Johnny Rep, Johan Neeskens oder Rob Rensenbrink
Okay dem Gegenüber standen so Antifußballer wie Beckenbauer, Breitner, Grabowski, Breitner, Hoeneß, Hölzenbein, Bonhof, Overath und Maier.
Wobei man letzteren als Torwart bezeichnen konnte, etwas das mir zu J nicht gerade als erstes einfällt.
Der 11m Hölzenbein hat das völlig idiotisch ausgestreckte Bein dankend angenommen. Wer seine Beine im strafraum so hinhebt, der hat einen 11er verdient. Das Hölzenbein noch einen verweigert bekam, ein weiteres astreines tor von Müller awg angeblichen Abseits nicht gegeben wurde, das wird gerne vergessen. Die Holländer waren dauernd am Ball - aber nur wenn man jeden 20m Schuß, der knapp neben das Tor ging, als vergebene 100%ige wertet, dann hatten die ein deutliches Chancenplus. Ach ja, wenn Hölzenbeins 11m geschunden war, das Foul an Cruiff war wohl ausserhalb.

Es gibt im Guardian Artikel darüber:
http://www.guardian.co.uk/football/2...t5?INTCMP=SRCH
und
http://www.guardian.co.uk/sport/blog...nd?INTCMP=SRCH

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Diskutierender 15.11.2011, 13:33
13. Heute und vor 20 Jahren

Zitat von mwroer
meinen Sie eigentlich? Hier gibt's keinen Deutschenhass, bestenfalls noch schlechte Erinnerung der älteren Generationen an den zweiten Weltkrieg. Halb Limburg spricht fließend Deutsch - übrigens ein Wahlfach in der Schule (wieviele deutsche Schulen bieten niederländisch an?). Die Rivalität bezieht sich ausschließlich auf den Fußball - und das darf auch durchaus so bleiben :) Das ist wie mit England und auch ds darf gerne so bleiben. Mich hat heute morgen im Sportstudio keiner doof angeguckt als ich mit dem DFB Trikot eingelaufen bin. Grüße aus den Niederlanden :)
Heute sehe ich in der Deutsch-Holländischen Rivalität einen Kultstatus, der beim Fussball einfach dazu gehört, aber für mich nichts mit einer Abneigung gegen Holländer zu tun. Natürlich freue ich mich als Deutscher immer, wenn wir gegen England oder Holland gewinnen.

Vor 20 Jahren sah dies noch ganz anders aus. Da würde ich wirklich von Hass sprechen. Insbesondere das Verhalten der Holländischen Spieler nach dem Sieg bei der EM 1988 (Trikot abfällig zum Gesäss führen, diverse Interviews) zeigte den tiefen Hass der Holländer gegen Deutschland. Dies wurde dann 1990 durch die Spuckattacke noch einmal bekräftigt. Ich selbst habe damals (übrigens vom Niederrhein stammend) Holländer aus tiefstem Herzen gehasst.

Man sollte aber jetzt berücksichtigen, dass sich das Verhältnis zwischen beiden Ländern deutlich entspannt hat. Seht die Rivalität zwischen Deutschland und Holland wie die Rivalitäten zwischen Schalke und Dortmund oder Bayern und 1860. Hört vor dem Spiel vielleicht noch das Lied von Micky Krause "Orange trägt nur die Müllabfuhr", und der Spass kann beginnen.

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knupauger 15.11.2011, 13:39
14. blubb

Zitat von LittleBoy
So ist das halt, wenn eine Sportart als Kriegs-Revanche herhalten muss. Wenn die Oranginen sich da net so versteift hätten, wäre das vielleicht ein normales Spiel.
Und die Deutschen haben das Spielchen kräftig mitgespielt, etwa in dem sie die Niederländer als "Oranginen" bezeichnen (wobei ich das zum ersten Mal höre, wahrscheinlich weil es nicht besonders originell ist).

Dass die Niederlande lange Zeit nicht gut auf Deutschland zu sprechen waren, kann und muss man wohl verstehen. Unverständlicher finde ich, dass beide Seiten diese an Hass grenzende Rivalität über Jahrzehnte an ihre Kinder weiter gegeben haben. Beiden Seiten bringen ihren Kindern bei, die anderen regelrecht zu hassen. Das kann ich nicht verstehen.
Glücklicherweise ist das langsam heraus gewachsen. Mittlerweile hat die Rivalität eher freundschaftliche Züge angenommen. Natürlich sollten wir die Rivalität weiter pflegen, einfach weil es Spaß macht und Würze hinein bringt, aber bitte nicht mehr mit der Intensität früherer Jahre. Und bitte erzählt euren Kindern nicht, dass die Niederländer unsere "Feinde" sind. Und liebe Niederländer, die hier mitlesen: Wir Deutschen sind eigentlich ganz nett, wenn man uns offenherzig begegnet.


Zitat von
"Wir waren besser", sagen die Niederländer? Oh Mann, das klingt aber nach einer Menge Frust.
Das sagen wir doch auch über 2006 - und haben uns mittlerweile einen Hass gegen Italien angewöhnt. Klingt auch nach einer Menge Frust.

Zitat von
as erste angeblich auch durch eine etwas laxe Vorbereitung und (soweit sich mir dass aus den gesehenen Spielabschnitten erschließt) eine fahrlässige Unterschätzung der Deutschen Mannschaft bis zu deren Führung.
Stimmt doch auch. Spielerisch waren die Niederlande haushoch überlegen. Aber sie hatten den deutschen Kampfgeist nicht auf der Rechnung. Das heißt doch nicht, dass der Titel '74 unverdient gewesen ist. Schließlich gehört auch der Kampf zum Spiel.

Zitat von
Daher verstehe ich auch nicht, wie es nun in Fußballsendungen (Doppelpass gestern) völlig kritiklos begrüßt wird, dass im deutschen Fußball holläbdische Trainingsansätze eingeführt werden. ALles gut und schön, aber man sollte doch nicht vergessen, welche Methoden in der Vergangenheit zum Erfolg führten.
Deutschland hat immer vom Siegeswillen und der körperlichen Überlegenheit gelebt. Selten hat eine deutsche Mannschaft spielerische Akzente gesetzt. Spätestens seit 1998 reichen Fitness und Siegesmentalität nicht mehr aus, um erfolgreich zu sein. Was Deutschland früher stark gemacht, ist heute Grundvoraussetzung. Heute gewinnen die Mannschaften, die eine starke Talentförderung haben und bestens ausgebildete Fußballer produzieren. Wir werden nicht Weltmeister, indem wir elf "Leader" züchten, die in der 65. Minute dazwischen kloppen, wenn es nicht läuft, und das Innenleben der Mannschaft in der BILD diskutieren.

Zitat von
Das Duell Niederlande gegen Deutschland ist immer toll, spannend und ein reicher Gesprächsstoff. Damit die Niederlande aber wirklich die Augenhöhe der Deutschen Mannschaft erreicht, braucht es mehr als die Behauptung "Wir waren besser", nämlich erst mal ein paar WM- und EM-GEwinne.
Von den Titel der Vergangenheit können wir uns nichts kaufen. Diese "Denke" hat uns in diese Bredouille gebracht, in der wir uns um die Jahrtausendwende befunden haben. Im Moment gehören die Niederlande gemeinsam mit Deutschland zu den drei besten National-Mannschaften der Welt

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horstma 15.11.2011, 13:44
15. Wer ist "wir"?

Zitat von buutzemann
Den Niederländern, wie besonders auch unseren Nachbarn, den Polen, ist gelungen, uns für das, was wir ihnen angetan haben (2. WK, Sie erinnern sich?), zu verzeihen. Das ist gar nicht hoch genug zu bewerten...
Im Grundsatz stimme ich Ihnen voll zu. Nur hätte ich gerne geklärt, was/wer mit "wir" in diesem Zusammenhang gemeint ist. Der Krieg ist von diesem Land, in dem auch ich lebe, ausgegangen, richtig. Falls das mit "wir" gemeint sein sollte, kann ich damit leben. Falls das "wir" aber persönlich gemeint ist und somit auch mich mit einschliessen soll, muß ich widersprechen. Ich wurde lange nach Kriegsende geboren (was man mir auch ansieht) und habe niemandem etwas angetan, weder hier noch im Ausland. Und dementsprechend klar reagiere ich auch, wenn ich z.B. im Ausland mit entsprechenden Anspielungen oder Anfeindungen konfrontiert werde. Diese Vererbung einer historischen Kollektivschuld auf alle Deutschen, wie sie vor allem manche Engländer gerne sehen würden, lehne ich ab, weil sie irrational ist.

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Tizzle 15.11.2011, 14:09
16. Nette Holländer

Die Fussball-Rivalität mit der Niederlande habe ich noch nie so ganz nachvollziehen können. Vielleicht bin ich dafür einfach zu jung.
Aus meiner Sicht sind die unangenehmsten Gegner (im Fussball) doch immernoch die Italiener. Ganz einfach, weil sie längerfristig die einzigen in Europa sind, die Deutschland paroli bieten können. Die Tatsache, dass die einen Stern mehr tragen als wir ist mir stets ein Dorn im Auge..

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fussball11 15.11.2011, 14:10
17. .

Zitat von ogniflow
Holland hat immer mal wieder eine "Goldene Generation",die spielt dann meistens hinreissenden Fußball.
Ist der "hinreissende" hollländische Fußball nicht einer dieser großen Mythen ?
Sowohl 88 als auch 90 war es doch mehr ein übeles Getrete, so wie wie das letzte Finale gegen Spanien auch.
Van Breukelen war ja noch härter als Schumacher in seinem Frankreich Spiel, von Rijkhaard muss man gar nicht reden und auch sonst war die grobe Unsportlichkeit doch Teil der Taktik.

Nur weil es ein paar Filigrantechniker gab ist nicht die ganze Mannschaft so.
P.S. wenn man sieht wie die Schiris damals gepfiffen haben, sollte man mit der Kritik heute auch vorsichtiger umgehen.

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festuca 15.11.2011, 14:13
18. Holländische Glanzzeiten ?

Gewiß, die Niederlande hatten fast immer bessere Fußballer als Deutschland in ihren Reihen. Aber da war noch das Problem der Disziplin. 11 brilliante Diven machen noch lange keinen Titelträger, vor allem bei langen Turnieren. Es ging ja schon soweit, dass sich im Oranjeteam Fraktionen "Farbige vs. Weiße" bildeten, die sich bekriegten. So konnte es nie etwas werden. Interessant, dass zur Zeit die einst doch recht bunten europäischen Spitzenmannschaften wie Frankreich, England und Holland optisch homogener aussehen und nicht mehr wie eine Weltauswahl. Woran mag das wohl liegen, ganz ohne die Trainer gleich Rassisten zu nennen?

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PZF85J 15.11.2011, 14:14
19. -

Zitat von mwroer
meinen Sie eigentlich? Hier gibt's keinen Deutschenhass, bestenfalls noch schlechte Erinnerung der älteren Generationen an den zweiten Weltkrieg. Halb Limburg spricht fließend Deutsch - übrigens ein Wahlfach in der Schule (wieviele deutsche Schulen bieten niederländisch an?).(...) Grüße aus den Niederlanden :)
Eine Stimme der Vernunft. Vielen Dank.

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