Forum: Sport
Deutsche Bilanz der Leichtathletik-WM: "Ein paar heiße Eisen im Ofen"
Getty Images

Der Deutsche Leichtathletik-Verband ist mit der WM-Ausbeute zufrieden. Die Chancen auf eine erfolgreiche Heim-EM 2018 in Berlin stehen gut. Eine Bilanz von London.

Seite 1 von 3
ichliebeeuchdochalle 14.08.2017, 14:38
1.

Fazit, Teil1
1) Ich empfehle den Reportern dieses Blattes dringend, sich im neutralen Forum der deutschen Leichtathletik anzumelden. Das hat sich vor Jahren abgespalten vom offiziellen Forum des DLV (Deutscher Leichtathletik-Verband). Die konnten die Kritik nicht verknusen und löschten viele kritische Beiträge. Sie sollten sich auch nicht zu schade sein, dann sich fachlichen Rat per eMail bei dem ein oder anderen Foristen zu holen. Natürlich kann man auch hochnäsig weiterhin schreiben, daß der Sprinter Makwala sieben Liegestützen gemacht habe, wo doch jeder der fünf Milliarden Bewohner dieses Planeten mit Internetanschluß für alle Ewigkeit sich das Video auf YT ansehen und mitzählen kann: Es waren fünf. Nur ein Beispiel von Dutzenden, die ich notiert habe. Und natürlich kann man Leute Artikel schreiben lassen, die sich ihren eigenen Inhalt frei erfinden jenseits aller Fakten. Woher soll einer auch wissen, daß der südafrikanische Sprinter immer die gleiche Geste vor dem Start macht (Gottes-Ritual). Da jubelt man ihm einfach mal die eigene Erfindung unter, daß die Geste dazu dient, eine Art Pausenclown-Ersatz zu den Gesten eines Usain Bolts zu sein.

2) Selbst am vorletzten Tag waren sich TV-Reporter nicht zu dumm, die 4x100m Staffel der Frauen als Mit-Favorit auf die Gold-Medaille hochzujubeln. Sie und die ARD-Leute sind sich während der gesamten WM treu geblieben, die Zuschauer um realistische Einschätzungen zu betrügen. Haben die einen Wettkampf gegen den Tomatenblonden in Washington gemacht? Oder ist das einfach nach deren Meinung deshalb notwendig, weil sie die stundenlange Übertragung rechtfertigen wollen? Motto: Wenn wir schon keine Rechte mehr kaufen für die Leichtathletik-Sportfeste, dann ertränken wir eben "zum Ausgleich" den Zuschauer an neun WM-Tagen. Leichtathletik live ist 90% Leerlauf. Quantität ist nicht Qualität.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
gumbofroehn 14.08.2017, 14:40
2. Erwähnenswert ...

... wären (neben den Genannten) noch eine ganze Reihe von 19- bis 22-jährigen Athletinnen und Athleten, die das Zeug dazu haben, uns in den kommenden Jahren (und vielleicht schon in Berlin) eine Menge Freude zu bereiten, bspw. Konstanze Klosterhalfen, Laura Müller, Claudine Vita, Lisa Mayer, Max Heß und Marc Reuther.

Das ist erstaunlich, wenn man bedenkt, wie überschaubar in Deutschland die Förderung des olympischen Spitzensports im internationalen Vergleich ausfällt.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
matteo51 14.08.2017, 14:48
3. die zehnkämpfer

ich vermisse die Namen der beiden Zehnkämpfer, die gehören explizit genannt, wenn es um diese WM geht.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
dieter 4711 14.08.2017, 14:50
4. Wo ist die Sportlotterie? Ausbeute mehr als bescheiden

Die Ausbeute war mehr als bescheiden. Es war doch eine Sportlotterie gegründet worden wie in GB, wo ist die und was hat sie bisher bezweckt?

Beitrag melden Antworten / Zitieren
ichliebeeuchdochalle 14.08.2017, 15:00
5.

Fazit, Teil2
3) Die Leistungen gehen in fast jeder Disziplin erfreulicherweise zurück. Hauptgrund ist die Drohung, auch nach Jahren mittels eingefrorener Doping-Proben und neuer Anylyse-Methoden die Doper nachträglich zu erwischen. Die Hammerwerfer zum Beispiel sind wieder da, wo sie bzw. Ihre Väter und Großväter in den 1970er Jahren waren. Schon vor Olympia in München 1972 gab es Doping in dieser Disziplin. Der Olympiasieger von 1956 (USA) hatte ja erfreulicherweise zugegeben, daß er und andere aus der Leichtathletik-Mannschaft einiges intus hatten. 1956 in Melbourne. So richtig hemmungslos ohne Rücksicht auf Nebenwirkungen ging es dann nach 1972 los. Stichwort: Hammerwerfen beim Leichtathletik-Sportfest in Rehlingen 1975. Aber natürlich auch in allen anderen Disziplinen der Leichtathletik.

Dieser Rückwärts-Trend wird weiter gehen ... wenn auch die Korruption bei den Funktionären der Verbände zurück gehen wird, die als Triebfeder ihrer Verbrechen nicht nur das Geld haben sondern auch den Druck aus der Politik.

4) Die Zahl deutscher Leichtathleten in der Weltspitze hat kontinuierlich abgenommen. Wenn man doppelt und dreifach so hart oder lang trainiert wie Mannschaftssportler und dann doch an mit Dopingmitteln vollgepumpten Konkurrenten scheitert, gibt man eben irgendwann auf. Bis Anfang 30 kannst du beruflich nur nebenbei tätig sein und dann realisierst du, daß Sport zwar Spaß machen kann aber eben hinterlaufen, -springen und -werfen nicht. Zum Preis, daß dir 10 Jahre Berufs-Karriere fehlen. Eigentlich ist das ja ein unlösbarer Widerspruch: Sehr viele Hochleistungssportler sind geistig so fit, daß sie damit studieren können. Und dieser Geist müßte ihnen eigentlich schon nach der Schule (Alter 18-20 Jahre) sagen: Nee, so blöd, daß ich mich 20 bis 30 Stunden pro Woche beim Sport abstrample und 10 Jahre im Beruf verliere, bin ich nicht. Zumal dann Kreti und Pleti bei der WM oder EM gedopt an mir "vorbei joggt". Verrückt. Aber viele machen das trotzdem ... und Offenlegung: Ich auch. Damals. Ist lange her, der Schmerz über die vertane Lebenszeit bleibt.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
matteo51 14.08.2017, 15:03
6. menschel menschel..

Zitat von ichliebeeuchdochalle
Fazit, Teil1 1) Ich empfehle den Reportern dieses Blattes dringend, sich im neutralen Forum der deutschen Leichtathletik anzumelden. Das hat sich vor Jahren abgespalten vom offiziellen Forum des DLV (Deutscher Leichtathletik-Verband). Die konnten die Kritik nicht verknusen und löschten viele kritische Beiträge. Sie sollten sich auch nicht zu schade sein, dann sich fachlichen Rat per eMail bei dem ein oder anderen Foristen zu holen. Natürlich kann man auch hochnäsig weiterhin schreiben, daß der Sprinter Makwala sieben Liegestützen gemacht habe, wo doch jeder der fünf Milliarden Bewohner dieses Planeten mit Internetanschluß für alle Ewigkeit sich das Video auf YT ansehen und mitzählen kann: Es waren fünf. Nur ein Beispiel von Dutzenden, die ich notiert habe. Und natürlich kann man Leute Artikel schreiben lassen, die sich ihren eigenen Inhalt frei erfinden jenseits aller Fakten. Woher soll einer auch wissen, daß der südafrikanische Sprinter immer die gleiche Geste vor dem Start macht (Gottes-Ritual). Da jubelt man ihm einfach mal die eigene Erfindung unter, daß die Geste dazu dient, eine Art Pausenclown-Ersatz zu den Gesten eines Usain Bolts zu sein. 2) Selbst am vorletzten Tag waren sich TV-Reporter nicht zu dumm, die 4x100m Staffel der Frauen als Mit-Favorit auf die Gold-Medaille hochzujubeln. Sie und die ARD-Leute sind sich während der gesamten WM treu geblieben, die Zuschauer um realistische Einschätzungen zu betrügen. Haben die einen Wettkampf gegen den Tomatenblonden in Washington gemacht? Oder ist das einfach nach deren Meinung deshalb notwendig, weil sie die stundenlange Übertragung rechtfertigen wollen? Motto: Wenn wir schon keine Rechte mehr kaufen für die Leichtathletik-Sportfeste, dann ertränken wir eben "zum Ausgleich" den Zuschauer an neun WM-Tagen. Leichtathletik live ist 90% Leerlauf. Quantität ist nicht Qualität.
Rechte haben, kaufen, hin oder her: mir hat es sehr gefallen, neun Tage lang live im (öff. rechtl) )TV oder im Stream die WM anzuschauen - ich fand's kurzweilig und spannend, ein super Programm für mich als Couch-Potato (krank geschrieben wegen kaputtem Fuß). Und: ich fand die Reporter und Experten im Umgang mit den Sportlern sehr freundlich und unterstützend. Ist nicht immer der Fall so...mir geht es neben "Höchstleistungen" und Medaillen auch um das ganze Gewusel, die Atmosphäre, ja, irgendwie das Menschelnde...:) Und das war geboten!

Beitrag melden Antworten / Zitieren
viceman 14.08.2017, 15:09
7. wenn dieser verband mit der ausbeute

ZUFRIEDEN ist , dann kann man ihm nicht mehr helfen. auch wenn man etwas auf den norovirus schieben kann, diese ausbeute ist dem sportland deutschland absolut UNWÜRDIG. platz 10 in der medaillenwertung ist doch nur noch lächerlich, wenn mann damit 'zufrieden' ist, dan danke auch...

Beitrag melden Antworten / Zitieren
matteo51 14.08.2017, 15:11
8. System

Zitat von ichliebeeuchdochalle
Fazit, Teil2 3) Die Leistungen gehen in fast jeder Disziplin erfreulicherweise zurück. Hauptgrund ist die Drohung, auch nach Jahren mittels eingefrorener Doping-Proben und neuer Anylyse-Methoden die Doper nachträglich zu erwischen. Die Hammerwerfer zum Beispiel sind wieder da, wo sie bzw. Ihre Väter und Großväter in den 1970er Jahren waren. Schon vor Olympia in München 1972 gab es Doping in dieser Disziplin. Der Olympiasieger von 1956 (USA) hatte ja erfreulicherweise zugegeben, daß er und andere aus der Leichtathletik-Mannschaft einiges intus hatten. 1956 in Melbourne. So richtig hemmungslos ohne Rücksicht auf Nebenwirkungen ging es dann nach 1972 los. Stichwort: Hammerwerfen beim Leichtathletik-Sportfest in Rehlingen 1975. Aber natürlich auch in allen anderen Disziplinen der Leichtathletik. Dieser Rückwärts-Trend wird weiter gehen ... wenn auch die Korruption bei den Funktionären der Verbände zurück gehen wird, die als Triebfeder ihrer Verbrechen nicht nur das Geld haben sondern auch den Druck aus der Politik. 4) Die Zahl deutscher Leichtathleten in der Weltspitze hat kontinuierlich abgenommen. Wenn man doppelt und dreifach so hart oder lang trainiert wie Mannschaftssportler und dann doch an mit Dopingmitteln vollgepumpten Konkurrenten scheitert, gibt man eben irgendwann auf. Bis Anfang 30 kannst du beruflich nur nebenbei tätig sein und dann realisierst du, daß Sport zwar Spaß machen kann aber eben hinterlaufen, -springen und -werfen nicht. Zum Preis, daß dir 10 Jahre Berufs-Karriere fehlen. Eigentlich ist das ja ein unlösbarer Widerspruch: Sehr viele Hochleistungssportler sind geistig so fit, daß sie damit studieren können. Und dieser Geist müßte ihnen eigentlich schon nach der Schule (Alter 18-20 Jahre) sagen: Nee, so blöd, daß ich mich 20 bis 30 Stunden pro Woche beim Sport abstrample und 10 Jahre im Beruf verliere, bin ich nicht. Zumal dann Kreti und Pleti bei der WM oder EM gedopt an mir "vorbei joggt". Verrückt. Aber viele machen das trotzdem ... und Offenlegung: Ich auch. Damals. Ist lange her, der Schmerz über die vertane Lebenszeit bleibt.
Warum? Aus Leidenschaft. Und das ist doch auch Sport irgendwie das allerwichtigste. Klar, gewinnen will man dann auch. Und wenn die anderen - gedopt, gepumpt, korrumpiert - an einem vorbeirennen, - radeln,- springen, etc., bringt's das nicht. Krankes System. Aber Schmerz über die vertane Lebenszeit? Weil man/Sie das gemacht hat/haben, was Ihnen Spaß gemacht hat? Nee, an Ihrer Stelle wäre ich stolz und selbstbewusst!

Beitrag melden Antworten / Zitieren
ichliebeeuchdochalle 14.08.2017, 15:23
9.

Fazit, Teil3

5) Bei internationalen Jugend- und Junioren-Meisterschaften schneiden deutsche Athletinnen und Athleten sehr viel besser ab als dann bei den "Erwachsenen"-Meisterschaften. Da ist viel Schwund zwischen diesen beiden Abschnitten. Wie in Ziffer 4 bereits dargestellt, hauen viele ab von der Leichtathletik, weil sie sich die noch größere Schinderei (um an die Weltspitze zu kommen) nicht antun wollen, sobald sie begreifen, daß sie ungedopt keine Chance haben. Und "die Nation" sie eher bemitleidet statt bewundert. Hoffnung kann eventuell aufkeimen, wenn das neue Anti-Doping-System der eingefrorenen Proben weiter forciert wird. London 2017 mit seinen geringeren Leistungen könnte der Wendepunkt sein. In einem Verband wie dem IAAF kommt es sehr auf den Chef an. Derzeit Sebastian Coe. Sebastian, du fährst leider im Moment nur im zweiten von sechs Gängen. Wenn Du wirklich willst, dann mußt Du Dich mehr anstrengen. In Analogie auf Deine 800m- und 1500m-Leistungen hinkst Du weit hinter Steve Ovett zurück. Im zweiten Gang, so wie jetzt, hättest Du Dich weder für Moskau 1980 noch für Los Angeles 1984 qualifiziert (1988 lassen wir mal weg). Deine bisherige Leistung als Chef ist eines Champions der Leichtathletik unwürdig. Ja, sie ist beschämend.

6) Fast 200 Nationen haben Sportler geschickt. Sportler aus mehr als 40 Nationen haben eine Medaille geholt. Wenn deutsche Sportler fünf davon holen ... nein jetzt schreibe ich nicht das Erwartete ... das, was alle schreiben nämlich daß das gut oder schlecht ist. Ich gehöre zu einer Minderheit in Deutschland und erst recht auf diesem Planeten: Ich erhöhe mich nicht dadurch, daß ich zufällig als Deutscher geboren wurde. Ich täusche mich nicht selbst, daß eine sportliche Leistung einer Person, mit der ich ich gar nichts zu tun habe, mich oder "mein Volk" zu etwas besserem macht. Da bin und eine kleine Minderheit 100 oder mehr Jahre voraus.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 1 von 3