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Deutsche Tennis-Krise: Warten auf den neuen Boris Becker
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Seit 20 Jahren warten die deutschen Tennisfans auf einen Grand-Slam-Sieger im Herrentennis. Der ehemaligen Tennisnation gelingt es nicht, Nachwuchstalente zu fördern. Warum?

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countrushmore 24.03.2015, 07:16
1.

Und warum sind die deutschen Damen erfolgreicher obwohl es in Sachen Turnierlandschaft dort viel schlechter aussieht als bei den Männern? Seltsame Argumentation.

Und dem Wetter die Schuld zu geben ist auch sehr weit hergeholt. War es in der ehemaligen Tennisnation Schweden in den 70ern, 80ern und 90ern etwa so warm? Heute steht deren Nummer 1 auf Platz 195.

So was wie eine Tennisbundesliga gibt es in den meisten Ländern übrigens nicht.

Talente wachsen nicht auf Bäumen. Das ist nicht so wie in den meisten anderen Sportarten in denen Deutschland erfolgreich ist, wo immer die Sieger immer aus den selben Länden kommen, weil es an internationaler Konkurrenz fehlt.

Es fehlt in der Spitze, nicht in der Breite.

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ulli7 24.03.2015, 07:17
2. Tennis belastet die Gelenke zu einseitig

Die Tennisprofis, die ich kenne, haben im Alter extreme Probleme mit Bandscheiben und Gelenken. Andere Sportarten - wie Rudern und Schwimmen - sind erheblich gesünder. Deutschland braucht keinen neuen Boris Becker !

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Grichnach 24.03.2015, 07:29
3. Und warum die Frauen

Die klimatischen Bedingungen, Kosten für die Halle sind doch für alle gleich.
Auch bei Turniere gibts wahrscheinlich eine ähnliche Anzahl für Damen und Herren.
Vielleicht liegt die wahre Ursache daran, dass in Dtl. nur eine einzige Ballsportart medial vertreten ist und daher die möglichen Talente nur an dieser Sportart orientieren und somit nie zum Tennis kommen? Und der Deutschen liebster Sport kommt zwar langsam auch im Damenbereich voran, hat aber noch nicht diese Allmacht.

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GR_Reader 24.03.2015, 07:41
4. Hausgemachte Ursachen

Der Tennissport hierzulande krankt an den gleichen Symptomen wie der Golfsport. Weil beide Sportarten in Deutschland als Sport der Besserverdienenden verschrien ist, gibt es eher weniger Leute aus den mittleren und unteren Schichten, die diesen Sport betreiben. Dementsprechend besteht der Nachwuchs größtenteils aus Wohlstandskindern, die naturgemäß nicht so sehr bereit sind, diesen Sport als Leistungssport zu betreiben. Das sieht in anderen Ländern natürlich ganz anders aus, dort sind beides echte Volkssportarten. Da hat dannauch keine Probleme mit dem Nachwuchs...

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Lankoron 24.03.2015, 07:54
5. Ligaspieler

sind keine Talentförderung. Mangelnde Nachwuchsarbeit auf kosten schneller Erfolge, mangelnde Leistungbereitschaft, Konkurenzdenken und falsche Trainer, und dazu das übersteigerte Geltungsbedürfnis von Eltern...und natürlich fehlendes Sichtungssystem (wie in fast allen Sportarten), fehlende Kinder- und Jugendarbeit. Vieles davon ist finanziell nicht reizvoll, und wird Jahre dauern. Und das die Frauen konkurenzfähig sind, ist doch auch nur ein Traum. Wann hat eine zuletzt ein grösseres Turnier gewonnen?

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brennstein 24.03.2015, 07:56
6. Jahrelange Versäumnisse

Zwei Hauptgründe würde ich für den Niedergang nennen wollen: Zum einen gibt es jahrelange Versäumnisse in der deutschen Trainerausbildung. Das lässt sich ausmachen an mangelhaften technischen Fähigkeiten des deutschen Nachwuchses speziell im Männerbereich, in dem das viel schnellere Tennis eine besondere Technik erfordert, die Spieler aus anderen Löändern schon als Kinder verinnerlichen. Das korrekte seitliche Hinstellen zum Ball von früher ist längst abgelöst von einer offenen Stellung mit häufig extremer Griffhaltung. Da gibt es großen Nachholbedarf in Deutschland, im übrigen auch bei der Tennisspezifischen Fitness. Zum anderen werden junge Talente viel zu schnell hoffiert. Wenn sie mehr als fünfmal den Ball fehlerfei übers Netz bekommen, wird gleich über Antrittsgelder oder andere Sachleistungen gesprochen. Und nicht zuletzt: Unsympathieträger wie Kohlschreiber, die ein emotions- und empathieloses Tennis spielen und nur noch dahin gehen, wo's lukrativ ist, werden mangels Alternative vom DTB gestreichelt. Und es sieht nicht so aus, als sollte das in absehbarer Zeit anders werden.

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h0wkeye 24.03.2015, 08:07
7. Der Artikel legt nahe...

Boris Becker und Michael Steeb seien dank der Förderung des DTB dorthin gekommen, wo sie waren. Das stimme aber meines Wissens nicht. Die sind unabhängig gefördert und entwickelt worden. Wie auch einen Steffi Graf.
Und wenn jetzt von der größten Krise des deutschen Herrentennis in der 113-jährigen Geschichte geschrieben wird frage ich mich, wer war denn vor Becker und Stich. Ich kenne da keinen. Tennis begann bei den meisten Deutschen erst diesseits der Wahrnehmungsgrenze stattzufinden, nachdem Boris Becker Wimbledon gewonnen hatte. Und nun bewegt es sich halt wieder dorthin, wo es vorher war.

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rainer goetzendorf 24.03.2015, 08:16
8. Tennisvorbilder wichtig

Ich spiele seit Jahrzehnten Tennis - mit nicht endender Begeisterung. Ich finde es schade, dass wir ausgerechnet im Tennissport keine Vorbilder mehr haben, die wie Boris Becker und Steffi Graf. Die beiden hatten mit ihren Auftritten einen riesigen Tennisboom ausgelöst. Echter Freizeitsport ist allemal gesünder als der Daumensport am Smartphone. Leider versagt der Deutsche Tennisbund seit vielen Jahren bei der Förderung deutscher Tennistalente. Es kann doch nicht sein, dass Deutschland ausgerechnet in dieser Sportart keine Spitzenspieler hervorbringen kann!

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Linksruck 24.03.2015, 08:20
9. Deutsche Helden

Wer braucht diese Sieger?
Die deutsche Bevölkerung ganz sicher nicht, eher schon die Medienanstalten, um ihre Einschaltquoten zu erhöhen.
Vor ein paar Jahrzehnten waren es Boris Becker und Steffi Graf. Bis dahin hat sich kein Schwein aka die Masse für Tennis interessiert. Und plötzlich war man von Kennern umgeben. Dann kam Michael Schumacher, auf einmal wurde die Formel 1 für die Massen interessant (gemacht). Zwischendurch waren es mal ein paar Golfprofis, zur Zeit ist meine völlig unsportliche Schwiegermutter Biathlon-Expertin.
Mir persönlich tun all diese Menschen leid, die solche "Helden" brauchen.

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