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DFB-Elf vor Schweden-Spiel: Das Herz fehlt
DPA

Die deutsche Nationalmannschaft könnte schon am Samstag bei der WM ausscheiden. In Deutschland arbeitet man sich vor allem negativ an der Mannschaft ab. Wie kommt das?

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minimalmaxi 22.06.2018, 11:24
20. Nr.2 jeze

Ich glaube, sie liegen völlig falsch. Die WM-Qualifikation war ein Muster ohne Wert - bei den Gegnern läßt es sich mühelos zaubern. Den Confed-Cup haben genau jene Spieler gewonnen, die jetzt mit ihrem Eifer vermisst werden und in die zweite Reihe zurücktreten mußten. Sehr bedauerlich. Natürlich kann man gegen Mexiko verlieren, dass ist gewiß keine Schande. Aber die über Art und Weise sollte man schon diskutieren.

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prometheusxl 22.06.2018, 11:32
21. Das Spiel...

... der meisten Mannschaften bei dieser WM ist gekennzeichnet durch grottenschlechten Ergebnisfußball. Das gab es alles schon früher, unter anderen Trainer, mit anderen Spielern bei anderenMeisterschaften und wurde bemängelt.
"Die Mannschaft" ist inzwischen nur noch ein Kunstprodukt, wie so vieles in unserer Marketing-orientierten Welt. Was gestern noch gut war kann heute schon alleine deshalb nicht mehr befriedigen, weil sich alles schnell und schneller verändert. Nicht immer wird es besser - viel zu oft geht Gutes verloren und wird durch Konformität ersetzt. Und es ist eben auch das Alter, das Menschen verändert und weniger "heiß" werden lässt. Wer kennt das nicht? Das schematische Vorgehen, der Umgang mit der Öffentlichkeit und die angebliche "Professionalität" halte ich für zu aufgesetzt. Das kann so nicht funktionieren, ist zu sehr geprägt von Bierhoff und zu wenig emotionales Kollektiv. Kein Herz trifft es recht gut. Dazu passen: keine Leidenschaft, kein Kampfgeist, hohe Erwartungsdrücke, viele Anforderungen neben der eigentlichen Fokussierung. Das ist wie Bleigießen in die Beine und Köpfe der Spieler. Das System ist erstarrt und die Struktur überholt. Zeit für einen grundlegenden Wechsel, damit wieder Feuer unters Dach kommt und jeder darauf brennt, sich beweisen und einbringen zu können, und nicht "just another day in the office" abzureissen.

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Epsola 22.06.2018, 11:38
22.

Zitat von jeze
Können vielleicht alle mal auf dem Boden bleiben? Was ist denn passiert? Nach einer gewonnenen WM, einer erstklassigen WM-Qualifikation, dem Gewinn des Confed-Cups hat die Mannschaft mal ein paar schlechte Spiele gezeigt. Warum soll denn jetzt auf einmal alles falsch sein, was vorher richtig war? Vielleicht muss man einfach auch mal anerkennen, dass Dinge richtig gemacht werden und die Protagonisten trotzdem nicht immer in der lage sind bestleistungen zu erbringen, weil es eben auch nur Menschen sind.
Wenn man sich nur auf vergangenen Lorbeeren ausruht, dann passiert das was nach 74 & 90 passiert ist. Daran kann niemand ein Interesse haben. WM-Quali und Confed-Cup sind ein wesentlich kleineres Kaliber als die WM. Die Punkte die man miteinander vergleichen muss ist die WM 2014 mit der jetzigen. Dazwischen liegen 4 Jahre. In der Zeit sind Spieler älter geworden, zurückgetreten, hat sich der Fußball weiterentwickelt und haben Gegner das deutsche Spiel dekodiert. Wer sich nicht mitentwickelt fällt eben gnadenlos zurück. Mit Durchhalteparolen und "weiter so" gewinnt man keinen Blumentopf. Der Zeitpunkt präventiv wirksam werden zu können ist wahrscheinlich bereits jetzt verpasst. Hätte man früher reagiert, hätte man die vielleicht nun anstehenden 10 Jahre Neuaufbau unter Umständen drastisch reduzieren können. Man kann doch nicht allen erstes glauben, dass alles ein Selbstläufer sei und man z.B. keinen Koordinator/Leader/Einteiler/Ansager auf dem Platz braucht. Da stehen jetzt nur noch 11 geschmacksneutrale Roboter und die Fernbedienung hält Löw in der Hand. Das Konstrukt ist von grundauf gestört. Löw erstickt mit seiner Dominanz jegliche Spielfreude, Kreativität, Risikobereitschaft & Eigendynamik. Er hat den Zeitpunkt verpasst abzutreten. Manchmal sollte man aufhören wenn's am schönsten ist. Das hätte allen Beteiligten geholfen und ihn zu einem wirklich Großen gemacht. Selbst der Kaiser wusste wann er abzutreten hat und der war deutlich optimistischer was den Zustand der Mannschaft betrifft nach dem WM-sieg, als ein Löw es hätte je sein können. (Nein, das ist kein "Löw kann nichts"-Kommentar. Er hat die WM gewonnen, Punkt. Aber das macht ihn nicht unangreifbar oder gottgleich.)

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ilja.albrecht 22.06.2018, 11:50
23. Bewundernswert

ist einzig und allein die Kreativität, mit der Miesepeter und Journalisten immer wieder neue Gründen (er)finden, warum die Mannschaft schlecht, erfolglos, uninspiriert, satt, desinteressiert, Löw kein guter Trainer, alles schlecht und qualitativ weit unter dem Niveau von damals, etcetcpp.

Ich schaue mir jetzt seit 45 Jahren Welt- und Europameisterschaften an. Und bei absolut JEDER gab es vorher und während des Turniers eine Diskussion, wie unffasbar schlecht das Team inzwischen geworden sei und wie schnell und blamabel man aus dem Turnier fliegen würde.

Zwei Welt- und Europameistertitel später blickt man zurück auf Turniere, die allesamt unfassbar schlechte Spiele der Nationalmannschaft beinhalteten. Und irgendwie hat es immer noch niemand gemerkt, dass es gerade diese Momente sind, die der ganzen Sache Kick und dem Team Energie verleihen.

Und dann, wenn morgen vielleicht 4 Tore fallen und der Kick unter Umständen richtig rasant verlief, wird es spannend sein zu sehen, welche Attrbute gerade jenen Schreibern einfallen, die dem Team einen Herzfehler attestierten.

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RealSim 22.06.2018, 11:52
24. Vor dem Spiel gegen Schweden

Ich war nicht schadenfroh. Ich war einfach nur traurig nach dem verlorenen Auftaktspiel und dann hat es mich auch aufgeregt. Wir haben es ja alle gesehen, wie Leidenschaftslos diese Vorstellung war. Naja mit Blick auf das nächste Spiel ist da ein Fünkchen Hoffnung, dass es vielleicht besser werden könnte, aber man wagt ja gar nicht mehr daran zu glauben.

Trotzdem hoffe ich es natürlich. Ich stöber auch gerne immer in alten WM-Turnierabläufen rum um zu sehen wie das damals war und was auffällt ist, dass es eben immer ein auf und ab gibt. Es gibt Phasen des Erfolgs und Phasen des Niedergangs und Umbruchs. Manchmal sieht es so aus als ob nach einem Spiel alles aus ist aber dann rappelt sich die Manschaft doch wieder auf. Das schöne ist eben, dass wir es gar nicht wirklich wissen können was morgen passiert. Das macht es ja so spannend. Deutschland könnte in der Vorrunde scheitern aber sie könnten auch ganz furios Schweden an die Wand spielen und auf einmal sieht die Welt wieder ganz anders aus.

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birte-kira 22.06.2018, 11:53
25. Fehlende Identifikation

Der Artikel beschreibt das ganz gut. meiner Auffassung nach ist schon die Bezeichnung: "Die Mannschaft" ein Fehler - es ist doch die Nationalmannschaft. Ein Trikot ohne Nationalfarben - was soll das? Tickets für Spiele der Nationalmannschaft kann man nur bekommen wenn man Mitglied im Fan-Club wird. Und Spieler, die sichtlich nur an Eigenvermarktung interessiert sind. Wo bleibt denn der Stolz darauf, unser Land zu repräsentieren, der Stolz darauf, zu den besten Spielern Deutschlands zu gehören - ausgewählt aus einem Riesenpool von guten Spielern? Nichts davon ist den heutigen Spielern anzusehen. Und nein - ich bin keine Nationalistin, nur der Meinung, daß wir durchaus auch ein wenig stolz auf unser Land sein können - stolz auf unsere Toleranz, auf unsere Weltoffenheit. Selbst wenn das Kumpelhafte von Podolski nur ' gespielt' war/ist, damit kann sich der normale Fan aber identifizieren. Und noch etwas: beim ConFedCup waren junge und motivierte Spieler, die sich engagiert haben, die was wollten und ein Team waren - die haben Freude bereitet allein durch ihr Auftreten.

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sabrina74 22.06.2018, 12:03
26. Ach neee ....

... können wir jetzt mal wieder mit der Gefühlsduselei aufhören? Derzeit ist ja alles nur noch "gefühlt" - die Wirtschaftslage, die Angst vor Überfremdung und jetzt haben wir noch nicht mal die Nationalmannschaft zum Knuddeln. Meine Güte, die Jungs haben einen Job, der heißt Fußball. Und nicht Seelenstreichler der Nation. Und nicht Gute-Laune-Bär. Warum wird denn derzeit nur für jede persönliche Mißbefindlichkeit nach einem Schuldigen gesucht? Es gibt sehr wohl sympathische Spieler in der Truppe und natürlich ist der ganze Laden professioneller geworden - bei allen anderen Mannschaften ist das aber auch so. Wer Tränen sehen will, soll sich ein Spiel der F-Jugend in seinem örtlichen Verein angucken. Und würde manch ein Journalist intelligentere Fragen stellen, bekäme er vielleicht auch schneller ein Interview ...

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thoq 22.06.2018, 12:03
27. Reine Küchenpsychologie...

Sicher ist die Einstellung der Mannschaft sehr wichtig und da fehlte es gegen Mexiko auch ganz erheblich. Aber das sollte jetzt nicht dazu dienen die frappierenden Aufstellungsfehler zu kaschieren. Die Aufstellung war halt schichtweg unausgewogen. Insbesondere das zentrale Mittelfeld mit Özil, Kroos und Khedira war viel zu zweikampfschwach, um sich gegen halbwegs schnelle und aggressive Gegenspieler durchzusetzen. Dass ich vor allem aus Özil und Kroos jetzt keine Zweikampfmonster mehr machen kann, muss ich als Bundestrainer wissen. Aber unangenehmen Wahrheiten stellt sich ja keiner gern. Das hat man auch ganz klar hier im Forum gemerkt, als ich vor der WM auf die Defensivproblematik hingewiesen habe.

Ich werde trotzdem mitfiebern, mitleiden und mitfeiern. Dabei gönne ich jedem/jeder, der etwas unkritischer an die Sache geht und einfach nur saufen und feiern will, seinen/ihren Spass. Mir persönlich macht es aber auch Spass mir eine Aufstellung für die Mannschaft zu überlegen. Dementsprechend fällt es mir dann aber schwer, offensichtliche Fehler einfach unkritisch hinzunehmen.

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HamWirGelacht 22.06.2018, 12:06
28. Pfeifen im Walde....

Trifft wohl aktuell am ehesten auf "die Mannschaft" alle zsmmn zu. Die Kommentare zu den blutleeren Vorstellungen gegen Österreich und Saudi-Arbabien, dass bei der WM eine andere Elf auftreten würde, ist kaum mehr zu glauben. Wo sind denn die hungrigen, jungen Spieler, die mit Lockerheit nicht mit Verbissenheit als spielerische Einheit den Confed-Cup geholt hat? Die sind alle ersetzt durch satte urlaubshungrige Millionäre. Vielleicht ist die demonstrative Lockerheit des Bundestrainers nicht mal das schlechteste Zeichen für die kommenden Spiele.

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carinanavis 22.06.2018, 12:07
29. die stimme der vernunft

Zitat von jeze
Können vielleicht alle mal auf dem Boden bleiben? Was ist denn passiert? Nach einer gewonnenen WM, einer erstklassigen WM-Qualifikation, dem Gewinn des Confed-Cups hat die Mannschaft mal ein paar schlechte Spiele gezeigt. Warum soll denn jetzt auf einmal alles falsch sein, was vorher richtig war? Vielleicht muss man einfach auch mal anerkennen, dass Dinge richtig gemacht werden und die Protagonisten trotzdem nicht immer in der lage sind bestleistungen zu erbringen, weil es eben auch nur Menschen sind.
Andere beten den verfehlten Kommentar von Herrn Ahrens einfach nach. Die deutsche Mannschaft hat in der 2. HZ alles versucht, was möglich war.

Alleine diese Sätze muss man sich einmal auf der Zunge zergehen lassen: "dass er [Löw] niemals einer wird, den man mal einfach so in den Arm nimmt. Und auch, dass der Nationalspieler Mesut Özil die Nationalhymne nicht mitsingt." Na und. wieviele Bundestrainer waren solche "die man einfach in den Arm nimmt"? Eigentlich keiner. Und die geschichte mit Özil nicht vorhandener Sangeskunst bedutet nichts, er besteht darauf während des Hymnenabspielens still zu beten und das muss akzeptiert werden.

Waren die Fans 1974 im Trainingslager Malente bei den Spielern? Eher nicht. Alles wllde Konstruntionen von sinnlosen Ansprüchen an die NM.

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