Forum: Sport
DFB nach Vorrunden-Aus: Ohne Kompass
AFP

Das frühe Ausscheiden der Nationalmannschaft spiegelt auch die Krise des Verbands wider. Der DFB hat Probleme mit der Orientierung.

Seite 1 von 14
Das dazu 28.06.2018, 16:06
1. Ja genau

Daran hats gelegen. Und das in der DFB Zentrale die Toiletten nicht richtig Gendergerecht ausgeschildert sind.
Man, hab ich mich darauf gefreut, diese Expertenanalysen zu lesen.

Beitrag melden
viceman 28.06.2018, 16:09
2. ja klar,

ein präsident der mit über 30 erstmals gegen den ball getreten hat, das sagt doch schonmal alles !

Beitrag melden
centhurion77 28.06.2018, 16:20
3. Einer DFB-Elf unwürdig

Ganz ehrlich, ich bin kein Typ, der sich nur auf die Erfolgsseite stellt und nur dann ein Fan ist, wenn es gut läuft. Auch in schlechten Zeiten steh ich hinter meiner Mannschaft. Aber dieses Auftreten war einer DFB-Elf nicht würdig! Ich hatte wirklich gehofft, dass der Last-Minute-Sieg gegen Schweden etwas befeuert, aber die Arroganz und Überheblichkeit blieben, sodass auch im letzten entscheidenden Spiel nicht ein einziges Tor gemacht wurde. Bis auf das Spiel gegen Schweden eine blutleere und unwürdige Vorstellung! Auch erschreckend: - Erstmals kassierte das DFB-Team in einer Partie zwei Gegentore in der Nachspielzeit. - Nur zwei eigene Tore bei einer WM sind Negativrekord für Deutschland - die alte Marke lag bei drei Toren und stammt von der WM 1938. - 28 Torschüsse des amtierenden Weltmeisters gegen Südkorea sind Höchstwert einer Mannschaft bei diesem Turnier. - Insgesamt gab die DFB-Elf 72 Torschüsse bei diesem Turnier ab, auch das ist der Topwert. In Summe bedeutete das allerdings auch, dass nur jeder 36. Torschuss auch im Netz zappelte! (Quelle: http://www.kicker.de/news/fussball/nationalelf/726437/artikel_dfb-auswahl-bricht-negativrekord-der-wm-1938.html) Sorry, bei allem Respekt für Jogi Löw, aber der Zenit ist erreicht. Es muss eine Veränderung, ein Umbruch stattfinden. Wenn man als Spieler in die Auswahl des besten Kaders aus allen deutschen Spielern kommt und als Spieler der Nationalelf aufläuft, dann hat man auch eine gewisse Verpflichtung. Und dieses Pflicht- und Ehrgefühl hab ich nicht erkennen können. Dementsprechend war es für mich eine insgesamt unwürdige Vorstellung einer DFB-Elf!

Beitrag melden
PeterP52 28.06.2018, 16:26
4. Eine einzige Marketingmaschine

Ich stimme dem Beitrag weitgehend zu. Diese Mannschaft ist so weit weg von der Basis. Die Euphorie, deren Grundstein 2006 gelegt wurde, ist lange verflogen.
Millionäre mit mäßiger Einstellung. Mein Schlüsselerlebnis: Freundschaftsspiel vor der WM 2014 in Bremen. Für viel Geld Karten bekommen für Kids und mich. Viel zu späte Anpfiffzeiten, null Einsatz der Truppe, null Stimmung. "Die Mannschaft" ist eine Marketimgmaschine...
Freue mich auf die neue Saison, allerdings nicht auf Nationalmannschaft oder Bundesliga.... Die Local Heros sind gerade in die Oberliga aufgestiegen. Die kennt man alle persönlich und trinkt nach dem Spiel auch mal ein Bier zusammen.
Wer Nähe Bremen lebt... FC Hagen/Uthlede, sehenswert!

Beitrag melden
bourbonstreet 28.06.2018, 16:30
5. Guter Artikel

Voll auf dem Punkt. Insbesondere die Vermarktung und das "Durchstylen" der Mannschaft hat zumindest in meinem Umfeld zu einer Distanzierung geführt. Sicherlich will niemand zu den Zuständen vor 2010 zurück, aber das derzeitige "Produkt" (Zusammenstellung der "Mannschaft", Spielstil, diverse Imagekampagnen, etc.) bieten eben wenig Fläche für die Identifikation mit der Nationalmannschaft. Die Undurchlässigkeit für "Nachwuchsspieler" wie z.B. Brandt und Goretzka rundet das Gesamtbild dann noch negativ ab.
Ergebnis ist, dass keine Euphorie aufkommen mochte, wo vorher jedes Turnierspiel der Nationalmannschaft in großer Runde gefeiert wurde.
Wenn sich da nicht schnell eine Normalisierung einstellt, indem z.B. aus der "Mannschaft", which never rests, wieder die Nationalmannschaft wird und junge Spieler herangeführt werden, seh ich für das hochattraktive Turnier in Katar genauso schwarz.

Beitrag melden
andromeda793624 28.06.2018, 16:33
6. Tendenz zeigt nach unten!

Insgesamt scheint der deutsche Fußball sich Abwärts zu bewegen.Das hat natürlich
auch was mit der aufkommenden Genügsamkeit nach dem WM-Titel 2014 zu tun.
Wir Deutsche können anscheinend auch nicht gut mit Erfolg umgehen.
Nach dem deutsch deutschen CL-Finale 2013(Bayern vs BVB) und dem darauffolgenden WM-Titel befand sich Fußball-Deutschand auf Wolke 7. Man fühlte sich ja fast schon als "Bauchnabel" der Fußball-Welt.
Das hatte viele negative Begleiterscheinungen. Vor allem auch was die Nachwuchsarbeit und die Entwicklung der
Bundesliga betraf. Viele kritische Hinweise von Medien und auch Fans etc. wurden mit "Wir sind doch Weltmeister" abgebügelt. Da kann doch gar nicht so viel verkehrt sein.
Unverkennbar war auch das immer schlechtere werdende Leistungsniveau in der Bundesliga. Der einzige Klub der davon profitierte war der FC Bayern und Außenseiter die unverhofft zu größeren Erfolgen kamen als deren Rahmen hergab bzw. versprach.
Die letzte Bundesliga-Saison 17/18 war einer der schlechtesten seit Jahrzehnten. Das spielerische Niveau war teilweise unterirdisch und das bekam man auch International zu spüren. Viele Bundesliga-Teams blamierten sich gegen Teams aus Schweden,Bulgarien,Zypern,Slowenien etc.. Der Spielstil war ähnlich wie der der DFB-Auswahl im Jahre 2018(Testspiele+WM).
Ängstlich und teilweise lustlos die Spielweise die mittlerweile im deutschen Fußball sich eingenistet hat.
Doch man war ja Weltmeister und da können auch mal solche Dinge passieren,dachte man.
Nun ist ein aufwachen gefragt!
Der deutsche Fußball muss sich weiterentwickeln. Es muss auch wieder körperbetonter,mutiger und auch "verrückter" gespielt werden. So wird auch der Fan wieder v.a. mit der DFB-Auswahl was anfangen können.
In meinen Augen müssen beim DFB altgediente(Löw,Bierhoff insbesondere)+ Grindel zurücktreten. Auch viele Weltmeister im DFB-Dress sollten nicht mehr die 1. Adresse sein. Den jungen wie Sane,Brandt,Süle,Havertz,Kehrer und co. gehört die Zukunft.

Beitrag melden
ge1234 28.06.2018, 16:34
7. Nun....

.... ist es aber nicht so, dass Jogi, Bierhoff und Klinsi (ausgerechnet der!) die Väter der 2005 wieder erstarkten N11 waren, sondern in erster Linie Berti Vogts, der Mitte der 90er die Defizite in der deutschen Nachwuchsförderung erkannt hatte und diese im Nachgang neu konzipiert hat. Aber davon abgesehen, vielleicht sollte man die N11 anstatt "die Mannschaft" wieder als das bezeichnen, was sie ist und auch schon immer war, nämlich die deutsche Nationalmannschaft! Vielleicht fällt dann dem einen oder anderen auch die Identifikation mit ihr wieder leichter!

Beitrag melden
alt-nassauer 28.06.2018, 16:40
8. Probleme mit der Orientierung?

Mag sein im Spielerischen Bereich. Aber im Bezug der weiteren Kommerzialisierung ganz bestimmt mal nicht. Seit 2012 bzw. die Rechte Vergabe der N11 an RTL (Bezahlsender für HD Empfang!) und dem Titel 2014, muss der Verband doch sich wie in Dagoberts Tresor fühlen. Die Gewinnoptimierung hat schon mal funktioniert!


Tja was das Spielerische angeht. Ist das neu? Alles schon vergessen was man Jogi nicht schon bei der EM 201 , so alles nach gesagt wurde. Genau das was auch dieses mal zum Scheitern geführt hat. Löw lässt sich nichts sagen. Alles Aalglatt und Beratungsresistenz. Gut er hat 2014 den Erfolg gehabt, den Größten für sich (Gewinn einer WM ist kein Alleinstellungsmerkmal eines Trainers) und 2018 die größte Blamage für den Verband - Aber das ist schon Alleinstellungsmerkmal eines Löw. Steigerung wäre nicht Qualifizierung zu einem Turnier!


Meine Güte kann man so "Planlos" und sich auf eine Person seit 2012 so verlassen und täuschen lassen. Der DFB ist der Arbeitgeber und Löw ein Angestellter auf Zeit. Wenn man feststellt kein U21 Spieler, Wagner und Sane Berücksichtigt wird. Dann hätte es schon mal krachen müssen.


Auch das völlige "ignorieren" des Problems Güdogan und Özil. Die beiden bis zum Turnier im Fokus stehen zu lassen. Raus aus dem Kader und ein Problemfeld weniger. Hat sich noch die 74er Elf mit dem DFB über Prämien gestritten und heute Deutsche die sich mit "ihrem" Präsidenten ablichten lassen. Das ist wirklich Orientierungslos!


Dafür kracht es jetzt und die Blamage steht auf Ewigkeit in den Geschichtsbücher - Titel (2014!) hin oder her!

Beitrag melden
unpolit 28.06.2018, 16:40
9. Beachtlich, dass

in so kurzer Zeit eine meiner Meinung nach wertige Analyse erfolgte. Und es wurde halt nicht einfach nur eingedroschen. Denn dass da Spieler auf dem Rasen waren, die es können, das ist bekannt. Und das Löw es eigentlich auch kann, ebenfalls.

Für mich war bereits befremdlich, dass die Trikots keinen Bezug mehr zu Deutschland haben. Die könnte sich - ohne DFB-Logo - auch die Mannschaft von Guinea Bissau überstreifen.

Wenn sich die Entwicklung im Fußball so fortsetzt, dann kommen wir genau dahin, wo die Formel1 heute ist: Es ist nur noch Zirkus. Immer wieder nett anzusehen, aber ohne Bodenhaftung.

Beitrag melden
Seite 1 von 14
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge!