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DFB-Pokal: Chemnitzer Fans verhöhnen Poté mit Affenlauten
DPA

Aufreger im DFB-Pokal: Anhänger des Chemnitzer FC haben den farbigen Dresdner Profi Mickaël Poté mit Affengeräuschen verhöhnt. Später musste die Partie zudem wegen des Einsatz von bengalischen Feuern kurzzeitig unterbochen werden.

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cs01 21.08.2012, 11:46
70.

Ich habe nur die Zusammenfassung in der ARD gesehen. Da waren die Laute nicht zu hören, nur ein Pfeiffkonzert. Ob das dem Spieler galt (wahrscheinlich) oder den Affenlauten (immerhin möglich) war nicht klar. Die Affenlaute bekam man nur durch den Kommentator, der auf sie hinwies und die Reaktion des Spielers mit. Also kann es nur eine verschwindend kleine Minderheit gewesen sein. Und für diese Minderheit wird hier im Forum der gesamte Osten beschimpft. Hier scheinen einige leute nicht viel weiter zu denken, als die Hohlbirnen im Stadion.

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tombel 21.08.2012, 11:50
71. Pauschales Einschlagen

Zitat von sysop
Aufreger im DFB-Pokal: Anhänger des Chemnitzer FC haben den farbigen Dresdner Profi Mickaël Poté mit Affengeräuschen verhöhnt. Später musste die Partie zudem wegen des Einsatz von bengalischen Feuern kurzzeitig unterbochen werden.
Das pauschale Einschlagen vieler Foristen gegen den Osten und seinen Fußball ist in etwa so niveauvoll wie die Affenlaute gegenüber dem Dresdner Spieler.



1. Eine größere Ausländerfeindlichkeit in der Gesellschaft wird natürlich auch ihren Niederschlag im Fußball finden.

2. Wenig hilfreich ist dabei, dass der "brain drain" im Osten ungezügelt anhält. Die differenzierten und weltoffenen gehen weg und die dumben bleiben. Diese sehen sich vielfach als Verlierer und so handeln sie.


3. Für viele im Osten zurückgebliebenen m5. uss leider eine Verlierermentalität konstatiert werden. DDR-Nostalgie und Rechtsradikalismus gehen oft Hand in Hand obwohl das auf dem ersten Blick paradox klingt.

4. Kommen wir zur Sport politik: Im Fußball findet leider auch das als Spiegel der Gesellschaft statt, was in anderen Bereichen auch zu finden ist: Innerhalb des DFB und der DFL hat der Osten einfach keine Lobby. Der ostdeutsche Fußball bekam nach der Wende niemals Zeit, sich in den professionellen Strukturen des Westens zurechtzufinen.
Die Vereine wurden Anfang der 90-er faktisch zuerschlagen indem man einfach die besten Spieler wegholte. Sie hatten und haben wirtschaftlich keine Chance, weil es einfach nicht genug zahlungskräftige Sponsoren gibt. Sie wurden oftmals in den 90-ern von windigen Westberatern in die Pleite geführt ( siehe Dreseden).
Es gibt immer wieder offensichtlich Benachteiligungen gegen Ostklubs, da hier mit zweierlei Mass gemessen wird. Ich bringe nur zweimal Dresden ins Gespräch.
Dresden hat man zurückgestuft in die dritte Liga nach ihrem Finanzdesaster währenddesssen Dortmund bei viel schlimmerer Verschuldung in der BL bleiben durfte
Dresden sollte aus dem Pokal ausgeschlossen werden, währenddesssen eine Bestrafung im ach so weltoffenen Frankfurt bei ähnlichen Vorfällen gar nicht in Erwägung gezogen wurde. Diese Liste ist fortsetzbar.
Die Bachtung in den Medien fokussiert sich gerne auf ostdeutsche Vereine, während ähnliche Vorfälle im Westen nicht mit der Rassismus und Faschismus- Keule beantwortet werden.

FAZIT: Für die meisten Ostvereine wird es ein langer Weg bleiben, sich im höherklassigen Profifußball zu etablieren. Erstens wegen ihrer geringen Finanzkraft und natürlich zweitens auch wegen ihrer zum Teil
völlig kriminellen Fankulisse. Wenn man hier etwas erreichen will ist Konsequenz gefragt und ein langer Atem. Es täte der Bundesliga und sicher der Bundesrepublik insgesamt sehr gut, wenn es mal wieder ein Ostklub in die BL schaffen könnte. Ich sehe da mittelfrid´stig nur Dresden.
Aber mit dieser Fankulisse einerseits und der abfälligen und empathiefreien Berichterstattung der "Westmedien" wird das wohl nichts werden.

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Merkelfan 21.08.2012, 11:54
72. optional

@tomkey: Ausserdem - Ihr Vergleich ist lächerlich und zeugt nur von Verzweiflung, irgendetwas entgegensetzen zu wollen, aber in Ermangelung von Tatsachen werfen sie halt mit Unwahrheiten um sich.
Haben in Mölln Scharen von Menschen daneben gestanden und Beifall geklatscht, als die Molotov-Cocktails ins Haus geworfen wurden?
Hat in Mölln die Polizei daneben gestanden und hat nichts getan? Nein. Aber im Osten. Denken sie nach, bevor sie das nächste Mal hier posten bitte.

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kuddel37 21.08.2012, 11:58
73. .

Zitat von tsitsinotis
Wo war die Polizei? Ihre Aufgabe ist es, konsequent gegen Rassismus Stellung zu beziehen - und wenn sie nur eine klare Durchsage per Stadionlautsprecher macht.
Wieso Polizei? Das war Aufgabe des Veranstalters und dessen Ordner.Da muss der Veranstalter beim nächsten mal halt mehr Geld für seine Sicherheitsmassnahmen ausgeben und mehr Geld für Ordner/Sicherheitsdienste ausgeben. Es ist wohl nicht Aufgabe des Steuerzahlers Polizeieinsätze für solche Veranstaltungen zu bezahlen nur weil die Veranstalter nicht genung dafür investieren wollen.

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mezzanotte 21.08.2012, 12:02
74. So etwas tut weh

Wenn ich als Chemnitzer Fan als Rassist bezeichnet werde, nur weil einige Leute beim Fußball am Rad drehen und sich nicht unter Kontrolle haben, dann tut mir das sehr weh, genauso wie ca. 11.500 von den ~12.000 Chemnitzern im Stadion gestern, denn die sind alles andere als Rassisten. Wenn dann die ganze Stadt Chemnitz als brauner Schmelztiegel bezeichnet wird, kann ich nur noch den Kopf schütteln. Am 5.März versammelten sich 5000 Menschen um gegen rechts zu protestieren, monatelang wurde immer wieder gegen einen Thor-Steinar-Laden demonstriert. Es gibt überall Spinner, doch in Chemnitz sind sie in der Unterzahl.

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korrekturfluid 21.08.2012, 12:02
75. @endbenutzer

Zitat von endbenutzer
Latente Ausländerfeindlichkeit im Osten ist doch nichts Neues. Das haben doch damals schon die Vorkommnisse in Rostock-Lichtenhagen gezeigt. Und die paar Hanseln, die in verschiedenen ostdeutschen Städten gegen Rechts mobil machen, bilden sowieso nur die Minderheit. Der Ostdeutsche ist aufgrund seiner DDR-Geschichte gegen alles was fremd ist.
Schön von ihren vielfältigen Erfahrungen zu hören! ICh bin selber "Ossi" auch wenn ich mich eher als Europäer sehe. Ich wohne in Dresden - der angeblichen Nazihochburg schlechthin. Zu meinem Freundeskreis gehören Italiener, Iren, Norweger, Chilenen und ja sogar ein paar Schwarze. Meine Kollegen kommen aus über 30 verschiedenen Nationen. Ein Großteil der "Nichdeutschen" aus Europa, aber auch aus anderen Orten dieser Welt. Ich kenne keinen darunter der sich in Dresden nicht einfach nur wohl fühlt. Dabei gibt es niemanden der hier Angst verspürt, weil es böse Nazis gibt. Es mag sein das es auch hier einige Bekloppte gibt. Aber Fremdenfeindlichkeit erlebt man in anderen Teilen Deutschlands und der Welt viel deutlicher als hier.

Da sind z.B. Erfahrungen aus dem schönen Bayern, wo man als Ostdeutscher überhaupt nicht diskriminiert wird, geschweige denn als asiatisch stämmiger (Ironie). Oder ein Erlebnis in Südtirol, wo man auf einem Volksfest singt "Deutsch ist unsere Heimat, Deutsche das sind wir" oder so ähnlich. Trotzdem würde es mir nicht einfallen so etwas zu schreiben das "Die Bayern" Fremdenfeindlich sind. Verallgemeinerungen sind einfach Blödsinn. Und mittlerweile kenne ich auch einige Leute aus dem ländlichen Bayern, die weit weg von damaligen Erlebnissen denken. Da gibt es keine vorbehalte, weder in die eine, noch in die ander Richtung.

Und die Erlebnisse der Post-DDR-Ära waren sicher teilweise schlimm. Dies hat sich aber bis heute teils dramatisch geändert. Damals brach für viele immerhin ihre komplette Existenz zusammen. Einige haben den Umschwung halt schneller geschafft, andere langsamer. Das es da zu Verwirrungen kommen kann ist glaub ich völlig normal. Leider auch mit Auswüchsen in alle Richtungen. Doch mittlerweile sind die meisten hier gefestigte Demokraten.

Und nun hoffe ich einfach mal das dieses ewige "Die bösen, rassistischen und gewaltbereiten Ossis"-Gelabber endlich mal ein Ende nimmt.

P.S. Für alle die denken das Gewalt in Stadien und der Einsatz von Bengalos zunimmt, Schaut euch mal Videos aus den frühen 90-er Jahren an. Kaiserslautern ist da sehr zu empfehlen. Z.B.
Westkurve 1.FCK gegen Barca - YouTube
Oder auch die gute Eintracht aus Frankfurt hat ein paar schöne Videos produziert. Idiotie, da kann ich mich gut auch an die Münchner Schickeria mit ihren Koa Neuer- Aufrufen erinnern. Aber es sind immer nur die Ossis. Schon klar.

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responder 21.08.2012, 12:10
76. Herr Poté,

ich empfehle Ihnen, bei Ihrem nächsten Besuch in einem dieser Ost-Zoos (oftmals als Fußballverein getarnt) ein paar Bananen mitzubringen. Diese können Sie dann an die grunzende Affenbande verfüttern! Vlt verstummen die Primaten dann für eine Weile...

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Merkelfan 21.08.2012, 12:13
77. optional

@tombel: War klar, dass jetzt die Jammer-Masche kommt, von wegen Dortmund hat viel schlimmer gewirtschaftet und wurde weniger bestraft. Das ist FALSCH. Dresden hat viel schlechter gewirtschaftet aus betriebswirtschaftlicher sicht. Es kommt nicht auf die summen an, sondern auf die art und weise und da war dresden einfach nur naiv, möglicherweise kriminell (denke mal nur an die ganzen (ex-)präsidenten) und amateurhaft im gegensatz zu den unglücklichen dortmundern damals.

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Redigel 21.08.2012, 12:20
78. Dr.

Zitat von sysop
Aufreger im DFB-Pokal: Anhänger des Chemnitzer FC haben den farbigen Dresdner Profi Mickaël Poté mit Affengeräuschen verhöhnt. Später musste die Partie zudem wegen des Einsatz von bengalischen Feuern kurzzeitig unterbochen werden.
Das muss genau das sein, was einige Foristen hier ja gerne oben sehen. Zwei Seiten einer Medaille sag ich dazu nur. Ein zugegeben sozialer Verein mit asozialen Fans aus Chemnitz ist immer noch bundeweit beliebter als ein sozialer Verein mit sozialen Fans aus Leipzig, und nein, der heißt nicht LOK.

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deus-Lo-vult 21.08.2012, 12:40
79. ...

Zitat von sysop
Aufreger im DFB-Pokal: Anhänger des Chemnitzer FC haben den farbigen Dresdner Profi Mickaël Poté mit Affengeräuschen verhöhnt. Später musste die Partie zudem wegen des Einsatz von bengalischen Feuern kurzzeitig unterbochen werden.
Was sagt eine ostdeutsche Mutter, wenn sie nach ihrem Sohn sehen will? Ich schau mal nach dem Rechten!

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