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DFB-Stars bei Erdogan: Was Deutschsein bedeutet
DPA

Zwei deutsche Nationalspieler haben sich mit dem türkischen Präsidenten fotografieren lassen. Klug? Nein. Sympathisch? Nein. Aber auch kein Grund, ihren Status als DFB-Auswahlspieler in Frage zu stellen.

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ninotschka1 14.05.2018, 20:20
260. Nein, es hat nichts mit der Türkei zu tun

Wenn Matthäus Orban als seinen Präsidenten bezeichnet oder Mertesacker Theresa May als seine Präsidentin, wäre die Empörung genauso groß. Erdogan ist nicht der Präsident eines deutschen Staatsbürgers. Ganz einfach

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politkenner 14.05.2018, 20:20
261. Unverschämt!

Ich habe mich bei der WM 2010 sehr gefreut, dass auch Spieler mit Migrationshintergrund in der Nationalmannschaft spielten. Das gemeinsame Auftreten von Özil und Gündogan mit dem unerträglichen Despoten Erdogan ist dagegen eine Unverschämtheit und ein Skandal, weil damit Integrationsbemühungen schwer beeinträchtigt werden. Ich als Deutscher, der für Integration wirbt, verlange vom DFB, dass Özil und Güdogan nicht mehr für die Nationamannschaft berücksichtigt werden.

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go-west 14.05.2018, 20:22
262. Das Verhalten dieser Fußballer

scheint ziemlich typisch zu sein für sehr viele Einwanderer der ersten oder zweiten Generation. Man hat die starke Identifizierung mit der mitgebrachten Kultur und den damit verbundenen Gepflogenheiten nie aufgeben wollen, gleichzeitig will man aber natürlich alle Vorteile des Gastlandes mitnehmen. Es drängt sich der starke Verdacht auf, dass bei der Migration nicht das Interesse am Gastland und dessen Kultur im Vordergrund stand, sondern fast ausschließlich rein wirtschaftliche Interessen. Und genau dies ist nicht ausreichend. Es war übrigens gerade Erdogan, der vor einiger Zeit seine Landsleute dazu aufgerufen hatte, sich nicht zu assimilieren sondern die eigene Kultur inklusive dem religiösen Gepäck im Gastland möglichst breit zu etablieren. Wir sind in einem Krieg der verschiedenen Gesellschaftsmodelle. Ich halte es für unverzichtbar, dass sich Mitglieder der deutschen Nationalmannschaft diesbezüglich klar und eindeutig positionieren.

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torstenschäfer 14.05.2018, 20:23
263. Daniel Raecke irrt etwas

Es geht nicht um die doppelte Staatsbürgerschaft (ich selbst bin ein Befürworter). Aber als Spieler legst du dich fest, wenn du für eine Nationalelf antrittst. Dann kanst du nicht heute mal für die spielen und nächste Woche für die anderen. Insofern sind auch alle Vergleiche etwa mit Klose unsinnig, und ob wer die Hymne singt oder nicht, hat mit dem Thema auch nichts zu tun.

Entscheidend ist der Ausspruch "mein Präsident". Und wer den türkischen Präsidenten als "seinen" bezeichnet, kann nicht in der deutschen Elf auflaufen - als sportlicher Vertreter einer Nation. Übrigens wären sehr wahrscheinlich umgekehrt Spieler aus der türkischen Elf geflogen, hätten diese Steinmeier als "ihren" Präsidenten bezeichnet.

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spon-tan 2012 14.05.2018, 20:24
264. Klose ein Pole ?

Wenn schon, dann ist Klose ein Deutsch-Pole. Siehe Wikipedia: "Klose wurde als Sohn des deutschstämmigen Fußballspielers Josef Klose und der ehemaligen polnischen Handballnationalspielerin Barbara Jeż im oberschlesischen Opole geboren." Er ist damit von Geburt an sowohl Pole als auch Deutscher. Gleiches gilt übrigens für Podolski: "Lukas Podolski wurde als Sohn des deutschstämmigen ehemaligen Fußballspielers Waldemar Podolski und der ehemaligen Handballspielerin Krystyna Podolska, die für die polnische Nationalmannschaft aktiv war, in eine katholische Mittelschichtsfamilie im polnischen Gliwice geboren." Im Gegensatz dazu stehen die türkischstämmigen Nationalspieler ohne (bekannte) deutsche Vorfahren.

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bempenatze 14.05.2018, 20:25
265. Sehe ich anders

Hallo Herr Reacke,
Das sehe ich anders, der DFB (nicht die Nation Deutschland) steht im besonderen für Vielfalt, Integration und demokratische Werte. All dafür steht Herr Erdoğan nicht. Der Spieler Gündogan kann daher diese Werte des DFB nicht für sich in Anspruch nehmen und vertreten und hat daher im Dress des DFB nichts mehr verloren. Schade, da ich den Sportler Gündogan mochte.

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bristolbay 14.05.2018, 20:27
266. Erfahrung

Zitat von Scueda
Wie viele Spiele haben Sie von Gündogan in der PL gesehen? Und wie viele von Özil in Chelsea??? Ich wette um alles Geld der Welt, dass Sie keines von Özil in einem Chelsea-Trikot gesehen haben... Bei allem anderen bin ich aber einverstanden!
Im ersten Satz haben Sie sich ja sehr schlau aus der Affäre gezogen, vielleiocht kannten Sie den Verein nicht.
Áber bei Özil liegen Sie voll daneben, ich habe ihn noch nie bei Chelsea gesehen.
Herr Özil spielt bei bei den Gunners und hat sich im letzten HF gegen Athletico wieder von seiner besten Rolle gezeigt, er war auf dem Platz aber nicht da. Er hat sich, wie so oft, ganz einfach abgeduckt.

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IQwäregut 14.05.2018, 20:27
267. Unterschiedliche Maß

Darum also doppelte Staatsbürgerschaft. Da sucht man sich aus, was gerade passt. Wenn jemand Hr. Erdogan als seinen lieben Präsidenten bezeichnet, soll es auch dessen Untertan sein. Erstaunlich ist, wie sie selbst für dieses unglaubliche Verhalten Verständnis aufbringen, Beispiele aus der Vergangenheit suchen usw.
Bei Hr. Lindner hatten sie bei einer sachlich richtigen Anmerkung kein Problem, ihn virtuell an die Wand zu nageln. Da wird harmloses aufgeblasen. Wissen sie, wieviele Menschen z. Z. In der Türkei jenseits aller Menschenrechte inhaftiert sind?

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hpg17 14.05.2018, 20:28
268.

Zitat von solltemanwissen
Ich mag Erdogan wirklich nicht und halte es für ziemlich grenzwertig, ihm diese Bühne zu geben - aber die Kritik vom DFB ist maximal lächerlich! In einem Monat fährt man als DFB auf eine 6 wöchige Wahlkampfhilfe für Putin, einem Diktator, der Erdogan in nichts aber auch gar nichts nachsteht. Und ich hoffe die CSU erinnert sich an ihre kriecherische Veranstaltung mit dem Diktator Orban! Auch der unterscheidet sich in keiner Weise von Erdogan.
Wenn wir ehrlich sind, da gibt es schon eine Reihe von Gemeinsamkeiten bei den drei Herrschaften.
Aber wie es manchmal ist, weder Abitur noch Berater oder Abitur und Berater schützen vor Dummheit.

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famon 14.05.2018, 20:34
269. Es ist nicht ok,

... aus der dummen Entscheidung von den Herren Özil und Gündogan eine Debatte über Sinn oder Unsinn des Doppelpasses zu machen. Erstens hat Özil - soweit berichtet - nur den deutschen Pass. Zweitens haben viele deutsche Staastbürger - auch Politiker und deren Kinder, wahrscheinlich sogar in der AfD - ebenfalls einen ausländischen Pass. Drittens sagt die Menge an Pässen überhaupt nichts darüber aus, ob man einen Despoten unterstützt, der die Deutschen Nazis nennt und Journalisten vieler Länder einsperren lässt.
Und nicht zuletzt: auch ich habe zwei Pässe. In D bin ich Deutscher, mit allen Rechten und Pflichten, bei meiner Einbürgerung habe ich unter Eid geschworen, die demokratische Rechtsordnung unseres Landes zu verteidigen. Das nehme ich ernst. Und im Ausland bin ich zumindest dem deutschen Staat so loyal, dass ich niemals auf die Idee käme, für solche Despoten Wahlkampf zu machen.

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