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DFB-Team nach dem Aus: Mannschaft oder Gruppe?
AFP

Die Nationalmannschaft sei bei der WM in Russland auch an ihrer Grüppchenbildung gescheitert, heißt es. Aber daran lag es nicht. Die Wahrheit ist viel einfacher.

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langefort 30.06.2018, 11:42
110. Bestbezahlter Früh-Rentner der Republik

Herr Löw ist einer der erfolglosesten Vereinstrainer der Nachkriegszeit (frag' nach beim KSC). Sein jetziger Job, zu dem er kam wie die Jungfrau zum Kind hat allerdings nichts mit trainieren zu tun; verlangt sind andere Qualitäten, wie fachliche Kompetenz, taktisches Verständnis incl. Anpassung auf wechselnde Umstände, Beurteilungsvermögen und Menschenführung. Das alles hat er nicht. Immerhin, die Kinsmannsche Offensiv-Philosophie wurde von ihm seinerzeit durchaus clever mit einem überragenden jungen Kader sehr erfolgreich fortgeführt. Doch die goldene Generation ist müde geworden, und mit der notwendigen schrittweise Erneuerung der Mannschaft ist L. komplett überfordert. Das Beharren auf Gündogan und Özil, in meinen Augen Opfer einer hysterischen, niederträchtigen, sehr 'erfolgreichen' Medienkampagne (s. dieses Forum), war fachlich fragwürdig, jedoch menschlich anständig. Indes, das groteske Warten auf das tägliche ärztliche Bulletin des Rekonvaleszenten Neuer, bei einem seit Monaten in Topform spielenden Ter Stegen hat der Mannschaft glasklar signalisiert: Leistung zählt nicht. Dieser Linie ist L. bei der Kaderzusammenstellung und während des Turniers treu geblieben. Bei aller Aufregung zum Ausscheiden der Nationalmannschaft sollten wir jedoch eins nicht vergessen, die anderen spielen auch Fussball.

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halverhahn 30.06.2018, 11:42
111. Es gibt nicht DEN Grund für das Scheitern!

Und bei einer WM/EM weit zu kommen, muss ganz viel passen. Um dort am Ende als Sieger zu stehen, muss quasi alles passen. Ne frische, hungrige Mannschaft, die auch frei im Kopf ist und unbeschwert aufspielen kann. Nebst genügend „Beißer“ neben Techniker und Spielern mit Torinstinkt, also ein ausgewogenes Team. Und der richtigen Taktik, die der Trainer vorzugeben hat. Und dazu auch noch ne große Portion Glück in der einen oder anderen Szene. Das alles hat gefehlt.
Es ist aber nun auch genug gejammert! Löw und diverse satte Spieler sollen nun die Konsequenzen aus dem Desaster ziehen, ihren Hut nehmen und dann wird ein Neuaufbau gestartet! Bums und aus!

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Sal.Paradies 30.06.2018, 11:45
112. Und die Quintessenz?

Wenn wir diesen Beitrag von Hr.Ahrens zu Ende denken, bliebe dann die Frage, warum dann genau jene Spieler die NM zur nächsten Europameisterschaft führen sollten(könnten? Und wenn wir diese Frage mit "NEIN" beantworten, stellt sich die Frage nach einem längeren Verbleib für diese Spieler in der NM nicht mehr. Dann sollten Konsequenzen gezogen werden und ein völlig Neuanfang generiert werden. Damit meine ich einen neuen Trainer und eine Mannschaft wie z.B. Süle/Rudy/Werner/Brandt/Sane/ter Stegen/Goretzka/Kimmich/Plattenhardt/Ginter/Draxler/Rüdiger. Dazu gibt es in der BuLi noch jede Menge Material. Die U21 hat erst kürzlich die EM gewonnen, da finden sich noch mehr fähige Spieler, die in der NM reüssieren könnten wie z.B. Selka/Weiser/Stark/Meyer/Gnabry/Toljan/Phillip. Nicht vergessen wollen wir einen E.Can, der ja leider verletzt fehlte und wichtig gewesen wäre. WIe zu sehen ist, haben wir Nachwuchsspieler ohne Ende und für alle Positionen und Spieler wie Müller/Boateng/Hummels/Özil/Kroos/Neuer könnten ersetzt werden. Klar könnten die Neuen nicht sofort mit Top-Mannschaften wie Frankreich/England/Belgien/Brasilien/Spanien mithalten, was sie aber auch nicht müssen. Viele haben schon NM-Erfahrung, einigen haben den Confed-Cup gewonnen und das kurfristige Ziel wäre nicht unrealistisch = die Qualifikation für die EM_2020. Der deutsche Fussball wird nicht untergehen, nur weil jetzt die oben benannten Alt-Spieler fehlen. Im Gegenteil hat Russland gezeigt, dass gerade diese Spieler am Limit waren und die Mannschaft eher belasteten. Ich war viele Jahre ein Anhänger von Löw und der NM, aber jetzt scheint der Zeitpunkt für einen Neustart gekommen. Danke.. :-)

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cruisemissile 30.06.2018, 11:45
113.

Was habe ich in verschiedenen Foren schon für einen Schwachsinn gelesen: Da wurde z.B. alles auf Özils und Gündogans Fotosession mit Erdogan geschoben, Merkels Politik ist schuld (wahrscheinlich waren eher Flüchtlinge gemeint) oder andersherum, die AfD hätte die Stimmung im Land versaut usw...
Ich bin da eher beim Autor dieses Artikels. Die Herrschaften sind einfach über Ihren Zenit hinaus. Es gibt auch andere Teams, denen es nach einer gewonnenen WM genauso erging (Frankreich, Italien, Spanien). Vielleicht braucht die eine oder andere Mannschaft direkt nach einem Titelgewinn eine Erneuerung. Wichtig als enttäuschter Fußballfan ist vor allem, dass man auch nach so einem fürchterlichen Debakel wieder verzeiht. Ich habe das bereits gemacht, denn es geht ja hier nicht um meine Existenz, sondern nur um mein Privatvergnügen. Ich freue mich trotzdem auf spannende Spiele in den kommenden Finalrunden.

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meihan 30.06.2018, 11:47
114. Die Medien...

suggerieren hie einen Eindruck, dass "anders stämmige" Spieler mehr oder weniger diffamiert wurden. Das Foto allein mit Erdogan war nicht das Problem, das Trikot mit der Aufschrift "für meinen geliebten Präsidenten" war der absolute Hammer! als deutscher Nationalspieler und dazu noch ohne einen weiteren, ausländischen Pass ist dies ein absolutes No-Go! Aber das allein ist/war nicht der Grund des schlechten Abschneidens der Nationalmannschaft. Es fehlte das Team- bzw. Mannschaftsgefühl. Hier war eine Gruppenbildung der (ehemaligen) Weltmeister und den jungen, neuen Spielern, was nicht harmonisiert war. Die Arroganz und Überheblichkeit der "alten" Spieler war unübersehbar. Löw als Bundestrainer hat hier versagt und die Mannschaft , wenn man das so noch bezeichnen kann, einfach nicht richtige eigestellt. So gut er als Trainer vielleicht ist, aber er hat sich für die Nationalmannschaft "verbraucht" und übersehen, dass sich die Spielweise im internationalen Fußball radikal verändert hat. Er muss die Mannschaft darauf einstellen, was aber nicht passiert ist. Man hat das bereits ab Herbst 2017 erkennen können. Ein Neuer Trainer und die Einbindung junger, hungriger Spieler ist nötig. Wir haben das Potenzial. Nur muss es abgerufen und "eingestellt" werden. Jetzt ist die richtige Zeit zum Aufbruch.

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Goonie2 30.06.2018, 11:48
115. Erstaunlich

Wie sich Spon immer wieder davor drückt, das fehlende Bekenntnis einer Freude, “Für Deutschland” zu spielen als Grund für die Unstimmigkeiten zu nennen. Niemand hat etwas gegen türkischstämmige oder andersstämmige Spieler - das zu behaupten ist blanke Agitation. Es ging nach dem Erdogan Fauxpas darum, einfach auszudrücken, “ich bin Deuscher, und bin geehrt (wie es jeder Deutsche sein sollte), für dieses mein Land zu spielen”. Dann wäre alles gegessen gewesen. Aber sie haben es nicht hinbekommen - und ich vermute, auch deshalb nicht, weil der DFB dieses nationale Wir-Gefühl eben nicht mehr haben wollte. Rumgeeiere.

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jakk-hammer 30.06.2018, 11:49
116. Löw

...ist in der Tat schuld, dass keiner der U-21 - Spieler berufen wurde, dass Sané nicht mit durfte - dass überhaupt niemand, der es wagt, eigene Gedanken zu formulieren und einen eigenen Willen zu haben (Hallo, Sandro Wagner), mitdurfte. Denn man wollte den (nicht vorhandenen) Zusammenhalt der mundtoten Spieler nicht gefährden.

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Alias_aka_InCognito 30.06.2018, 11:50
117. Einfache Erklärung

Ich sehe das Problem nicht so einfach, dass die Spieler schlecht waren, Probleme können einfach beschrieben werden, aber mit einfachen Lösungen kommt man nicht weit.

Ich sehe das Problem in der über seit Jahrzehnten chronischen, mangelnden, fußballerischen Brillanz der deutschen Nationalmannschaft wie überhaupt im deutschen Fußball.

Alle Weltmeistertitel seit 1954 waren nicht lupenrein.

1954 waren viele Spieler gedopt und hatten entsprechend Vorteile, die fußballerisch besseren Ungarn niederzurennen.
1974 war sich die Mehrheit der Fans und Experten einig, dass Holland die Jahrhundertmannschaft war und der WM-Sieg für die Holländer eine logische Konsequenz gewesen wäre.
Hier muss man aber eingestehen, dass Deutschland auch mit viel Können und Leidenschaft dazwischengegrätscht hat und somit der Titel verdient, wenn auch nicht zwangsläufig gewesen ist.
Also eher abgeluchst.
1990 war eine schwache WM, die Spieler der deutschen Mannschaften waren aber sehr erfahren, da sie im Ausland in starken Ligen ihr Geld verdienten und somit trotz unansehnlichem Fußball wieder den Titel einheimsten.

Jedes mal war es keine überzeugende Vorstellung und jedes mal ist die Hybris ausgebrochen, man wäre durch das Turnier marschiert und hätte jeden Gegner souverän und vernichtend geschlagen.
Auch der WM-Titel 2014 ist von der gleichen Sorte wie vorausgegangen drei Titel.

Langfristig führt das dazu, dass die Hybris dann eben leichtsinnig, euphorisch und selbstherrlich macht. Das man sich alles zutraut ohne zu hinterfragen, wie das eigentlich erreicht werden soll.
Er wird schon für das Halbfinale und Finale geplant, die "Topleute" werden als strategische Reserve erst einmal eingegraben.
Das Fell des Bären wird schon verteilt und exzessiv drum geschachert, obwohl man selbst unbewaffnet und überhaupt noch kein Bär in Sicht ist, der von seiner bevorstehenden Erlegung wüsste.

Solche Mechanismen für die periodischen Tragödien sind einfach in der deutschen DNA drin und lassen sich nicht abschütteln.


Man muss erst mal jetzt ganz kleine Brötchen backen und genau das ist dem DFB schon vorher schwer gefallen. Nicht leichter fällt es denen, wenn sie dazu gezwungen sind.
Daher lässt der nächste Titel seeeeeeeehr lange auf sich warten, denn zu erst muss man die Identitätsstörung meistern und überwinden, dass "Best neVer Rest" eigentlich ins Gegenteil ad absurdum geführt wurde und "Die Mannschaft" keine ist.

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styxx66 30.06.2018, 11:50
118. 14 Jahre sind genug.

Als Fazit sage ich, der Artikel ist eine genaue Punktlandung und Erklärung für das Fussball-Desaster. Um einen Neuanfang hinzubekommen ist es notwendig, das Jogi Löw nicht mehr mit an Bord ist. Das Totalversagen der "Mannschaft", hat auch viel damit zu tun, wie Jogi als Krisenmanager und Vortänzer überfordert bzw. nicht anwesend war.

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Tavlaret 30.06.2018, 11:51
119. Rassismus wird hoffähig

Der Rassimus, der viele Jahre versteckt wurde, kommt erst langsam aber bald immer schneller und massiver an die Oberfläche. Der Fußball ist eine Sportart, bei dem sich die Zuschauer schon immer ausleben und ihr "Innerstes" nach außen kehren, jetzt haben sind zwei Spieler durch ein doofe Aktion zum Ziel geworden und die Antworten in den sozialen Medien folgten massenhaft. Es ist erschütternd, wie ekelhaft fremdenfeindlich und rassistisch Millionen von Deutschen sind.

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