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DFB-Verteidiger Hector: Der, der immer spielt
imago/Bernd König

Jonas Hector ist der "Mister Zuverlässig" in der Nationalmannschaft. Der Kölner ist kein filigraner Fußballer, aber mit seiner soliden Art hat er sich einen Stammplatz in der DFB-Elf gesichert.

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Rahvin 28.06.2017, 19:07
1. Pressekonferenzen...

...mit den Abziehbildern aus der Nationalmannschaft sind schon lange kein Spektakel mehr. Auf der einen Seite kann man sich über die vermeintliche Seriosität der Nationalspieler freuen, andererseits ist klar, dass das alles nur PR-Sprech ist, der sofort vergessen ist, sobald die Kameralämpchen mal aus sind. Siehe z.B. Reus. Dass die Nationalmannschaft eine langweilige Truppe ist, der von Löw noch die letzten Kanten abgeschliffen wurden - geschenkt. Begeisternd ist sie leider schon länger nicht mehr.

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sibbi78 28.06.2017, 19:11
2. Ob man es mag oder nicht:

In jede Mannschaft gehören einige eher unauffällige Spieler, wie Jonas Hector. Nur mit "Rennern", "Fummlern" oder "Tretern" funktioniert es nicht. Zuverlässigkeit und Intelligenz treffen bei Hector auf eine unaufgeregte, aber dennoch überdurchschnittliche Spielweise.
Sicherlich werden einige "Kritiker" wieder das Übliche zu bemängeln haben, in der Hauptsache wohl, weil sie in IHREM Verein ein "viel besseren" Spieler wähnen.
Sei's drum: Ich bin froh, dass solche Spielertypen in DER MANNSCHAFT eine Daseinsberechtigung haben!

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DerDifferenzierteBlick 28.06.2017, 19:28
3. Dafür gibt es relativ einfache Erklärungen

Dass Jonas Hector so viele Spiele absolviert hat, liegt auch daran, dass die deutsche Nationalmannschaft auf der Position zur Zeit einfach kaum Alternativen bietet (und Joachim Löw bestimmte Spieler gerne ignoriert). Wäre die Dichte an Spielern bei den Linksverteidigern ähnlich hoch wie im Mittelfeld oder bei den Torhütern oder bei den Innenverteidigern oder bei den Linksaußen, dann hätte Jonas Hector wohl nicht sehr viele Chancen auf einen Einsatz.

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carinanavis 28.06.2017, 20:02
4. runtermachen

Zitat von Rahvin
...mit den Abziehbildern aus der Nationalmannschaft sind schon lange kein Spektakel mehr. Auf der einen Seite kann man sich über die vermeintliche Seriosität der Nationalspieler freuen, andererseits ist klar, dass das alles nur PR-Sprech ist, der sofort vergessen ist, sobald die Kameralämpchen mal aus sind. Siehe z.B. Reus. Dass die Nationalmannschaft eine langweilige Truppe ist, der von Löw noch die letzten Kanten abgeschliffen wurden - geschenkt. Begeisternd ist sie leider schon länger nicht mehr.
wollen sie die NM also.

Abziehbilder, Spektakel?
Sind die Spieler schlechte Kopien von was denn? Vermutlich gefallen Ihnen nur spektakuläre PKs, in denen jeder ausrastet und ausfällig wird, a la "Flasche leer und ich habe fertig!" Oder sollen es gleich Prügeleien sein?

Vermeintliche Seriosität?
Heißt das in Wirklichkeit sind die NM-Spieler alles nicht vertrauenswürdige Hallodris, die nicht ernsthaft trainieren, heimlich Party machen, saufen rauchen und Orgien feiern.

PR-Sprech.
Ja das ist weltweit so. Bei Sportlern, Politikern, Managern überall das gleiche, aber kein Alleinstellungsmerkmal der deutschen NM.

Langweilige Truppe?
Insgeheim wünschen Sie sich also doch, dass die Jungs unseriös wären und Skandalgeschichten am laufenden Band produzieren.

Schon länger nicht begeisternd.
Nachdem die Confed-Truppe erst als C-Elf diffamiert wurde, schlägt sie sich erstaunlich gut. Gerade einige junge, unerfahrene Spieler haben sich prächtig, ja begeisternd präsentiert und die fehlenden Stammspieler teilweise bestens ersetzt.

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CancunMM 28.06.2017, 20:50
5.

finde gerade hector wieder einen rückfall in alte zeiten der rumpelfüssler. man hat doch bei der em gesehen wie eindimensional und unflexibel er spielt. mir wäre plattenhardt 1000x liebe. technisch stärker, bessere flanken

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Mähtnix 28.06.2017, 20:57
6.

Zitat von DerDifferenzierteBlick
Wäre die Dichte an Spielern bei den Linksverteidigern ähnlich hoch wie im Mittelfeld oder bei den Torhütern oder bei den Innenverteidigern oder bei den Linksaußen, dann hätte Jonas Hector wohl nicht sehr viele Chancen auf einen Einsatz.
Hector ist mE der in der Öffentlichkeit am unterschätztesten Spieler in Deutschland. Ähnlich, wie es der junge Philipp Lahm war. Er ist in der Tat nicht der Spieler, der durch offensive Geniestreiche oder spektakuläre Einzelaktionen auf sich aufmerksam macht. Aber er ist (anders als so mancher seiner Kollegen) ein intelligenter und taktisch gut ausgebildeter Spieler, der auf dem Platz das umsetzt, was er soll. Seine Haken, wenn er ballführend in Bedrängnis kommt, öffnen Räume, wo andere Spieler den Ball verlieren würden. Er antizipiert sehr gut und hat ein gutes Gefühl für den Raum. Ich sehe ihn sehr gerne. Aber bei den meisten zählt "Mr. Zuverlässig" weniger als der "Mr. Ich-hab-schonmal-geile 10 Minuten".
Einzig seine Flanken: Da könnte mehr Zug und Präzision drin sein. Aber der Assist gegen Chile war doch wohl geil oder?

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stoffi 28.06.2017, 20:59
7. Mann, Mann, Mann

immer dieses Rumgemeckere
Hektor ist ein klasse Spieler, was gibt es da zu nörgeln?
In der neuen Nationalelf wird er sicher einen Stammplatz bekommen, nicht weil kein anderer da ist, sondern weil es sich mit guter Leistung erarbeitet hat
Die neuen jungen Spieler zeigen alle , das sie fähig sind, das Niveau unserer Nationalelf weiterhin zu halten

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Sal.Paradies 28.06.2017, 22:13
8. Gut + Zuverlässig

Wir können jetzt nicht das nächste Jahrzehnt jeden neuen Verteidiger mit P. Lahm vergleichen, weil so jemand wie Phillip schon sehr speziell und selten vorkommt. Hector ist selten spektakulär, aber immer sehr zuverlässig und das eine oder andere mal, wie gegen Chile, kommt auch eine Flanke auf den Punkt genau. Auf Dauer wird Kimmich auf der anderen Seite mehr spektakuläre Szenen haben, zumal er auch sehr viel torgefährlicher ist, aber im Moment ist es auch so, dass Jushua doch sehr viel mehr Fehler als Jonas macht und vor allem sind diese Fehler des öfteren hochgradig gefährlich, was bei Hector eher selten ist. Löw wird an ihm festhalten, weil er genau das macht was er von ihm möchte und selten grobe negative Ausreißer hat. Natürlich träumen immer alle von "dem" AV ala Marcelo, der super-schnell die Linie lang geht und dann noch die Traumflanke in den Rücken der Abwehr spielt, aber diese Spieler gibt es weltweit nicht sehr oft. Und ein echtes Problem ist es auch nicht, weil die NM für die Offensive genügend Qualität hat und Spieler wie Reus/Schürrle/Götze/Sane/Gnabry, etc... auch gerne über außen kommen. Was mich angeht, bin ich mir Hector mehr als zufrieden. Nebenbei bemerkt sind mir Spieler wie er auch sympathisch, weil sie ihrem Verein treu bleiben, obwohl sie eine Etage höher spielen könnten. Kein Merkmal für einen Bundestrainer diesen Spieler zu bevorzugen, aber eventuell genau der Schuss Loyalität, den auch Löw präferiert.

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lektra 28.06.2017, 22:54
9. Hector: "Ich mache keine Überdinger, schieße aber wenig Böcke"

Zitat von DerDifferenzierteBlick
Dass Jonas Hector so viele Spiele absolviert hat, liegt auch daran, dass die deutsche Nationalmannschaft auf der Position zur Zeit einfach kaum Alternativen bietet (und Joachim Löw bestimmte Spieler gerne ignoriert). Wäre die Dichte an Spielern bei den Linksverteidigern ähnlich hoch wie im Mittelfeld oder bei den Torhütern oder bei den Innenverteidigern oder bei den Linksaußen, dann hätte Jonas Hector wohl nicht sehr viele Chancen auf einen Einsatz.
Das ist doch eine Binsenweisheit. Jeder Spieler in der Nationalmannschaft ist dort, weil er für den Trainer die beste Wahl aus den zur Verfügung stehenden Spielern ist. Wenn Julian Pollersbeck sich zum Jahrhundert-Torwart entwickelt, der nie Fehler macht, sitzt auch Manuel Neuer auf der Bank.

Natürlich kann man immer diskutieren, ob andere nicht besser wären, wie @CancunMM, der Plattenhardt besser findet. Klar: bessere Flanken; technisch stärker? - Ansichtssache; Plattenhardt hat aber nicht so ein gutes taktisches Verständnis wie Hector. Zudem spricht für Hector eine ungeheure körperliche Robustheit: seit Jahren fast jedes Spiel beim FC über die ganzen 90 min dabei mit besten Laufwerten (max. ein bis zwei Spiele pro Spielzeit zur Schonung oder mal ein Spiel ausgesetzt wegen Gelbsperre). Wenn man sich die Kicker-Noten ansieht, ist Hector (aus dieser eher objektiven Sicht) der beste deutsche Linksverteidiger der Liga.

Ja, Hector spielt nicht so auffällig wie andere (nach Hectors eigenen Aussagen: "Ich mache keine Überdinger, schieße aber wenig Böcke"). Er ist aber ballsicher und hat ein tolles taktisches Verständnis. Bei vielen Spielen der NV konnte man sehen, dass zu Beginn der Gegner versuchte, über Hectors Seite durchzukommen. Man dachte wohl: links ein eher unbekannter Spieler von einem kleinen Verein, rechts steht ein Bayern-Spieler. Im Laufe des Spiels hat sich das immer mehr verlagert auf die Seite von Kimmich. Der ist nach vorne auffälliger, nach hinten aber anfälliger. Ich denke einfach, dass Löw taktisch kluge, disziplinierte Spieler mag. Dass er da auf Hector kommt, ist kein Zufall.

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