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DFB zur Causa Özil: Es geht um uns
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Reinhard Grindel hat Nationalspieler Mesut Özil kritisiert. Was der DFB-Präsident verkennt: In der Debatte geht es um weit mehr als Sport - es geht um die Frage, welche Menschen Deutschland repräsentieren.

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Irene56 09.07.2018, 14:58
100. Es geht also gar nicht um Sport?

Nach Meinung des Autors geht es also um uns. Wir werden von Fussballern repräsentiert? Na, das glaubt der DFB tatsächlich auch. Nebenher dann noch eine Quotenregelung. Je mehr Migranten oder Sportler mit Migrationshintergrund umso besser, einen Integrationsbeauftragten gibt es auch? Prima, und wann beginnen die betreffenden Sportler dann tatsächlich sich zu integrieren? Muss man hier jetzt glauben, dass Fussballer nur den Ball treten können und ansonsten nicht das hellste Licht auf der Torte sind? Wie zeigt sich Integration? Indem man einen deutschen Pass und alle damit verbundenen Freiheiten und Rechte für sich nutzt, aber ansonsten einem Diktator als seinen Präsidenten huldigt? Weil man es angeblich nicht verhindern konnte oder zu schüchtern war? Diese Diskussionen sind einfach nur noch krank. Aber die WM betreffend geht es schlicht und einfach darum, dass unsere hochbezahlten und sehr überheblichen Fussballstars einen Fussball hingelegt haben, für den sich jeder Zweitligist schämen würde. Aber das stört den DFB nicht, im Gegenteil. Schon vorher hat man dem Löw das Bett gemacht, war also völlig belanglos, wie die Mannschaft spielen und ob sie gewinnen oder verlieren wird. Das ist wie ein Stuhlkreis Sie halten alle einander an den Händen und stützen sich gegenseitig, damit keiner umfällt und von den Trögen verdrängt wird. Das kann man nennen wie man will, aber den Namen Nationalmannschaft sollte man für eine solche Gurkentruppe nicht missbrauchen. Im übrigen weder mich noch irgend jemanden aus meinen Bekannten-, Verwandten- oder Kollegenkreis repräsentiert der DFB und seine Spieler. Sie und auch hier der Autor nehmen das ganze zu wichtig. Es ist eine von vielen Gelddruckmaschinen, hat weder etwas mit Sport noch mit normalen Bürgern zu tun oder gemein. Also immer schön die Kirche im Dorf lassen.

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loboloco 09.07.2018, 14:59
101. Schwarzer Peter

Das Ösil der Schuldige am frühen Aus der deutschen Nationalmannschaft sei wurde und wird doch eher herbei geschrieben. Ich persönlich habe z.B. Bierhofs Äußerungen mitnichten in diese Richtung verstanden wie später in einem Kommentar in SPON behauptet. . . und so verselbstständigt sich das dann, man muss es nur oft genug wiederholen, dann wird’s schon wahr. Jämmerlich.

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Schindelaar 09.07.2018, 14:59
102. Staatsbürger

Die am meisten beunruhigende Frage zu diesem Thema ist komischerweise immer noch nicht gestellt worden: Müssen Staatsbürger der Bundesrepublik Deutschland sich inzwischen dafür rechtfertigen, wenn sie Kontakte zu Staatschefs von befreundeten Ländern pflegen? Unter was fällt das dann? Landesverrat? Oder haben wir inzwischen ein Gesetz zur Reinheit der Gesinnung, von dem ich noch nie was gehört habe? Özil und Gündogan sind Staatsbürger der Bundesrepublik Deutschland. Wenn sie sich hier für irgendetwas rechtfertigen müssen, dann haben wir ein ganz anderes Problem in unserem Land und sollten lieber anfangen uns darüber Gedanken zu machen.

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chaosimall 09.07.2018, 15:00
103. Der DFB

hat versagt. Zunächst vor der WM, als es darum ging für demokratische und rechtsstaatliche Standarts einzutreten. Hier hätte eine Läsung mit Özil und Gündogan gefunden werden müssen. Und nach der WM als es darum ging sich schützend vor Özil zu stellen.
Bierhoff mag ein guter Organisator sein, er ist aber vor allem ein konturenloser Karrierist. Der Verteidigungs- und Erklärungsartikel gestern auf SPON zu Bierhoff hat mich sehr befremdet. Auch Herr Grindel versucht nur die eigene Haut zu retten. Ich halte es für perfide, und den Integrationsgedanken als heuchlerisch scheinen lassend, von Bierhoff und Grindel, die politische Dimension des Themas aufzumachen, sie unbebeantwortet zu lassen, um dann den schwarzen Peter mit Verweis auf die sportliche Dimension Löw zuzuschieben. Wer solche Freunde hat ...

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_unwissender 09.07.2018, 15:00
104. Genau, ganz einfach!

Zitat von antelatis
Wer Wahlwerbung für einen Autokraten macht, der es mit den Menschenrechten nicht so genau nimmt, der hat in einem Team, dass demokratische Werte und Ansichten vertritt, nichts zu suchen!
Ich finde, man sollte die Stammbäume der Spieler durchschauen.
Außerdem wäre ein Vorsingen der Nationalhymne wichtig.
Wenn dann noch die Gesinnung stimmt, wird ein Spieler zum Sichtungslehrgang eingeladen.
Und am Ende freut Fußballdeutschland, wenn die "MANNSCHAFT" ein Spiel gegen Fidschis oder Färöer gewinnen kann.
Ja, man muss einfach nur die Ansprüche anpassen!

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Nelkenghetto 09.07.2018, 15:00
105. wieso?

fragt der Spiegel jetzt hier allen ernstes ob sich Nachwuchsspieler aus Einwanderungsfamilien der Nationalmannschaft überhaupt noch anschliessen wollen nach dem Fall Özil?
Das Problem liegt doch ganz woanders. Özil hat falsch reagiert, der DFB darauf lange garnicht und dann auch noch falsch. Löw schiebt es immer weiter raus.
Format c: beim DFB ist die einzige logische Lösung. Sonst bleibt immer ein fader Beigeschmack

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misterknowitall2 09.07.2018, 15:00
106. Nein

Zitat von antelatis
Um so schlimmer, dass ein Deutscher (denn das ist Özil ja) so was schon wieder macht...
damit wollt ich sagen, dass niemand davor gefeit ist, eine Dummheit zu machen. Selbst wir Deutschen nicht.

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rennflosse 09.07.2018, 15:01
107. Land aus dem Urlaub

In einer Berliner Tageszeitung war die Aussage von Özils Vater zu lesen, er habe sich für die deutsche statt der türkischen Nationalmannschaft entschieden, weil er dieses Land nur aus dem Urlaub kennt.
Gerade vor dem Hintergrund ist das Posieren mit Erdogan umso weniger verständlich.

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CancunMM 09.07.2018, 15:01
108.

Zitat von nixkapital
Ein demokratischer Wert ist z.B. die Meinungsfreiheit. Wenn Özil Sympathien für Erdogan hegt und er das äußert, ist das sein gutes Recht. Meinungsfreiheit darf nicht nur dann gelten, wenn uns die Meinung passt. Da er noch nicht einmal ein DFB Shirt an Erdogan weitergereicht hat, verstehe ich die Aufregung nicht. Das Ganze ist doch total hysterisch.
Kann er ja, er wird ja nicht dafür ins Gefängnis gesteckt, aber genauso hat man dann das Recht ihn nicht mehr für die NM zu nominieren.
Und tausende eingesperrter Journalisten und Staatsbediensteter halten Sie also für hysterisch ? Respekt !

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Inspektor 09.07.2018, 15:01
109. Kein Migrationsthema

Ich teile die Auffassung nicht. Die Causa Ozil/Gündogan ist kein "Migrationsthema", sondern ausschließlich eine Frage der Werte der Nationalmannschaft bzw. des DfB. Hätten sich ein Hummels und ein Werner vor den Wahlkampfkarren bspw. eines Herrn Putin spannen lassen, inklusive Trikots mit persönlicher Widmung, hätte ich damit ein ebenso großes Problem. Es geht gerade nicht um die Frage eines persönlichen oder familiären "Hintergrunds", sondern darum, wie ich mich als Person des öffentlichen Lebens und Repräsentant Deutschlands zu Machthabern positioniere, die für unser Gemeinwesen elementare Grundwerte wie Meinungs- und Pressefreiheit mit Füßen treten. Und ja - nicht zu vergessen - es geht am Ende auch und gerade um eine sportliche Entscheidung. Wir sind ja immer noch beim Fußball. Und auch hier darf der persönliche "Hintergrund" keine Rolle spielen, sondern nur die nüchterne Frage: Gibt es (zwischenzeitlich) wirklich keinen besseren auf der Position? Denn wenn in der Debatte irgendetwas unumstritten sein dürfte: Die sportlichen Auftritt unserer Weltmeister in Russland waren unter aller Kanone. Hintergrund hin oder her. Auch das gilt nicht nur für Özil, sondern auch für Gomez, Khedira, Neuer und andere.

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