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DFB zur Causa Özil: Es geht um uns
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Reinhard Grindel hat Nationalspieler Mesut Özil kritisiert. Was der DFB-Präsident verkennt: In der Debatte geht es um weit mehr als Sport - es geht um die Frage, welche Menschen Deutschland repräsentieren.

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charlybird 09.07.2018, 14:25
40. Es scheint,

dass hier offenbar durchaus gebildete Menschen nicht verständig und mutig mit einem Thema umgehen konnten, dass deswegen nicht nur gröbste Verunsicherung im eigenen Stall verursacht hat, sondern dadurch erst recht die ganze Palette von Missverständnissen bis hin zu rassistischen Beleidigungen befeuert hat.
Dass jetzt das sportliche Desaster mehr oder weniger auf Özil, der sich fraglos etwas dumm verhält, abgeladen wird, ist dabei billig und hilflos.
Auch wenn jetzt der Konjunktiv nicht mehr weiterhilft, man hätte die beiden nicht mit zur WM nehmen sollen.
Es wäre in vielerlei Hinsicht auch ein Statement dessen gewesen, wovon man immer so pathetisch herumschwurbelt.

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Markus Frei 09.07.2018, 14:25
41. Peinlich

Also was Grindel, Bierhoff und auch Löw da abliefern ist schon mehr als peinlich. Natürlich waren die Fotos mit Erdogan eine absolut dämliche Nummer, das dürfte mittlerweile auch Özil wissen. Aber den nun als Sündenbock für die blamable Vorstellung der deutschen Mannschaft, des Trainerstabes und des DFB zu präsentieren ist sehr höflich ausgedrückt ziemlich lächerlich. Aber für den DFB natürlich sehr praktisch. Özil mag ein begnadeter Fussballer sein, aber er ist sicher nicht der hellste Stern am Intellektuellenhimmel, man kann getrost davon ausgehen das er keinen blassen Schimmer hatte was er da tut, übrigens sieht das bei Herrn Gündogan anders aus, der wusste genau was er tut. Und das Herr Özil keine großen Interviews gibt, das ist nun wirklich keine Überraschung, dazu muß man einfach mal die paar gegebenen Interviews von Ihm ansehen (ein paar wenige gibt es), neben seiner Unsicherheit und wohl auch Schüchternheit sind seine rhetorischen Fähigkeiten nicht gerade überragend.

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kniggebein 09.07.2018, 14:27
42. Überinterpretation

Ja, die Aktion von Özil und Gündogan war nicht eben pfiffig. Und ja, dies hätte VOR der WM besser aufgearbeitet werden sollen. Und nochmal ja, dies NACH der WM zu tun, war überflüssig. Aber woher kommt eigentlich die Unterstellung, Bierhoff hätte hiermit Özil für das sportliche Abschneiden verantwortlich gemacht? Er hat eher eingestanden, SELBST einen Fehler gemacht zu haben: entweder man hätte das Thema öffentlich vollständig aufgearbeitet (ggf. einschl. Klarstellung durch Özil) oder auf Özil verzichtet. Dass dies unterblieben ist, hat möglicherweise zusätzliche Unruhe in einen sowieso offensichtlich nicht vollständig stabile Nationalmannschaft gebracht. Aber diese Entscheidung ist von Grindel, Löw und Bierhoff getroffen worden - und daher müssen sie die Verantwortung dafür auch tragen. Bierhoff hat das m.E. auch so gemeint, Grindel eher nicht. Und Özils Verhalten kann man kritisieren (tue ich auch), aber sportlich verantwortlich ist er dadurch nicht mehr als seine Mannschaftskollegen.

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astaubach 09.07.2018, 14:28
43. Geht nicht um Nationalität

Ich denke, dass es hier nicht mehr um das eigentliche Thema geht. Es hätte auch ein Mittelfinger, eine Fanbeschinmpfung oder eine provozierende Aussage sein können. Die Mannschaft / der DFB / die deutschen Fußballfans haben verloren. Was jetzt von Seiten des DFB kommt, ist nur die Offenlegung des schlechten Charakters einiger Angestellter. Wäre ich Özil, würde ich bekannt geben, dass es die Funktionäre nicht verdient haben, dass er sich in der Nationalmannschaft seinen Allerwertesten für sie aufreißt. Özil hat sich verhalten wie 65% aller Deutsch-Türken. Er ist kein Politiker, kein Diplomat, sondern nur ein "einfacher" Fußballspieler. Eigentlich ist es das Thema nicht wert, so lange aufgewärmt zu werden, liebe Medien.

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peterw 09.07.2018, 14:28
44. Falsche Kritik des dfb

Özil hat eine Dummheit begangen, sei es aus Höflichkeit oder aus Naivität. Verziehen. Gündogan hat sich ganz anders aus dem Fenster gelehnt. Kann Herr Grindel nicht mehr differenziert sehen? Was soll das, nun auf Özil zu dreschen? Das ist doch alles nur noch desolat, was der dfb äußert und nicht äußert.

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killy 09.07.2018, 14:29
45. Zweierlei Maß

Es ist mit der Causa Özil nicht so einfach, wie es das tölpelhafte Verhalten des DFB vermuten lässt. Während der geschätzte Kollege Ahrens keine Gelegenheit auslässt, im Kontext zu Russland alles Positive in Relation zu Putins finsterer Herrschaft zu stellen, wird bei Özil gänzlich verschwiegen, dass sich ein volljähriger und somit vorgeblich mündiger deutscher Multimillionär ohne Not einem Diktator an en Hals geschmissen hat. Was er damit an Flurschäden für die Integration angerichtet hat, ist noch gar nicht abzusehen. Sein stur-dämliches Schweigen gar nicht eingerechnet. Das Integrationsproblem heißt Özil.

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spiegelneuronen 09.07.2018, 14:29
46. Özil soll das Opferlamm des DFB werden

Ein Foto einer Trikotübergabe von zwei deutschen Nationalspielern an einen türkischen Präsidenten Erdogan und der Widmung "Für meinen Präsidenten", das ist keine sportliche Kategorie sondern ein politisches Statement.
Die Pfiffe des deutschen Publikums gab es, bevor Özil und Gündogan den ersten Pass bei der WM gespielt hatten. Das sportliche Ergebnis kommt lediglich dazu - als Sahnehäubchen.
Ein türkischer Präsident, der Deutsche mal schnell im 21. Jahrhundert rundum als "Nazis" bezeichnet und "Assimilation" als Schande verurteilt ist für 2 Spieler der DFB-Nationalmannschaft "mein Präsident".

Und dazu erklärt dann DFB-Manager Bierhoff: "Jetzt muss es mal gut sein." oder Löw, der einfach nur vielsagend schweigt.
Mögen Özil und Gündogan ihre Millionen im türkischen Sand verbauen oder mehren. Als Vorbilder haben sie sich disqualifiziert und das DFB-Krisenmanagement und dessen Kommunikation sind ebenso unterdurchschnittlich wie die sportliche Leistung auf und abseits des Fußball-Feldes.

Özil wird mit Recht kritisiert, ihn aber als DFB-Opfer zur medialen Schlachbank zu führen, ist billig und stillos vom DFB und allen Verantwortlichen.

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uns 09.07.2018, 14:29
47. Hier geht es nicht um uns...oder mich....

Hier geht es um einen Spieler, der ganz gut kicken, dieses aber leider nur sehr selten zeigen kann. Ein Spieler der sich mit dem höchstunerfreulichen türkischen Präsidenten mitten im Wahlkampf ablichten lässt und mutmaßlich zu recht nichts dazu sagt. Was soll er auch sagen? Die Bilder sprechen für sich.
Das hat alles nichts mit uns zu tun. Es spielt keine Rolle ob er ein Migrationshintergrund hat. Es ist ein überbezahlter junger Mann, der andere Probleme hat, als sich mit der Menschenrechtssituation in der Türkei auseinanderzusetzen oder mit all den anderen Ungerechtigkeiten in dieser Welt.
Das er durch sein Verhalten, aller Beteiligten des DFB und der Nationalmannschaft den rechten Dumpfbacken reichlich Munition liefert macht es nur noch schlimmer.
Nein, das hat alles nichts mit mir zu tun. Wen auch immer die Redaktion mit „uns“ meint...........

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dfh 09.07.2018, 14:30
48.

Das Bild und die Bekenntnis zu einem Autokraten ist das eine. Das andere ist, dass sowohl Özil und Khedira die WM- Teilnahme ausschließlich der Löwschen Seilschaft und Inkompetenz zu verdanken haben

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misterknowitall2 09.07.2018, 14:31
49. Es geht beim Fußball nicht um repräsentieren

Das sollen andere tun. Soldaten, Politiker, Beamte....wer auch immer, aber doch nicht die Fußballer der Nationalmannschaft. Die sollen vornehmlich erfolgreich Fußball spielen. Nur dann kann die Nationalmannschaft auch das darstellen, was man von ihr erwartet. Ist die Nationalmannschaft erfolgreich, gibt es auch keine Diskussion. Man kann es sehen sie man will, man legt keinen Eid ab, wenn man für Deutschland spielt und nach wie vor dürfen die Fußballer eine eigene Meinung haben und auch Autokraten gut finden. Gut, sie müssen dann mit dem Unmut der Deutschen rechnen, Pfeifkonzerten etc. aber auch Fußballer haben ein Recht auf eine eigene Meinung.

Jetzt aber alle Schuld bei Özil zu suchen ist unwürdig und mehr ein Ausdruck, dass man nicht wahrhaben will, was da falsch gelaufen ist. Führungsspieler, die sich gegenseitig beschuldigen, aber alle nicht besonders gut waren, Neulinge, die sich hinter den Etablierten verstecken, Trainer und Offizielle, die mit einer gewissen Arroganz angetreten sind und nun das Scheitern nicht akzeptieren wollen, eine Mannschaft, die ein Luxustraumressort braucht, um die richtige Atmosphäre für eine WM aufzubauen, der Erkenntnis das der erfolgreiche Fußball der letzte Jahre durchschaut ist und man keine Alternative zum Ballbesitzfußball parat hatte. Und man hatte kein Mittel gegen defensive Mannschaften. Und das ist wirklich ärgerlich, denn das war planbar.

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