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DFB zur Causa Özil: Es geht um uns
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Reinhard Grindel hat Nationalspieler Mesut Özil kritisiert. Was der DFB-Präsident verkennt: In der Debatte geht es um weit mehr als Sport - es geht um die Frage, welche Menschen Deutschland repräsentieren.

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spon_4_me 09.07.2018, 14:31
50. Es geht

um uns. Aber nicht so, wie Herr Ahrens meint. "Uns" - wenn man so verallgemeinern darf - ist glaube ich ziemlich egal, wo einer herkommt. Nur: Erfolg muss er haben. Hätte Özil eine Mega-WM gespielt, hätte Gündogan die Leistung gezeigt, die er bei Manchester City regelmäßig abruft: Alles wäre vergessen und vergeben. Aber "wir" mögen eben nicht verlieren. Ob es das falsche Essen, der Streit zwischen Dortmund und Bayern, die Anfeindungen gegen Herrn Boateng (wie weiland Gauland), die Pfiffe gegen Özil, das schlecht gewählte Quartier oder die zu kurze Akklimatisierung sind: Das sind alles nur behelfsmäßige Pflaster, um die Wunde des Scheiterns zu verdecken..

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hooge789 09.07.2018, 14:31
51. Die Besten sollen spielen.

Und da gehörte Özil in der Vergangenheit immer locker dazu. Er ist Deutscher also kann er für Deutschland spielen. So sollte es auch weiter für alle Spieler gelten und das wird auch so kommen.
Özil hat mit dem Erdogan Foto sicher einen Fehler begangen. Der DFB hat sich entschieden den Vorfall herunter zu spielen und es hat ein abschliessendes Gespräch mit Grindel, Bierhoff, Löw, Özil und Gündogan gegeben. Wäre Deutschland wie erwartet ins Achtelfinale eingezogen würde jetzt niemand mehr von Özil eine Stellungnahme erwarten. Aber, da wir ausgeschieden sind, braucht der DFB jetzt natürlich ein Ablenkungsmanöver, um von den wahren Problemen abzulenken und die eigenen Posten zu sichern. Die Herren sollten Özil nicht zu sehr ins Eck drängen, denn neben der Erdogan Affäre könnte Özil ja auch mal über das WM Trainingslager berichten. Ich bin nicht sicher, ob den DFB Leuten damit gedient ist, wenn da mal ein paar Interna durchsickern. Denn in der Vorbereitung sind sicherlich eklatante Fehler passiert.

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regula2 09.07.2018, 14:32
52. Die bittere Wahrheit

Wir werden (nicht nur, aber auch nicht zuletzt) von den Herren Grindel, Ötzil, Bierhoff, u.ä. Gündogan repräsentiert.
Schlimmer wäre es allerdings, wenn wir von Figuren wie Erdogan repräsentiert würden.

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misterknowitall2 09.07.2018, 14:32
53. Vorsicht

Zitat von sonnemond
Menschen, die einem üblen Diktator Wahlkampfhilfe leisten und diesen als "Ihren Präsidenten" bezeichnen? Niemals sollten solche Menschen Deutschland präsentieren.
das ist auch guten Deutschen schon passiert, millionenfach.

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familylawyer 09.07.2018, 14:33
54. Özils Höflichkeit

Der Vater von Özil hat vermutlich die richtige Einschätzung gehabt, als er mitteilte, dass Özil einfach zu höflich war, um den Wunsch des amtierenden türkischen Ministerpräsidenten Erdogan nach einem gemeinsamen Auftritt abzulehnen. Der gemeinsame Auftritt war keine politische Aussage, sondern eine vielen Deutschen anscheinend verloren gegangene Höflichkeit eines deutschen Fußballers mit türkischen Wurzeln. Dieses Fotoshooting war von Anfang an politisch völlig überhöht worden und wird jetzt auch noch dazu missbraucht, ein Bauernopfer für den fehlenden Teamspirit bei der Deutschen Nationalmannschaft zu finden. Diesen Teamspirit hätte aber der Bundestrainer durch Auswahl und Motivation aufbauen müssen, so wie Klinsmann im Jahr 2006. Özil ist (lediglich) ein leicht introvertierter Ballkünstler. Nicht mehr und nicht weniger. Er ist aber kein extrovertierter Politiker oder Marketingmann, der all seine (auch nonverbalen) Aussagen kalkuliert und kontrolliert. Klar ist es schade, dass er bei der Nationalhymne den Mund nicht richtig aufkriegt. Trotzdem eine völlig verkorksten Debatte zur Rettung der DFB-Granden.

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mbb209 09.07.2018, 14:35
55. Grindel

und auch Bierhoff sind Feiglinge, die zum Thema Erdogate erst nach der völlig verkorksten WM aus der Deckung kommen. So etwas nennt man nachtreten, um mal in der Fußballersprache zu bleiben. Wenn Deutschland bis ins Halbfinale gekommen wäre, wäre das Thema unter den Teppich gekehrt worden. Selbstverständlich hätte man das ganze von Seiten des DFB offiziell unmittelbar nach der Veröffentlichung der Fotos thematisieren müssen, und die Frage, die man schon damals zu Recht hätte stellen müssen, lautete, ob die beiden Herren Özil und Gündogan noch Teil des WM - Kaders hätten sein dürfen. Beide sind Deutsche, repräsentieren Deutschland als Sportler international und haben - ob sie es wollen oder nicht - Vorbildfunktion und Ausstrahlungswirkung auch und gerade für in Deutschland lebende Türken sowie für Deutsche mit türkischen Wurzeln. Seit wann machen deutsche Nationalspieler Wahlwerbung bzw. Wahlkampf für einen ausländischen Präsidentschaftskandidaten ? Özil schweigt, aber Gündogans gefühlige Erklärung zu seinen türkischen Wurzeln und seiner Liebe zur Türkei (beides sei ihm unbenommen) ist das eigentliche Problem. Seit wann gilt denn die Gleichung: Erdogan = Türkei ? Ein Grund mehr, warum es ist unfair ist, sich jetzt nachträglich allein auf Özil einzuschießen.

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zetaf 09.07.2018, 14:36
56. Signal an Kinder mit Migrationshintergrund

Wenn wir die sportlichen Aspekte mal aussen vor lassen dann war das was Özil und Gündogan gemacht haben natürlich auch ein Signal an die Jugendlichen mit Migrationshintergrund: Wir sind Türken, unser Präsident sitzt in Ankara nicht in Berlin. Sorum wird ein Schuh draus. Die Kritik des DFB 100 Prozent berechtigt. Wenn Integration dann bitte mit dem richtigen Signal und nicht nur einseitig. Wir Deutschen sind immer Schuld wenn Integration nicht funktioniert. Aber solche Signale von Özil und Gündogan sind eben kontraproduktiv. Für Deutschland , nur wenns mehr Geld bringt, ansonsten bleibe ich Türke.

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AFH 09.07.2018, 14:36
57. ..

Es ist richtig, dass es darum geht, wer Deutschland repräsentiert. Und jemand, der Erdogan unterstützt, ist keiner, der die Werte von Deutschland vertritt.

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marchh1 09.07.2018, 14:36
58. Armes Deutschland

Ich bin erschüttert über den Diskurs Özil. Es mag sein, dass Erdogan ein Autokrat ist. Sind Netanjahu oder Trump jedoch keine? Meiner Meinung nach sind Letztere viel schlimmer als Erdogan. Heißt das, dass jetzt alle Spieler, die sich mit Trump oder Netanjahu ablichten lassen, aus dem DFB verbannt?
Ich empfinde es schon als Krankhaft, dass wir Deutsche mit dem Verlieren ein extrem großes Problem haben. Sobald wir in "egal welcher Sportart" verlieren, versuchen alle nach den unmöglichsten Gründen dafür zu suchen.
Jetzt wird auf einmal Özil für alles verantwortlich gemacht!
Ich erinnere einfach an die Tennisspielerin Monica Seles, die auf einmal die Nummer1 wurde, weil sie einfach eine stärkere Spielerin war als Steffi Graf. Und was geschah dann? Ein Messerattentat!
Mein Plädoyer für Deutschland ist: Lasst uns einfach das Gewinnen und Verlieren gleichermaßen akzeptieren und Sport als Spaß ansehen und nicht zum Zwecke der Politik verunreinigen.

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Dribbelkasper 09.07.2018, 14:37
59. Heuchler

Ich finde es schon sehr spannend welcher moralische Maßstab an einen Fußballspieler der Nationalmannschaft gestellt wird. Wenn ich dies mit Funktionären und gewählten Volksvertretern vergleiche sind die echt arm dran.
Warum entsendet der DFB denn überhaupt eine Mannschaft in ein Land dessen Umgang mit der Presse und Minderheiten änlich repressiv ist wie die Türkei? Geld nehmen für Rüstungsexporte, indirekte Wahlkampfhilfe durch Frau Merkel oder die Millionen von deutschen Touristen, das alles wird mehr oder weniger hingenommen aber ein Fußballer soll jetzt für ein Foto gekreuzigt werden? Die jetzigen Äußerungen von Grindel und Bierhoff sind einfach nur schäbig. Es gab Zeiten da sind Minister zurückgetreten wenn deren Staatssekrätere Mist gebaut haben. Heute treten die Leute ja nichtmal mehr ab wenn sie selber den Bock geschossen haben.
Grindel, Bierhoff und Löw sollten nach dieser katastrophalen WM und ihrem dilettantischem Verhalten bezüglich "Erdogate" den Anstand besitzen und zurücktreten.

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