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DFB zur Causa Özil: Es geht um uns
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Reinhard Grindel hat Nationalspieler Mesut Özil kritisiert. Was der DFB-Präsident verkennt: In der Debatte geht es um weit mehr als Sport - es geht um die Frage, welche Menschen Deutschland repräsentieren.

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stefan7777 09.07.2018, 14:44
70. Seine Wurzeln verleugnen?

Mesut Özil hat türkische Wurzeln, das ist doch nichts was man verleugnen muß. Dazu kann man auch stehen, warum solle er das verleugnen indem er sozusagen die "Seiten wechselt"? Hallo, die Welt ist zu klein, die Vielfalt zu groß als dass wir uns dauernd um künstliche politische Grenzen kümmern sollten. Das ist als wenn ein Bayer für den HSV spielt und plötzlich Bayern verleugnen soll. Oder der Franke Bayern oder der Oberfranke Schwaben...

Er wußte von der fatalen Wirkung, die dieser Auftritt hervorrufen würde. Das war nicht klug und wird seiner Rolle als Nationalspieler zu diesem Zeitpunkt nicht gerecht. Er hätte den gemeinsamen unterstützenden Auftritt absagen müssen. Er hätte mit einer Absage einen Kompromiß suchen müssen zwischen den beiden beiden Rollen die er nun mal belegt.
Für Mesut Özil ist es eventuell eine Hilfe sich vorzustellen, wie Brasilien oder US-Amerika oder Italien oder Polen über eine solche politische Aussage im WM Vorfeld geurteilt hätten?
Als zweistaatler lebt Mesut Özil aber nun mal in einem Spannungsfeld und muß klug damit umgehen. Als einen groben oder gar unverzeihlichen Fehler kann man den Auftritt aber nicht bezeichnen.

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nell2 09.07.2018, 14:45
71. Bezieht endlich Stellung

Im Fußball wird immer wieder darüber geredet, dass Spieler Vorbilder sind - manchmal sogar Helden. Und mal ganz ehrlich, wen würde das nicht schmeicheln. Doch was dabei oft vergessen wird, ist welche Verantwortung damit einher geht. Der DFB und ihr Migrationsbeauftragter sollten lernen, das Nationalspieler mehr sind als nur Sportler und zwar ständig – nicht nur wenn es einem in der Kram passt. Spieler sollten darauf vorbereiten und dabei unterstützen, ihre Verantwortung zu tragen. Özil und Gündogan haben einen großen Fehler gemacht. Als Vertreter einer demokratischen und freiheitlich denkenden Gesellschaft hätten sie Erdogan klar eine Absage erteilen müssen. Mit der Situation waren sie aber überfordert. Dass es Erdogan selbst egal ist, was mit ihnen ist und er nur auf seine Vorteile bedacht ist, hätte man ihnen vielleicht mal sagen sollen. Dass Erdogan die Freiheit und Demokratie in der Türkei abschafft, müssten sie aber auch selbst verstehen. Daher tragen sie schon auch eine eigene Verantwortung, wenn sie sich auf einem "Erdogan mein Präsident" Foto mit ihm ablichten lassen. Hierzu sollten sie endlich klar Stellung beziehen und nicht nur Schweigen. Das wurde nämlich vollkommen versäumt, auch oder grade beim DFB. Da können sich weder Löw noch Grindel oder auch Bierhoff aus der Affäre ziehen. Ihr seit alle verantwortlich und es ist armselig, wie jetzt die Schuld hin und her geschoben wird. Ihr hättet euch mit Özil und Gündogan hinstellen müssen, ein klares Statement zur Freiheit und Demokratie geben müssen und Erdogan's vorgehen verurteilen sollen. Dazu ist es auch nie zu spät aber es scheint euch der Mut zu fehlen. Wer das aber nicht kann, hat in unserer Nationalmannschaft nichts zu suchen, ihr Helden!

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jfpublic 09.07.2018, 14:45
72. Dann aber konsequent

... gegen jedes Land wo uns was nicht passt: USA, wegen Todesstrafe; China wegen Menschenrechten; Ungarn wegen Orban und Schweiz wegen den ungezogenen Albanern in ihren Reihen. Özil kann machen was er will ... Frau Merkel trifft ja auch Donald Trump.

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Tokyo Sexwale 09.07.2018, 14:45
73. Özil muss gehen

Früher genügte Effenberg ein Stinkefinger um aus der Mannschaft geworfen zu werden. Heutzutage dürfen „Nationalspieler“ offen ihre Sympathie zu Autokraten und Deutschlandhassern zeigen ohne das dies Folgen hat. Daher können beide Spieler nicht mehr in der DFB-Auswahl bleiben. Bis dahin sollten Deutschlandspiele boykottiert werden.

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MarkusW77 09.07.2018, 14:45
74.

Zitat von familylawyer
Der Vater von Özil hat vermutlich die richtige Einschätzung gehabt, als er mitteilte, dass Özil einfach zu höflich war, um den Wunsch des amtierenden türkischen Ministerpräsidenten Erdogan nach einem gemeinsamen Auftritt abzulehnen. Der gemeinsame Auftritt war keine politische Aussage, sondern eine vielen Deutschen anscheinend verloren gegangene ......
hm, mal kurz überlegen ob das die 77000 inhaftierten Oppositionellen auch so sehen. Ein wenig Höflichkeit ist doch angebracht, muss man doch verstehen.
Auch damals diese lästigen Scholl Geschwister! Einfach so gegen die Regierung sein- war schon unhöflich!

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Outdated 09.07.2018, 14:45
75. Die Özil Debatte ist wieder so ein klassisches Ablenkungsmanöver

Die allermeisten interessiert das sportliche Versagen der Manschaft als ganzes, aber anstatt das ehrlich zu diskutieren und die normalen Konsquenzen zu ziehen ( das entlassen der Verantwortlichen)
Wird lieber über Özil geredet. Warum? weil es die berechtigte Kritik sofort in die Schmuddelecke schiebt.
Glückwunsch, das ist der beuqeme Antidiskussionstrick der BRD und wie jeder Trick verliert er jedesmal einmal mehr an Wirkung.

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Maltese 09.07.2018, 14:46
76. Schmierentheater

Die Grindels und Bierhoffs wissen genau wie der Medienzirkus heute funktioniert, während Fussballdeutschland auf Konsequenzen aus dem desaströsen Scheitern wartet, zieht man das Thema Özil wieder hoch und schon tritt Aufarbeitung und Verantwortung in den Hintergrund. Das ist unterste Schublade. Es ist traurig, ich habe mich immer auf die Spiele unserer N11 gefreut, aber das aktuelle Trio aus aalglattem Marketingfuzzi, blubbernden Berufspolitiker und mittelmässigem Bundesligatrainer schaffen es noch, mit den Spass zu nehmen.

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mostly_harmless 09.07.2018, 14:47
77.

Es braucht einen Sündenbock, um das Versagen fast aller Beteiligten bei der WM jemandem in die Schuhe zu schieben. Und dafür eignet sich Özil super.
Fakt: Bei den letzten 6 Testspielen vor der WM spielte die Nationalmannschaft richtig schlecht. Gewonnen wurde davon nur eins. Alle Beteiligten redeten sich mit dem Stereotyp "Turniermannschaft" heraus.
Offenkundig gibt es in der Mannschaft ein Problem, möglicherweise (siehe das Ausscheiden der jeweils letzten Weltmeister 2010 und 2014) ein psychologisches. Nichts davon wirde erkannt, nichts davon wurde behoben. Ein Konzept gegen das "aus dem Spiel nehmen" von Tony Kroos (was ja nicht soooo exotisch ist) gab es nicht. Taktische Varianten ebensowenig etc. pp.
Da hat eigentlich jeder, wirklich JEDER genug damit zu tun, sich an die eigene Nase zu fassen. Aber es ist ja bequemer, auf Özil zu zeigen.

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Analog 09.07.2018, 14:48
78. Wenn ich das richtig verstehe,

dann hat Özil zwei Präsidenten, da er zwei Pässe hat. Mit dem einen darf er sich nicht zeigen, weil der ist Bäh ...
Das hatte der einfach gestrickte Fußballspieler nicht bedacht und wird jetzt zum Buhmann gemacht.
Mit tut der Kerl leid.

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marialeidenberg 09.07.2018, 14:50
79. Sofort nach dem 'Vorfall' volle Kelle mit der Begründung

dass der Sport soweit als möglich unpolitisch zu sein hat. Dass die Kanzlerin sich bei wichtigen Spielen in der Mannschaftskabine gezeigt hat mag stilistisch bedenklich sein, fällt aber unter Fan-Verhalten.

Es wäre wichtig zu erfahren, von wem die Initiative zu dem ominösen Fototermin ausgegangen ist. Von dem Spielern? Vom türkischen Präsidialamt? Den Spielerberatern? Den Familien in der Türkei? Mit der Antwort lässt sich auch jetzt noch einiges klarstellen und endgültig bereinigen.

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