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Die Farce-Rundfahrt - ist die Tour de France jetzt tot?

Großes Tour-Fiasko: Dopingfälle in Serie, Teams ziehen sich zurück, der Sieger ist umstritten. Ist die Tour noch zu retten?

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zappamagma 29.07.2007, 16:41
20.

Zitat von Nesselländer
Und dann lehnt man sich zurück und denkt sich: Man, früher war alles besser.
Weil da noch nach Herzenslust gedopt werden konnte?

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alpenjonny 29.07.2007, 17:57
21. Die TDF wie bisher, ist tatsächlich tot!

Soeben vernehme ich am Schweizer Radio DRS dass die Tour in ihrer bisherigen Art nicht mehr gefahren werden soll!

Die Tour-Leitung sieht offenbar ein, dass der Gewaltsmarathon über 3000 Km, drei Wochen lang, über himmelhohe Pässe so nicht mehr gefahren kann.

Ohne die Hilfe der Chemie hält das kein noch so gesunder, voll durchtrainierter männlicher Körper mehr aus! Was zuviel ist, ist zuviel. Es wurde im Verlaufe der Jahrzehnte immer mehr mit Doping geschafft, bis endlich die Eiterbeule 2007 platzte.

Kürzere Etappen, mehr Ruhetage und vor allem drakonische Strafen muss in Zukunft jede Landessrundfahrt als ständiger Begleiter im Hintergrund begleiten. Wer erwischt wird, muss sosfort heim- zusammen mit dem KOMPLETTEN Team! Entscheidend werden die unangemeldeten Doping-Kontrollen im Training sein, ganz klar! Faule Ausreden, wie diejenige von Rasmussen, dass sein Handy sich "in einem Loch" befand und er deshalb nicht erreicht werden konnte, müssen als Dopingversuch geandet werden, auch wenn der klare Beweis fehlt. Komisch, dass der Typ Mexiko und Spanien verwechselte, diese beiden Länder liegen nach meinem Wissen doch ziemlich weit auseinander, durch den Atlantik getrennt.

Die bisherige Sperre von zwei Jahre ist völlig ungenügend und schreckt Unverbesserliche zu wenig ab. Eher 4 - 5 Jahre,
wären sinnvoll und damit könnte dann ein erwischten Doper das Rennrad getrost an den berühmten Nagel hängen.

So oder so, die Doperei in dieser sehr harten Sportart schadete enorm! Viele Sponsoren sprangen ab, weitere werden noch folgen. Vermutlich muss der Radsport die nächsten Jahre durch ein tiefes Jammertal fahren.

Die UCI, das ist der Zusammenschluss aller Radfahrverbände der Welt, machte in der Vergangenehit viel zu wenig, um den Augiasstall radikal auszumisten. Der Fisch beginnt am Kopf zu stinken, in diesem Fall ist es eindeutig Spanien, das die rote Laterne der Doper im Radsport leuchtend voranträgt. Die WADA übernahm deren Part und hat drastische Schritte beschlossen, denen sich kein einziges Mitglied mehr enziehen kann!

Der wahrscheidliche Sieger der TDF 2007 - Contador trägt auch ein mit Jauche verspritztes Trikot, von Dottore Fuentes höchstpersönlich beraten. Da mag der junge Spanier noch so unschuldig in die Kameras stammeln- er ist der TDF als Sieger genau unwürdig wie seine Betrüger-Vorgänger Landis, Armstrong, Ulrich, Indurain & Co.

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Populist 29.07.2007, 19:21
22.

finde ich nur, wie mit Fahrern wie z.B. Jan Ullrich, dem nichts, aber auch gar nichts nachgewiesen wurde, umgegangen wird.
Hyänen wie der arrogante Herr Franke, viele Medienvertreter und das hässliche Gesicht des Radsports, S.Schenk, haben evtl. mehr zerstört als die gedopten Fahrer.
Zwei Fragen stellen sich:
Kann es wirklich sein, dass so Fahrer wie Winokurow so offensichtlich vor aller Augen betrügen?
Was ist mit dem vermutlichen Oberdoper L.Armstrong?
Gegen ihn sind alles andere kleine Fische, aber NIEMAND spricht über IHN.
DAS ist der eigentliche Skandal.

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Andree Barthel 29.07.2007, 19:34
23.

Zitat von alpenjonny
Soeben vernehme ich am Schweizer Radio DRS dass die Tour in ihrer bisherigen Art nicht mehr gefahren werden soll! Die Tour-Leitung sieht offenbar ein, dass der Gewaltsmarathon über 3000 Km, drei Wochen lang, über himmelhohe Pässe so nicht mehr gefahren kann. Ohne die Hilfe der Chemie hält das kein noch so gesunder, voll durchtrainierter männlicher Körper mehr aus! Was zuviel ist, ist zuviel. Es wurde im Verlaufe der Jahrzehnte immer mehr mit Doping geschafft, bis endlich die Eiterbeule 2007 platzte. Kürzere Etappen, mehr Ruhetage und vor allem drakonische Strafen muss in Zukunft jede Landessrundfahrt als ständiger Begleiter im Hintergrund begleiten. Wer erwischt wird, muss sosfort heim- zusammen mit dem KOMPLETTEN Team! Entscheidend werden die unangemeldeten Doping-Kontrollen im Training sein, ganz klar! Faule Ausreden, wie diejenige von Rasmussen, dass sein Handy sich "in einem Loch" befand und er deshalb nicht erreicht werden konnte, müssen als Dopingversuch geandet werden, auch wenn der klare Beweis fehlt. Komisch, dass der Typ Mexiko und Spanien verwechselte, diese beiden Länder liegen nach meinem Wissen doch ziemlich weit auseinander, durch den Atlantik getrennt. Die bisherige Sperre von zwei Jahre ist völlig ungenügend und schreckt Unverbesserliche zu wenig ab. Eher 4 - 5 Jahre, wären sinnvoll und damit könnte dann ein erwischten Doper das Rennrad getrost an den berühmten Nagel hängen.
Mir erschließt sich nicht, warum die Medien, allen voran der “Spiegel“, eine Kampagne fahren, mit der beabsichtigt wird, jeden, der irgendwie mal was etwas mit Herrn Fuentes zu tun hatte, von vorneherein als Betrüger hinzustellen – Contador konnte in diesem Jahr nichts nachgewiesen werden, und falls sich in 10 Jahren, dank neuer Verfahren, herausstellen sollte, er habe gedopt, muss ihm eben der Toursieg aberkannt werden. Müßig, darüber zu spekulieren, warum er auf Funtes’ Liste stand. Das ist zwar ungerecht gegenüber denjenigen, deren Karrieren durch diesen Skandal abrupt beendet wurden, jedoch bringt es nichts, Fahrer, die auf irgendwelchen Listen Funtes’ standen, weiter zu verurteilen. Wären die Dopingkontrolle, wie sie jetzt gehandhabt werden, gut, wäre das unverhohlen geäußerte Misstrauen, das fast in jeder Beurteilung der Leistung Contadors zu finden ist, fehl am Platz. Mit verbesserten und schärferen Kontrollen wird sich zeigen, ob Contador an seinen Erfolg von heute noch einmal anknüpfen kann. Früher waren die Strecken doppelt so lang, die Berge mussten ohne schalten zu können erklommen werden – nein, der Länge und Streckenführung der Rundfahrt sind die Dopingfälle nicht geschuldet, vielmehr dem Leistungsdruck, der den Fahrern auferlegt wird oder den sich selbst auferlegen. Von Geldmaschine ist die Rede, dabei macht die Tour weniger Umsatz als der FC Bayern, ohne Eintritt zu nehmen. Und die Fahrer verdienen längst nicht so viel wie Fußballer, obwohl sie, um fit zu bleiben, viel mehr als die verwöhnten Superkicker tun müssen. Das Streckenprofil soll so bleiben wie es jetzt ist, denn sollten die Dopingkontrollen greifen, werden die Fahrer langsamer unterwegs, so dass die Gefahr, sich zu überanstrengen, abnimmt. Dem Zuschauer ist es auch egal, wie schnell die Fahrer unterwegs sind, er möchte nur spannenden Sport und, infolge der Aufklärungskampagne, dopingfreie Fahrer sehen.

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Phantom 29.07.2007, 19:40
24.

Zitat von Populist
finde ich nur, wie mit Fahrern wie z.B. Jan Ullrich, dem nichts, aber auch gar nichts nachgewiesen wurde, umgegangen wird. Hyänen wie der arrogante Herr Franke, viele Medienvertreter und das hässliche Gesicht des Radsports, S.Schenk, haben evtl. mehr zerstört als die gedopten Fahrer. Zwei Fragen stellen sich: Kann es wirklich sein, dass so Fahrer wie Winokurow so offensichtlich vor aller Augen betrügen? Was ist mit dem vermutlichen Oberdoper L.Armstrong? Gegen ihn sind alles andere kleine Fische, aber NIEMAND spricht über IHN. DAS ist der eigentliche Skandal.
Nur hat ein Herr Armstrong sich zumindestens während seiner aktiven Karriere nie beim Dopen erwischen lassen. Natürlich auch begünstigt zu den seinerzeit noch sehr laschen Kontrollen. Bei einem Herr Wino wurde ein Verstoss gegen die Dopingrichtlinien bei der heurigen Tour zweifellos nachgewiesen und ein Herr Ulrich war Kunde beim spanischen Dopingarzt Fuentes. Es wurden auch eine grosse Menge Eigenblut (5-6L, also sein kompletter Körperinhalt) im Giftschrank des Doctore Fuentes gefunden.
Unter diesen Umständen finde ich es etwas dreist davon zu sprechen, dass einem Herrn Ulrich nicht nachzuweisen ist.
Allerdings habe ich auch kein gutes Gefühl wenn der neue Toursieger, dessen Name auch auf der besagten Liste steht, unbelangt sein gelbes Trikot überstreifen kann und von zwei französichen Schönheiten gebusselt wird.
Meiner Meinung sollte der sonst so hyperaktive Bundesinnenminister Herr W. Schäuble das Dopen endlich unter Strafe stellen. Dann müsste sich der komplette Staatsapparat in Bewegung setzen und kriminalistisch aussgebildete Kripobeamte würden vielleicht mehr Erfolge erzielen wie die bisherigen Dopingkontrolleure.

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Umberto 29.07.2007, 20:41
25.

Zitat von sysop
Die Farce-Rundfahrt - ist die Tour de France jetzt tot? .....
Die Tour ist nicht am Ende. Sie ist gerade erst am Anfang sagt SPON-Redakteur Jörg Schallenberg.

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Nesselländer 29.07.2007, 22:15
26.

Zitat von alpenjonny
Soeben vernehme ich am Schweizer Radio DRS dass die Tour in ihrer bisherigen Art nicht mehr gefahren werden soll! Die Tour-Leitung sieht offenbar ein, dass der Gewaltsmarathon über 3000 Km, drei Wochen lang, über himmelhohe Pässe so nicht mehr gefahren kann. Ohne die Hilfe der Chemie hält das kein noch so gesunder, voll durchtrainierter männlicher Körper mehr aus! Was zuviel ist, ist zuviel.
Das ist möglich. Die Frage ist nur, ob man mit Tempo 45 den Galibier hochrast oder mit Tempo 25. Ohnehin ist der Durchschnitt bei dieser Tour zum ersten Male seit Jahren gefallen. Nur können wir auch keine Tour einführen, die aus 19 Flachetappen und einer Bergetappe besteht.

Zitat von Andree Barthel
Contador konnte in diesem Jahr nichts nachgewiesen werden.
Sein Name stand auf der Fuentes-Liste neben den Namen von Ullrich und Basso. Contador soll bitteschön erklären, wieso sein Name auf dieser Liste steht. Das hat er bisher nur unzureichend getan. Es ist egal, ob Contador etwas nachgewiesen wird oder nicht. Wir sind an einem Punkt im Radsport angelangt, ab dem die Unschuldsvermutung nicht mehr gilt. Contador muss erklären, wie er es sich erklärt, dass sein Name auf der Liste steht. Er muss uns darüber aufklären.

Zitat von Populist
Gegen ihn sind alle anderen kleine Fische, aber niemand spricht über ihn.
Ich denke an die Urinprobe aus dem Jahre 1999, in der nachträglich Spuren von EPO nachgewiesen wurden. Aber Du hast schon recht: Armstrong sollte mal auch etwas zu der Problematik sagen...

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Gastleser100 29.07.2007, 22:15
27.

Doping ist nicht in Ordnung und man muß die Fahrer und die Hintermänner hart bestrafen. Hier hat die UCI total versagt, da keine klare und durchgängige Haltung der Funktionäre. Die TdF geht ihren Weg, vielleicht ist das Lösen vom UCI der richtige Schritt. Wir werden es 2008 sehen. Ich wünsche mir und hoffe auf eine spannende Tour 2008

Viel schlimmer finde ich die Haltung der Medien. Wußte garnicht, das man soviel Schlamm aufwühlem und Haß streuen kann. Wenn über ein Dopingfall bei der TdF alle sich das Maul zerreißen, aber in der Leichtathletik gerade mal ein Zweizeiler erscheint, ist das gesamte System krank.

Das sich ARD und ZDF aus der Berichterstattung zurückgezogen haben, finde ich totalen Quatsch. Auf der einen Seite Einschaltquoten hamstern und jede Menge Gebühren reinpumpen,auf der anderen Seite jetzt den Saubermann spielen. Über eins war ich nur froh, daß diese unfähigen Kommentatoren insbesondere bei der ARD endlich vom Bildschirm verschwunden sind.

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Oberpfälzer 29.07.2007, 22:21
28.

Zitat von Populist
Was ist mit dem vermutlichen Oberdoper L.Armstrong? Gegen ihn sind alles andere kleine Fische, aber NIEMAND spricht über IHN. DAS ist der eigentliche Skandal.
Dem kann man nur voll zustimmen! Wer deckte diesen Oberbetrüger? Waren das Sponsoren oder die Tour-Leitung selber? Das die Amerikaner seit Jahrzehnten im Sport betrügen ist bekannt (Lewis, Jones, Joyner), aber weshalb kommt selten was an die Öffentlichkeit? Die Amerikaner haben da sicher ihre Möglichkeiten, geht es um die eigenen Sportler zeigen die Amis immer ihre Doppelmoral!!
Aber zurück zur Tour, die geht auf jeden Fall weiter, business as usual, the show must go on.

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Thommy1979 30.07.2007, 00:22
29.

Zitat von Umberto
sagt SPON-Redakteur Jörg Schallenberg.

Wie schreibt der Herr Schallenberg so schön?

"Auch wenn man getrost davon ausgehen darf, dass besonders clevere Doper mit ihren medizinischen Beratern den Kontrolleuren weiter einen Schritt voraus sind."

Und das wird immer so sein und deshalb wird es auch immer Doping geben, genauso wie es immer Mord und Totschlag geben wird. Wenn Fahrer nach Jahren überführt werden, na und? Sie hatten ihren Ruhm und bis dahin verdientes Geld geschickt beiseite gelegt.

Deshalb: Wie kann die Tour am Anfang sein?


Und weiter:

"Der zwar noch etwas ungeordnete, aber doch eindeutige Protest der Profis der deutschen und französischen Rennställe vor der letzten Pyrenäenetappe zeigte, dass sich auch im Bewusstsein der Fahrer etwas geändert hat."

Sicher! Wenn ich etwas nicht nachweisbares nehme, protestiere ich liebend gerne mit. Das ist doch ein Witz.


Ausserdem zeigt sich doch, dass überführte Fahrer trotzdem nichts zugeben. Das Labor hat sich vertan! Mir wurde was in die Nudeln geschmissen! Ich wurde im Schlaf von Ausserirdischen mit deren Blut vollgepumpt.

Auch wenn es Beweise gibt, nicht alle Fahrer werden es zugeben. Und das Problem dabei ist, einige Zuschauer werden wohl auch noch Zweifel haben, ob die ach so tollen Analysemöglichkeiten auch wirklich genau sind.

Selbst wenn Doping unter Todesstrafe oder Gefägnisstrafe stehen würde, würde weiter gedopt. Gerade bei den Methoden, die noch nicht nachweisbar sind, wie Gendoping und in Zukunft diverse synthetische neue Stoffe, entwickelt in High-Tech-Laboratorien.

Hört der gemeine Bankräuber auf, Überfälle zu begehen, nur weil er erwischt werden könnte? Nein!
Hört der Radfahrer auf zu dopen, weil er erwischt werden könnte? Nein! Er will Rennen gewinnen, Geld kassieren, es beiseite schaffen und sich ein schönes Leben machen. Interessiert es ihn, dass sein Ruf leidet? Nein!

Wie ich schonmal sagte, ich kann nur hoffen, dass die Mehrheit sauber ist, aber es gibt immer welche mit krimineller Energie oder mit dem IQ einer Banane die sich Vorteile verschaffen wollen. Nicht jeder Mensch ist vernünftig und das wird auch keiner ändern können. Schon gar nicht eine dahergelaufene WADA oder irgendwelche Sportverbände. Vielleicht sollte man sich mehr auf die wirklichen Probleme der Welt konzentrieren.

Ich habe mich damit abgefunden, es wird nicht 100%ig zu ändern sein. Es hilft nur Aufklärung und Abschreckung, alles andere entscheidet sowieso der Sportler, ob er es macht oder nicht. Er findet schon seine Helfer, die ihn mit "Dop" versorgen.

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