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Diskus-Olympiasieger Christoph Harting: Aus der Reihe getanzt
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Christoph Harting ist Diskus-Olympiasieger. Die mediale Aufmerksamkeit, die damit einhergeht, missfällt ihm angeblich sehr. Dabei hat er sie selbst am stärksten provoziert.

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briancornway 15.08.2016, 11:14
250. Achtung

Zitat von -su-
Nun der Trainer der Hartings war ins DDR Dopingsystem eingebunden. Als dies u.a. von den Opfern des DDR-Dopingsystems kritisiert wurde, da haben beide Hartings einen offenen Brief geschrieben in dem sie ihren Trainer verteidigt haben.
Und seitdem sind die Hartings irgendwie sauer auf die Sportverbände und auch auf die Sportpresse. Komischerweise wird das von 13% der Zuschauer als heldenhaftes Rebellentum missverstanden.

Aber wenn ein Sportler keinen Respekt für das Land empfindet, das ihn zum Sportler gemacht hat, sollte er wenigstens genügend Grips besitzen, das nicht so deutlich zu zeigen.

Bei der Polizei scheinen die Kriterien anders zu liegen.

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Nichtraucher 15.08.2016, 11:31
251. Was soll der Quatsch

Nicht Deutschland hat die Goldmedaille gewonnen. Es war Harting.

Wenn es auch in meinen Augen etwas "befremdlich" war, wie er sich auf dem Podest gegeben hat, er hat gewonnen.

Dieses ganze nationalistische Getue mit Medaillenspiegel rund um die Olympischen Spiele ist doch ein "Furz".

Freuen wir uns mit ihm. Und dass er manchen Reporten kein Interview geben wollte - was solls. Das dumme Geschwätz in den Interviews oder von den Moderatoren in den Studios, das will doch kein Mensch sehen oder hören.

Gut sind jedoch die Reporter, die die Wettkämpfe live kommentieren. Gefällt mir. Das ganze Gesülze in den Studios nebenher ist jedoch peinlich. Da sollten sich diese Leute mal einen richtigen Job suchen, anstatt wochenlang Urlaub in Rio auf Gebührenzahlers Kosten zu machen.

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siebenh 15.08.2016, 11:51
252. Das kann ich Ihnen beantworten

Zitat von Dio_genes
Und wir sind alle gespannt, ob er das auch so bleibt und tatsächlich in den "Geschichtsbüchern" stehen bleibt, wie er meinte. Mit dem familiären Background die im System der DDR-Staatsdopingmaschinerie geformt wurden, könnte es ja sein, dass in ein paar Jahren bessere Methoden zur Überprüfung der Urinproben zur Verfügung stehen. Leider scheinen diese sehr wahrscheinlichen Zweifel hier nicht erwünscht zu sein, denn ich schrieb sowas neulich schon, das wurde aber nicht veröffentlicht (obwohl jeder die Zustände in der Leichtathletik kennt und die meisten Menschen mit ein wenig Ahnung ohnehin größte Zweifel an der Sauberkeit haben - gilt aber nicht nur für die Hartings, sondern für alle Teilnehmer).
auch wenn Sie nicht gefragt haben. So etwas wird nicht gerne veröffentlicht, weil es nicht veröffentlicht gehört. Sie wissen es besser? Dann legen Sie Beweise vor. Bei offziellen Stellen. Nur zu denken, man weiß etwas besser und alles anzuzweifeln, weil man ja so schlau ist und wesentlich schlauer als alle anderen, interessiert keinen. Wirklich überhaupt niemanden. So ein Zeug können Sie in der Kneipe Ihren Freunden erzählen, wenn Ihnen da einer zuhört, aber es ins Internet zu schreiben gehört sich nicht. Nennt sich Unschuldsvermutung. Also los, Beweise bitte! Hieb- und Stichfest. Und dann ab damit vor Gericht. Ansonsten - besser nichts mehr ins Internet stellen.

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wetterbericht 15.08.2016, 12:02
253. @Dio_genes

Unterstellen Sie Herrn Harting allen Ernstes und ganz öffentlich, eine Straftat begangen zu haben??? Denn exakt das ist Doping ja. s.u.. (Quelle: http://www.strafjournal.com/blog/antidopg-strafbarkeit-selbstdoping) * * * Ist so eine Behauptung eigentlich erlaubt? * * *

* Verbot des Selbstdopings *

Zunächst einmal regelt § 3 des AntiDopG, dass das Selbstdoping verboten ist. Das Gesetz im Wortlaut: *

?(1) Es ist verboten,

1. ein Dopingmittel [...], oder

2. eine Dopingmethode [...]

ohne medizinische Indikation bei sich in der Absicht, sich in einem Wettbewerb des organisierten Sports einen Vorteil zu verschaffen, anzuwenden oder anwenden zu lassen. Das Verbot nach Satz 1 gilt nicht, wenn das Dopingmittel außerhalb eines Wettbewerbs des organisierten Sports angewendet wird und das Dopingmittel ein Stoff ist oder einen solchen enthält, der nach der Anlage I des Internationalen Übereinkommens gegen Doping nur im Wettbewerb verboten ist. *

(2) Ebenso ist es verboten, an einem Wettbewerb des organisierten Sports unter Anwendung eines Dopingmittels nach Absatz 1 Satz 1 Nummer 1 oder einer Dopingmethode nach Absatz 1 Satz 1 Nummer 2 teilzunehmen, wenn diese Anwendung ohne medizinische Indikation und in der Absicht erfolgt, sich in dem Wettbewerb einen Vorteil zu verschaffen. *

(3) Ein Wettbewerb des organisierten Sports im Sinne dieser Vorschrift ist jede Sportveranstaltung, die

1. von einer nationalen oder internationalen Sportorganisation oder in deren Auftrag oder mit deren Anerkennung organisiert wird und

2. bei der Regeln einzuhalten sind, die von einer nationalen oder internationalen Sportorganisation mit verpflichtender Wirkung für ihre Mitgliedsorganisationen verabschiedet wurden. *

(4) Es ist verboten, ein Dopingmittel nach Absatz 1 Satz 1 Nummer 1 zu erwerben oder zu besitzen, um es ohne medizinische Indikation bei sich anzuwenden oder anwenden zu lassen und um sich dadurch in einem Wettbewerb des organisierten Sports einen Vorteil zu verschaffen. Absatz 1 Satz 2 gilt entsprechend.? *

Wer den Wortlaut aufmerksam liest der merkt, dass in § 3 nur steht, dass Selbstdoping verboten sei. Die Strafbarkeit des Selbstdopings folgt aus diesem Verbot hingegen noch nicht. Sie ergibt sich aber aus § 4 des AntiDopG. *

Strafbarkeit des Selbstdopings *

Dass Selbstdoping nicht nur verboten, sondern strafbar ist, ergibt sich aus § 4 des Gesetzes gegen Doping im Sport - wie das Anti-Doping-Gesetz offiziell heißt: *

(1) Mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe wird bestraft, wer

[...]

4. entgegen § 3 Absatz 1 Satz 1 ein Dopingmittel oder eine Dopingmethode bei sich anwendet oder anwenden lässt oder

5. entgegen § 3 Absatz 2 an einem Wettbewerb des organisierten Sports teilnimmt.

(2) Mit Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren oder mit Geldstrafe wird bestraft, wer entgegen § 3 Absatz 4 ein Dopingmittel erwirbt oder besitzt.

(3) Der Versuch ist in den Fällen des Absatzes 1 strafbar.
[...]

(8) Nach Absatz 2 wird nicht bestraft, wer freiwillig die tatsächliche Verfügungsgewalt über das Dopingmittel aufgibt, bevor er es anwendet oder anwenden lässt. *

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Nichtraucher 15.08.2016, 12:03
254.

Zitat von siebenh
auch wenn Sie nicht gefragt haben. So etwas wird nicht gerne veröffentlicht, weil es nicht veröffentlicht gehört. Sie wissen es besser? Dann legen Sie Beweise vor. Bei offziellen Stellen. Nur zu denken, man weiß etwas besser und alles anzuzweifeln, weil man ja so schlau ist und wesentlich schlauer als alle anderen, interessiert keinen. Wirklich überhaupt niemanden. So ein Zeug können Sie in der Kneipe Ihren Freunden erzählen, wenn Ihnen da einer zuhört, aber es ins Internet zu schreiben gehört sich nicht. Nennt sich Unschuldsvermutung. Also los, Beweise bitte! Hieb- und Stichfest. Und dann ab damit vor Gericht. Ansonsten - besser nichts mehr ins Internet stellen.
Mein Gott, warum denn Gericht? Da geht's um Sport und Politik (oder vielleicht auch anders rum).

Noch nicht mal Russland, das des staatlich angeordneten Dopings überführt wurde, musste zu Hause bleiben.

Es geht hier um (sehr viel) Geld für die einen, für die Russen darum, zu zeigen, wer den Längsten hat.

Lasset die Spiele beginnen.

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Lars Alp 15.08.2016, 12:22
255. mich wundert es auch

Tja, ich hab mir die Aufzeichnungen angeschaut und kann auch nichts schlimmes dabei finden. Und ich kann offen gestanden auch alle Jene nicht verstehen, die was weiß ich wieviel Förmlichkeit von einem Atleten fordern, weil seine Olympiateilnahme teilweise aus "unseren" Steuergeldern finanziert ist. Was bitte, hat das Eine denn mit dem Anderen zu tun? Das klingt für mich, ehrlich gesagt, alles eher nach Neid. So in der Art "der kann doch froh sein, dass wir ihn überhaupt zu Olympia hin finanziert haben. Jetzt soll der also mal ganz kleine Brötchen backen!". Für mich klingt das sehr verklemmt-deutsch: "Für sein Land antreten zu dürfen, ist eine echt große Ehre und deshalb ist jede Menge Demut angesagt". Erstaunlich ist dem gegenüber, dass "wir deutschen" den nicht-deutschen Atleten sehr wohl zugestehen, sich richtig aufrichtig zu freuen und dabei auch mal die Etikette beiseite zu lassen. Und ich bin der Meinung, das stünde auch den deutschen Atleten sehr gut zu Gesicht! Ich finde, Christoph Harting hat sich für sein Verhalten nichts vorzuwerfen.

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manni8a 15.08.2016, 12:45
256. Kein Grund sich zu entschuldigen

Zum ko..., dieses Strammgestehe bei der Nationalhymne (mit uniformierten Salutierern unter den Flaggenmasten). Bravo Christoph Harting - das 19. Jahrhundert ist vorbei - jedenfalls hier bei uns in D.

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cave68 15.08.2016, 13:11
257.

Zitat von Nichtraucher
Nicht Deutschland hat die Goldmedaille gewonnen. Es war Harting. Wenn es auch in meinen Augen etwas "befremdlich" war, wie er sich auf dem Podest gegeben hat, er hat gewonnen. Dieses ganze nationalistische Getue mit Medaillenspiegel rund um die Olympischen Spiele ist doch ein "Furz". Freuen wir uns mit ihm. Und dass er manchen Reporten kein Interview geben wollte - was solls. Das dumme Geschwätz in den Interviews oder von den Moderatoren in den Studios, das will doch kein Mensch sehen oder hören. Gut sind jedoch die Reporter, die die Wettkämpfe live kommentieren. Gefällt mir. Das ganze Gesülze in den Studios nebenher ist jedoch peinlich. Da sollten sich diese Leute mal einen richtigen Job suchen, anstatt wochenlang Urlaub in Rio auf Gebührenzahlers Kosten zu machen.
Wenn ich das nationalistische Getue und auch den Nationalstolz mal aussen vor lasse wüsste ich ehrlich gesagt noch viel weniger,warum ich mich für diesen Typen freuen sollte?
Da waren mir bisher 99% aller Goldmedaillengewinner weitaus sympathischer.
Übrigens hatte nicht nur sein eigener Trainer kein Verständnis für dieses Verhalten sondern auch der ehemalige Olympiasieger Lars Riedel.

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smsderfflinger 15.08.2016, 13:18
258.

Zitat von Lars Alp
Tja, ich hab mir die Aufzeichnungen angeschaut und kann auch nichts schlimmes dabei finden. Und ich kann offen gestanden auch alle Jene nicht verstehen, die was weiß ich wieviel Förmlichkeit von einem Atleten fordern, weil seine Olympiateilnahme teilweise aus "unseren" Steuergeldern finanziert ist. Was bitte, hat das Eine denn mit dem Anderen zu tun? Das klingt für mich, ehrlich gesagt, alles eher nach Neid. So in der Art "der kann doch froh sein, dass wir ihn überhaupt zu Olympia hin finanziert haben. Jetzt soll der also mal ganz kleine Brötchen backen!". Für mich klingt das sehr verklemmt-deutsch: "Für sein Land antreten zu dürfen, ist eine echt große Ehre und deshalb ist jede Menge Demut angesagt". Erstaunlich ist dem gegenüber, dass "wir deutschen" den nicht-deutschen Atleten sehr wohl zugestehen, sich richtig aufrichtig zu freuen und dabei auch mal die Etikette beiseite zu lassen. Und ich bin der Meinung, das stünde auch den deutschen Atleten sehr gut zu Gesicht! Ich finde, Christoph Harting hat sich für sein Verhalten nichts vorzuwerfen.
Warum nur haben Sie in Ihrer Begeisterung für die Lockerheit der " nicht- deutschen Athleten" übersehen, dass diese Ihrem Land beim Abspielen der Nationalhymne durchweg Respekt zollen.
Annähernd 100% laufen zudem nach einem Olympiasieg stolz mit ihrer Landesfahne ihre Siegerrunde.
Da kann man von Herrn Hartwig durchaus verlangen, dass er für die Minute ruhig auf seinem Podest verweilt. Denn auch wenn es unzweifelhaft seine Medaille ist, ohne Deutschland wäre er gar nicht dabei - sehen wir von der Flüchtlingsmann/frauschaft mal ab.
Was sein "Medienverhalten" angeht, bin ich allerdings auf seiner Seite. Denen ist er eben nicht verpflichtet und gerade in seinem speziellen Fall haben sich die Medien vor seinem Sieg fast ausschliesslich mit seinem Verhältnis zum Bruder beschäftigt, das wäre sicherlich weitergegangen. Auch halte ich die Interviews direkt nach einem Wettkampf wegen ihres äusserst flachen Niveaus für absolut verzichtbar.
D

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