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Djokovic-Sieg bei den Australian Open: Die Wucht
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Novak Djokovic hat die Australian Open auf beeindruckende Weise gewonnen. Mit seinem 15. Grand-Slam-Titel nähert er sich Rafael Nadal und Roger Federer. Die Dominanz im Finale war eine Ansage für die Zukunft.

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babelfish74 27.01.2019, 21:27
10. Re: Markus Wohlers II

Ne, da wird kein Schuh draus. Federer ist sicher eine Ausnahme, da er medial insgesamt anders repräsentiert wird als der rest, aber bei diesen AusOpen wurde insgesamt kaum Bericht erstattet. Das Nadal ins Finale marschiert ist, hat man ebenso kaum wahrgenommen, wie beim Joker. Das hat meiner Ansicht nach weniger mit einer Ost/West-Thematik zu tun (selbst das bittere Karriereende von Andy Murray war kaum mehr als eine Randnotiz), als viel mehr mit dem Wunsch nach Superlativen. Aus deutscher Perspektive ungefähr so: „Wenn schon kein Deutscher, dann wenigstens ein unschlagbarer Superheld.“ Und diese Rolle wurde eben Roger Federer zuerkannt (zum Teil wegen seiner Qualitäte, zum Teil wegen seines Charmes und dass er deutsch spricht ist sicher auch kein Nachteil in dem Kontext). Allerdings habe ich gerade beim Joker den Eindruck, dass er wesentlich wohlwollender als Nadal wahrgenommen wird, mit dem man (so mein Eindruck) eher negative Eigenschaften verbindet wie „nicht ganz saubere Kampfmaschine, die ja auch bei Fuentes Kunde war“, das ganze erinnert ein bisschen an Thomas Muster, den manche unglaublich fanden und andere (ich würde behaupten die Mehrheit) eher schwierig.

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Markus.Wohlers 27.01.2019, 21:44
11.

Zitat von babelfish74
Ne, da wird kein Schuh draus. Federer ist sicher eine Ausnahme, da er medial insgesamt anders repräsentiert wird als der rest, aber bei diesen AusOpen wurde insgesamt kaum Bericht erstattet. Das Nadal ins Finale marschiert ist, hat man ebenso kaum wahrgenommen, wie beim Joker. Das hat meiner Ansicht nach weniger mit einer Ost/West-Thematik zu tun (selbst das bittere Karriereende von Andy Murray war kaum mehr als eine Randnotiz), als viel mehr mit dem Wunsch nach Superlativen. Aus deutscher Perspektive ungefähr so: „Wenn schon kein Deutscher, dann wenigstens ein unschlagbarer Superheld.“ Und diese Rolle wurde eben Roger Federer zuerkannt (zum Teil wegen seiner Qualitäte, zum Teil wegen seines Charmes und dass er deutsch spricht ist sicher auch kein Nachteil in dem Kontext). Allerdings habe ich gerade beim Joker den Eindruck, dass er wesentlich wohlwollender als Nadal wahrgenommen wird, mit dem man (so mein Eindruck) eher negative Eigenschaften verbindet wie „nicht ganz saubere Kampfmaschine, die ja auch bei Fuentes Kunde war“, das ganze erinnert ein bisschen an Thomas Muster, den manche unglaublich fanden und andere (ich würde behaupten die Mehrheit) eher schwierig.
Sie mögen Recht haben. Wenn kein Deutscher beteiligt ist, dann wird so nichts über das Tennis gesagt. Das finde ich sehr schade. Das Spiel war klasse, obwohl es relativ schnell zu Ende ging.
Die großen drei bleiben die ganz großen des Tennis, aber Djokovic ist einfach der Größte und das wird meiner Meinung nach mit Absicht nicht anerkannt.

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LuBu 27.01.2019, 22:21
12. "aber Djokovic ist einfach der Größte"

Federer ist der Größte. Djokovic wird da unter Umständen im Laufe der nächsten 5-7 Jahre noch rankommen, bislang ist das aber nicht der Fall.
Dass er eine positive Bilanz gegen Federer hat liegt imo einzig im gravierenden Altersunterschied begründet.
Deshalb wird in den Medien auch nichts "mit Absicht nicht anerkannt" - gleichwohl war die sportliche Leistung im Finale natürlich überragend.

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jean-baptiste-perrier 28.01.2019, 08:55
13. Subjektive Einschätzungen!

Markus.Wohlers hat geschrieben: "Die großen drei bleiben die ganz großen des Tennis, aber Djokovic ist einfach der Größte und das wird meiner Meinung nach mit Absicht nicht anerkannt." ---------------- Zitat Ende ---------------- Soll in der Tagesschau verkündet werden, dass Djokovic der "Größte" ("Beste") Tennisspieler aller Zeiten und überhaupt ist? Wären Sie dann zufrieden? Ihr persönliches Urteil, Djokovic zum "Größten" und "Besten" zu erklären, begründen Sie mit den positiven H2H Bilanzen von Djokovic gegenüber Nadal und Federer. Das ist das einzige stichhaltige Argument. Alles andere sind subjektive Einschätzungen, ergänzt um unseriöse Hochrechnungen auf scheinbar zwangsläufige weitere Major-Titel für Djokovic! Natürlich macht Djokovic derzeit einen weit überlegenen Eindruck. Federer scheint dann doch langsam auf dem absteigenden Ast und befindet sich womöglich schon auf seiner Abschieds-Tournee (er spielt dies Jahr wieder auf Sand!?). Bloß selbst die H2H Bilanz von Djokovic gegen Federer ist wie von einem anderen hier bereits dargelegt kein objektives Maß allein durch die knapp 5 Jahre Altersunterschied zwischen den beiden. Und wenn man anfängt bislang nicht vergebene Major-Titel in der Zukunft einem Spieler vorzeitig auf sein Konto zu buchen, dann ist das eben kein stichhaltiges Argument, sondern pure Spekulation. Natürlich ist Djokovic einer der ganz Großen. Und deshalb braucht er auch keine beglaubigten Eidesstattlichen Versicherungen sämtlicher Tennis-Fans, dass ihn alle für den "Größten" halten. Und das viele deutsche Tennis-Fans mehr Interesse für einen deutschsprechenden Schweizer wie Federer zeigen als für Djokovic oder Nadal, kann man auch keinem zum Vorwurf machen. Oder glaubt jemand ernsthaft, dass Djokovic mehr Annerkennung in Deutschland bekäme, wenn er kein Serbe, sondern Kroate oder Slowene wäre? Das ist doch alles Schnee von vorgestern!

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jean-baptiste-perrier 28.01.2019, 09:59
14. Frage an die absoluten (reinen) Djokovics-Fans:

Wie fanden Sie das Finale, mal ehrlich? Der Djoker unfassbar brillant hat einen leicht gräulich-blass wirkenden Nadal nahezu überfahren. Gut, Djokovic hat seinen nächsten Major-Titel. Ziel erreicht. Soweit alles prima für Nole. Doch für ein historisch großes Match welches allgemein in Erinnerung bleibt (und nicht nur bei den Hardcore-Fans), bedarf es zweier starker Spieler. Und ich persönlich (ohne eindeutige Präferenz für einen der beiden) fand es gestern spätestens nach dem dritten Spiel des zweiten Satzes doch ein wenig langweilig, nachdem klar wie der Hase an dem Tag läuft (Nadal war quasi der Hase). Man konnte immer sehr sichere Wetten abschliessen, dass Djokovic auch den nächsten Punkt gewinnt. Also Spannung sieht anders aus. Da schau ich mir als neutraler Tennis-Fan lieber nochmal das Finale von 2012 an oder das Halbfinale in Wimbledon letztes Jahr zwischen den beiden. Zum Vergleich: die Dauer-Dominanz der Münchner in der Bundesliga in den letzten Jahren fanden ja auch nur die Bayern-Fans super, der Rest fand es langweilig zum Quadrat (nicht nur Neid!).
Also Djoker-Fans, hättet ihr nicht auch lieber einen echten Kampf über 5 Sätze gesehen mit einem dramatischen Happy-End für Nole als dieses einseitige Plattmachen?

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Markus.Wohlers 28.01.2019, 11:07
15. Echter Kampf?

Zitat von jean-baptiste-perrier
Also Djoker-Fans, hättet ihr nicht auch lieber einen echten Kampf über 5 Sätze gesehen mit einem dramatischen Happy-End für Nole als dieses einseitige Plattmachen?
Ob Djoker Fan oder nicht muß man trotzdem zugeben, dass Beide gekämpft haben. Nadal war in einer super Form, er ist als Einziger Spieler ohne Satzverlust bis ins Finale durchspaziert. Im Finale hat er dann einen viel stärkeren Gegner angetroffen. Da kann man kein spannendes 5-Satz Match erwarten wenn die Jungs nicht ebenbürtig sind. In 2012 waren sie es noch.

Zum H2H gegenüber Federer. Die meisten Siege über Djokovic hat Federer erzielt als er auf dem Zenith seiner Karriere war und Djokovic noch sehr jung und unerfahren. Nun ist Federer älter und Djokovic auf dem Höhepunkt seiner Karriere. Ich denke, das H2H Ergebnis ist absolut aussagekräftig weil es alle Begegnungen berücksichtigt.
Lassen wir uns überraschen was die Zukunft bringt.

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babelfish74 28.01.2019, 12:13
16. GOATs

Die Diskussion, wer der grösste Spieler ist, ist meiner Ansicht nach müssig, man könnte auch mit gutem Grund sagen, Rod Laver ist der GOAT. Ich selber war als Kind überzeugt Björn Borg ist es, bis mir irgendwann auffiel wie eher eindimensional sein Spiel gegenüber dem von McEnroe daherkommt. Natürlich ist es für einen Fan absolut legitim, seinen Spieler als den Größten anzusehen, aber statistisch untermauern lässt sich sowas eben nicht, zu jeder Statistik für Spieler A wird es auch eine für Spieler B geben …

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jean-baptiste-perrier 28.01.2019, 13:49
17. Statistik im Tennis - ein weites Feld!

babelfish74 hat geschrieben: "Die Diskussion, wer der grösste Spieler ist, ist meiner Ansicht nach müssig……zu jeder Statistik für Spieler A wird es auch eine für Spieler B geben." ---------- Zitat Ende ---------- Ja, da haben Sie vollkommen recht. Im Prinzip könnte auch ein Jimbo Fan anhand der Statistik seines Rekordes von 109 Turniersiegen im Einzel Jimmy Connors zum GOAT ernennen. Bei den Damen tendieren mittlerweile sehr viele zu Serena Williams. Aber auch nur anhand der reinen Anzahl an Major-Titeln in Schlagdistanz zu Margaret Court. Die blanken Zahlen führen jedoch in die Irre. Z.B. gibt Chris Evert zurecht zu bedenken, dass viele von Courts Australian Open Titeln nur zustande gekommen sind, weil das Turnier damals um Weihnachten stattfand und nur sehr wenige andere Top-Spielerinnen sich die lange Anreise antun wollten, weil sie lieber unterm heimischen Weihnachtsbaum sitzen wollten. Chris Evert ihrerseits hat "nur" 18 Major-Titel, weil sie '76, '77 und '78 an den French Open nicht teilgenommen hat, weil sie stattdessen im Tennis World Team Cup spielte. Chris Evert blieb von 1973 bis 1979 auf Sand unbesiegt! Es stellt sich ja auch immer die Frage, welche anderen Legenden gleichzeitig aktiv sind. Die eine große Gegenspielerin hatte Serena nie. Das wechselte mit den Jahren. Chris Evert hat z.B. bis heute die beste Sieg-Quote (Siege zu Niederlagen) und das, obwohl sie das Pech hatte allein 5 Wimbledon-Endspiele gegen Martina Navratilova zu verlieren (insgesamt 10 Niederlagen in GS Endspielen gegen Navratilova!). Da hatte es Serena nach meiner Einschätzung mit nicht ganz so starken Konkurrentinnen zu kämpfen. Chris Evert (wahrscheinlich wegen ihrer 5 Final-Niederlagen in Wimbledon gegen Navratilova welche in besonderer Erinnerung geblieben sind) wird kaum als GOAT genannt, obwohl viele Statistiken jenseits der absoluten Anzahl an Major-Titeln für sie sprechen.

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