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Doping-Verdacht im Wintersport: 313 Medaillen für Ski-Langläufer mit verdächtigen Blu
DPA

Fast die Hälfte aller Langlauf-Medaillen bei Olympia und Weltmeisterschaften zwischen 2001 und 2017 sollen Sportler mit auffälligen Blutwerte gewonnen haben. Mehr als 50 dieser Athleten sind für Pyeongchang qualifiziert.

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AntiMonetarist 06.02.2018, 04:47
70.

Zitat von DieHappy
Es ging aber hier konkret um die Sportlerin Marit Björgen. Also bitte beim Thema bleiben.
Björgen hat von der WADA eine Genehmigung für die legale Einnahme von Medikamente, die auf der Dopingliste stehen!
https://derstandard.at/1267131898259/Frau-Bjoergen-und-ihre-Medikamente

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AntiMonetarist 06.02.2018, 06:02
71.

Zitat von taglöhner
Die Asthma-Cortison-Schiene ist bei weitem kein Alleinstellungsmerkmal von Froome, und meines Erachtens auch nicht der Grund für seine samt Team in der Tat rätselhafte Überlegenheit. Hier gerät das System an Grenzen, denn Sportlern notwendige Therapie zu verweigern ist weltfremd und inhuman, auch wenn manch findige Ärzte hier die Grenzen ausreizen. Diese Grauzone ist aber prinzipiell weniger dramatisch, weil einerseits die Gesundheitsrisiken für die Athleten geringer sind und andererseits kriminelle Machenschaften außen vor bleiben.
Wie erklären Sie dann die Leistungsexplosion der norwegischen Top-Skiläuferin von Marit Björgen, nachdem 2008 bei ihr Asthma diagnistiziert wurde, und die WADA daraufhin grünes Licht für die Einnahme von Dopingmitteln ihr gab. Erst danach begann bei ihr eine Leistungsexplosion:
https://derstandard.at/1297819071186/Aus-Oslo-Bjoergen-hat-den-laengeren-Atem

"Schon im Vorjahr, bei den Olympischen Spielen in Vancouver, war Björgens 2008 diagnostizierte Erkrankung und die im Jahr darauf durch den internationalen Skiverband (Fis) und die Welt Antidoping Agentur (Wada) genehmigte Einnahme des Medikaments Symbicort auf dem Tapet. "Sie weiß, dass sie ohne Hilfsmittel nicht viel zu bieten hat", hatte die selbst wegen Dopings schon zwei Jahre gesperrt gewesene polnische Rivalin Justyna Kowalczyk über die dreimalige Olympiasiegerin gesagt. Vor der WM äußerte sich die Slowenin Petra Majdic ähnlich. "Kein Kommentar", entfuhr es Kowalczyk nach Rang zwei in der Doppelverfolgung am Samstag. Der schwedische Mannschaftsarzt Magnus Dyborn soll inzwischen eingeräumt haben, dass die Hälfte seiner eigenen Athleten über ähnliche Ausnahmegenehmigungen verfügen. Asthma ist eine Massenerkrankung im Spitzensport, speziell im winterlichen Ausdauerbereich. "

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carinanavis 06.02.2018, 10:12
72. wenn sie schreiben

Zitat von AntiMonetarist
Das stimmt nicht ganz. Zwischen 2001 - 2005 waren alle Dopingtests negativ. AUch die EPO Werte waren normal! Es gab sogar in den Jahren 2005 - 2010 unendlich viele Nachtests, auch die waren alle negativ. Die Rennleitung von Tour de France sah Armstrongs Überlegenheit sehr kritisch gegenüber! ...
"dennoch waren alle seine Dopingtests bei Tour De France negativ" stimmt das eben nicht, wie ich schon mit dem rückdatierten Attest 1999 dargelegt habe. Bei Nachtests wurde schon 2005 in den B-Proben von Lance EPO nachgewiesen, allerdings waren das keine offiziellen WADA-Tests. Sie haben sicher recht mit den Vorwürfen an die WADA, UCI sowieso, die alle Dopingpraktiken der Stars wie Armstrong deckten. Schon 2001 bei der Tour de Suisse gab es auffällige Proben von Armstrong. Der korrupte Testlaborleiter Martial Saugy behauptete dann später die Proben seien sehr auffällig für EPO-Gebrauch gewesen mit "75%", man hätte aber 80% als Nachweis haben müssen. Zu dieser zeit beriet er Armstrong auch zur Testmethodik, was diesem natürlich beim nachweisfreien Dopen half.

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Robert_Rostock 06.02.2018, 10:16
73.

[i]"Asthma ist eine Massenerkrankung im Spitzensport, speziell im winterlichen Ausdauerbereich."[/]

Ich spiele jetzt einmal den "advocatus diaboli", stelle einseitig nur entlastende Argumente zusammen:

- Ausdauerathleten haben stark vergrößerte Lungen und Herzen.
- Es strömt also eine deutlich größere Luftmenge in die Lungen als bei "Normalsterblichen".
- Bei Skilangläufern, im "winterlichen Ausdauerbereich" findet das dann auch noch bei kalter Witterung statt.
- Dadurch kommt es zu einer deutlich höheren Belastung und Empfindlichkeit der Atemwege, zu Erscheinungen, die dem Asthma sehr ähnlich sind.
- Diese Symptome müssen und können mit Asthma-Medikamenten behandelt werden

So zumindest habe ich es mal gehört, und das klang für mich nicht völig abwegig. Können die hier vertretenen Experten dazu etwas sagen?

Meiner Meinung nach ist Leistungssport in olympischen Dimensionen in jedem Fall gesundheitsschädlich, auch ohne Doping.

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carinanavis 06.02.2018, 11:08
74. früher

Zitat von Robert_Rostock
[i]"Asthma ist eine Massenerkrankung im Spitzensport, speziell im winterlichen Ausdauerbereich."[/] Ich spiele jetzt einmal den "advocatus diaboli", stelle einseitig nur entlastende Argumente zusammen: - Ausdauerathleten haben stark vergrößerte Lungen und Herzen. - Es strömt also eine deutlich größere Luftmenge in die Lungen als bei "Normalsterblichen". - Bei Skilangläufern, im "winterlichen Ausdauerbereich" findet das dann auch noch bei kalter Witterung statt. - Dadurch kommt es zu einer deutlich höheren Belastung und Empfindlichkeit der Atemwege, zu Erscheinungen, die dem Asthma sehr ähnlich sind. - Diese Symptome müssen und können mit Asthma-Medikamenten behandelt werden So zumindest habe ich es mal gehört, und das klang für mich nicht völig abwegig. Können die hier vertretenen Experten dazu etwas sagen? Meiner Meinung nach ist Leistungssport in olympischen Dimensionen in jedem Fall gesundheitsschädlich, auch ohne Doping.
kamen die Spitzenlangläufer auch ohne Asthmamittel zurecht. Das Problem ist der leistungssteigernde Effekt mancher dieser Mittel. Die Lösung kann nur sein, alle leistungssteigernden Mittel grudsätzlich zu verbieten. Dadurch würde die Zahl der Asthmatiker unter den Ausdauersportlern sofort stark zurückgehen. Sportler die durch Ausübung eines Sports krank werden, müssen schon zum Selbstschutz von diesem ausgeschlossen werden. Außerdem wird ein Großteil der Ausnahmeregelungen für Dopingmittel von Ärzten derselben Nationalität wie der des Athleten erteilt. Da müssten zumindest unabhängige Zusatzgutachten sowohl die Erkrankung als auch die Medikation bestätigen.

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yossariania 06.02.2018, 18:50
75. Klingt

Zitat von Robert_Rostock
[i]"Asthma ist eine Massenerkrankung im Spitzensport, speziell im winterlichen Ausdauerbereich."[/] Ich spiele jetzt einmal den "advocatus diaboli", stelle einseitig nur entlastende Argumente zusammen: - Ausdauerathleten haben stark vergrößerte Lungen und Herzen. - Es strömt also eine deutlich größere Luftmenge in die Lungen als bei "Normalsterblichen". - Bei Skilangläufern, im "winterlichen Ausdauerbereich" findet das dann auch noch bei kalter Witterung statt. - Dadurch kommt es zu einer deutlich höheren Belastung und Empfindlichkeit der Atemwege, zu Erscheinungen, die dem Asthma sehr ähnlich sind. - Diese Symptome müssen und können mit Asthma-Medikamenten behandelt werden So zumindest habe ich es mal gehört, und das klang für mich nicht völig abwegig. Können die hier vertretenen Experten dazu etwas sagen? Meiner Meinung nach ist Leistungssport in olympischen Dimensionen in jedem Fall gesundheitsschädlich, auch ohne Doping.
alles logisch.
Unter Auslassung der Zwischenschritte: Leistungsssport führt unter Umständen zu krankhaften Veränderungen des Körpers, die nur noch durch ärtzliche Hilfe zu behandeln sind. Also: Leistungssport macht manche Menschen krank, so krank, das sie ohne Medikamente nicht mehr leben können. Und schaut man sich die Dauer der Medikamentenabgabe an, scheint es sich hier in der Mehrzahl um chronische Erkrankungen zu handeln
Dann wäre es doch sicherlich sinnvoller, nicht an den Symptomen herumzudoktern, sondern die Ursachen zu beseitigen, also mit dem Leistungssport aufzuhören?

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DieHappy 06.02.2018, 20:25
76.

Zitat von AntiMonetarist
Björgen hat von der WADA eine Genehmigung für die legale Einnahme von Medikamente, die auf der Dopingliste stehen! https://derstandard.at/1267131898259/Frau-Bjoergen-und-ihre-Medikamente
Das stimmt schlicht nicht. Die Mittel die Björgen genommen hat sind kein Doping. Sie sind laut NADA Liste erlaubt.

http://www.nada.de/fileadmin/user_upload/nada/Downloads/Listen/Beispielliste_2015.pdf

Auch hier sehen sie, dass diese Mittel legal und bis zu einer bestimmten Dosierung erlaubt sind:
Zitat:
Die Asthmamittel wie Salbutamol mit einer erlaubten Tagesdosis von 1600 μg/Tag (Ventolin®, Ecovent®; Dospir®) und Formoterol bis 54 μg/Tag (Oxis 12 TH®) und mit Budesonid (Symbicort®, Vannair®) sind inhalativ bis zu einem Grenzwert erlaubt. Salmeterol (Sere-vent®) hat inhalativ keine beschränkte Dosierung.

https://www.fnch.ch/de/Pferd/Aktuell/Alle-News-1/Kampf-gegen-Human-Doping-Liste-der-verbotenen-Substanzen-2014.html

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