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Dopingverfahren gegen Contador: Schlag ins Gesicht

Der Dopingfall um den dreifachen Tour-de-France-Sieger Alberto Contador wird mehr und mehr zu einer Farce.*Die Verhandlung vor dem Internationalen Sportgerichtshof ist erneut verschoben*worden. Sehr viel nützen dürfte dies dem Spanier aber nicht.

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Flari 27.07.2011, 17:53
1. handwerklicher Fehler

Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass Contador lediglich ein handwerklichen Fehler bei der Gesundheitsvorsorge unterlaufen ist.

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Gipsel 27.07.2011, 18:14
2. auch SpOn spekuliert nur

Vielleicht ist es ja sogar besser, wenn sich der CAS Zeit läßt, bis wirklich alle Beweise wissenschaftlich abgesichert auf dem Tisch liegen.
Zumindest läuft es nicht so ab wie bei Pechstein, wo sogar zur Verhandlung bereits vorliegende Gutachten einfach nicht berücksichtigt wurden und letztendlich gegen die Erkenntnisse der deutlichen Mehrheit der am Verfahren beteiligten Gutachter schlicht an den Fakten vorbei entschieden wurde.

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Booth 27.07.2011, 18:25
3. Ganz so einfach ist das nicht

Die Situation ist derzeit im Fall Contador natürlich alles andere als gut. Es gab einen positivens Befund. Dieser führte zu einer Sperrung und anschließend zu einem Freispruch durch den Spanischen Verband.

Nun soll das ganze vor dem CAS verhandelt werden. Doch warum darf Contador noch dahren? Ganz einfach. Weil der Spanische Verband ihn Freigesprochen hat. Entsprechend gilt er als unschuldig bis seine Schuld bewiesen ist. Alles andere wäre rechtlich gesehen auch nicht tragbar.

Nun, die Verhandlung wird immer weiter nach hinten geschoben, woran aber nicht die Kontrollen im Radsport Schuld sind, sondern das vom Radsport unabhängige CAS. Dem Radsport also gleich wieder die Schuld zu geben ist leider typisch, aber vollkommen unangebracht.

Ihn von der Tour de France auszuschließen ist auch nicht so einfach wie dieser Artikel weis machen will. Es gibt zwar diesen Paragraphen, er ist aber nicht ohne Einschränkung anwendbar. Denn solange Contador nicht als Dopingsünder überführt ist (Was übrigens erst NACH der Verurteilung durch den CAS wäre) ist er Unschuldig und kann somit auch keinen Schaden für die Tour darstellen (im Rechtlichen Sinne).
Die Tour könnte ja auch keinen Fahrer ausschließen der der Verwaltigung angeklagt ist, weil dieser erst als Schuldig gilt wenn er verurteilt wurde.

Die Situation ist zwar derzeit nicht ideal, aber rechtlich gesehen leider unumgänglich...

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mp3cdi 27.07.2011, 18:27
4. Bitte richtig schauen...

Sehr geehrter Herr Ahrens,
als Autor sollten Sie bitte sich den Ausschnitt komplett anschauen. Dann sollte Ihnen auffallen, dass der als Arzt verkleideten Zuschauer kein Blutbeutel hingehalten hatte, sondern ein Stethoskop. Bei aller angebrachten Kritik an Herrn Contador ist es schlichtweg gefährlich einen Radfahrer bergauf rennend zu verfolgen. Dadurch können Stürze verursacht werden, vielleicht ist damit diese Überreaktion zu erklären. Ihnen als Sportler sind aber sicher die Drucksituationen auf einer entscheidenden Etappe der TdF bekannt. Und dass er ggf. die Tour durch einen Sturz verliert, kann vernachlässigt werden, da er ja Dopingverdächtigt ist. Schade, dass der Spiegel nicht zu einer ausgewogeneren Berichterstattung mehr in der Lage ist.
Mit freundlichen Grüßen
Alexander Scherf

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doncarlos! 27.07.2011, 18:29
5. Mal langsam!

1. Den Schlag ins Gesicht dieses "Fans" verstehen viele sehr gut. Dieser "Fan" ist schon am Vortag negativ aufgefallen und bedrängte mehrere Fahrer sehr unsportlich.

2. Nirgendwo außerhalb Deutschlands ist in den Medien der Radsport so eng mit dem Dopingthema verbunden. Macht doch nicht aus jeder Mücke einen Elefanten! Die Menge von Clenbuterol ist bei Contador angeblich so gering gewesen, daß keinerlei leistungssteigernde Wirkung damit verbunden ist, und die angeblichen Weichmacher können doch sonstwoher stammen. Also wird Contador wohl irgendwann freigesprochen werden müssen. Nun hofft man wahrscheinlich, daß bis November das Thema etwas in den Hintergrund rutscht.

3. Ich fand die Tour und den Giro dieses Jahr superspannend und hab Contador die Daumen gedrückt. Möge der Beste gewinnen!

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Umbriel 27.07.2011, 18:34
6. Skandale über Skandale

Doping über Doping wohin man schaut. Fahrradsport ist da ja wohlbekannt und die Tour wird bereits gemieden.

Gut so.

Aber leider wird das nur die Spitze des Eisbergs sein.

Wer betreibt da echten Investigativen Journalismus?

Das Problem ist ja auch die wechselseitige Abhängigkeit zwischen Sportjournalismus, Veranstalter und Werbeindustrie!

Wer schneidet sich den Ast selber ab?

***

FUSSBALL:

Der Megabetrugskandal in der Türken-Liga ist ja hier überhaupt kein Thema. Da wurde die Meisterschaft gekauft und alle heulen rum.

***

Ich bin sicher: Auch in Bundesliga gibt es Doping und es gibt gekaufte Bundesliga-Siege.

Auch bei FIFA Veranstaltungen und WM. Die Spiele sind oft derart "überraschend", das stinkt doch.

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simonscholz 27.07.2011, 18:38
7. Objektivität

Ich bin immer wieder überrascht, wie einfach vorverurteilt wird.

Es ist doch im Grunde wurscht, wann der Prozess stattfindet. Die Beweise / Fakten liegen vor und werden sich nicht mehr ändern.

Was viel interessanter wäre, SPON könnte mal einen Wissenschaftler in diesem Fachbereich befragen, was der dazu meint, denn die Konzentration war offenbar recht gering bei Contador.

Nicht umsonst wurde schon für Sportler die nach China reisen ein Fleischverbot verhängt, da dort offenbar systematisch die Rinder mit diesem Mittel hochgezüchtet werden und dadurch positive Dopingkontrollen möglich werden.

Wer weiß welcher europäische Bauer da Dreck am Stecken hat?

Die Sportler essen nunmal nicht Nudeln pur für 3 Wochen Tour de France.


Im Endeffekt sind sämtliche Dopingartikel in einer Grauzone:

Außer bei eindeutigen Geschichten wie Fuentes weiß niemand von uns, zumindest von den Laien, was von den Geschichten zu halten ist. Klar, er könnte gedopt haben, aber klar, es könnte auch sein dass er einfach Pech hatte und sein Koch Mist eingekauft hat.

Objektiv müsste man sagen, wir können es nicht wissen, lassen wir die Fakten und Gutachter im Verfahren über eine Sperre entscheiden, subjektiv meckern dann viele (für die der Radsport offenbar nur als Sandsack dient) über die Tour de "Doping".

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Booth 27.07.2011, 18:38
8. Zum Bild noch...

Das Bild als Faustschlag zu titulieren ist übrigens auch falsch. Wo wir wieder bei dem Thema "Beeinflussung der öffentlichen Meinung durch die Medien" wären.

Die Situation war folgende:

Contador war gerade dabei den anderen Favoriten auszureißen um noch irgendeine Chance auf den Gewinn der Tour zu haben. Er war voll Konzentriert und nur aufs Fahren konzentriert.

Da kam dann dieser Herr in Grün und hat ihn längere Zeit iwas unter die Nase gehalten und Contador bedrängt. Da hat sich dieser Platz gemacht und mit dem Arm eine Wischbewegung nach hinten gemacht die den Kopf des Mannes in Grün erwischt hat. Ein Faustschlag sieht für mich anders aus.

Erstaunlicherweise wurde das ganze von den Kommentatoren auf ARD oder ZDF (weis ich nimmer genau) wurde das ganze sogar als verständlich Bezeichnet (und das bei deren Einstellung zum Radsport). Er hat sich Platz gemacht. Dabei möchte ich auch darauf hinweisen, dass diese Mitläufer bei den Fahrer äußerst unbedliebt sind, weil sie die Konzentration vollkommen stören. Im schlimmsten Fall fangen die noch an zu schieben (auch bei der Tour gesehen), was die Fahrer wiederum aus dem Rythmus bringt. Beides ist für die Leitung alles andere als Ideal. Und leider zu oft bleibt den Fahrer keine andere Möglichkeit mehr als die Zuschauer zur Seite zu Schieben.

Also Fazit: Nicht immer glauben was die Bilder zu vermitteln scheinen.

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Booth 27.07.2011, 18:41
9. Nur am Rande ;-)

Zitat von Gipsel
Zumindest läuft es nicht so ab wie bei Pechstein, wo sogar zur Verhandlung bereits vorliegende Gutachten einfach nicht berücksichtigt wurden und letztendlich gegen die Erkenntnisse der deutlichen Mehrheit der am Verfahren beteiligten Gutachter schlicht an den Fakten vorbei entschieden wurde.
Die Verurteilung von Pechstein war ein rechtlicher Skandal.

Schon alleine eine Sperre ohne Beweise (und damit evlt die Zerstörung des Lebens dieser Person) ist absolut nicht tragbar gewesen.

Das vehemente ignorieren aller Beweise durch den CAS war dann noch die Krönung des ganzen.

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