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Dopingvorwürfe: Das Statement von Lance Armstrong im Wortlaut
REUTERS

Der ehemalige Radprofi Lance Armstrong will sich im Kampf mit der US-Anti-Doping-Behöre Usada nicht mehr zur Wehr setzen. Der siebenmalige Tour-de-France-Gewinner äußert sich dazu wie folgt auf seiner Website.

spon-facebook-10000254977 24.08.2012, 12:10
1. Warum Dopingproben?

Wenn ich das alles bisher richtig verstanden habe, hat man Lance Armstrong bis heute nicht einmal des Dopings überführen können. Ausser ein paar Auffälligkeiten im Blutbild konnte man nichts finden. Es gab aber immer irgendwelche ehemaligen Teammitglieder die ihn beschuldigten. Aber das kann ja nicht der Maßstab sein jemanden als Dopingsünder zu verurteilen. Entweder hatte er in seiner aktiven Zeit Mittel zur Verfügung die nicht nachmeßbar waren, oder hat sich mit Mitteln "gedopt" die nicht auf der Dopingliste standen. Aber das ist ja wohl kaum nachweißbar. Mal davon ab, das wir wohl Wissen das so eine Strapaze wie die Tour ohne "Hilfsmittel" nicht zu bewältigen ist, ist es mir persönlich auch mittlerweilen egal ob da gedopte oder " jungfräuliche" Athleten ihren Sport nachgehen. Es zeigt doch einzig und allein unsere Doppelmoral. Wir schmeißen uns beim kleinsten "Wehwechen" ( Kopfschmerz, Schlaflosigkeit) die Pillen ein , aber die Leute die mit Sport ihr Geld verdienen haben "clean" zu sein........

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mr.ious 24.08.2012, 12:31
2.

Zitat von spon-facebook-10000254977
Wenn ich das alles bisher richtig verstanden habe, hat man Lance Armstrong bis heute nicht einmal des Dopings überführen können. Ausser ein paar Auffälligkeiten im Blutbild konnte man nichts finden. ......
Ich finde einen Kommentar an anderer Stelle am aussagekräftigsten, wenn man schon so weit annimmt, wie es da in dem Sport zugehen muß, so wie Sie's ja auch schreiben.

Es geht um das juristische Verfahren in Amerika. Da wär Armstrong mit viel vereidigten Zeugen konfrontiert worden und hätte ganz schnell, wie Marion Jones, unabhängig seiner Person 5 Jahre bekommen, die er auch tatsächlich in einem Gefängnis hätte antreten müßen. Denn in Amerika ist das nicht wie bei uns, mit "von-bis Strafmaßen" bei denen viel im Ermessensspielraum von Richtern steht.

Der gute Klöden hätte ja jetzt auch quasi alles ganz alleine gemacht, sollte ihm jemand noch am Zeug flicken, denn die Freiburger Ärtzte habe nach Ansicht der Verantwortlich hier zu Lande, ja auch kein Doping betrieben.

Bei Armstrong kommt wohl noch dazu, daß seine Strategie vor einem zivilen Gericht in den USA zunehmend teurer geworden wäre, ohne das er dabei aber wirkliche Aussichten gehabt hätte.

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l.augenstein 24.08.2012, 17:02
3. Doch...

Zitat von spon-facebook-10000254977
Wenn ich das alles bisher richtig verstanden habe, hat man Lance Armstrong bis heute nicht einmal des Dopings überführen können. Ausser ein paar Auffälligkeiten im Blutbild konnte man nichts finden. Es gab aber immer irgendwelche ehemaligen Teammitglieder die ihn beschuldigten. Aber das kann ja nicht der Maßstab sein jemanden als Dopingsünder zu verurteilen. Entweder hatte er in seiner aktiven Zeit Mittel zur Verfügung die nicht nachmeßbar waren, oder hat sich mit Mitteln "gedopt" die nicht auf der Dopingliste standen. Aber das ist ja wohl kaum nachweißbar. Mal davon ab, das wir wohl Wissen das so eine Strapaze wie die Tour ohne "Hilfsmittel" nicht zu bewältigen ist, ist es mir persönlich auch mittlerweilen egal ob da gedopte oder " jungfräuliche" Athleten ihren Sport nachgehen. Es zeigt doch einzig und allein unsere Doppelmoral. Wir schmeißen uns beim kleinsten "Wehwechen" ( Kopfschmerz, Schlaflosigkeit) die Pillen ein , aber die Leute die mit Sport ihr Geld verdienen haben "clean" zu sein........
Natürlich kann man die 3 Wochen Tour auch ungedopt fahren, aber halt ein Stück langsamer.
Bei den den Fahrern legal zur Verfügung stehenden Mitteln wie Physiotherapie, Kältetherapie, gezielte Regeneration, Trainingsmethoden und entsprechende erlaubte Mittel ist das absolut kein Problem.

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alba36 24.08.2012, 17:33
4.

Es steht außer Frage, dass auch für gedopte Athleten gewisse Leistungen außergewöhnlich sind, das gilt für Armstrong genauso wie für (mal angenommen...) Usain Bolt und eben viele andere.
Dennoch, da niemand die ZUsammenhänge, Nebenwirkungen usw. solcher Pharma- Methoden wirklich kennt, fällt es schwer, da noch zu jubeln. Fakt ist, es ist verboten, und wer überführt wird, kann seine Titel nicht behalten. Entlarvte gab es schon viele, mache sind danach total gescheitert, nicht ohne Tragik (z.B. Pantani), andere wurden nie überführt, trotz so absurder Indizien wie Zahnspangen im Erwachsenenalter (Gebissverschiebungen als Nebenwirkung, so beim Leichtathletik- Gott Carl Lewis).
Was mich bei Armstrong stört, ist, dass er offensichtlich auch mit dem unguten Zeug gehandelt und Geld verdient hat. Verhält sich zu anderen "Dopingsündern" wie der Dealer zum einfachen Junkie. Mitleid kommt mir da nicht in den Sinn.
Wäre Armstrong so unschuldig wie er behauptet, hätte er sich doch mühelos dem öffentlichen Verfahren des Schiedsgerichts stellen können. Aber da hat er gekniffen, warum nur?

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Freund der Realität 24.08.2012, 18:59
5.

Meiner meinung nach ist die Übersetzung unvollständig und ungenau. Im original findet sie sich hier:

http://lancearmstrong.com/news-events/lance-armstongs-statement-of-august-23-2012

Spiegel:
Von Beginn an hat diese Untersuchung nicht dazu gedient, die Wahrheit zu erforschen und den Radsport zu säubern, sondern mich um jeden Preis zu bestrafen. Angesehene Verbände wie der Radsport-Weltverband UCI oder der US-amerikanische Radsport-Verband haben bestätigt, dass der Usada die Beweislage für diese Vorwürfe fehlt. Die internationalen Radsport-Verbände haben die Usada aufgefordert, damit aufzuhören.

Original:
From the beginning, however, this investigation has not been about learning the truth or cleaning up cycling, but about punishing me at all costs. I am a retired cyclist, yet USADA has lodged charges over 17 years old despite its own 8-year limitation. As respected organizations such as UCI and USA Cycling have made clear, USADA lacks jurisdiction even to bring these charges. The international bodies governing cycling have ordered USADA to stop, have given notice that no one should participate in USADA’s improper proceedings, and have made it clear the pronouncements by USADA that it has banned people for life or stripped them of their accomplishments are made without authority.

In der Spiegel-Übersetzung fehlt völlig die Kritik an der Zuständigkeit, ebenso die Aussage, dass sich die USADA nicht an die eigenen Verjährungsfristen hält.

Keine Ahnung ob diese Kritik zutreffend ist, aber unter den Tisch fallen sollte sie nicht. Mir ist allerdings aufgefallen, dass in englischen Quellen das Verfahren und die Zuständigkeit der USADA stärker thematisiert werden, während Spiegel.de das Thema komplett übergeht.

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Cotti 24.08.2012, 19:48
6.

Zitat von spon-facebook-10000254977
Wenn ich das alles bisher richtig verstanden habe, hat man Lance Armstrong bis heute nicht einmal des Dopings überführen können. Ausser ein paar Auffälligkeiten im Blutbild konnte man nichts finden...
Das liegt aber vor allem an der fehlenden Kooperation von Armstrong.

Zitat von fr-online
23. August 2005 Die französische Sportzeitung „L'Equipe“ berichtet, dass in sechs Urinproben von Armstrong aus dem Jahr 1999 das Dopingmittel EPO nachgewiesen wurde. Die Proben waren eingefroren worden und konnten dem Bericht zufolge eindeutig Armstrong zugeordnet werden. EPO ist erst seit 2001 nachweisbar. 2. Oktober 2008 Die französische Anti-Doping-Agentur AFLD schlägt Armstrong vor, die sechs Proben der Tour de France 1999 nochmals zu testen. Der US-Amerikaner lehnt das ab.
Außerdem hat das Gericht, welches Armstrong extra anrief, um gegen die Ermittlungen der "Usada" vorzugehen, ihm die Wahl gelassen:

Zitat von
20. August 2012 Ein Gericht in Austin erklärt die Ermittlungen der USADA gegen Armstrong für rechtens. Der Texaner muss entscheiden, ob er eine Schiedsgerichts-Verhandlung will oder eine drohende lebenslange Sperre der USADA akzeptiert.
...und Armstrong hat scheinbar jetzt entschieden. Damit erklärt er sich selbst lebenslang gesperrt - und das spricht Bände.

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23 1/3 25.08.2012, 01:22
7. Man darf nie vergessen ...

das alle deutschen Medien mittlerweile gleichgeschaltet sind und nur wenig Unterschiede bei ihren News machen. Deswegen darf man solchen "News" nicht glauben, auch wenn mann sich gebildet dadurch fühlt. Es ist nur das Tagwerk von Journalisten die Meinung machen müssen um ihr täglich Brot zu verdienen.

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