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Drei Thesen zur WM: Es gibt keine Großen mehr
DPA

Deutliche Favoritensiege? Sind bislang Mangelware bei der WM-Endrunde 2018. Die kleineren Nationen haben aufgeholt. Auch deshalb sind die Standardsituationen diesmal so wichtig.

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mullertomas989 19.06.2018, 08:25
1. Begabung plus Einsatz

Ich würde es anders sehen. Beim Thema "große Mannschaften" bewertet man doch oft das theoretische Potential / die Begabung einer Mannschaft. Hinzu kommt aber immer die Einsatzbereitschaft am Spieltag. Erst die Summe aus beidem ergibt die Stärke des Teams. Wenn ein großes Team dann halt nur 70% Einsatzbereitschaft zeigt, kann ein nominell schwächeres Team schon mal überholen..... Das gleiche sollte auch bei der Auswahl der Spieler gelten! Ein Özil ist theoretisch vielleicht der beste 10er der Welt. Aber andere kämpfen viel mehr und deshalb ist er im Ergebnis eher eine Wundertüte - andere (allein Reus!) sind tatsächlich besser!

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sumeriandemon 19.06.2018, 08:34
2.

Das Beispiel Portugal und Spanien ist in dem Kontext Quatsch. Mit Spanien und Portugal sind zwei Favoriten aufeinander getroffen, die nach einem hochklassigen, offenen und technisch versierten Spiel unentschieden gespielt haben. Wo kann man an dem Beispiel ein Favoritensterben ableiten? Davon abgesehen schließ ich mich dem Autor an, ein schwacher WM-Auftakt für die Großen.

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Pless1 19.06.2018, 08:41
3. Den Artikel sollte Löw lesen

Standards sind wichtig! Deutschland hatte Eckbälle zu Häuf, hat diese aber fast alle kurz ausgeführt. Das habe ich überhaupt nicht verstanden. Die Mexikaner waren allesamt nicht die größten, wenn man da Hummels und Boateng nach vorn schickt geht da immer was.

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Papazaca 19.06.2018, 08:50
4. In der Sache richtig, im Detail falsch

Spanien und Portugal als Beispiel für Groß und Klein anzuführen geht wohl an der Realität vorbei: Portugal ist die Nummer3, Spanien die Nummer 8. Und auch Island ist inzwischen die Nummer 21.

Aber grundsätzlich stimmt die Analyse: Die Kleinen haben aufgeholt und können durch gute Defensiv-Leistungen, Konter und Standards sogar gewinnen.. Trotzdem wird kein "Kleiner" Weltmeister. Aber es könnte passieren, das ein Großer seine Stärken so effizient einsetzt, das er die "Ganz Großen" schlägt.

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labuday 19.06.2018, 09:05
5. in der Berliner Zeitung steht ein schöner Artikel eines Gehirn-

psychologen, der nachvollziehbar darlegt, warum Deutschland nicht seinen Titel verteidigen kann - und auch alle anderen nicht.
Einfach gesagt: die Spieler werden träge und ruhen sich auf ihren Lorbeeren aus - nicht weil sie das so wollen, sondern weil Veränderungen im Gehirn stattfinden. Imeer der die gleichen Bewegungen und Denkansätze machen lustlos, es kommt nichts neues hinzu.
Weiß der Volksmund schon lange - ist klar.
Aber die einzige Lösung wäre: Nach einer WM den sofortigenh und vollständigen Umbruch durchziehen - am besten auch den Trainer wechseln.
Die Geschichte gibt ihm Recht - die deutsche Nati und Löw auch.
Also lehnt euch zurück, genießt schöne Spiele und laßt %e gerade sein.
Wir werden nicht Weltmeister.

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ecki in mexico 19.06.2018, 09:29
6. Man braucht immer eine Story.

Fußballlweltmeister kommen aus Europa oder Südamerika. So war es immer und so wird es immer sein. Es gibt einen Kreis, aus dem der Weltmeister kommen wird (Brasilien, Spanien, Frankreich, Deutschland und im erweiterten Blickfeld vielleicht noch Argentinien, Belgien, England, Uruguay). Kein asiatisches, afrikanisches oder nordamerikanisches Team hat die Spur einer Chance oder auch die Substanz, das Turnier bis zu Ende auf hohem Niveau durchzuspielen.

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CancunMM 19.06.2018, 09:29
7.

Zitat von labuday
psychologen, der nachvollziehbar darlegt, warum Deutschland nicht seinen Titel verteidigen kann - und auch alle anderen nicht. Einfach gesagt: die Spieler werden träge und ruhen sich auf ihren Lorbeeren aus - nicht weil sie das so wollen, sondern weil Veränderungen im Gehirn stattfinden. Imeer der die gleichen Bewegungen und Denkansätze machen lustlos, es kommt nichts neues hinzu. Weiß der Volksmund schon lange - ist klar. Aber die einzige Lösung wäre: Nach einer WM den sofortigenh und vollständigen Umbruch durchziehen - am besten auch den Trainer wechseln. Die Geschichte gibt ihm Recht - die deutsche Nati und Löw auch. Also lehnt euch zurück, genießt schöne Spiele und laßt %e gerade sein. Wir werden nicht Weltmeister.
Das ist einfach Blödsinn. Dann wäre Spanien auch nicht Welt- und Europameister geworden. Oder wird das Gehirn nach dem Europameistertitel nicht belohnt ? Oder braucht man beim Europameistertitel nicht so viel ,,Hunger´´ ?
Und nach 4 Jahren Pause ist man mit Sicherheit wieder genauso gierig auf den Titel. es ist einfach nur so, dass der Titel vor 4 Jahren schon sehr glücklich war.. Im ersten Spiel kam einem der Platzverwies entgegen. Die anderen Spiele waren eher ein Gewürge und man stand kurz vor dem Aus und im Finale hatte man auch Glück. Das hat man einfach vier Jahre vergessen. Bei der EM war man deutlich stärker, hat aber leider gegen Frankreich wieder mal die falsche Taktik gewählt.

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JustFunKiro 19.06.2018, 09:31
8. 2014

gab es während der Vorrunde auch schon dieses Statement, es gibt keine Kleinen mehr. Als dann im Achtelfinale ausnahmslos die Gruppenersten siegten und im Viertelfinale die relativ neuen Spitzenteams Costa Rica, Belgien und Kolumbien alle gegen "Traditionsteams" verloren, relativierte man ganz schnell. Und gerade Mexikos Sieg zeigt einen guten Grund: Auf Vorrundengegner können sich die "Kleinen" gut einstellen. Aber je weiter man kommt, desto mehr unterschiedliche Gegner werden möglich. Und diese Taktiken werden dann nicht mehr so gut durchführbar sein.

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Pless1 19.06.2018, 09:32
9.

Zitat von Papazaca
Spanien und Portugal als Beispiel für Groß und Klein anzuführen geht wohl an der Realität vorbei: Portugal ist die Nummer3, Spanien die Nummer 8. Und auch Island ist inzwischen die Nummer 21. Aber grundsätzlich stimmt die Analyse: Die Kleinen haben aufgeholt und können durch gute Defensiv-Leistungen, Konter und Standards sogar gewinnen.. Trotzdem wird kein "Kleiner" Weltmeister. Aber es könnte passieren, das ein Großer seine Stärken so effizient einsetzt, das er die "Ganz Großen" schlägt.
Ich will Ihnen mit Ihrer Kernaussage nicht widersprechen, aber die FIFA-Weltrangliste ist ein denkbar schlechter Indikator. Die Gewichtung der Wertung ist fern von Praxis und Bedeutung der zugrundeliegenden Spiele. Die einzigen, die das auch auf Verbandsseite verstanden und für sich genutzt haben sind die Polen, die sich ganz offenkundig gezielt mit einer geschickten Auswahl von Testspielen auf der Weltrangliste nach vorne gespielt hatten, um bei der Auslosung in Topf 1 zu landen und somit Gruppenkopf zu werden. Das war clever und auch durchaus legitim, insofern keine Kritik meinerseits. Viel helfen wird ihnen aber auch ihre leichte Gruppe nicht, denn sie spielen als Gruppensieger zwar gegen einen Gruppenzweiten im Achtelfinale, aber gegen denjenigen aus der Gruppe mit Belgien und England. Sie bekommen also in jedem Fall ein dickes Brett zu bohren.

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