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Ehemaliger NFL-Profi Kaepernick: Auf die Knie
AP

Seit Footballspieler Colin Kaepernick bei der Nationalhymne sitzen blieb, gilt er als einer der umstrittensten Sportler der USA. Nun ist er arbeitslos - weil er gegen die Diskriminierung von Schwarzen kämpft?

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schreckgespenst 15.09.2017, 10:21
10.

Zitat von treime
Es gibt sicher einige sportliche Argumente gegen Kaepernick. Begründete! Außer einem verlorenem Superbowl-Finale hat er ja kaum was vorzuweisen und das liegt daran, das er sich spielerisch nicht weiterentwickelt hat. Die andere Seite wurde mal so erklärt: welche NFL Franchise holt sich freiwillig so eine Aufmerksamkeit ins Boot? Die NFL Saison ist kurz, die meisten Teams brauchen Ruhe und den Fokus auf die Spiele. Bei den Ravens war Kaepernick lange Zeit im Gespräch, "witzigerweise" hörte man auf die ablehnenden Meinungen der Legenden Ray Rice und Ray Lewis, der eine verprügelte seine Freundin im Aufzug, der andere war des Mordes angeklagt ... Die haben gegen Kaepernick gesprochen.
Der Spiegelartikel greift zu kurz und der Autor kennt sich ggf. auch nicht mit dem NFL-System aus. Bei der Verpflichtung von Kaepernick als Ersatz-QB spielen nicht nur sportliche Leistungen eine Rolle. Ob die 64 anderen QB besser sind oder nicht, ist nicht entscheidend.
Vielmehr ist die Team-Chemie, das Gehalt (Salary-Cup) usw. von wichtiger Bedeutung.
Zusätzlich hat sich Kaepernick nicht entscheidend weiterentwickelt, seine Wurftechnik ist durchschnittlich. Nur seine Laufqualitäten sind hervorzuheben. Damit scheidet er aber für ein Franchise aus, dass mit einen klassichen Pocket-QB als Starter (Big Ben, Brees, Manning usw) spielt.
Und der z.B. im Artikel erwähnte Case Keenum hat gezeigt, dass er ein guter ERsatzmann ist. Er liefert seine erwartbare Leistung, wenn er spielt, ist ein Teamplayer und ohne Allüren und Kontroversen.

Eine kleine Korrektur zu meinem Vorredner: Für Kaepernick hat sich Jerry Rice und nicht Ray Rice eingesetzt. Jerry Rice hat seine Frau/Freundin nie verprügelt.
Und hätte die Freundin von Kaepernick nicht einen selten dämlichen Tweet über den Beseitzer der Baltimore Ravens verfasst, würde er dort vermutlich auch als Ersatzmann unter Vertrag stehen.

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fallobst24 15.09.2017, 10:24
11. Do your research

Einen halbgaren Artikel zu schreiben, in dem ein guter Teil der Informationen weggelassen werden, ist bestensfalls schwach. Im schlimmsten Fall muss man annehmen, dass man damit die Leser bewusst täuschen will.
https://www.cbssports.com/nfl/news/ray-lewis-ravens-refused-to-sign-colin-kaepernick-because-of-girlfriends-tweet/

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citizen01 15.09.2017, 10:31
12. Dem Land pauschalierend die Ehre bei der Hymne zu verweigern ist ...

schon hahnebüchen, auch wenn es dafür Präzedenzfälle gibt. Ist ihm nichts anderes eingefallen, als die Zuschauer und das sportliche Ereignis als Kulisse zu mißbrauchen? Es hätte ja aus gleichem Grund die Spielteilnahme verweigern können. Damit wäre er auch in die Medien gekommen, allerdings hätte ihn das finanziell getroffen, so wichtig ist ihm der Protest wohl auch wieder nicht.

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simonster2013 15.09.2017, 10:34
13.

der artikel hätte auch die anderen Gründe ein bischen beleuchten können. Wenn man Fidel Castro verherlicht ist man in Miami nicht gerade gern gesehen, noch dazu hatte der dortige Coach bereits mit jay Cutler zusammengearbeitet. Noch dazu sind tweets die Polizisten mit "modern day slave catchers" gleichstellt nicht gerade hilfreich. Seine Freundin hat auserdem den besitzer der ravens als rasisten und sklavenhalter dargestellt.. Alles Gründe warum man in der NFL keinen Vertrag bekommt, vor allem nicht wenn das Talent die anderen Gründe nicht überwiegt. Der Artikel beruft sich leider nur auf ein spektrum.

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Kohlenkeller 15.09.2017, 10:43
14. Sehr vereinfacht dargestellt

Dieser Artikel gibt das Geschehen meiner Meinung nach sehr verknappt wieder. Als ehemaliger großer Kaepernick-Fan (und Unterstützer seiner politischen Sache) kann ich sagen, dass der gute Colin durchaus einen großen Teil Mitschuld daran trägt, dass er jetzt ohne Verein darsteht.

Trotz immer schlechter werdender Leistungen hat er lange auf seinen 20-Mio.-Dollar-Vertrag (pro Jahr) bei den 49ers beharrt. Für jemanden, der sportlichen Erfolg haben möchte und der lange Jahre über gutes Geld verdient hat, ist es eigentlich häufig üblich, auf einen Teil des Gehalts zu verzichten, damit trotz Gehalts-Obergrenze für alle Spieler gute neue Leute geholt und bezahlt werden können.
Colin hat daran nicht mal im Traum gedacht. Auch auf die Kritik an seinen teilweise grottenschlechten Leistungen hat er nicht damit reagiert, in Training und Spiel noch mal richtig Gas zu geben.

Und auch in die Verhandlungen mit neuen Vereinen ist er zunächst mit Gehaltsforderungen gezogen, die in keinerlei Einklang mit seinen sportlichen Leistungen standen.

Sorry, der Mann hatte wirklich Talent, sein politisches Engagement ist uneingeschränkt zu unterstützen - aber auch meine Geduld mit ihm war irgendwann aufgebraucht. Niemand ist größer als der Verein, und wer die 49ers so ausnehmen möchte und dafür nicht liefert, wird eben irgendwann ersetzt.

Tut mir leid für ihn, aber da ist mir das Schicksal der Niners wichtiger...

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winkdon 15.09.2017, 10:52
15. ....

Da wurde ein Artikel ohne Sachkenntnis geschrieben. Colin Kaepernick hat sich als NFL QB nicht wirklich bewährt. Er passt auch nicht in jede Offense. Er ist zwar ein guter Läufer, aber eine Katastrophe in der Pocket. Entsprechend gibt es nur wenige Teams, die sich so einen QB auf die Bank setzen, weil er nur mit wenigen Playbooks umgehen kann. Ich denke auch, dass er nicht genug Spielwitz hat. Er ist ein Super-Athlet, packt aber die mentale Seite des Spieles nicht ausreichend.

Letztlich bedeutet die Tatsache, dass er keinen der 64 Jobs erhalten hat nicht zwingend, dass 64 QB's "besser" sind als er. Viele Teams haben junge QB's als Nummer zwei, die sie aufbauen. Als so eine Zukunftshoffnung taugt Kaepernick mit seiner sportlichen Geschichte leider nicht.

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Kohlenkeller 15.09.2017, 11:00
16. Nachtrag

Zitat von Kohlenkeller
Dieser Artikel gibt das Geschehen meiner Meinung nach sehr verknappt wieder. Als ehemaliger großer Kaepernick-Fan (und Unterstützer seiner politischen Sache) kann ich sagen, dass der gute Colin durchaus einen großen Teil Mitschuld daran trägt, dass er jetzt ohne Verein darsteht. Trotz immer schlechter werdender Leistungen hat er lange auf seinen 20-Mio.-Dollar-Vertrag (pro Jahr) bei den 49ers beharrt. Für jemanden, der sportlichen Erfolg haben möchte und der lange Jahre über gutes Geld verdient hat, ist es eigentlich häufig üblich, auf einen Teil des Gehalts zu verzichten, damit trotz Gehalts-Obergrenze für alle Spieler gute neue Leute geholt und bezahlt werden können. Colin hat daran nicht mal im Traum gedacht. Auch auf die Kritik an seinen teilweise grottenschlechten Leistungen hat er nicht damit reagiert, in Training und Spiel noch mal richtig Gas zu geben. Und auch in die Verhandlungen mit neuen Vereinen ist er zunächst mit Gehaltsforderungen gezogen, die in keinerlei Einklang mit seinen sportlichen Leistungen standen. Sorry, der Mann hatte wirklich Talent, sein politisches Engagement ist uneingeschränkt zu unterstützen - aber auch meine Geduld mit ihm war irgendwann aufgebraucht. Niemand ist größer als der Verein, und wer die 49ers so ausnehmen möchte und dafür nicht liefert, wird eben irgendwann ersetzt. Tut mir leid für ihn, aber da ist mir das Schicksal der Niners wichtiger...
Eins ist aber auch klar: Wenn Kaepernick die Leistung weiter gebracht hätte, die er in der Superbowl-Saison und z.T. auch davor gebracht hat, wäre er jetzt noch starting Quarterback der 49ers und würde auch weiter seine 20 Mio. im Jahr verdienen - oder mehr.

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Peter Gabriel 15.09.2017, 11:41
17.

Kaepernick hat eigentlich das Zeig zu einem ganz grossen QB, leider war bei den 49ern in den letzten Jahren die Offense richtig schlecht, wie man ja auch an den Nachfolgern von Kaepernick sieht. Gibt ihm eine halbwegs stabile Offensive Line und Widereceiver die nicht unter Lederallergie leiden und das Team kommt weit.Hab ihn gerne spielen sehen, icg mag es wenn der QB selber läuft, und sein Passspiel ist auch mehr als gut.

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Micha_Zimmer 15.09.2017, 12:08
18. Ambivalenz nicht ausreichend dargestellt

Wie viele Vorkommentierer bereits festgestellt haben, lässt sich der Unwille der Besitzer hinsichtlich einer Einstellung Kaepernicks nicht auf "er ist besser als mehr als die Hälfte der QB mit Vertrag und deshalb ist das ein politisches Statement pro Rassismus" reduzieren. Neben dem Aspekt, dass es durchaus sportliche Gründe gibt, auch aus meiner Sicht passt Kaep nur in bestimmte Schemata, gibt es auch den Business-Aspekt. Die Team-Besitzer treffen geschäftliche Entscheidungen. Das muss man nicht mögen, ist aber so. Und wenn die Nachteile, die jemand einkauft, die Vorteile überwiegen, dann muss man schon sehr starke Gründe (persönliche Ideale, sportliche Gründe) haben, um sich darüber hinweg zu setzen. Denn sind wir mal ehrlich: unter den Zuschauern der NFL ist der Prozentsatz an rassistischen, nationalistischen, symbolorientierten... Menschen sicher höher als bei den Teambesitzern. Aber die Teambesitzer beziehen, wie jeder kluge Geschäftsmann, die Wünsche, Interessen und auch Aversionen ihrer Kunden in ihre Businessentscheidungen ein. Und im Moment bietet Kaep offensichtlich nicht genug "upside", um die Nachteile, die ein Team hätte, aufzuwiegen. Ich finde den Artikel nicht komplett kenntnislos, aber die Ambivalenz der Entscheidung Kaepernick nicht einzustellen, ist nicht ausreichend dargestellt.

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aknotat 15.09.2017, 12:25
19.

Schön so viel Sachverstand zum Thema Football auf der Spiegel Seite zu finden .. leider versteckt in den Kommentaren und nicht etwa im Artikel. Kapernick ist wahrlich kein Teamplayer oder Leader und konnte auch sonst sportlich nicht überzeugen. Er hätte bei den Ravens einen Vertrag bekommen können .. wenn seine Freundin nicht kurz der Unterzeichnung den Eigentümer als Sklavenhalter bezeichnet hätte.

Die 49er müssen sich Fragen lassen ob sie damals nicht etwas voreilig Alex Smith abgeschossen haben, der heute im Kansas City ordentlich Dampf macht.

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