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EM-Euphorie: Warum "wir" nicht Europameister werden
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Deutschland ist Weltmeister. Und Deutschland kann Europameister werden. Aber deshalb muss nicht jeder Mensch in Deutschland jubeln. Das sollten auch ARD und ZDF wissen.

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ThinkItOver 06.07.2016, 13:12
70. Man kann es auch übertreiben ...

Einfach mal Klartext:

Das Deutsche Team ist doch eine bunte Mischung aus Spielern, deren Familien schon sehr lang in Deutschland leben und Spielern mit den verschiedensten Migrationshintergründen. Bei uns spielen Moslems mit Christen in einer Mannschaft.

Wenn wir Deutschen (egal mit welchem Migrationshintergrund) uns mit einem derartigen Team nur ganz leise als "wir" und "unser Team" identifizieren sollen, damit nicht irgend jemand möglicherweise das in den falschen Hals bekommt, dann läuft etwas völlig verkehrt mit unserem Selbstverständnis. Unser Team symbolisiert doch geradezu unser Ideal, dass es auf Leistung und nicht auf Abstammung ankommt.

Wovor hat der Autor eigentlich Angst? Dass sich ein Italiener in Deutschland unwohl fühlt, weil seine Manschaft mal nicht gewonnen hat? Man sehe mal nach Italien, Spanien, Brasilien, schaue mal nach Island, Großbritannien und ...und ... und ... die kämen gar nicht auf die Idee, sich nicht mit ihrer Nationalelf zu identifizieren oder laut zu feiern, um möglicherweise dem ein oder anderen Touristen nicht auf imaginäre Zehen zu treten.
Kurz: Bitte Kirche einfach im Dorf lassen.
Im Grunde kommt es doch auf das Wie an, ob man respektvoll mit seinen Mitbürgern umgeht, auch im Jubel. Das was wirklich im Fußball problematisch ist, sind die Extremisten und Gewalttäter, die immer wieder aus der Reihe tanzen.

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cor 06.07.2016, 13:12
71. Übertreibung

"Das ist aus mehreren Gründen problematisch"

Nein, Herr Raecke. Das ist es nicht. Sie machen aus einer Mücke einen Elefanten und dieses Problem gibt es nur in den Köpfen von vielen vielen Deutschen, die meinen, sich immer noch für ihre Vergangenheit in irgendeiner Art und Weise entschuldigen zu müssen und Sie, Herr Raecke, sind offensichtlich einer davon.

Ach ja, würde ich in Italien leben und da würde ein Moderator von "Wir" reden, dann würde ich das nicht mal ansatzweise in Frage stellen!

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andi5lebt 06.07.2016, 13:12
72. Aus der Mücke einen Semantikkurs machen.

Wer sich vom "wir" im deutschen Fernsehen nicht angesprochen fühlt ignoriert es einfach. Man muß doch nicht aus allem und jedem ein PC Drama machen.

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untamed 06.07.2016, 13:13
73.

Das "Wir" ist Ausdruck des Menschen als soziales Wesen und in jedem Kontext zu finden - wir in der Firma, wir als Familie, wir Fußballfans... oder eben wir Deutsche. Für mich persönlich ist Deutschland irrelevant, ich habe immer schon international gelebt, gearbeitet, gedacht. Aber es ist am Ende doch ein harmloser Spaß, die Fußballmannschaft (die eben die Deutsche ist) als Identifikationsplattform für ein großes "Wir" zu empfinden, so wie es in allen Ländern der Welt der Fall ist. Problematisch wird das deutsche "Wir" dann, wenn es als einziges Identifikationskriterium missbraucht wird um abzugrenzen, so wie die Dumpfbacken aus dem AfD- und Pegida-Umfeld es tun. Deutscher sein ist ein Eintrag in Pass, aber nichts was einen Menschen per se besser macht als andere, insbesondere dann nicht, wenn es das Einzige ist, womit sich der betreffende identifiziert. Dann wird aus gesundem Patriotismus a la WM 2006 ganz schnell krankhafter Nationalismus a la Pegida 2015 und muss mit allen Mitteln bekämpft werden. Aber hier gehts doch nur um Fußball, und da soll den Menschen ein verbindendes, positive Emotionen stiftendes "Wir" doch bitte erlaubt sein. Und zwar jedem, der das möchte - auch den nicht in Deutschland geborenen oder lebenden. Ich werde übrigens definitiv nicht Europameister, da mir nicht nur Deutschland, sondern auch Fußball herzlich egal ist.

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heinereggers 06.07.2016, 13:13
74. Wir sind

Beim "Wir sind Papst" handelt es sich um den "Pluralis Majestatis": Ein sehr hochrangiger Mensch spricht von sich in der Mehrzahl.

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morpheus70 06.07.2016, 13:14
75. Echt jetzt?

Warum soll ein Kommentator auf einem deutschen TV Sender bei der Fussballnationalmannschaft (oder jede andere Sportart) nicht von WIR reden? Man kann es auch gänzlich übertreiben mit der Rücksichtnahme auf Menschen mit Migrationshintergrund.
Wer aus einer Fussballberichterstattung so ein, fast schon rechtsradikales, Problem macht, der geht sonst wohl ohne Sorgen durchs Leben.
Oder wollte man hier mit Absicht eibe lebhafte Diskussion vom Zaun brechen?

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JolietJakeblues 06.07.2016, 13:15
76. Neutral?

Zitat von souv
Ich finde die typisch deutsche neutrale Berichterstattung bei deutschen Spielen sehr unangemessen. Sie müssen ja nicht gleich so total ausflippen wie ihr Isländischer Kollege , aber mehr Herzblut wäre schon gut!
Dass die hierzulande alles andere als "neutral" kommentieren merkt man wohl nur, wenn man nicht für Deutschland ist.
Für meine Begriffe bringen die schon "Herzblut" ein. Ich denke da nur an den hyperventilierenden Tom Bartels in 2014. Der war für neutrale Zuschauer stellenweise nur schwer zu ertragen...

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t dog 06.07.2016, 13:16
77. Spaß verbieten

Am Besten bleibt jeder nur noch zu Hause, außer er muss arbeiten. Jeder der davon abweicht ist entweder Terrorist, oder rechtsradikal. Wurde auch mal Zeit das das erkannt wird. So kann und darf das nicht weiter gehen. Danke Spiegelonline.

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woswoistndu 06.07.2016, 13:17
78. man kann

auch alles zerreden. es gibt wahrlich nur noch wenig, worüber sich in d nationalistisch überhöht wird. euphorisches manschaftsbejubeln gehört nun absolut nicht dazu. den leuten auch noch den spaß am fußball verderben zu wollen find ich ganz schön oll. sind sie auch so einer, der mozart-opern oder andersen-märchen nach für migranten beleidigenden wortgebilden durchkämmt? überflüssiger artikel!

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bssh 06.07.2016, 13:20
79. Danke

Guter Artikel. Endlich mal jemand, der diese Fußball- und National-Besoffenheit nicht mitmacht.
Natürlich darf man sich über Fußball und diese EM freuen, aber es ist eben eine Mannschaft, die gewinnt oder verliert, aber nicht "wir". Ich spiele nicht mit, gewinne und verliere nicht.

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