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EM-Schiedsrichter Rizzoli: Alles richtig gemacht
DPA

Ist die deutsche Nationalmannschaft einer Verschwörung des Italieners Nicola Rizzoli zum Opfer gefallen? Ein Vergleich der EM mit der Copa América zeigt, wie gut die europäischen Schiedsrichter wirklich sind.

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Dengar 09.07.2016, 14:17
190.

Zitat von MtSchiara
In welcher Fußballregel ist das niedergeschrieben? Erhobene Arme sind bei im Fußball üblichen Zeikämpfen - auch im Strafraum - häufig unvermeidlich, um das Gleichgewicht zu halten oder den Körper zu schützen.
Zumindest Schweinsteiger und Boateng scheinen das anders zu sehen. Beide wissen nicht, warum ihre Arme da waren, wo sie waren, und beide sind der Meinung, dass sie dort nicht hingehören, wenn man keinen Elfmeter provozieren will.

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geboren1969 09.07.2016, 14:29
191. Hypothetisch!

Nehmen wir mal an, Deutschland wäre gegen Italien ausgeschieden und irgend ein deutscher Oberschiedsrichter hätte Herrn Brych für das Halbfinale Italien - Frankreich angesetzt. Den Aufschrei der Tifosi hätte man rund um den Globus gehört. Mir ist es unverständlich, dass in Zeiten, wo FIFA und UEFA ein massives Glaubwürdigkeitsproblem haben, solche Entscheidungen getroffen werden. Vertrauensbildende Maßnahmen gegenüber Fußballfans sehen anders aus.

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Schattenriss 09.07.2016, 14:48
192.

Zitat von Dengar
... dass Schweinsteiger mit dem Arm voran Richtung Ball gesprungen ist. Erhobene Arme (außer vom Torwart) haben im Strafraum nun mal nichts verloren.
Einer der Punkte, die nach den Anweisungen der FIFA ausreichen, den Elfmeterpfiff zu legitimieren. Könnte man nachlesen, diese Anweisungen, einige scheinen aber zu glauben, "Absicht" bedeutet, daß der Spieler seinen Vorsatz, den Ball mit der Hand zu spielen, vorher mit dem Megaphon kundtut.

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portman 09.07.2016, 14:54
193.

Zitat von carinanavis
Selbst der SPON-Schreiber sah, dass "der Ball Schweinsteiger an die Hand springt". Damit war es kein absichliches Handspiel und gemäß den zuvor zitierten DFB und FIFA-Regeln (ich denke mal dass die UEFA da nicht abweicht) kein Foul, auch nicht im Strafraum. Da können Sie noch so oft auf der Unwahrheit beharren, es war folglich eine glasklare Fehlentscheidung Rizzolis. ... Deutschland wurde zudem im Finale 2002 betrogen und bei vielen anderen Gelegenheiten. Jeder einzelne Titel Deutschlands ist verdient und zurecht gewonnen worden. bei anderen nationen bin ich mir da nicht so sicher.
Wäre das zweite Tor der Franzosen nicht gefallen wenn der Rizzoli den Elfmeter nicht gepfiffen hätte?

Vielleicht nicht, genauso wie in allen anderen Beispielen. Alle Spiele hätten ohne Fehlentscheidung vielleicht einen anderen Verlauf genommen. England 2010 oder Ungarn 1954 hätten vielleicht das Spiel gedreht, oder auch Deutschland 1966.

Im Übrigen denke ich nicht das Deutschland tendenziell benachteiligt wird. Eher im Gegenteil 1982 keine Strafe nach dem abgesprochenen Spiel gegen Österreich. Keine Strafe für Toni Schumacher nach Foul an Battiston. 2002 kein Elfmeter für USA nach absichtlichem Handspiel von Frings auf der Linie.
Nachdem 2002 in den Spielen zuvor Südkorea offensichtliche Vorteile bekommen hat würde im Haldfinale gegen Deutschland ein deutschsprachiger Schiedsrichter eingesetzt? Warum?

Man kann sich über Fehlentscheidungen aufregen aber so ist Fußball, sicher keine Verschörung

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bernd.stromberg 09.07.2016, 15:07
194. Handspiel

Zitat von carinanavis
Sie irren und haben sich irgendeine Wunschperspektive herausgegriffen. Dieser Spruch "erhobene Arme haben nichts im Strafraum verloren" beweist ganz klar, dass Sie die Regel nicht verstanden haben. Der Arm und die Hand können nach der Regel überall sein, auch so wie Boateng das gegen Italien gemacht hat. Solange der Ball nicht absichtlich berührt wird kann ein Spieler mit Armen und Händen machen was er will. Im übrigen gibt ja auch der SPON-Schreiber zu, dass der Ball Schweinsteiger an die Hand SPRINGT. Da können Sie tausend persepktiven auffahren, es wird sich nicht daran änder, dass es kein absichtliches Handspiel war.
Auch unabsichtliches Handspiel wird geahndet, sofern der Spieler mit der Hand oder dem Arm seine Körperfläche vergrößert. Das ist beim Ausstrecken des Armes vom Körper weg und nach oben aber klar der Fall.

Unabsichtliches Handspiel ist dann nicht zu ahnden, wenn der Arm am Körper angelegt ist.

Schweinsteigers Aktion war ungeschickt, dass der Elfmeter nach Regelwerk berechtigt war, bezweifelt sonst ja auch niemand.

Fragwürdig ist eher die Linie des Schiedsrichters in seiner Gesamtheit: beim DFB-Team wurde jede Aktion die man im Ermessensspielraum des Schiedsrichters im Entferntesten hätte pfeifen können auch rigiros von Rizzoli gepfiffen und maximal bestraft (4 Gelbe Karten für den DFB nach der 1. HZ).
Gleichzeitig wurden gleich mehrere grenzwertige Aktionen der Franzosen die man auch durchaus hätte pfeifen können oder sogar müssen einfach durchgehen lassen.

Und DAS ist das Auffällige daran. Ich kann nicht gegen die eine Mannschaft kleinlich jede Aktion pfeifen und dann mit vollster Härte ahnden und bei der anderen Mannschaft dann zahlreiche ebenso grenzwertige und harte Aktionen weitelaufen lassen und gar nicht Sanktionieren.

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MtSchiara 09.07.2016, 15:12
195.

Zitat von Schattenriss
Einer der Punkte, die nach den Anweisungen der FIFA ausreichen, den Elfmeterpfiff zu legitimieren. Könnte man nachlesen, diese Anweisungen, einige scheinen aber zu glauben, "Absicht" bedeutet, daß der Spieler seinen Vorsatz, den Ball mit der Hand zu spielen, vorher mit dem Megaphon kundtut.
Wenn man weiß wo es steht, kann man vieles nachlesen. Vielleicht kann mal jemand, der sagt es stünde irgendwo, auch die Quelle mit Quellenangabe zitieren.

Und Schweinsteiger ist nicht Richtung Ball gesprungen, sondern parallel zur Flugbahn des Balles. Gemäß der Ballflugbahn hätte es ohne Bahnänderung keinen Ballkontakt gegeben.

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Aberlour A ' Bunadh 09.07.2016, 15:17
196. Handspiel ist nicht gleich Handspiel

Warum man in Deutschland die FIFA-Handspielregel nicht versteht, ist mir ein Rätsel. Es gibt eigentlich nur zwei Entscheidungsparameter. Geht die Hand (Arm) zum Ball oder geht der Ball zur Hand (Arm). Im ersten Fall ist der Sachverhalt ohnehin geklärt. Es liegt ein ABSICHTLICHES Handspiel vor. Und damit ein Regelverstoß. Beim zweiten Fall gibt es, DER NATUR DER REGEL NACH, immer einen Interpretationsspielraum durch den Schiedsrichter, je nachdem wie er die Situation bewertet. Daher kommen in diesem Fall weitere Entscheidungsparameter der Regel zum Einsatz: "die Entfernung zwischen Gegner und Ball (unerwartetes Zuspiel)" und die "Position der Hand (Das Berühren des Balls an sich ist noch kein Vergehen)". Kommen wir mit dieser kleinen Regelkunde nun zum Fall Schweinsteiger. Um es kurz zu machen: Es liegt eindeutig ein Regelverstoß vor, weil die Hand Schweinsteigers ZUM BALL GEHT. ES LIEGT EIN ABSICHTLICHES HANDSPIEL VOR. Das heißt, die weiteren Entscheidungsparameter zur Beurteilung der Situation müsse gar nicht zum Einsatz kommen. Der Fall IST EINDEUTIG. Der Schiedsrichter hat absolut korrekt entschieden. Und ein sehr gutes Auge bewiesen. Ich habe mir auf sämtlichen zur Verfügung stehenden Videos die Szene gefühlt 1 Millionen mal angesehen. Bei Schweinsteiger gibt es eine aktive Bewegung der Hand zum Ball. Er versucht, wie einst die "Hand Gottes", mit der Hand einen Kopfball zu simulieren. Sicherlich aus dem Reflex heraus geschickt gemacht, weil er instinktiv merkt, dass er für ein Kopfballduell den entscheidenden Bruchteil einer Sekunde zu spät dran ist. Dennoch ist und bleibt es ein absichtliches Handspiel. Da beißt die Maus keinen Faden ab.

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MtSchiara 09.07.2016, 15:23
197. unwillkürliche Bewegungen

Zitat von Dengar
Zumindest Schweinsteiger und Boateng scheinen das anders zu sehen. Beide wissen nicht, warum ihre Arme da waren, wo sie waren, und beide sind der Meinung, dass sie dort nicht hingehören, wenn man keinen Elfmeter provozieren will. Wollen Sie dem widersprechen?
Ich weiß nicht, was Schweinsteiger und Boateng wissen. Arme und Hände werden häufig unbewußt oder aus Reflexen gesteuert, um Gleichgewicht zu halten oder den Körper zu schützen. Ich kann auch nicht immer Rechenschaft darüber ablegen, warum mein Gehirn diese oder jene Bewegung ausführt. Dazu bräuchte ich komplizierte physikalische Berechnungen und die Analyse des komplexen neuronalen Netzes im Gehirn.

Außerdem gilt bei Schiedsrichtern die Tatsachenentscheidung. Denn wie man hier wieder sehen kann, haben auch die regelwidrigsten und dümmsten Schiedsrichterentscheidungen anschließend Bestand. Also muß man als Spieler nicht nur darauf achten, was die Regel besagt, sondern auch darauf, was in Schiedsrichterhirnen - jenseits jedweder Regel - so alles vorgehen könnte.

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gavram 09.07.2016, 15:31
198. Das..

Zitat von carinanavis
Diese immer wiederholte Lügengeschichte über Neuer ist fast unausrottbar. Seit wann darf ein Torwart im Strafraum nicht den Ball mit der Hand wegfausten? Sie können das Foul selbst gar nicht beschreiben, weil es gar keine regelwidrige Aktion war. Oder versuchen Sie es doch mal. gegen welche Regel hätte Neuer denn verstossen?
...eine "unausrottbare Lügengeschichte" nach Faktenlage und überwiegender Expertenmeinung (z.B. hier:http://www.focus.de/sport/fussball/wm-2014/wm-dfb-schiedsrichter-neuer-hatte-glueck_id_3998450.html), was auch in der Berichterstattung im ZDF unmittelbar vor dem Spiel angesprochen wurde, ist schon ziemlich dreist. Warum sich einige Foristen hier mit einer ehrlichen Auseinandersetzung so schwer tun bleibt mit ein Rätsel. Was ist schon dabei? Spanien-Portugal bei der WM 2010, Villa steht beim 1:0 im Abseits, gleich darauf Spanien-Paraguay, der Treffer von Valdez hätte zählen müssen und der Strafstoss für Spanien war fragwürdig, WM 2006: Frings/Zidane mehr muss man nicht sagen, oder die oscarreife Leistung von Rivaldo führt zum ungerechtfertigten Platzverweis gegen Hakan Ünsal, die Ronaldo-Nummer beim Finale Frankreich-Brasilien etcpepe...Das ist Fussball! Und als fairer Sportsmann nimmt man das hin, unterlässt die Lamoryanz und gratuliert dem Sieger (gell Herr Löw).

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MtSchiara 09.07.2016, 15:34
199. anliegende Arme

Zitat von bernd.stromberg
Auch unabsichtliches Handspiel wird geahndet, sofern der Spieler mit der Hand oder dem Arm seine Körperfläche vergrößert. Das ist beim Ausstrecken des Armes vom Körper weg und nach oben aber klar der Fall. Unabsichtliches Handspiel ist dann nicht zu ahnden, wenn der Arm am Körper angelegt ist.
Arme vergrößern schon durch ihre reine Existenz die Körperfläche. Und es ist unmöglich, Fußball zu spielen wie ein Pinguin, ohne die Arme dabei zur Gleichgewichthaltung aus dem Körperkontakt herauszulösen, oder sie einzusetzen, um den Körper zu schützen.

Und ausgestreckt war der Arm nicht, sondern gebogen. Und er war auch in Körpernähe - nur an der Oberseite und nicht an der Unterseite.

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