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Erfolgloser Millionen-Hengst: Totilas-Besitzer Schockemöhle räumt erstmals Fehler ein
DPA

"Mit Totilas ist alles schief gelaufen, was schief laufen konnte": Mit deutlichen Worten hat Paul Schockemöhle, Besitzer des einst gefeierten Millionenhengstes, auf dessen Misserfolgsserie reagiert. Künftig soll das Pferd nicht mehr für die Zucht eingesetzt werden.

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utewohlrab 21.11.2012, 09:36
40. Pferdewelt verzeiht nicht alles

Zum Glück stimmt das Zitat aus dem Artikel nicht ganz:
"Die umstrittene Rollkur erboste zahlreiche Zuschauer. Die herausragenden Noten und die damit verbundene Aussicht auf Olympisches Gold hatten die Kritiker schließlich verstummen lassen."

Die Auswirkungen und Folgen der Rollkur sind inzwischen bekannt genug, um die Reiterwelt eben nicht mehr "verzeihen" zu lassen. Was die heutige Dressur-Reiterei anrichtet, sehen wir bereits heute bei vielen Privatreitern. Es sind nicht nur die Pferde auf der großen Bühne, die zusammengezurrt und unter Schmerzen "Leistungen" bringen - viele Reitlehrer und Trainer drücken hier ein Auge zu. Dabei ist das Lager heute mehr gespalten denn je: die einen streicheln, füttern Pülverchen und trauen sich kaum noch in den Sattel, die anderen wenden jede "Methode" an, um ihre Pferde in den Griff zu bekommen. Beiden fehlt eins: der Respekt vor dem Tier.

Schockemöhle hat mit Totilas hervorragend für seinen Zucht- und Verkaufsstall geworben. Die Investition hat sich längst ausgezahlt. Und er hat gute Arbeit geleistet: wie oft lese ich, daß Totilas "das gewisse Extra", "super Ausstrahlung", "tolle Gänge" hat. Als 1. Vorsitzende eines Zuchtverbands und Mitglied der Bewertungskommission kann ich versichern, daß das alles nicht stimmt. Die Gänge sind durchschnittlich, das gewisse Extra wird man lange suchen und wer bei einem so gequälten Pferd noch eine "besondere Ausstrahlung" entdeckt, sollte sich fragen, was er sehen möchte.

Wir sollten endlich wieder MIT den Pferden arbeiten, nicht gegen sie. Und zwar nicht nur im "großen Sport".

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pm40 21.11.2012, 09:51
41. Worher sollte man ihm aber...

Zitat von rancher
Paul Schockemöhle gehört in eine Einzelzelle ins Gefängnis, ohne zu wissen wann er da wieder raus kommt, ohne Hofgang mit einer Stunde Zwangsarbeit im Steinbruch unter der Peitsche. Dann geht es ihm endlich genau so, wie seinen Pferden!
...mit einem Kantholz mal so richtig vor die Schienenbeine hauen. Gerne auch öfter hintereinander. Nur damit er mal einen Eindruck davon bekommt wie sich das so anfühlt.

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_gimli_ 21.11.2012, 09:55
42.

Zitat von utewohlrab
Als 1. Vorsitzende eines Zuchtverbands und Mitglied der Bewertungskommission kann ich versichern, daß das alles nicht stimmt. Die Gänge sind durchschnittlich, das gewisse Extra wird man lange suchen und wer bei einem so noch eine "besondere Ausstrahlung" entdeckt, sollte sich fragen, was er sehen möchte.
Wenn Sie als Pferdexpertin das so wahrnehmen, frage ich mich, warum Sie nicht bereits Anzeige wegen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz gestellt haben.

Ich hatte es bereits in einem anderen Artikel geschrieben: Angler riskieren heutzutage Anzeigen, wenn sie ein Tier auch nur eine Stunde lang in einem kleinen Gefäß aufbewahren. Da gibt es rechtskräftige Gerichtsurteile.

Auf der anderen Seite dürfen Pferde, also Säugetiere, offensichtlich zu Bedingungen gehalten und trainiert werden, wo es einem den Magen umdreht. Da passt was grundlegend nicht zusammen.

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Protuberanzen 21.11.2012, 10:08
43. Pferdeschinder

Zitat von sysop
"Mit Totilas ist alles schief gelaufen, was schief laufen konnte": Mit deutlichen Worten hat Paul Schockemöhle, Besitzer des einst gefeierten Millionenhengstes, auf dessen Misserfolgsserie reagiert. Künftig soll das Pferd nicht mehr für die Zucht eingesetzt werden.
Paul Schockemöhle als Pferdeschinder hoch zu Ross

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utewohlrab 21.11.2012, 10:17
44. Pferdewelt verzeiht nicht alles

Lieber _gimli_

Lesen Sie das Tierschutzgesetz und Sie wissen, daß hier leider nichts zu machen ist.

Pferde wurden über Jahrtausende gequält, wobei man voraussetzen muß, daß bis vor ca 100 Jahren eher Unwissenheit dahintersteckte, heute aber Kalkül. Und leider viel zu viel Geld.

Ich kann als Zuchtverbandsleiterin (mit 29 eigenen Pferden) nur ein gutes Beispiel abgeben von dem, was ich für "richtig" halte: keiner meiner Hengste ist in Einzelhaltung, teilweise leben meine Hengste jahrelang mit "ihrer" Stute, alle Pferde haben jederzeit die Möglichkeit, sich frei zu bewegen, familiärer Kontat zum Menschen, Vertrauen, Respekt... Aber das will (nicht kann!) nicht jeder Pferdehalter bieten. Und leider verwechseln viele die sogenannten "spektakulären" Bewegungen der Pferde und ignorieren, daß die Tiere Gewichtsgamaschen mit mehr als 5 kg pro Bein angeschnallt bekommen, um diese "Ausstrahlung" zu erreichen. Was das für die Anatomie bedeutet, kann sich jeder selbst ausrechnen. Allerdings: als reeller Züchter mit artgerechter Haltung kann man da leider nicht mehr mithalten - "normale" und gesunde Pferde mit klarem Kopf und guten Nerven will heute keiner mehr. Damit kann man ja auch nicht vor dem Stallnachbarn angeben...

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goettker 21.11.2012, 10:20
45. Strafanzeige

Immerhin hat peta mittlerweile Strafanzeige erstattet: http://www.peta.de/totilas
Aber das sollte niemanden davon abhalten, sich weiter gegen den so genannten "Pferdesport" zu engagieren.

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marisaaa 21.11.2012, 10:23
46. Kritiker verstummen nicht, sie werden lauter!

Zitat von sysop
Doch genau dort hagelte es auch Kritik: Mit neuer Reitmethode war Rath auf dem Abreiteplatz gesichtet worden. Die umstrittene Rollkur erboste zahlreiche Zuschauer. Die herausragenden Noten und die damit verbundene Aussicht auf Olympisches Gold hatten die Kritiker schließlich verstummen lassen.[/url]
Nein, eben nicht! Genau das ist ja der Hauptkritikpunkt am heutigen Dressursport: Nicht nur, dass die Rollkur auf Abreiteplätzen geduldet und schöngeredet wird, sondern auch noch mit Bestnoten belohnt wird. Solange das passiert, werden die "Topreiter" auch weiterhin ihre Pferde rollen, wenn Olympiagold winkt: Über Frau Grunsven brauchen wir hier ja nicht diskutieren, aber bei Frau Werth war das auch nicht anders und auch die diesjährige Olympionikin tritt in die rollenden Fußstapfen. Vielleicht alles nicht im gleichen Maße wie bei Sjef Janssens "Lehre", aber definitiv nicht mehr im Sinne des Pferdes.

Und bevor Herr Gal hier zum Unschuldsengel hochstilisiert wird: Auch er hat bei Janssen trainiert und entsprechende Methdoen angewandt.

Hut ab daher nicht vor Herrn Gal, sondern vor Leuten wie Klaus Balkenhol und Gerd Heuschmann, die seit langem versuchen, Verständnis für einen gesunden, klassischen Dressursport in den Köpfen der Leute zu wecken.

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pefete 21.11.2012, 10:26
47. Wieso

muss das Pferd darunter leiden, dass Herr Schockemöhle ein Verlierer ist? Wo bleiben die Tierschützer?

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Ines L 21.11.2012, 10:35
48. Edward Gal war auch nicht besser!

Alle, die sich hier wünschen, dass das Pferd zu Edward Gal zurückkommt, haben wohl eines vergessen: er ist daran Schuld, dass das Pferd überhaupt in Rollkur geritten und ausgebildet wurde!! Bei Matthias Rath macht Totilas jetzt so ein Theater, weil dieser versucht hat, ihn nach der klassischen Reitweise zu reiten. Und was ist passiert? Totilas konnte plötzlich seine Umgebung wahrnehmen, hatte die Chance, sich frei zu bewegen... höchstwahrscheinlich hatte er auch noch wahnsinnige Schmerzen beim reiten durch die ganze von der Rollkur verspannte Muskulatur. Durch die klassische Reitweise bekam er zum ersten Mal die Gelegenheit, sich dagegen zu widersetzen. Das passt aber nun dem Herrn Schockemöhle und dem Herrn Rath nicht, also versuchen sie nun, in gleicher Art wie Edward Gal zu reiten, mit Hilfe von Sjef Janssen: zurück zur Rollkur, in der das Pferd keine Chance hat, sich zu wehren! Denn ein Pferd, das mit Rollkur jahrelang trainiert wurde, "umzuschulen" zu klassischen Reitweise dauert lange... und die Zeit will anscheinend keiner dort investieren! Mit den ganzen Kritiken a la "Matthias kann nicht reiten" wurde der Druck in diese Richtung nur noch erhöht!

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sirius1 21.11.2012, 10:39
49. Tiere sind keine Sportgeräte

Wann werden die Zuchtverbände, die Reiter und Pferdebesitzer endlich einsehen, dass ein Tier - und in diesem Fall ein Pferd - kein Sportgerät ist, welches beliebig den Besitzer wechseln kann und trotzdem gleichbleibende Leistung bringt? Das Pferd hat ein Leben und auch eigene Ideen, und wenn es wider die Natur behandelt wird, erhält man als Reiter früher oder später die Rechnung für sein Verhalten. Jeder Reiter bekommt das Pferd, dass er verdient hat, man hat es dazu gemacht, was es ist. Das sollte man sich als verantworlticher Pferdebesitzer immer vor Augen halten!

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