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Ex-Diskuswerfer Wagner über Doping: "Dreimal täglich Anabolika"
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Alwin Wagner sprach schon als Aktiver über Doping in der Leichtathletik. Dafür wurde der damalige Deutsche Meister im Diskuswurf abgestraft. Im Interview spricht er über Anabolika, Kaviar und das Schweigekartell im Sport.

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M. Vikings 04.04.2017, 10:43
30. Was soll das denn?

Zitat von InesH
Wer heute noch glaubt, es ginge um *sauberen* Sport oder es wäre je darum gegangen, der hat den Schuss nicht gehört. Doping sollte frei gegeben werden, allerdings nur für volljährige Sportler. Kinder und Jugendliche außen vor, und dort Höchststrafen für verantwortungslose Eltern, welche ihr Kind zwecks Kompensation auf etwas trimmen, was sie selbst vielleicht nicht geschafft haben. Wer sich per Leistungtssteigerung via Chemie vorzeitig und um eines kurzen Ruhmes willen gesundheitlich ruinieren möchte - dem sei dies mit Eintritt der Volljährigkeit freigestellt. Gute Aufklärung, bitte NUR private Krankenversicherung mit Dopingtarif und auf Lebenszeit - der eventuellen Spätfolgen wegen - und gut ist. Dann wäre Leistungssport endlich auch offiziell das, was er schon lange ist. Ein Wettkampf der Pharmaindustrie nebst nachgeschalteten Medizinern aus der Sport - und Werbeindustrie nach dem Motto: Wer schafft den besten Zombie?
Wollen Sie dann nur Kinder und Jugendliche auf Doping kontrollieren?

Bei olympischen Spielen und anderen Wettbewerben
treten doch immer wieder Minderjähtrige an.

Ulrike Nasse-Meyfarth wurde mit 16 Olympiasiegerin in München.

Im Kunstturnen, rythmischer Sportgymnastik, Synchronschwimmen und beim Schwimmen treten Minderjährige an.

Auch bei den Mannschaftssportarten kommt das immer wieder vor.

Beim Wintersport in den Disziplinen Skispringen, Biathlon, Halfpipe und Slopestyle.

Ich habe mir keine Mühe gegeben,
deshalb ist die Liste unvollständig.

Doping darf nicht freigegeben werden.
Ihr Vorschlag ist untauglich.

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bernaldo 04.04.2017, 10:49
31.

Solange im und mit Sport soviel Geld verdient wird, wird es nie einen "sauberen" Sport geben. Alles andere widerspricht jeder Logik. Und natürlich bekommt man auch kein "Sommermärchen 2006" umsonst. Das hat der Franz aber richtig gut gemacht. Und scheinbar recht günstig.

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jujo 04.04.2017, 11:03
32. ....

Aus dieser Zeit Stammt eine "Stern" Karrikatur, zu sehen war ein Muskelprotz mit einem geschrumptfen Schädel. Der eine Mediziner zum anderen: " Den Rest Kopf haben wir gelassen, denn irgenwo müssen die Medaillen ja angehängt werden!"
Das stimmt wohl immer noch, eher heute erst recht.

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steingärtner 04.04.2017, 11:07
33. Andere Maßstäbe

Zitat von isoprano
Zitat: "Ich bekam so ein Gläschen, da waren 100 Tabletten drin, ohne Beipackzettel" Globolis? Placebo? Hatte er Nebenwirkungen? Das ist mir zu wenig, um an ein systematisches Doping -seitens des Verbandes- zu glauben.
Bei den Russen reicht das dicke als Nachweis für systemisches Doping. Und bei den Ost-Sportlern sowieso.

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taglöhner 04.04.2017, 11:11
34.

Zitat von isoprano
Zitat: "Ich bekam so ein Gläschen, da waren 100 Tabletten drin, ohne Beipackzettel" Globolis? Placebo? Hatte er Nebenwirkungen? Das ist mir zu wenig, um an ein systematisches Doping -seitens des Verbandes- zu glauben.
Das wäre zu wenig, war aber doch nicht alles: Der sprunghafte, unmittelbar einsetzende Leistungsanstieg ist doch die Nachricht.
Wenn Sie glauben, so was im Leistungssport mit Placebos erzielen zu können, haben Sie nie ernsthaft trainiert.

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InesH 04.04.2017, 11:13
35.

Zitat von M. Vikings
Wollen Sie dann nur Kinder und Jugendliche auf Doping kontrollieren? Bei olympischen Spielen und anderen Wettbewerben treten doch immer wieder Minderjähtrige an. Ulrike Nasse-Meyfarth wurde mit 16 Olympiasiegerin in München. Im Kunstturnen, rythmischer Sportgymnastik, Synchronschwimmen und beim Schwimmen treten Minderjährige an. Auch bei den Mannschaftssportarten kommt das immer wieder vor. Beim Wintersport in den Disziplinen Skispringen, Biathlon, Halfpipe und Slopestyle. Ich habe mir keine Mühe gegeben, deshalb ist die Liste unvollständig. Doping darf nicht freigegeben werden. Ihr Vorschlag ist untauglich.
Verzeihung, falls dies nicht rüberkam oder falsch ausgedrückt wurde.
An Olympischen Spielen und sonstigen imageträchtigen Großwettbewerben, auch EM und WM sollten ohnehin keine Jugendlichen teilnehmen. Kinder sowieso nicht.
Dieser sogenannten Sportelite wird neben der Kindheit auch die Jugend gestohlen. Von körperlichen Schäden, auch ohne Doping, sag ich lieber nichts.
Und ob sich alte, sabbernde Funktionäre oder Politiker an einer rumänischen oder chinesischen Kinderturnerin ergötzen möchten oder an einer Franzi van Almsick oder anderen Kindern - das ist mir egal.
Kinder und Jugendliche haben im Leistungssport solange nichts zu suchen, wie dieser ein Politikum ist.
Und da sich dies nicht mal mittelfristig ändern wird - Dopingfreigabe für Erwachsene - und Kinder/Jugendliche raus aus diesem Hamsterrad psychisch gestörter Eltern und erbarmungsloser Vermarkter.
DAS wäre ehrlich.
Doch ich sehe dies nicht.

LG
InesH

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steingärtner 04.04.2017, 11:15
36. Ist doch schon

Zitat von InesH
Wer heute noch glaubt, es ginge um *sauberen* Sport oder es wäre je darum gegangen, der hat den Schuss nicht gehört. Doping sollte frei gegeben werden, allerdings nur für volljährige Sportler. Kinder und Jugendliche außen vor, und dort Höchststrafen für verantwortungslose Eltern, welche ihr Kind zwecks Kompensation auf etwas trimmen, was sie selbst vielleicht nicht geschafft haben. Wer sich per Leistungtssteigerung via Chemie vorzeitig und um eines kurzen Ruhmes willen gesundheitlich ruinieren möchte - dem sei dies mit Eintritt der Volljährigkeit freigestellt. Gute Aufklärung, bitte NUR private Krankenversicherung mit Dopingtarif und auf Lebenszeit - der eventuellen Spätfolgen wegen - und gut ist. Dann wäre Leistungssport endlich auch offiziell das, was er schon lange ist. Ein Wettkampf der Pharmaindustrie nebst nachgeschalteten Medizinern aus der Sport - und Werbeindustrie nach dem Motto: Wer schafft den besten Zombie?
Doping ist doch defacto längst freigegeben. Aber natürlich nicht für alle. Wo kämen wir denn da auch hin.
/Sarkasmus

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carinanavis 04.04.2017, 11:19
37. 1973

waren anabole Steroide noch gar nicht verboten, daher war die Einnahme dieser Substanzen überhaupt kein Doping. Das Verbot erfolgte erst 1974 und die ersten Tests bei Olympia wurden 1976 durchgeführt.

Bei den ganzen Enthüllungen wird in geradezu heuchlerischer Weise von der Masse der empörten Foristen so getan, als ob das BRD-Doping letztlich "gleich" war wie in der DDR.

Nur sprechen alle Fakten dagegen. Das BRD-Doping war ganz offensichtlich völlig ineffizient oder unbedeutend, denn die Westathleten gewannen im Vergleich zu den DDR-Athleten bei EM. WM und Olympia in den 70er und 80er Jahren kaum Medaillen in den "Dopingsportarten". Besonders in doping-geeigneten Disziplinen wie Leichtathletik und Schwimmen gewann die DDR durchschnittlich 3-4-mal mehr Medaillen als die BRD.

Dies sind unbestreitbare Tatsachen und bislang fehlt jede andere rationaleErklärung für die übermäßigen DDR-Erfolge, es sei denn das Doping dort war viel umfangreicher, gezielter und systematischer, d.h eine viel größere Anzahl von Athleten nahm das Zeug.

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steingärtner 04.04.2017, 11:28
38.

Zitat von carinanavis
waren anabole Steroide noch gar nicht verboten, daher war die Einnahme dieser Substanzen überhaupt kein Doping. Das Verbot erfolgte erst 1974 und die ersten Tests bei Olympia wurden 1976 durchgeführt. Bei den ganzen Enthüllungen......
Gilt ihre Argumentation für heute auch noch? Dann wäre das russische Doping völlig unbedeutend gegenüber dem der USA oder GB. Also an den Medaillen gemessen.

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carinanavis 04.04.2017, 11:59
39. Rio

Zitat von steingärtner
Gilt ihre Argumentation für heute auch noch? Dann wäre das russische Doping völlig unbedeutend gegenüber dem der USA oder GB. Also an den Medaillen gemessen.
Wenn man nur ein Olympia zum Maßstab macht und (bewußt?) vergisst, dass 111 russische Doper-Athleten ausgeschlossen waren, ergibt sich vielleicht ein etwas schiefes Bild. Jedoch haben die USA zum Beispiel mehr als doppelt so viel Einwohner wie Russland und die Medaillenausbeute 55 zu 121 (USA) ist annähernd proportional. das Dopinglevel dürfte also ähnlich sein. Die Briten gewannen 67 Medaillen bei einer sehr viel kleineren Bevölkerung, was zu denken gibt.

Es ist bekannt, dass in den USA das Dopen mit von Ärzten verschriebenen Substanzen für angeblich vorhandene Krankheiten gang und gäbe ist. Dies ist eher individuell als statlich organisiert wie in Russland aber sicher auch sehr effizient. Der SPIEGEL berichtete, dass viele US-Athleten Ausnahmegenehmigungen erhielten, die nicht fristgerecht waren. http://www.spiegel.de/sport/sonst/doping-wie-sich-us-sportler-zugang-zu-verbotenen-medikamenten-verschaffen-a-1123934.html Das war also echtes Doping, doch die zuständigen Verbände und Anti-Dopingorganisationen USADA un WADA ließen das gerne durchgehen; es waren einfach zu viel Sportstars dabei.

Vermutlich treiben es die Briten noch viel bunter, doch schweigt man dazu lieber vornehm wie es sich im UK gehört.

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