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"Fairplay"-Wertung bei der WM: Das hat mit Fußball nichts zu tun
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Punkte gleich, Tore gleich - nur weil Senegal zwei Gelbe Karten mehr kassierte, ist das Team raus bei der WM, Japan im Achtelfinale. "Fairplay-Wertung" nennt das die Fifa, tatsächlich ist es das Gegenteil. Es gäbe eine viel bessere Lösung.

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Stefan12345678 29.06.2018, 11:42
110. So sind die Regeln

Die Regelung war aber von Anfang an jeder Nation, die an der FIFA WM teilnimmt bekannt, dass es da zu Härtefällen kommen kann war auch jedem bewusst. Es ist ja auch nicht so, als hätte der Senegal das nicht verhindern können. Wenn sie innerhalb von 3 Spielen nur 1 Tor mehr geschossen oder weniger bekommen hätten, wenn sie nur einen Punkt mehr geholt oder sogar einfach gegen Japan gewonnen hätten, dann wäre man jetzt im Achtelfinale. Ich finde es eher unverständlich, dass man darüber jetzt so ein Fass aufmacht, lieber Herr Helms

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schnitteuk 29.06.2018, 12:39
111.

Die WM ist ein sportlicher Wettbewerb mit dem Ziel, die beste Fußballmannschaft zu ermitteln, also sollte die Frage, wer weiterkommt und wer nicht, primär nach sportlichen Kriterien entschieden werden. Die Fair-Play-Wertung ist ein sportliches Kriterium und damit allemal besser als der Losentscheid. Natürlich ist sie zu einem großen Teil zufallsabhängig und daher nicht völlig gerecht - wieviele gelbe und rote Karten ein Team bekommt, hängt viel von den Verläufen der einzelnen Spiele und den Maßstäben, die die jeweiligen Schiedsrichter anlegen, ab. Aber es erscheint mir doch sehr merkwürdig und widersprüchlich, die Fair-Play-Wertung wegen dieser Einflüsse abzulehnen und stattdessen ein noch viel mehr (nämlich vollständig) zufallsabhängiges Kriterium wie den Losentscheid zu fordern. Der große Vorteil der Fair-Play-Wertung: Weil sie von vornherein bekannt ist, setzt sie Anreize zu fairerem Spiel, und ein Team, das deswegen ausscheidet, hat daher keinen Grund zu klagen - es hätte eben fairer spielen sollen. Auch sportlich ist das Kriterium gerecht: Gleich viele Punkte und Tore zu erzielen wie der Gegner, aber mit fairerem Spielverhalten, macht das Team eben zu einer sportlich besseren Mannschaft. Passt also alles.

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juttakristina 29.06.2018, 12:59
112. Nun ja, Christian Helms' Vorschlag ist

so gesehen auch nur subjektiv fair...

Er lässt bei seiner Argumentation vollkommen außer Acht, dass die "Kartenverteilung" eben NICHT nur eine individuelle Angelegenheit ist. Es kommt eben nicht nur auf den einzelnen Spieler und die individuelle Situation an. Es gibt nun einmal Mannschaften, bei denen die Tendenz, den Gegenspieler durch Foul zu stoppen, höher ist als bei anderen Mannschaften. Das ist schon auch eine Teamfrage, ob der Trainer die härtere Gangart zulässt und sogar fördert oder versucht, dies durch Technik wettzumachen. Genauso wie es Mannschaften gibt, bei denen es schon mal leichter zu einer Schwalbe kommt, um einen Elfer rauszuholen... Genau genommen, wenn man dann anfängt, zu sagen, na ja, die Schiedsrichter sind auch unterschiedlich streng, dürften im Ernstfall wahrscheinlich noch nicht mal die Tore zählen, weil diese ja dann auch durch den härteren bzw. weicheren Schiedsrichter begünstigt worden sein könnten. Ich finde das Kriterium "Fair-Play" durchaus okay.

Es stimmt auch nicht unbedingt, dass die Spiesperre keine Kollektivstrafe sei, z. B. wenn der gesperrte Spieler DER oder einer der führenden Leistungsträger des Teams ist. Portugal z. B. ohne Ronaldo ist ein anderes Team.

Das Glück entscheiden zu lassen, wenn es um solche Leistungen geht, finde ich wiederum unglücklich. Und noch irgendwelche Entscheidungsspiele stattfinden zu lassen, halte ich nicht für eine gute Idee. Die Turniere werden schon immer umfangreicher und länger. Die Zeiten, die zwischen den einzelnen Spielen liegen sind auch so schon eng genug und es wäre meines Erachtens eine Benachteiligung der Mannschaft, die ins Entscheidungsspiel muss, gegenüber dem zukünftigen Gegner, weil man ggf. ein Spiel mehr auf dem Buckel hat, unter Umständen weniger Zeit zur Regeneration usw.

Es könnte auch dem einen oder anderen Spieler wieder ins Gedächtnis rufen, dass Fair-Play die Regel sein sollte, auch wenn es um verdammt viel Geld geht.

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juttakristina 29.06.2018, 13:18
113.

Zitat von hansfrans79
Deshalb steht im Artikel ja der bessere Vorschlag: Entscheidungsspiel. Ich wäre für wenigstens Elfmeterschießen. Und ja, nach dem unfairen ....
hansfrans79,
ach was! Und Foulen ist sportlich, oder was? Wer es nötig hat zu foulen, dem fehlt es wohl an Können...

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juttakristina 29.06.2018, 13:49
114. Ps:

Ich selbst habe einiges über zehn Jahre Feldhockey gespielt. In der Mädchenmannschaft oft als Libero, in der Damenmannschaft im Sturm. Wäre auch fast in der Auswahlmannschaft gelandet, wenn der damalige Jugendwart nicht über mich eine Rechnung mit meinem Vater beglichen hätte, indem er mich einfach nicht mehr für den Sichtungslehrgang anmeldete, nachdem ich beim ersten Mal es fast schon geschafft hatte... Kann also gar nicht so übel gespielt haben. Ich habe in all den Jahren keine einzige gelbe oder gar rote Karte kassiert! Ich habe allerdings auch nie den Gegenspieler absichtlich gefoult, da ich das für unsportlich halte. Es bestand auch nicht die Notwendigkeit. Ja, Hockey soll eigentlich ein technisches Spiel sein, aber auch da gibt es "Holzhackermannschaften"...

Allgemein gehen so manche Mannschaften, gerade auch heute, viel zu sorglos mit dem Thema Fouls um. Bei dem Niveau, auf dem die spielen, und bei der Kohle, die die kassieren, sind die meisten Fouls und auch Theatervorführungen mit Schwalben usw. einfach erbärmlich und unsportlich. Immerhin kann es dazu kommen, wenn auch sicher unbeabsichtigt, dass der Gegner unter Umständen nie wieder spielen kann oder noch schlimmer körperlich im Alltag gehandicapt bleibt.

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Pudi 29.06.2018, 14:18
115. Auch nicht

Zitat von Vidarr
...okok ... dann nehmen wir nur das spiel zwischen japan und senegal, damit sind ihre kritikpunkte raus. fouls: japan - 8 | senegal - 14 gelbe karten japan - 2 | senegal - 3 eindeutige sache und deutlich fairer als der losentscheid.
Zwar besser, aber immer noch von subjektiver Auslegung des Schiris abhängig.

Die Lösung ist eigentlich ganz einfach. Wird und wurde auch schon oft bei Turnieren angewendet.
Im Falle eines Unentschiedens gibt es ein 11er-Schiessen direkt nach dem Spiel. Dauert max 30 Minuten und wird dann im Falle einer solchen Konstellation, wie zwischen Senegal und Japan gezogen.
Könnte man sogar abspecken auf 3 fixe Schützen und dann K.O.-Verfahren.
Dann braucht man keine Fairplaywertung, Rangliste oder Los.

Punkte, direkter Vergleich, Tordifferenz, erzielte Tore, Sieger 11er-Schiessen, et voila man hat einen, der es sportlich besser gemacht hat und verdient in die nächste Runde einzieht.

Ich sags immer wieder, Fussball ist in Grunde ganz einfach.

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florian70 29.06.2018, 14:23
116. der falsche zeitpunkt

eine spielregel erst dann in frage zu stellen, wenn sie zur anwendung kommt, macht für mich absolut keinen sinn.
der richtige zeitpunkt für diesen kommentar und diese diskussion wäre bereits bei bekanntgabe der für die wm 2018 geltenden spielregeln gewesen.
aber da hat es noch niemanden interessiert.
spielregeln sind nun mal anzuwenden, egal ob sie einem gefallen oder nicht.
unabhängig davon halte ich die fair-play-wertung als vorletztes kriterium für eine gute regel.
wo wir gerade bei den regeln sind, hätte ich für die zukunft auch einen vorschlag, weil mich die diskrepanz zwischen notbremse und schwalbe im strafraum ärgert, was die jeweilige farbe der dann fälligen karte betrifft.
für beide vergehen sollte es rot geben, was ich als gerechter ansehe als die bisherige regel, die klar zu lasten der defensive ausgelegt ist.

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jutta_weise 29.06.2018, 16:48
117. Senegal vs Kolumbien

es ist bezeichnend, dass niemand hier das Faul eines Kolumbianers an einem Senegalesen im Strafraum erwähnt. Der Schiri wollte den 11m nicht geben. Bekam aber wohl über Kopfhörer mitgeteilt, dass er sich das nochmal anschauen sollte. Danach entschied er, kein Faul! Wir sahen es dann aber mehrmals in Zeitlupe zwischendrin und es war eindeutig ein Faul. Der Kommentator meinte, hoffentlich hat er sich auch die Zeitlupe angesehen. Das Spiel wäre sicher anders verlaufen, wäre dieser 11m gegeben worden, denn die 1. Halbzeit haben die Senegalesen sehr gut gespielt.

Die Behauptung einiger hier, dass die Ungleichheit in der Schiri-Bewertung sich irgendwie ausgleicht (was immer das heißen soll) ist völliger Unsinn. Denn entscheident ist ja diese Bewertung für dieses Spiel und dessen Ausgang. Daher sehe ich den Videobeweis auch mehr als ein Alibi, denn am Ende entscheidet der Schiri wie er was sieht und das war mehrmals anders, als wir es dann in Zeitlupe sehen konnten. Wie die vielen Handspiele, die mal bestraft wurden und mal nicht!

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MatthiasPetersbach 29.06.2018, 17:09
118.

Zitat von juttakristina
hansfrans79, ach was! Und Foulen ist sportlich, oder was? Wer es nötig hat zu foulen, dem fehlt es wohl an Können...
das ist doch garnicht der Punkt..

Der Punkt ist, daß Foulspiel NICHT dadurch definiert werden kann, wer am meisten Verwarnungen kassiert. Die Anzahl der Karten hat wenig bis GARNIX mit der Frage zu tun, ob die Mannschaft fair oder unfair ist - und eignet sich nicht als Gradmesser dafür.

Aber wie immer: Wer etwas als wenig tauglich kritisiert, dem wird gleich vorgeworfen, daß er den Missstand gutheißt.

Vielleicht bräuchten wir nicht nur neue Bundestrainer und Spieler, sondern eher neue Foristen.

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jutta_weise 29.06.2018, 18:21
119. Foulplay or not foulplay.....

es war schon immer so mit der harten Gangart im Fußball. Es ist auch ein Kampfsport in gewisser Weise. Wie man immer wieder sehen kann, speziell wenn der Ablauf nochmal in Zeitlupe gezeigt wird. Da rennen 2 Spieler zum Ball, sehen auch nur diesen und im Eifer des Gefechts prallen sie aufeinander. Die Beine rutschen oft dabei weg und die Nähe der 2 Protagonisten bringt es oft mit sich, dass sich die Beine kreuzen. Anders liegt der Fall wenn ein Spieler den Ball von Einem in Ballbesitz abluchsen will, da passieren glaube ich die meisten Fauls, obwohl auch da nicht immer mit Absicht. Daher auch die unterschiedlichen Bewertungen der Schiris, besonders die aus südlichen Ländern sehen das alles nicht so eng. Sehr schwierig. Ich fände eine Lösung à la Icehockey nicht schlecht, der Spieler der fault, für 2-3 Min. raus!

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