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Ferrari-Pilot Vettel: Auf dem Weg zur Nummer zwei
VALDRIN XHEMAJ/EPA-EFE/REX

Sebastian Vettel wird kein Weltmeister. Das steht nicht erst seit dem Debakel in Silverstone fest. Der Unfall mit Verstappen zeigt vielmehr: Teamkollege Charles Leclerc ist mittlerweile der bessere Ferrari-Pilot.

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spon_7302413 15.07.2019, 13:35
30. Krokodilstränen

Als Sebastian Vettel im seinerzeit konkurrenzlos gut auf der Straße liegenden Auto von Red Bull Titel einfuhr, hatte er im Grunde die gleiche Situation wie Mercedes heute. Das Auto und das Team waren perfekt - au ihn zugeschnitten und für ihn unterlegt. Das Auto macht eben doch den Unterschied. Jeder wusste es. Und es war fü ihn absolut ok, denn es hat ihm seinen Titel gebracht. Wäre er mal bei RB geblieben...

Heute - bei Ferrari - müsste er als Fahrer die Fehler und Schwächen des ganz gewiss nicht schlechten Fahrzeugs kompensieren, oder daran mitwirken, sie zu beheben, was ihm beides anscheinend nicht gelingen will. Es ist eben kein Schumacher, der im Mercedes, während seiner Entwicklungsfahrerzeit, hinterher fahren konnte, dabei aber für das Team arbeitete und aufgrund seines herausragenden Verständnisses und seiner Begabung, auch im Umgang mit dem technischen Stuff, die Grundsteine gelegt hat, um das heutige Auto dort hinzustellen, wo Mercedes nun weitgehend unangefochten steht.

Und genau das scheint Vettel bei Ferrari nicht leisten zu können. Das ist der offensichtlich qualitative Unterschied. Schumacher hat sich immer in den Dienst des Teams gestellt - nicht nur ins Auto gesetzt und gemeint, die anderen müssten es so hinstellen, wie er es braucht. Erst bei Ferrari, die in der Folge, nach seiner Anfangszeit, von hinten kommend, Weltmeisteschaften gewinnen konnten, mit Schumi als Entswicklungsfahrer in seinen ersten Jahren; später bei Mercedes, deren heutige Erfolge zu einen großen Teil Ergebnis genau der gleichen Kompetenzen sind.

Vettels Limitierung, wenn er nicht im besten Auto sitzt, ist offensichtlich. Ein guter Fahrer mag er immer noch sein, aber eben nicht der Beste. Gut war er immer, aber eben nicht herausragend. Herausragend war zu der Zeit, als er Weltmeisterschaften nach Hause fuhr, das Auto. Vettel will seine Limitierung mit besonderem Eifer kompensieren, doch aus seiner Emotionalität und seinem Übereifer folgen so regelmäßig wie vorhersehbar Fehler, die das Gegenteil bewirken, als es das erklärte Ziel ist. Das ist sein Manko. Ich fürchte, dass er das nicht so weit in den Griff bekommen wird, in der nötigen Kürze der Zeit, um seinen Anspruch auf die für ihn vermutlich nach wie vor selbstverständliche Primus-Position im Team Ferrari zu behaupten. Und ich wüsste nicht, in welchem Top-Team sie sich einen Vettel ins Cockpit wünschen, der nur noch den eigenen Ansprüchen hinterher fährt und nicht verstehen kann, dass er selbst ein Teil des Problems ist, und nicht der Weg zur Lösung...

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sponpost 15.07.2019, 14:06
31. so ne brille hat nicht jeder

Zitat von spon_7302413
Es ist eben kein Schumacher, der im Mercedes, während seiner Entwicklungsfahrerzeit, hinterher fahren konnte, dabei aber für das Team arbeitete und aufgrund seines herausragenden Verständnisses und seiner Begabung, auch im Umgang mit dem technischen Stuff, die Grundsteine gelegt hat, um das heutige Auto dort hinzustellen, wo Mercedes nun weitgehend unangefochten steht.
schu war rosberg in den 3 gemeinsamen jahren unterlegen. seine rückstände auf rosberg, der damals in der fahrerwertung 7ter, 7ter und 9ter wurde , betrug 13pkt, 44 und 13. den einzigen sieg, im letzten gemeinsamen jahr, fuhr ebenfalls rosberg ein. bei schus abgang nach 3 jahren stand mercedes mit 142 punkten auf rang 5 der konstrukteure. der vierte hiess lotus und hatte mit 303 mehr als doppelt so viele, red bull als wm hatte mit 460 mehr als das dreifache. schumachers wirken bei ferrari zu überhöhen ist abenteuerlich, aber 5 titel, wenn auch erst nach 4 jahren, in verbindung mit propagandistischer dauerwiederholungen seiner angeblichen entwicklerischen heldentaten lassen eine darauf beruhende meinungsbildung verständlich erscheinen. aber sein peinliches comeback so umzudeuten ist weit mehr als abenteuerlich, das ist schlicht grotesk

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dannyinabox 15.07.2019, 14:18
32.

Zitat von Pless1
Man muss Vettel trotz seiner Titel richtig einschätzen. Ein absoluter Spitzenfahrer war er nie - er war nur zur richtigen Zeit im herausragenden Auto, als er bei Red Bull fuhr. Mit dem besten Material voraus zu sein ist relativ einfach, nun, unter hohem Druck, reicht sein unbestrittenes Talent nicht aus, er macht viele Fehler und sucht seine Rolle noch. Vielleicht hat ihm die Klatsche von Silverstone gefehlt, um nun eine Reaktion zu zeigen anstatt mit den Umständen zu hadern.
Da gebe ich Ihnen grundsätzlich Recht.
Jedoch muss man auch sagen das er in den letzten Jahren durchaus auch hätte Weltmeister werden können mit Ferrari aber meistens hat er seine gute Ausgangslage weggeschmissen oder die Technik funkte dazwischen. Vorletztes Jahr als er und das Team mit einer unglaublichen Pannenserie alles weggeschmissen hat oder letztes Jahr als er in Silverstone gewann und sich über den Funk Spitzbübisch freute.. Danach kam der Absturz. Mercedes gewann in Imola und bald darauf starb mit Marchionne, dem letzten Garanten für ein bisschen Struktur auch die ganze Meisterschaft.

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sponpost 15.07.2019, 14:22
33. aha, also von hinten kommend...

Zitat von spon_7302413
Schumacher hat sich immer in den Dienst des Teams gestellt - nicht nur ins Auto gesetzt und gemeint, die anderen müssten es so hinstellen, wie er es braucht. Erst bei Ferrari, die in der Folge, nach seiner Anfangszeit, von hinten kommend, Weltmeisteschaften gewinnen konnten, mit Schumi als Entswicklungsfahrer in seinen ersten Jahren;
mit dem ferrari gelangen von hinten kommend 3 siege und 5 podien im ersten jahr. im letzten jahr vor schu im ferrari hatte die scuderia als dritter 73 konstrukteurspunkte, im ersten jahr mit ihm war man mit 70 punkten zweiter. siegfähig war das auto von anfang an, alles andere ist unsinn.
kein vergleich zu dem, was hamilton nach 3 jahren entwicklung durch schu/rosberg bei mercedes vorfand

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bhang 15.07.2019, 14:25
34. [Zitat]Vettels Limitierung, wenn er nicht im besten Auto sitzt, ist of

fensichtlich.[/Zitat] Sah man auch bei Schumacher, jene Limitierung": 2010-2012 im AMG versus Rosberg. Also ist in dem Fall dem Vettel kein sonderlicher Strick draus zu drehen, finde ich. [Zitat]Ein guter Fahrer mag er immer noch sein, aber eben nicht der Beste.[/Zitat] Wobei es um einiges schwieriger ist, im phasenweise höchstens etwas schlechteren Auto gegen einen Vier- (2017) bzw. Fünffachen (2018) dauerhaft in der Saison zu glänzen als im schlechteren Auto gegen Dhill wie'n Held auszusehen (1995). Alonso ist z.B. Hamilton-Kaliber und gegen den in einem absolut ähnlichen wm-fähigen F1-Material anzutreten (nämlich 2006)... und, potzblitz, werden auf einmal lästige Limitierungen sichtbar.

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sponpost 15.07.2019, 14:39
35. benetton war nicht das schlechtere auto

Zitat von bhang
Wobei es um einiges schwieriger ist, im phasenweise höchstens etwas schlechteren Auto gegen einen Vier- (2017) bzw. Fünffachen (2018) dauerhaft in der Saison zu glänzen als im schlechteren Auto gegen Dhill wie'n Held auszusehen (1995).
bei schumachers erstem titel lag benetton zwar in der konstrukteurswertung auf platz 2 hinter williams, hatte aber 8:7 siege auf dem konto, zudem hätte man ohne den adelaide-abschuss durchaus die 15 punkte unterschied rausholen können. da aber mansell im williams dieses rennen gewann und die beiden benetton nichts holten, reichte es nicht. im von ihnen erwähnten folgejahr 1995 war schu nicht im schlechteren auto der held, sondern er wurde mit einem konstrukteuers-weltmeisterauto, 11:5 siege gegen williams, hochüberlegen weltmeister. ich weiss, fakten nerven...

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Pless1 15.07.2019, 14:55
36.

Zitat von rösti
Der Vettel ist einfach nicht mehr 100% bei der Sache, denn er hat jetzt eine Familie und da geht man nicht an die Grenze und uberholt nicht mehr dort wo es grade noch möglich währe aber riskant ist! Dann sein Auto, fährt es gut, dann verpennt die Manschsft einen Radwechsel usw.... das macht dann keinen Spass mehr. Sein junger Kollege hat noch Feuer und dden Mut das Vettel fehlt! In einem Mercedes würde Vettel auch Weltmeister werden, das Auto und die Mannschaft ist den anderen Teams weit überlegen! Verstehe nicht, das Mercedes keinen Deutschen Fahrer nimmt, aus welchen Gründen auch immer!?
Ich sehe nicht, dass Vettel nicht mutig genug wäre. Er fährt ja durchaus noch riskant, geht aber an den falschen Stellen ins Risiko. Ihm ist da das richtige Gefühl verloren gegangen, zumindest für dieses Auto. Bei Ferrari wird das nichts mehr. Sein Problem ist, dass andere konkurrenzfähige Teams wohl kaum bei ihm Schlange stehen werden, denn es gibt mittlerweile jüngere Fahrer mit mittelfristig besserer Perspektive: Verstappen und auch Leclerc zum Beispiel. Und als Nr. 2 bei Mercedes den Schildknappen für Hamilton zu geben wird er sich kaum antun wollen.

Warum sollte Mercedes einen deutschen Fahrer nehmen? Der Rennstall hat seinen Sitz in England und der namengebende Autokonzern ist ein Weltunternehmen, für das der deutsche Markt nur noch einer von vielen ist, längst nicht mehr der entscheidende. Da wäre es eher sinnvoll, einen chinesischen Fahrer zu nehmen. Oder einfach den Besten - und genau das hat man getan.

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quacochicherichi 15.07.2019, 15:05
37. Die Fahrer

sind in erster Linie Fahrer und keine Entwickler. Sie können für die Ingenieure mehr oder weniger gute Rückmeldungen über das Fahrverhalten liefern, allenfalls exakte Wünsche äussern wie der Wagen verändert werden soll, um ihrem Fahrstil zu entsprechen, mehr aber nicht. Wozu bräuchte es all die Ingenieure sonst, wenn der Fahrer das entscheidende Element bei der Entwicklung wäre. Ich kann nur den Kopf schütteln, wenn ich hier lese das jener oder der andere Fahrer für die Entwicklung so wichtig war. Setzt den Hamilton, Vettel oder Verstappen in den aktuellen Williams, keiner von denen wird die Krücke entscheidend weiterbringen. Dazu fehlt Geld und damit auch die besten Leute.

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spon_7302413 15.07.2019, 15:29
38. Entwicklung ist eine nach vorne orientierte Arbeit

Zitat von sponpost
schu war rosberg in den 3 gemeinsamen jahren unterlegen. seine rückstände auf rosberg, der damals in der fahrerwertung 7ter, 7ter und 9ter wurde , betrug 13pkt, 44 und 13. den einzigen sieg, im letzten gemeinsamen jahr, fuhr ebenfalls rosberg ein. bei schus abgang nach 3 jahren stand mercedes mit 142 punkten auf rang 5 der konstrukteure. der vierte hiess lotus und hatte mit 303 mehr als doppelt so viele, red bull als wm hatte mit 460 mehr als das dreifache. schumachers wirken bei ferrari zu überhöhen ist abenteuerlich, aber 5 titel, wenn auch erst nach 4 jahren, in verbindung mit propagandistischer dauerwiederholungen seiner angeblichen entwicklerischen heldentaten lassen eine darauf beruhende meinungsbildung verständlich erscheinen. aber sein peinliches comeback so umzudeuten ist weit mehr als abenteuerlich, das ist schlicht grotesk
Ich nehme an, dass Sie noch nie in verantwortlicher Tätigkeit Entwicklungsarbeiten betrieben haben. Regelmäßig ist eine systematische Abfolge zu beobachten. Die Arbeit derjenigen, die die Bahn gelegt und die Grundlagen erarbeitet haben, wird meist von denen überstrahlt, die später, auf dieser getanen Arbeit aufbauend, die Erfolge einfahren. Von Aussenstehenden werden die Rollenverteilungen und Aufgabestellungen gewöhnlich falsch eingeschätzt. Im Übrigen scheinen Sie recht emotional und mit klarem Freund-Feind-Bild an die Sache heran zu gehen. Meiner Erfahrung nach ist das wenig hilfreich, um einen Sachverhalt zu analysieren, denn das verstellt meist die objektive Sicht auf die Dinge.

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sponpost 15.07.2019, 15:32
39. Aber wenn Geld da ist...

Zitat von quacochicherichi
sind in erster Linie Fahrer und keine Entwickler. Sie können für die Ingenieure mehr oder weniger gute Rückmeldungen über das Fahrverhalten liefern, allenfalls exakte Wünsche äussern wie der Wagen verändert werden soll, um ihrem Fahrstil zu entsprechen, mehr aber nicht. Wozu bräuchte es all die Ingenieure sonst, wenn der Fahrer das entscheidende Element bei der Entwicklung wäre. Ich kann nur den Kopf schütteln, wenn ich hier lese das jener oder der andere Fahrer für die Entwicklung so wichtig war. Setzt den Hamilton, Vettel oder Verstappen in den aktuellen Williams, keiner von denen wird die Krücke entscheidend weiterbringen. Dazu fehlt Geld und damit auch die besten Leute.
... wie zb bei Mercedes vor 6 Jahren, dann macht ein Fahrer wie hamilton schon einen Unterschied. Und auch Ferrari hat Geld genug, trotzdem hat man mit leclerc das Niveau deutlich angehoben. Aber sicher nicht, wie sie richtig sagten, weil Fahrer Ingenieure anweisen, sondern weil ihre Rückmeldungen von den Ingenieuren optimal umgesetzt werden

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