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Fünf Erkenntnisse der Formel-1-Saison: Es gewinnt nicht immer der Schnellste
Thaier Al-Sudani/ REUTERS

Ferrari hat den stärksten Motor - und ist chancenlos. Denn Lewis Hamilton und Mercedes bilden eine perfekte Symbiose. Und Max Verstappen ist nicht der einzige Jungstar. Der Rückblick auf die Formel-1-Saison.

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scsimodo 04.11.2019, 14:36
1. Irgendein Rennfahrer

hat mal gesagt (sinngemäß), dass derjenige Weltmeister wird, der am schnellsten so langsam wie möglich fährt. Ich finde, da ist was dran! Die heutige Technik kann schon gar nicht mehr über 1h45 voll ausgefahren werden. Reifen bauen ab, Motor zu heiss und dann noch dieses unsägliche Taktik-Gedöns. Formel 1 schaue ich schon lange nicht mehr (jedenfalls nicht mehr als 15 Minuten), ist ja bald langweiliger als Synchronschwimmen. Rennen mit Senna, Prost, Schumi etc., das waren noch Zeiten. Heute ist das alles fad.

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roman199 04.11.2019, 15:20
2.

@scsimodo
Klar, früher war alles besser und schöner ?
Die Fahrer steuern ihre Autos immer noch selbst. Hamilton leistet sich fast keine Fahrfehler im Vergleich zum Vettel z.B. Das ist doch tolle fahrerische Leistung. Klar, gewinnt der mit dem besten Gesamtpaket: Auto, Fahrer, Strategie, Box Crew. Das war schon immer so und es bleibt so. Ich schaue F1 immer wieder gerne an und ich finde nach wie vor spannend.

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michemar 04.11.2019, 15:28
3. der schnellste ist nicht unbedingt Weltmeister

Schnelligkeit allein hat nie einen Weltmeister ausgemacht. Alain Prost, Nelson Piquet, Emerson Fittipaldi, Jody Scheckter waren nie die schnellsten. Siehe Kampf Senna-Prost und Mansell-Piquet. Die letzten genannten Namen von der Paarungen haben ihren eindeutig schnelleren Gegner im selben Team geschlagen und und immer im Griff gehabt (Senna-Prost) bzw. selbst wenn das Team den anderen begünstigt hat (Piquet wurde 87 Meister gegen den eindeutig schnelleren Mansell und das eigene Team).

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spotter5 04.11.2019, 15:44
4.

Zitat von scsimodo
hat mal gesagt (sinngemäß), dass derjenige Weltmeister wird, der am schnellsten so langsam wie möglich fährt. Ich finde, da ist was dran! Die heutige Technik kann schon gar nicht mehr über 1h45 voll ausgefahren werden. Reifen bauen ab, Motor zu heiss und dann noch dieses unsägliche Taktik-Gedöns. Formel 1 schaue ich schon lange nicht mehr (jedenfalls nicht mehr als 15 Minuten), ist ja bald langweiliger als Synchronschwimmen. Rennen mit Senna, Prost, Schumi etc., das waren noch Zeiten. Heute ist das alles fad.
Die Technik von "früher" konnte noch viel weniger über 1h 45 ausgefahren werden, was alleine schon daraus ersichtlich ist dass "früher" regelmäßig nur ungefähr die Hälfte des Starterfeldes die Zielflagge erreichte.
Abbauende Reifen gab es schon "früher", zu heiße Motoren gab es "früher" wesentlich häufiger (siehe vorangegangener Satz) und das "unsägliche Taktik-Gedöns" war zu Zeiten des Nachtankens noch wesentlich ausgeprägter.
Abgerundet wird dieser Beitrag dann noch von dem Hinweis, dass Formel 1 schon lange nicht mehr geschaut wird (wieso wird dann immer trotzdem kommentiert?) und zu Schumachers Zeiten sowieso alles viel besser war (wahrscheinlich sogar das Wetter).
Soweit ich mich erinnere hielt sich die Unvohersehbarkeit während dessen 5 WM-Titel in Folge auch in überschaubaren Grenzen.
Das Wort "früher" setze ich übrigens deshalb in Anführungszeichen, da mit diesem Wort in diesem Zusammenhang meist kein fester Zeitraum in der Vergangenheit definiert wird, sondern einfach nur heute minus 20-30 Jahre.
Zu jeder Zeit in der Formel 1 gab es nur ein oder zwei, ganz selten auch drei Teams (wie heutzutage), die eine realistische Chance auf Siege oder gar WM-Titel hatten.
Beispiele aus der "guten alten Zeit"?
McLaren 1988, Williams 1992-1993, Anfang des Jahrtausends Ferrari, Anfang dieses Jahrezehnts Red Bull.

Was also wollen Sie und andere mit solchen Beiträgen hier genau mitteilen? Dass Sie alle früher begeistungsfähiger waren? Das wäre dann allerdings nicht das Problem der Formel 1.

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M. Vikings 04.11.2019, 16:04
5.

Zitat von scsimodo
hat mal gesagt (sinngemäß), dass derjenige Weltmeister wird, der am schnellsten so langsam wie möglich fährt. Ich finde, da ist was dran! Die heutige Technik kann schon gar nicht mehr über 1h45 voll ausgefahren werden. Reifen bauen ab, Motor zu heiss und dann noch dieses unsägliche Taktik-Gedöns. Formel 1 schaue ich schon lange nicht mehr (jedenfalls nicht mehr als 15 Minuten), ist ja bald langweiliger als Synchronschwimmen. Rennen mit Senna, Prost, Schumi etc., das waren noch Zeiten. Heute ist das alles fad.
Ich glaube das war Jackie Stewart.
Allerdings steht die Aussage,
mit den vielen tödlich verunglückten Fahrern der 60er und 70er,
im Zusammenhang.
Von ihm stammt auch die Aussage,
er und seine Frau haben um die 50 Freunde verloren.

Wie auch immer,
die Autos waren für die damaligen Rennstrecken
einfach zu schnell geworden.
Das erste Opfer war dann auch die anspruchsvollste Rennstrecke,
der alte Nürburgring.

Viele sehr gute Fahrer sind nicht durch ihr Unvermögen gestorben,
sondern durch technische Defekte
oder komplette Fehlkonstruktionen.
In dem Zusammenhang muss man die Weltmeister
Jim Clark und Jochen Rindt (posthum) nennen,
die mit Lotus Fahrzeugen verunglückt sind.

In der Konsequenz hat man heute Rennstrecken,
auf denen man auch gern mal einen halben Kilometer
außerhalb diesen fahren kann, ohne dass es dem Auto schadet.
Fahrfehler werden kaum noch bestraft.
Zu Schumachers Zeiten
sind ja jedenfalls noch einige im Kiesbett stecken geblieben.
Und auch keine Fahrer mehr,
die samt der Zapfsäule aus der Box auf die Strecke zurück kommen.
Man hat den Sicherheitsaspekt einfach übertrieben.

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sponpost 04.11.2019, 16:11
6. Mir fiele da noch was ein

"Die Scuderia ging im Laufe des Jahres sechsmal von der Poleposition aus ins Rennen, ohne zu gewinnen. Stattdessen reihten sich Strategie-, Boxen- und Kommunikationsfehler aneinander. "

Der vom Redakteur nur in einem Halbsatz verantwortlich gemachte Fahrer.

Strategie, boxen- und kommunikatoonsfehler gingen überwiegend zu lasten von leclerc und zu Gunsten der ursprünglichen nr1. Vettels fahrfehler haben ihn die wm gekostet, auch gestern war sein Auto wundersamerweise auf einmal wieder kaputt. Rtl-danner fabulierte zwar noch in der selben Runde von abnutzung des Autos wegen der unebenen Strecke. die Erklärung aber, warum diese abnutzung nur bei Vettel auftrat, blieb er schuldig.

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themasterofdesaster 04.11.2019, 16:26
7. Wenn ein Fahrer in einem schlechteren Auto gewinnt....

... ist es nicht genau das, was einen guten Fahrer und eine Teamleistung auszeichnet?

insofern herzlichen Glückwunsch an die verdienten Sieger!

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themasterofdesaster 04.11.2019, 16:38
8. Und außerdem passiert ja auch nix mehr...

Es ist so langweilig, weil es nicht mehr qualmt, knallt und stinkt! Die Autos fahren wie auf Schienen, keine Drifts, keine durchdrehenden Räder, keine ausbrechenden Fahrzeuge. Streckenabflüge werden nicht mehr bestraft, Motoren explodieren nicht mehr, die Fahrt paulen sich nicht mehr an, und gefährlich ist die F1 auch nicht mehr.

Nicht, dass ich unbedingt eine Leiche im Jahr bräuchte... Aber ein Teil der Faszination früher War auch immer die Gefahr und der Kampf Mensch gegen unbändige Gewalt der Maschine.

Ein ambitionierter Hobbyfahrer könnte ein heutiges F1 Auto 5 Sekunden langsamer pro Runde fahren nach einem Tag Training.
vor 20 Jahren hätte der sich in der ersten Kurve umgebracht bei dem Versuch.

Das ganze Können zeigt sich nur noch in den letzten Zehnteln. Sicherlich auch sehr schwierig, aber... langweilig!

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sponpost 04.11.2019, 16:40
9. Verlesen?

Zitat von michemar
Schnelligkeit allein hat nie einen Weltmeister ausgemacht. Alain Prost, Nelson Piquet, Emerson Fittipaldi, Jody Scheckter waren nie die schnellsten. Siehe Kampf Senna-Prost und Mansell-Piquet. Die letzten genannten Namen von der Paarungen haben ihren eindeutig schnelleren Gegner im selben Team geschlagen und und immer im Griff gehabt (Senna-Prost) bzw. selbst wenn das Team den anderen begünstigt hat (Piquet wurde 87 Meister gegen den eindeutig schnelleren Mansell und das eigene Team).
Könnte es sein, dass sie beim anlesen dieses Wissens in den Artikeln verrutscht sind?

Das anführen von senna/prost irritiert mich zutiefst. Beide haben sich als teamkollegen wiederholt gegenseitig abgeschossen, jeder wurde ein mal mit einem Abschuss im letzten Rennen gegen den Kollegen weltmeister. Da hatte keiner den anderen im griff, das genaue gegenteil war der fall.

Wenn ich dann noch überlege, wie sehr nicht existent die f1-Berichterstattung bis Mitte der 80er war, würde mich schon mal interessieren, wo sie das wissen über fittipaldi oder scheckter haben. Renndaten waren damals im staatsfunk vollkommen unerwähnt. Und die 5-minuten-zusammenschnitte liefen ja nur dort, in Sportschau und sportreportage

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