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Fußball-WM: "Equal Pay"-Rufe gegen Fifa-Präsident Infantino
Maja Hitij/Getty Images

Nach dem WM-Finale wollte Fifa-Präsident Gianni Infantino eigentlich nur Weltmeisterinnen-Hände schütteln. Die Zuschauer in Lyon hatten es aber offenbar auf ihn und die Bezahlweisen des Weltverbandes abgesehen.

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phillyst 07.07.2019, 23:10
1.

Recht so. Mir geht war manchmal diese Quoten-Gleichheits-Diskussion auf die Nerven - da bin ich ganz ehrlich - aber ich weiss eben auch, dass sie wichtig und richtig ist. Gerade beim Sport sollte so viel Fairness eigentlich selbstverständlich sein. Meine persönliche Lösung - die bisher an Frauen und Männer gezahlten Gelder in einen Topf und 50:50 zwischen Männern und Frauen aufteilen. Erledigt. Am Ende bleiben Beide für meine Begriffe grandios überbezahlt, aber wenigstens gleich überbezahlt.

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stefanmargraf 07.07.2019, 23:13
2. Richtig wäre es die Prämien zu senken

Also, die der Männer, und dann natürlich gleiche Bezahlung. Das ist eventuell nicht das, was die Frauen hören wollen. Aber das Geld, was die Kicker bekommen, steht in keinem Verhältnis zu ihrer Unterhaltungsleistung, ist moralisch gegenüber Arbeitenden in der ganzen Welt nicht vertretbar und hat was von Todsünde. Auch, auf welche Weise es viele verprassen.

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teo_tanatos 08.07.2019, 00:03
3. Weniger views, weniger Klicks, weniger Geld

Wie sich die Klägerinnen selbst eingestehen müssten ist das Interesse an Frauenfussball einfach nicht so gross. Deswegen wird weniger durch Werbung und Sponsoring verdient.
Es hat nichts mit Diskriminierung von Frauen zu tun.
Oder werde ich diskriminiert weil mein YouTubekanal nur 19 views hat und ich nicht eine Million durch Werbung verdiene?
Einfach mal den Ball flach halten.

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profSW 08.07.2019, 00:29
4. Equal-Pay for what?

Ich tue mich schwer mit dieser Debatte. Im Gegensatz zu manch anderer Equal-Pay-Debatte (z.B. in der Wirtschaft beim gleichen Job) tue ich mich hier schwer. Denn Equal-Pay greift ja gerade nur dann, wenn die bezahlte Leistung auf gleichem Niveau liegt. Mir fallen beim Fußball ad hoc zwei Kriterien/Metriken ein, nach der man hier Leistung vergüten könnte:

1. Fußball-Spielerisches Können: Da sind die Frauen m. E. tendentiell nicht schlechter gestellt (wobei ich bisher kaum valide Zahlen gefunden habe). Aber nehmen wir die rund 75.000€ Siegprämie für eine WM-Siegerin, das ist deutlich mehr als bei einem entsprechenden Turniererfolg in der Männer-Jugend-Abteilung erwarten kann und gegen selbige verlieren die Frauen doch recht regelmäßig bei Testspielen (https://www.sport1.de/fussball/frauen-mehr/2017/07/frauenfussball-weltmeister-usa-unterliegt-einer-u15-auswahl-aus-dallas oder auch https://www.welt.de/sport/article155716116/Australiens-Fussballfrauen-verlieren-gegen-U-15-Jungs.html etc)

2. Entertainment/PR-Erfolge: Auch hier sind die Zuschauerzahlen in Stadien bzw. vor dem Fernseher noch immer um ein Vielfaches geringer:
- Frauen im Schnitt 833 Zuschauer pro Buli-Spiel, Männer mit dagegen mit 43.467 Zuascheu pro Buli-Spiel. [siehe https://www.fupa.net/liga/1-bundesliga-frauen/zuschauer und https://www.transfermarkt.de/1-bundesliga/besucherzahlen/wettbewerb/L1/plus/?saison_id=2018]
- Beispiel Frankreich-Spiele bei dieser WM im französischen Fernsehen: 10,106 Millionen Zuschauer (neuer Rekord!), aber die französischen Männer dagegen 42,205 Mio. bei der WM 2018 (https://de.fifa.com/womensworldcup/news/zahlen-und-fakten-zur-gruppenphase)

Also etwas mehr argumentativer Untergrund für "equal-pay" würde mich da schon interessieren...

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spon_1873159 08.07.2019, 00:29
5. Recht so!

Und dass die Damen einen verdammt guten Fussball spielen, dürfte keine Überraschung mehr sein!

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1591 08.07.2019, 02:27
6. equal pay?

Also mal ehrlich, man sollte doch immer nach leistung bezahlt werden. Diese ist im falle des sports nicht wie gut der sportler ist sondern wie profitabel, bzw wie viele Zuschauerzahlen eingebracht werden. Ich bin mir sicher das wenn der Frauenfußball genauso geschaut wird wie der Männerfußball, dann werden sich auch die Gehälter anpassen. Leider ist der Frauenfußball noch viel zu unbeliebt, einfach equal pay zu verlangen ist ein Witz. Das heißt jetzt nicht das ich die exorbitanten Gehälter im Männerfußball gutheiße, aber wenn ich überlege wieviele Messi Trikots und wieviele von Megan Rapinoe verkauft werden, dann kann man einen Unterschied in der Bezahlung schon verstehen.

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w.k.t. 08.07.2019, 04:10
7. Schade

Leider hat der Frauenfußball viele Sympathien verspielt mit dem ständigen beharren auf gleiche Bezahlung und gleiche Prämien ohne, dass ich bisher ein überzeugendes Argument gehört habe. Im Gegenteil, der Frauenfußball profitiert von Verbandsstrukturen, die sich der Männerfußball in vielen Jahrzehnten erarbeitet hat. Das wird nicht nur beim DFB so sein. Der Anteil des Frauenfußballs ist daran eher gering. Würde man das anteilig berechnen müsste man zu dem Schluss kommen, dass die Frauen deutlich zu viel bekommen. Die Lösung wäre simpel: Einfach einen eigenen Verband gründen und sich selbst vermarkten, dann kann man auch selbst über die Prämien bestimmen.

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5b- 08.07.2019, 04:12
8. Mitteln

Am besten einfach die Mittelwerte nehmen. Das ist sowieso viel zu viel. Wenn die Frauen mehr verdienen, verdienen die Männer weniger.

Obwohl es am ehrlichsten wäre, wenn die Prämien an Geldeinnahmen festgemacht werden, In der Art einer Gewinnbeteiligung. Wenn man nicht zwischen Männern und Frauen unterscheiden will (was keinen Sinn manche und nichts mit dem Pay Gap zu tun hat) dann rechnet man alles einfach zusammen.

Wie viel verdienen eigentlich die U21 Spieler? Man sollte auch Kinder nicht von Erwachsenen unterscheiden. Wenn man Gier aber anführt, dass es weniger Zuschauer gibt und die Industrie weniger Geld macht, dann sollte man auch die Frauen anhand dessen bezahlen und nicht anhand davon wieviel die Männer verdienen.

Die Fußballindustrie ist eine Unterhaltungsbranche. Die Unterhalter werden aber nicht direkt am Gewinn beteiligt, weil es auch keinen Sinn macht. Man kann den einzelnen Personen nicht direkt zuweisen, wieviel sie zum Gewinn beisteuern. Daher

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Marinus_Ladegast 08.07.2019, 06:20
9. Was genau heißt Equal Pay?

Gerecht wäre es m.E., prozentual gesehen die gleiche Bezahlung durchzusetzen. D.h. wenn z.B. bei einer Männer-WM die FIFA eine Milliarde Gewinn macht und davon, sagen wir mal, zehn Prozent an Prämien auszahlt, dann sollten die Frauen auch zehn Prozent von dem bekommen, was ihre WM umsetzt. Ich bin auch dafür, dass bei Frauen und Männern dieselben professionellen Rahmenbedingungen herrschen sollten.
Aber dass aber z.B. die Frauen einige Hunderttausend Euro weniger kriegen würden als die Männer, ist vollkommen gerechtfertigt. Das hat nichts mit Chauvinismus zu tun, sondern wird vom Markt vorgegeben. Männer-Fußball ist der Hollywood-Blockbuster, Frauenfußball ist das Arthouse-Kino. Und nur weil Chris Hemsworth für eine Marvel-Produktion 20 Millionen Dollar kriegt, kriegt ein Moritz Bleibtreu nicht dieselbe Gage - auch wenn der Film, den er dreht, vielleicht sogar viel besser ist.

Dazu kommt, dass man die Qualität der Leistungen schwer vergleichen kann. Aus Sicht der amerikanischen Spielerinnen, die viel erfolgreicher als ihre männlichen US-Kollegen sind, ist die Forderung nach gleicher Bezahlung verständlich. Aber insgesamt ist der Frauenfußball noch nicht auf demselben Level angekommen, vor allem was die Leistungsdichte angeht. Die Männer müssen z.T. schon in der Qualifikation Blut und Wasser schwitzen, und spätestens in der Vorrunde geht es richtig zur Sache - nicht umsonst sind vier der letzten fünf Weltmeister in der Vorrunde gescheitert. Kantersiege mit 13:0 oder 11:0 wie bei den Frauen sind fast undenkbar, oder auch dass eine Mannschaft ohne Gegentor Weltmeister wird wie unsere Damen 2007.

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