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Fußballliga der Frauen in England: Lieber Arsenal als Turbine Potsdam
John Patrick Fletcher/ Action Plus/ imago images

Arsenal ist zum 15. Mal Meister. Business as usual in der Women's Super League? Mitnichten: Die englische Liga ist im Aufwind und der Verband pusht spürbar den Fußball der Frauen.

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jochenbergerhoff 13.05.2019, 14:05
1. Trauerspiel

Mit dem Frauenfußball in Deutschland ist es wirklich ein Trauerspiel. Mein Sohn und ich haben eine Dauerkarte für eine 2-Liga-Herrenmannschaft. Meine Tochter liegt mir immer in den Ohren „wann gehen wir zum Frauen-Team?“ , aber die sind viertklassig und spielen auf dem Vorplatz und nicht im Stadion. In Hamburg gibt es ja nicht einmal eine Frauen-Bundesligamannschaft, gut bei den Herren ja auch nicht....,

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miss.parker 13.05.2019, 14:20
2. Strukturen

Bei Potsdam haben sie durchaus gute Strukturen, da hier im Olympiastützpunkt trainiert werden kann und wird. Das war jahrelang ein Vorteil bei Potsdam, dass auch schon in den 90ern alle Trainigsmöglichkeiten vorhanden waren und auch ausgeschöpft wurden. Bei Turbine wurde schon immer wert auf Athletik UND Taktik gelegt. Viele Erfolge wurden dadurch erst machbar.

Andere, reine Frauenvereine, können dies so in dem Umfang nicht leisten, da auch hier wenig vom Verband kommt. Man ruht sich auf die vergangenen Erfolge aus (siehe auch N11) und sieht keine Notwendigkeit, etwas zu ändern.

Buyern und WOB haben zwar tolle Trainingsmöglichkeiten, aber auch gerade die beiden tun sich nur dadurch hervor, fertige Spielerinnen (am liebsten N11-Spielerinnen) zu verpflichten. (Buyern wildert gern bei Freiburg, WOB wird von uns auch gern Potsdam2 genannt).

Von den Vereinen mit Männerfussball im Rücken machen gerade Freiburg und Hoffenheim das Beste aus ihren Möglichkeiten, jedoch sind die anderen Vereine, wie Köln, Leverkusen, Bremen, Gladbach sind eher Fahrstuhl-Mannschaften, die es nicht schaffen, sich dauerhaft zu halten. Trotz toller Trainingsbedingungen mit den Herren...

In der englischen Liga wird da mehr getan, auch und gerade im Marketing und im Verband intern (so sind alle Premierleague-Mannschaften der Herren verpflichtet eine prof. Frauenmannschaft zu unterhalten). Was die Verbandsstrukturen und Unterstützung des Verbandes betrifft, besteht beim DFB mit großer Sicherheit dringende Nachholbedarf, da nicht nur die Engländerinnen, sondern auch die Spanierinnen und Italienerinnen gewaltig aufholen...

Ich hätte mir für den Artikel gern etwas mehr Recherche gewünscht. Und die Überschrift ist auch eher...irreführend (beide Vereine werden eher so angerissen und nebenbei erwähnt).

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roenga 13.05.2019, 14:42
3. Illusion

Das Zuschauerinteresse ist das A und O jeder Sportart oder Spielart der Unterhaltungsindustrie. Solange die Zuschauerzahlen der 1. Frauenliga bei ca 1500 pro Spiel liegen und die Männerbundesliga bei ca. 35000 liegt, wird sich an der Strahlkraft und damit auch an der Bezahlung für Profispielerinnen nichts ändern. es kann ja im Ernst niemand behaupten, dass die Fußballinteressierte Bevölkerung zu wenig Informationen über Frauenfußball hat, es ist nur leider so, dass Frauenfußball im Prinzip wie Männerfußball ist - nur halt wesentlich langsamer und wesentlich weniger athletisch und wer bitte schaut sich denn eher ein Gokart rennen an als einen Formel 1 Grand Prix. Die Diskussion, den Frauenfußball für die Öffentlichkeit attraktiver zu gestalten wäre so, als würde die Regionalliga im Ernst die Anstrengung unternehmen, den Zuschauer- und Popularitätsabstand zur Bundesliga aufholen zu wollen.

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totalausfall 13.05.2019, 14:54
4. Altes Thema.

Letztendlich gehts hier auch um die Frauenquote und eine daraus entstehende Übervorteilung der Damen.

Liebe Damen:

ZUERST müssen sich Leute für euch interessieren und ins Stadion gehen, Merchadesign kaufen, auf twitter followen und schießmichtot. DANN gibts Geld und Strukturen.

NICHT umgekehrt.

Die Kohle von den Männern nehmen und einen auf Profi machen bei 1400 Zuschauern hat nichts mit Gleichberechtigung zu tun!

Wenn Leute Frauenfußball gucken wollen würden, würden sie das tun. Der Markt entscheidet, wie man so schön sagt. Das Produkt Frauenfußball will niemand in dem Ausmaß, als dass es sich selber in professionellen Strukturen tragen würde.

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MikeHammer 13.05.2019, 15:06
5. FA Cup Finale

es wären noch wesentlich mehr Hammers-Fans ins Wembley-Stadion gegangen, hätte sich die FA nicht standhaft
und mehrmals geweigert, das Spiel der 1. Herren gegen Southampton um ein paar stunden zu verlegen.
Pfui!

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supergrobi123 13.05.2019, 15:54
6. Recherche-Wunsch!

Liebe Frau Labbert,
könnten Sie mal recherchieren, wieviel Gewinn bzw. Umsatz diese Superliga macht?
Und bitte ersparen Sie uns in Zukunft, diese extreme Sonderbehandlung der Damen (kostenlose Nutzung von Stadien, Trainingsplätzen, Krafträumen, kostenlose Promi-Werbung, unvergleichliche Medienpräsens etc.) als Equality zu verkaufen.
Danke im Voraus!

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Nonvaio01 13.05.2019, 16:39
7. erst wenn die eintritts preise

bei den Frauen gleich sind hat man einen wirklichen vergleich.

natuerlich kann man ein Stdion voll bekommen wenn man nur 3-5€ eintritt nimmt bei einem Pokal Finale.

Es nervt wie versucht wird den Frauenfussball gleich zu stellen was beliebtheit angeht, dem ist nicht so. Massiv gepimt sagt man wohl heutzutage.

Wuerden die tickets in der PL fuer die frauen das gleiche kosten wie fuer die Maenner waehre der zuschauer anteil NULL, nur die angehoerigen wuerden im stadion sein, denn die zahlen eh nichts.

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jjpreston 13.05.2019, 17:46
8.

Zitat von jochenbergerhoff
In Hamburg gibt es ja nicht einmal eine Frauen-Bundesligamannschaft, gut bei den Herren ja auch nicht....,
Die Frauen hatten auch mal Frauen-Bundesliga. Bis den Supporters Platz 9 in der Männer-Bundesliga nicht mehr gut genug war und sie einen FDP-Feierabendpolitiker zum Vorstandschef machten, der unbedingt eigene Duftnoten gegen seinen Vorgänger und Frauenfußball-Förderer Bernd Hoffmann setzen musste. Also sparte man binnen 2 Jahren 750.000 Euro ein, um 17,5 Millionen Euro in Petr Jiracek und Rafael van der Vaart zu versenken. So wurde aus dem Bundesliga-Vierten, Zweitliga-Meister und Drittliga-Dritten der WM-Saison 2011 binnen zwei Jahren ein Regionalligist mit angeschlossenem Oberliga-Absteiger und binnen fünf Jahren ein Drittliga-Absteiger mit angeschlossenem Landesliga-Dritten, während der FC St. Pauli zum Drittligisten aufstieg und der klassenbeste Frauenfußball-Club in Hamburg mittlerweile (nach dem Niedergang des Bramfelder SV - sic!) nun der Walddörfer SV ist (Pauli steigt wohl nächsten Sonntag ab). Immerhin geht es mit dem HSV bergauf - zumindest bei den Frauen: Meister mit 20 Siegen in 20 Spielen und 123:9 Toren, am 30. Mai im BU-Stadion (Dieselstraße) im Pokalfinale gegen Union Tornesch und an den folgenden beiden Sonntagen in zwei Aufstiegsspielen gegen ATS Buntentor aus Bremen. Perspektivisch scheint sogar die eingleisige 2. Bundesliga wieder machbar, sofern Hoffmann lange genug der Fußball-AG vorsteht, um 1. und 2. Mannschaft sowie die Bundesliga-U17 (als Tabellenvierter aktuell vor Werder Bremen gelandet, noch mit Aussichten auf Platz 3) wieder ins Profigeschäft zu integrieren und wenigstens 250.000 Euro Saisonetat bereitzustellen.

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supergrobi123 13.05.2019, 18:29
9. @jjpreston

Na, da haben Sie es doch! Die HSV Damen waren weit davon entfernt, ihre eigenen Kosten zu decken. Nach vielen, vielen Jahren, in denen die Herrenabteilung Millionen an die Damen verschenkte, war dann mal Schluss. Man war hoch verschuldet. Ende mit den Geldgeschenken. Hörte man da ein Danke für die jahrelange Geldverpulverung? Natürlich nicht. Nur Gemotze. Inzwischen ist der Herrenfussi beim HSV in eine AG ausgegliedert worden. Sollte Herr Hoffmann nun nochmals Firmengelder verschenken, landet er u.U. wegen Veruntreuung vor Gericht.

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