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Fußballliga der Frauen in England: Lieber Arsenal als Turbine Potsdam
John Patrick Fletcher/ Action Plus/ imago images

Arsenal ist zum 15. Mal Meister. Business as usual in der Women's Super League? Mitnichten: Die englische Liga ist im Aufwind und der Verband pusht spürbar den Fußball der Frauen.

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im_ernst_56 14.05.2019, 07:59
10.

Zitat von supergrobi123
Liebe Frau Labbert, könnten Sie mal recherchieren, wieviel Gewinn bzw. Umsatz diese Superliga macht? Und bitte ersparen Sie uns in Zukunft, diese extreme Sonderbehandlung der Damen (kostenlose Nutzung von Stadien, Trainingsplätzen, Krafträumen, kostenlose Promi-Werbung, unvergleichliche Medienpräsens etc.) als Equality zu verkaufen. Danke im Voraus!
Die Frage habe ich mir auch gestellt. Wenn - vom FA-Cupfinale abgesehen - zu den Ligaspielen der englischen Superliga auch nicht viel mehr Zuschauer kommen als in der Bundesliga, woher kommt dann die bessere finanzielle Ausstattung? An den Sponsoren wird das kaum liegen, denn die investieren ihr Geld nur in Sportarten, die ein größeres Zuschauerinteresse haben. Die Ursache für die bessere finanzielle Ausstattung der englischen Superliga wird nicht erklärt. Bei der Lektüre des Beitrag fühlte ich mich an einen Beitrag über die Womans's NBA erinnert, der vor einiger Zeit auf SPON erschien und in dem ebenfalls der wirtschaftliche Hintergrund nicht ausgeleuchtet wurde. Spielt die Ökonomie keine Rolle, wenn es um professionellen Frauensport geht?

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im_ernst_56 14.05.2019, 08:41
11.

Zitat von im_ernst_56
Die Frage habe ich mir auch gestellt. Wenn - vom FA-Cupfinale abgesehen - zu den Ligaspielen der englischen Superliga auch nicht viel mehr Zuschauer kommen als in der Bundesliga, woher kommt dann die bessere finanzielle Ausstattung? An den Sponsoren wird das kaum liegen, denn die investieren ihr Geld nur in Sportarten, die ein größeres Zuschauerinteresse haben. Die Ursache für die bessere finanzielle Ausstattung der englischen Superliga wird nicht erklärt. Bei der Lektüre des Beitrag fühlte ich mich an einen Beitrag über die Womans's NBA erinnert, der vor einiger Zeit auf SPON erschien und in dem ebenfalls der wirtschaftliche Hintergrund nicht ausgeleuchtet wurde. Spielt die Ökonomie keine Rolle, wenn es um professionellen Frauensport geht?
Noch eine Ergänzung: Wenn man die Einwohnerzahl Londons (8,8 Mio) in Relation zur Einwohnerzahl Kölns (1,08 Mio) setzt, dann war selbst das Zuschauerinteresse am FA-Cupfinale der Frauen in Relation auch nicht viel höher als das Interesse am DFB-Pokalendspiel. Eher ist das Gegenteil der Fall. Wenn das Zuschauerinteresse am Frauenfußball in England insgesamt nicht höher ist als in Deutschland, woher kommt dann die bessere finanzielle Ausstattung? Ist die These richtig, dass die Stärke des professionellen Frauenfußballs maßgeblich vom Umfang der Quersubventionierung durch den Männerfußball abhängt?

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jjpreston 14.05.2019, 12:55
12.

Zitat von supergrobi123
Die HSV Damen waren weit davon entfernt, ihre eigenen Kosten zu decken. Nach vielen, vielen Jahren, in denen die Herrenabteilung Millionen an die Damen verschenkte, war dann mal Schluss. Man war hoch verschuldet. Ende mit den Geldgeschenken.
Es ist wahrlich überragend, wie klein ein Horizont sein kann. Wenn "kann die eigenen Kosten decken" ein Argument WÄRE, müsste man vor allem die mehr als 30 Millionen Euro operativen Verlust der Männer betrachten. Denn unter dem Strich hat die Frauen-Bundesliga das, was sie gekostet hat, locker wieder reingeholt. Allein durch den Einfluss beim DFB. Das ist nämlich der Hauptaspekt gewesen, der dem HSV durch Einstampfen der Bundesliga geschadet hat. Vorher hatte er eine Lobbyistin im DFB-Präsidium: Hannelore Ratzeburg, früher aktiv bei West-Eimsbüttel und (nach der Fusion bei Grün-Weiß 07), DFB-Vizepräsidentin im Ressort Frauen- und Mädchenfußball und gleichzeitig Vorsitzende des Ausschusses Frauen- und Mädchenfußball beim Hamburger Fußball-Verband. Seit der Einstellung des HSV-Frauenfußballs gab es zwei A-Länderspiele in Hamburg, die jeweils ca. 1 Million Euro netto einbringen. Köln - der Finalort der Frauen im DFB-Pokal - hatte im gleichen Zeitraum vier A-Länderspiele. Zuvor bekam Hamburg vier WM-Vorrundenspiele (obwohl Gladbach ebenfalls tauglich gewesen wäre), ein Viertelfinale (als Ausgleich für Robert Hoyzer), das Länderspiel gegen China 2005 sowie 2004 gegen Island. Und sportlich war der HSV nach zehn Jahren Bundesliga in der Entwicklung auf dem Weg dorthin, wo Bayern und Wolfsburg heute sind. Dass bei der Vermarktung des Frauenfußballs Fehler gemacht wurden, lässt sich nicht bestreiten. Das war immer einer meiner größten Kritikpunkte, dass da zu wenig gemacht wurde, selbst mit einem Schuhladenkonzern als Sponsor. Allerdings - ich schätze, da haben Sie ebenfalls Nachholbedarf - ist es auch nicht so einfach, tragfähige Sponsoren zu finden, wenn 75 Prozent der möglichen finanzkräftigen Sponsoren in Konkurrenz zu bereits bestehenden Sponsoren der Männer stehen und das vereinsinterne Konkurrenzverbot diese dann ausschließt. Das heißt: Keine Banken, keine Lebensmittelkonzerne, keine Fluggesellschaften, keine Restaurantketten, keine Versicherungskonzerne, keine Automobilhersteller, keine Warenhäuser und noch so einige mehr, die deswegen nicht in Frage kamen. Wo der 1. FFC Frankfurt allein rund eine Million Euro pro Jahr von einer heute teilverstaatlichten Bank bekam, mussten beim HSV 60.000 Euro von einem unbekannten Investmentfonds als Trikotsponsor reichen. Wie sollten die da denn wohl das nötige Geld für den Spielbetrieb selbst beschaffen, ohne die nötige Autonomie? Erklären Sie mir das!

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WolfgangFreund 14.05.2019, 20:04
13. Frauenfußballrekordspiel

Erlauben Sie mir eine kleine Berichtigung: Das am stärksten besuchte Fußballspiel zweier Frauenteams war mitnichten das Londoner Derby Chelsea gegen Arsenal vom 5. Mai 2018, das 45 000 Zuschauer_innen besucht haben, sondern vor fast 98 Jahren das Match zwischen den Dick Kerr’s Ladies und den St. Helens Ladies im Goodison Park in Liverpool, das am 26. Dezember 1920 vor 53 000 zahlenden Zuschauern stattfand (wobei Hunderte ohne Karte vor dem Stadion standen). Mit dem Ende des Ersten Weltkrieges hatte ein enormer Zulauf zum Frauenfußball namentlich in Großbritannien und in Frankreich begonnen. Doch bald schon stellten die Herren der Schöpfung den Frauenfußball für die nächsten 30–40 Jahre ins Abseits.

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