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Geschichte der Schachprogramme: Wie aus niedlichen Gegnern unschlagbare Maschinen wur
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Frederic Friedel hat die Entwicklung der Schachprogrammierung maßgeblich begleitet. Hier erzählt der ChessBase-Gründer, wie ein Roboterarm für 95.000 Briefe sorgte und warum auch Weltmeister gegen Computer verlieren.

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rational_bleiben 07.11.2018, 17:18
1.

Toller Artikel!

95.000 Zuseher wollten die Notation haben! Das waren noch Zeiten. :)

Der Vollständigkeit halber sei erwähnt, dass man Alpha-Zero eine Schach-Engine vorgesetzt hatte, der man zuvor ein paar Zähne zog. Das Ergebnis scheint zwar eindeutig, ein echter wissenschaftlicher Beleg der Überlegenheit gegenüber klassischen Engines war das aber nicht. Das Forschungsergebnis wäre aber nicht minder spektakulär, da bei Alpha-Zero ein gänzlich anderer Ansatz verfolgt wurde als bei der klassischen Baumsuche mit von Meistern gemachter Stellungsbewertung als Heuristik.

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HaioForler 07.11.2018, 17:20
2.

War bereits 1980 abzusehen. Aber ich höre noch die Stimmen: "Computer werden nie einen Menschen schlagen ... Phantasie ... und so weiter ... "

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Kamillo 07.11.2018, 17:48
4.

Mir haben schon die Schachprogramme auf dem Commodore 64 und Atari ST, oder Battle-Chess auf dem Amiga oder MS-DOS-PC gereicht, die haben mich immer platt gemacht. Habe diese Programme dann gegeneinander antreten lassen, in dem ich die Züge des einen Programms in das andere eingetragen habe...

Übrigens, auf dem ersten Foto, der PC ist ein Olivetti M4 Modulo P100 oder P133/P166. PCs, die komplett in Europa entwickelt und prduziert werden, das wärs doch mal wieder! Das würde so einige Jobs schaffen, auch z.B. im gebeutelten Italien.

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dröhnbüdel 07.11.2018, 18:02
5. . . . und wenn schon . . .

Völlig klar, dass heutige Schachprogramme jeden Großmeister schlagen können. Na und? Um die Zukundt des Breitenschachs muss man sich deshalb keine Sorgen machen. Ein Kreisliga-Matador wie ich hatte schon gegen die Ur-Version von Fritz kaum eine Chance. Einen Vorteil für das Breitenschach haben die Programme auf jeden Fall: Selbst gespielte Partien können gründlich analysiert werden, und gerade bei verlorenen Partien erkennt man die Fehler und kann daraus lernen. Du hast eine Partie glanzvoll gewonnen, passt zu Hause vor Stolz kaum durch die Tür und zeigst die Partie dem Computer. Der aber will sich halbtot lachen und erkärt dir, dass du die Partie nur deshalb gewonnen hast, weil dein Gegner ein todsicheres Matt in drei Zügen übersehen hat. So hat sich dann auch die Spielstärke beim Breitenschach nach meinem Eindruck in den vergangenen Jahren deutlich verbessert. Und ich spiele natürlich hundertmal lieber gegen meine Clubkameraden als gegen einen seelenlosen Rechner. Allein schon deshalb, weil ich gegen menschliche Gegner realistische Gewinnchancen habe.

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l/d 07.11.2018, 18:07
6. Unschlagbar?

Die Stärke des Menschen liegt in seiner Fähigkeit, nicht nur auf bekannte, sondern auch auf vorher unbekannte Herausforderungen schnell und richtig reagieren zu können .

Also sollte man innerhalb eine Schachspiels auch eine Regeländerung vorsehen, die nicht abzusehen ist oder nur eine Variante vorheriger Regeln darstellt. Mal sehen, wer sich darauf dann schneller und besser einstellt - Mensch oder Computer?

Klar kann ein Computer mit einem Algo manche Dinge weit schneller als ein Mensch, aber das überzeugt mich nicht von seiner Intelligenz, sondern nur von seiner unerhörten Rechenleistung - noch.

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telarien 07.11.2018, 18:49
7. Nicht schlimm

Gabelstapler gewinnen auch gegen Gewichtheber. Es ist nicht schlimm. Und wer zu sehr von menschlicher Genialität überzeugt ist, der werfe einen Blick auf Donald Trump.

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TS_Alien 07.11.2018, 20:43
8.

Eben ein wenig gesucht und die original Fritz- und Fritz2-Disketten gefunden. Wenn ich mir ein Diskettenlaufwerk besorge, könnte ich diese Programme vielleicht in der DosBox zum Laufen bringen.

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Gruuber 08.11.2018, 13:14
9. Obwohl die Schachcomputer bereits unschlagbar sind

können sie von den Menschen noch immer etwas lernen. Selbst die besten Schachcomputer können von Menschen noch immer verbessert werden. Und es kann nicht vorausgesagt werden, wann die Menschen nicht mehr in der Lage sein werden, das Spiel der Computer immer noch ein Stück stärker zu machen.

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