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Gladbach in der Champions League: Ausgeschieden - und glücklich
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Trauer nach dem Champions-League-Aus? Nicht bei Borussia Mönchengladbach. Das Team feierte nach dem Rückspiel bei Dynamo Kiew, weil es in der Ukraine eine gute Leistung zeigte und fast noch das Wunder geschafft hätte. Vor allem aber, weil die neu formierte Mannschaft langsam zu alter Stärke findet.

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Marc87 30.08.2012, 09:39
1.

Na dann gratulieren wir den Gladbachern doch mal, wenn sie selber zufrieden sind!

Ich persönlich hab ja gerade in der erstn Hälfte eine erschreckend schwache Vorstellung gesehen. Pressing war nicht vorhanden. Es waren aber auch nicht nur klare Torchancen die gefehlt haben, sondern die Gladbacher haben es erst gar nicht geschafft den Ball nach vorne zu bringen. Stattdessen sehr viele einfache Ballverluste im Mittelfeld. Das Aufbauspiel war komplett statisch und vorhersehbar, aber es schien auch überhaupt keine Struktur zu geben, wie man nach vorne zu spielen hat.
Im Gegenzug hat man sich in der Abwehr mit einfachen langen Bällen komplett ausheben lassen und hatte sogar noch Glück, dass so manche Abseitsentscheidung zu Gunsten von Gladbach falsch entschieden wurde.

Wenn man bedenkt wo Gladbach vor einem Jahr stand, dann kann man ihnen nur gratulieren und dann war auch das Spiel gestern wohl nicht schlecht, aber mit der Leistung die sie momentan noch bringen kann man über einen einstelligen Tabellenplatz in der Bundesliga wohl eher am Ende froh sein.

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ludd110 30.08.2012, 10:21
2. optional

Fine ich auch etwas merkwürdig und klingt nach Durchhalteparolen. Wenn man in der CL Quali ausscheidet, wird meiner Meinung nach der deutsche Fußball nicht wirklich gut vertreten.

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haaner 30.08.2012, 10:42
3. Ich

muß da ein anderes Spiel gesehen haben. Bis auf die letzten 20 Minuten war das ein grausames Gekicke..

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maynard9791 30.08.2012, 10:46
4.

Von einem "perfekten Spiel" wie der Gladbacher Kapitän zu sprechen, halte ich dann ebenfalls für sehr vermessen. Fakt ist, dass sie gestern aber eine gute, ihren Möglichkeiten entsprechende Leistung gezeigt haben. Immer, und immer wieder wurde versucht, schnell und direkt zu spielen, dass es meistens schiefging, geschenkt.

Man merkt der Mannschaft eindeutig an, dass die Saison grade erst begonnen hat, sie nicht wirklich eingespielt ist, und den Abgang von Reus noch nicht wirklich kompensiert hat.

Die Quali haben sie nicht gestern, sondern im Hinspiel vergeigt.

Kiew ist ja nu auch nicht irgendwer, und es spielt für den deutschen Fussball wenig Rolle, ob Gladbach nun jetzt, oder später in der CL-Gruppenphase ausscheidet.

Ich freue mich auf couragierte Auftritte in der EL.

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steuerschlupf 30.08.2012, 10:51
5. Berichterstattung nicht objektiv

Wer sich das Interview mit Lucien Favre im Anschluss zum Spiel angehoert hat, dem erscheint der SPON-Bericht etwas provokativ.

Das Spiel war nicht berauschend, aber eben, es wurde sehr gute Spieler aus Abwehr, Mittelfeld und Sturm verkauft, die kann man auch mit den (nicht eingespielten) Neuzuzuegen nicht sofort ersetzen.

Man sah, die von Favre mehrfach schon geaeusserte fehlende Durchschlagskraft. Allerdings ist Favre zum Glueck (im Gegensatz zu vielen anderen Bundesligatrainern) in der Lage zu realisieren, dass Gladbach in der aktuellen Verfassung bzw. Abstimmung schlicht zu schwach war fuer die Champions League und da bringt auch schoen reden nichts.

Allerdings weiss Favre auch dass ihm die Zeit in die Haende spielt. Die Mannschaft hat den Umbruch schon hinter sich, das Kader ist jung und sobald die Mannen besser eingespielt sind, wird sich das auszahlen.

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TSTS 30.08.2012, 10:53
6. Verbesserungen in allen Mannschaftsteilen erforderlich (stimme Kommentator Marc87 zu)

Wie erfährt ein Trainer an der Außenlinie die Momente, in denen der eigenen Mannschaft bei der Vorwärtsbewegung im Mittelfeld haarsträubende Ballverluste unterlaufen? Ein sehr guter nimmt das emotionslos hin und konzentriert sich darauf, wie die Mannschaft im darauffolgenden Angriffsversuch des Gegners seine Abwehrformation findet und die neue Situation löst, so dass er sich mit dieser neuen Aufgabe von den Fehlern zuvor ein Stück weit ablenkt. Das ist Gladbach über sehr weite Strecken des Spiels am gestrigen Abend bei Dynamo Kiew gelungen. In der eigenen Hälfte hat Borussia stets eine strukturierte Spielweise geboten. Die Mannschaft zeigte große Nervenstärke und behielt klaren Kopf.
Das Problem war nur, dass sich Gladbach zu oft auf diese Art von seiner schönsten Seite zeigen konnte. Das Mittelfeld hatte nicht die zündenden Ideen und keine durchschlagende Kombinationsstärke nach vorne. Die Zuspiele wurden von den offensiven Mittelfeldspielern und den Stürmen nicht sauber verarbeitet, der nächste Pass nach vorne konnte somit nicht gespielt werden. Arango fehlte der kongeniale Partner, den Xhaka hätte darstellen müssen.
Die Mannschaft ist noch nicht soweit, um auch in der EuropaLeague eine Rolle wie Hannover 96 spielen zu können. Das bedeutet aber auch, dass es in der Mannschaft sicher das Potential gibt, ein gutes Niveau während der Saison noch zu erreichen. Dafür muss aber Lucien Favre endlich über seinen Schatten springen und wirklich eine Phase der Experimente unter realen Wettkampfbedingungen einleiten. Es wäre völlig verkehrt, sich erneut wieder auf nur 12 bis 15 Spieler zu konzentrieren. Jungtalente wie Amin Younes dürfen nicht auf der Bank versauern. Die Kapitänsbinde darf auch mal auf der Auswechselbank Platz nehmen. Favre muss in viel schnelleren Schritten das einlösen, was er in der Vorbereitung angekündigt hat: seine Mannschafft variabel auftreten zu lassen.
Gladbach wird es diese Saison schwer haben. Bislang hat es noch viel zu selten aus dem laufenden Spiel gefährliche Torchancen kreiert. Das Gladbacher Mittelfeld irrt noch herum, es werden untereinander noch sehr wenige Laufwege und Pässe antezipiert. Dadurch gerät das Offensivspiel ins Stocken und der Gegner kann sich wieder sortieren. Das Mittelfeld übt noch viel zu selten positiven Druck auf die Sturmspitzen aus, das Spiel kommt nicht vorwärts. Die Paarbildung zum Zusammenspiel ist ungenügend. Die Anspielstationen liegen noch viel zu weit auseinander. Gegen Fortuna Düsseldorf am Samstag wird die Leistung vom gestrigen Abend nicht für einen ungefährdeten Sieg ausreichen. Befürchte ich! Es wird ein knappes und hoffentlich siegreiches Spiel für die Borussia!

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caligula4ever 30.08.2012, 11:09
7. Wie

man nach dem Ausscheiden gegen einen so limitierten Gegner und einem streckenweise armseligen Kick feiern kann, ist mir schleierhaft. Und dass ein solch dürftiges Anspruchsdenken dem SPON dann auch noch einen lobenden Artikel wert ist - gute Nacht Bundesliga.

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sanityNow 30.08.2012, 11:25
8. wird schon

Zitat von maynard9791
Die Quali haben sie nicht gestern, sondern im Hinspiel vergeigt.
Das sehe ich auch so. Gestern war Gladbach in Ordnung hinten und im Mittelfeld (natürlich nicht "perfekt"), vorne jedoch ziemlich harmlos. Viele kleine Fehler und mangelnde Abstimmung sind auch keine Überraschung so früh in der Saison. Das wird schon, auch mit de Jong.

In Kiew und gegen 9 Abwehrspieler zu gewinnen ist trotz des Ausscheidens dennoch positiv, auch wenn die so gut wie gar nichts für das Spiel getan haben und dann, mehr oder weniger zufällig, nochmal in Bedrängnis geraten sind. Da kam zwar auch bei mir kurzzeitig die Hoffnung auf, und der Ärger war am Ende folglich auch groß. Aber insgesamt muss man auch sagen, dass MG in der Europa League besser aufgehoben ist. Da kann man auch glänzen!

Dumm gelaufen, dann könnte Gladbach am WE in Liga 2 gegen Köln kicken, da ist Europa League tatsächlich sowas wie ein Lottogewinn (hat allerdings mit Glück trotzdem wenig zu tun).

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fusselsieb 30.08.2012, 11:29
9. Kam zu früh

Gladbach haben ein paar Spiele zur Einarbeitung der Neuen gefehlt. Aber mal ehrlich, gegen Ende der vorherigen Saison haben sie ähnlich gespielt. Gegen Dortmund oder Bayern so gut wie keine Torchance gehabt, trotz Reus.

Ich denke, hier liegt auch ein Fehler im System. Die bemängelten Abspiele im Mittelfeld werden auch durch die schnelle Spielweise und das hohe Risiko begünstigt. Aber das Spiel war wirklich gut. Jedes Spiel hat Leerlauf, den man in Ausschnitten eben nicht sieht.

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