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Gleichberechtigung im Fußball: Nationaltorhüterin Schult prangert Haltung im DFB an
Matthias Hangst / Getty Images

Während andernorts Spielerinnen gegen Ungerechtigkeit kämpfen und ihr Sport wächst, wurde in Deutschland lange geschwiegen. Nationaltorhüterin Almuth Schult kritisiert nun den Verband und beklagt Geringschätzung.

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cs01 30.04.2019, 14:24
10.

Zitat von erlachma
Man muss sich mal entscheiden. Ist "Fußball" eine Sportart, die Männer und Frauen spielen, oder sind es zwei Sportarten, die jeweils nur Männer und nur Frauen spielen. Im Fall, dass es nur eine einzige Sportart ist, sind die Frauen nicht erfolgreich. Sie wurden noch nie allgemeiner Weltmeister, nur "Frauenweltmeister". Aber noch nie geschlechtsunabhängig. Wenn man Bezahlung vom Erfolg abhängig macht, dürften Frauen hier noch überbezahlt sein.
Das ist doch ganz einfach. Fussball ist Fussball. Gespielt wird nach Geschlechtern getrennt. Insofern gibt es beim Fussball (anders als im Schach z.B.) keinen allgemeinen Weltmeister, sondern nur einen Männer- und einen Frauenweltmeister.

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ditor 30.04.2019, 14:36
11. Unterhaltungswert

Zitat von Edenjung
Ich kann die Frau verstehen. nicht nur in Bezug auf den DFB, aber auch mit Sport in Deutschland. Andere Sportarten in denen wir mal Erfolg haben (unsere Damen im fußball sind zigmal erfolgreicher als die Männer, was die gewonnenen Trophäen angeht) werden kaum berücksichtigt.
Es geht bei Übertragungen nicht um die reine sportliche Leistung, sondern primär um den Unterhaltungswert. Daraus ergibt sich auch die Bezahlung. Insbesondere Profisport arbeitet in der Unterhaltungsbranche, Titel oder Meisterschaft sind ohne intressierte Zuschauer nur Freizeitspaß der Beteiligten ohne weiteren Nutzen. Zuschauerzahlen lassen sich messen, die Sender schmeißen keine Quotenbringen ohne Not aus dem Programm und Sportveranstaltungen werden idR auch nicht wegen überragendem Zuschauerandrang hintenan gestellt. Viele Sportarten/wettkämpfe sind halt nicht unterhaltsam, sollen sich Zuschauer(innen) aus pc-Gründen in ihrer Freizeit langweilen und diese Langweiler dann noch großzügig bezahlen?

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EUtopia 30.04.2019, 14:39
12. Machen wir's kurz:

Frauenfußball interessiert einfach so gut wie keinen.
Es werden keine Umsätze generiert, der Sport ist qualitativ nicht gut, die Leistungen lassen seit Jahren eher nach. Dafür wird das Geschrei immer größer und man meint, dass man dann besser gehört wird.
Sorry, Frauenfußball ist einfach uninteressant und sportlich auch kaum beachtenswert - und ich war selbst ein paar Jahre Trainer einer Frauenmannschaft.
Die Männer meckern doch auch nicht rum, dass sie als Models weniger verdienen. Geschweige denn dürfen sie beim Synchronschwimmen mitmischen - welch schreiende Ungerechtigkeit!!!

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quark2@mailinator.com 30.04.2019, 14:51
13.

Ein Fußballspiel ist für einen Spieler der 2. Liga sicher nicht leichter als für einen Spieler der 1. Liga. Warum also verdient man in der 2. Liga weniger ? Weil weniger Fernseh- und Werbeeinnahmen reinkommen, oder ? Entsprechend funktioniert der ganze Profisport - je mehr Zuschauer, desto mehr Geld kommt rein. Es stellt sich also die Frage, warum weniger Menschen Frauenfußball schauen. Ich persönlich denke, man müßte das Feld kleiner und den Ball leichter machen, aber vielleicht ist es auch etwas anderes. Jedenfalls braucht es einfach mehr Werbeeinnahmen.

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Rentenkassierer 30.04.2019, 14:57
14. Es geht um den DFB, also Amateurfussball und Nationalmannschaften

Zitat von Leser_01
Es stellt sich die Frage, welchen Anteil Frauenfussball am Marktvolumen hat.
Für den Markt ist bei den Männern die DFL zuständig. Über die Zuständigkeiten bei den Frauen bin ich jetzt nicht informiert, aber die Liga heisst "Allianz Frauenfussball-Bundesliga", womit der (Haupt-)Geldgeber wohl feststeht.

Die Aufgabe des DFB ist in erster Linie der Amateurfussball, inklusive aller Jugendmannschaften, sowie die Nationalmannschaften aller Altersklassen.

Es geht nicht um das, was die Mannschaften der Bundesligen für ihre Spieler oder Spielerinnen aufbringen, denn das sind Wirtschaftsunternehmen.

Bezüglich der Nationalmannschaften ist eine unterschiedliche Behandlung allerdings nicht einsehbar, denn die vertreten den nationalen Sportverband.

Man darf nicht vergessen, dass ein seitens der Nationalmannschaften eingeladener Spieler oder eine Spielerin nicht einfach absagen darf. Laut Regelwerk kann dann nämlich ihr Einsatz im Verein untersagt werden.

Allerdings sollte sich auf den DFB wohl niemand mehr verlassen. Die Leitung interessierte sich doch offensichtlich nicht mehr für ihre Aufgaben, sondern nur für die eigene Karriere, samt aller geldwerten Vorteile.

Für die Frauen könnte man nur hoffen, dass sich Horst Hrubesch doch noch einmal überreden lässt für das Amt des Präsidenten zu kandidieren, aber das wäre wohl der Albtraum für viele Funktionäre, die lieber ihr Schäfchen ins Trockene bringen wollen.

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irgendwieanders 30.04.2019, 15:11
15. Es ist richtig

und von der Dame auch so gesagt worden, dass es bei der Bezahlung letztendlich um Angebot und Nachfrage geht. Und das sie deswegen auch keine gleiche Bezahlung erwartet. So weit, so gut.
Aber der Frauenfußball wurde bei uns in den letzten Jahren sehr stark von den öffentlich rechtlichen gefördert, es wurde wirklich jedes Quali-Spiel der Frauennationalmannschaft übertragen, aber das Interesse für die Frauenfußball Bundesliga bleibt auf einem sehr überschaubaren Niveau, die meisten Männer-Regionalligamannschaften haben mehr Zuschauer.
Und das die Männerbundesligavereine sich zu wenig darum kümmern, ist halt eine Feststellung, es gibt kein Naturgesetz das ein Verein immer Männer und Frauenmannschaften für die jeweilige Sportart haben muss, und diese auch gleich fördert.
Es gibt ein paar Bundesligisten, die leisten sich das Hobby, aber es ist immer eine Quersubvention aus den Einnahmen der Männermannschaft.
Letztendlich müssen die Damen halt selber dafür sorgen, das ihr Spiel attraktiver wird, und sich im Zweifel auch selber um die Vermarktung kümmern. Immerhin schauen sich auch Frauen lieber Männerspiele an, da kann man doch mal ansetzen....

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jan07 30.04.2019, 15:35
16. Ganz einfach

Interessiert dieser Sport die Menschen oder nicht? Das ist die Gretchenfrage. Bisher muss man das wohl verneinen. Und das Interesse wird nur dann wachsen, wenn der Frauenfußball attraktiv und wettbewerbsfähig gegenüber dem Männerfußball ist. Das ist er offensichtlich nicht. das ist das alleinige Kriterium, auch für Gehälter oder weitere Vermarktung. So einfach ist das!

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Rentenkassierer 30.04.2019, 15:35
17. Stimmt das wirklich so deutlich...

Zitat von quark2@mailinator.com
Es stellt sich also die Frage, warum weniger Menschen Frauenfußball schauen.
..., wenn man den ganzen Profibereich, der ja letztendlich zur Unterhaltungsindustrie zählen kann, heraus nimmt?

Wie gross sind die Zuschauerzahlen bei den unterklassigen und bei den Jugend- und Kindermannschaften? - Das ist doch der eigentliche Zuständigkeitsbereich des DFB, nämlich der Breitensport.

Bezüglich der Bundesligen wird es in Deutschland keine grossartigen Veränderungen geben. Das Publikum beim Frauenfussball ist überwiegend ein völlig anderes. Ich kenne in meinem Bekanntenkreis viele Leute, die sich für Frauenfussball interessieren. Ein grosser Teil von denen findet ihn auch interessanter, als den Profi-Männerfussball - ich übrigens auch. Niemand von denen würde jemals unter die Kategorie "Fan" fallen, die man im Zusammenhang mit der Vermarktung des Männer-Bundesliga-Fussballs sieht. Sie haben auch noch ganz andere sportliche Interessen.

Generell noch einmal zu den Zuschauerzahlen. Hertha Zehlendorf (Berlin) war einmal lange Zeit der grösste Fussballverein der Welt (wie das heute aussieht, weiss ich nicht). Diese Aussage bezog sich nicht auf die Zuschauerzahlen, sondern auf die Zahl der spielenden Mannschaften. Wenn man sich das riesige Gelände mal auf Google-Maps ansieht und die Zahl der Plätze anschaut, dann kann man das sogar nachvollziehen.

Solche Vereine, bis hin zum kleinen Dorfverein, sind diejenigen, für die mich mal die Zuschauerzahlen interessieren würden.

Abgesehen davon schätze ich, dass Frauenfussball in Spanien noch ziemlich populär werden wird. Als ich die Spiele der Barcelona-Frauenmannschaft in den letzten Woche gesehen habe, ware fürmich klar ersichtlich, dass die auch den Tiki-Taka-Fussball der Männermannschaft favorisieren. Das kann man auch ohne körperliche Vorteile perfektionieren und die Spanier lieben ja diesen Spielstil, der in Deutschland nicht so viele Freunde findet.

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mintyapple 30.04.2019, 15:39
18.

Zitat von erlachma
Man muss sich mal entscheiden. Ist "Fußball" eine Sportart, die Männer und Frauen spielen, oder sind es zwei Sportarten, die jeweils nur Männer und nur Frauen spielen. Im Fall, dass es nur eine einzige Sportart ist, sind die Frauen nicht erfolgreich. Sie wurden noch nie allgemeiner Weltmeister, nur "Frauenweltmeister". Aber noch nie geschlechtsunabhängig. Wenn man Bezahlung vom Erfolg abhängig macht, dürften Frauen hier noch überbezahlt sein.
Also, ich lasse ich da gern belehren, aber: wo wären denn dann die Männer schon mal "allgemeiner Weltmeister" geworden? Die wären ja dann immer nur Männerweltmeister gewesen, richtig?

Ein sehr schönes Beispiel für die tiefsitzende Überzeugung, dass das Männliche die Norm ist und alles andere eben "ferner liefen".

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krokodilklemme 30.04.2019, 15:43
19. die dame hat recht

wenn sie über geringschätzung spricht. das alte spiel, wenn titel gewonnen werden sind die funktionäre alle dabei. ansonsten gibts nicht genug glamour.

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