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Goldjubel "Oben ohne": Halbnackter Hindernisläufer verliert EM-Titel
AFP

Zu früh - und vor allem zu nackt - hat sich bei der Leichtathletik-EM Hindernisläufer Mahiedine Mekhissi-Benabbad über seinen Sieg gefreut. 50 Meter vor dem Ziel riss sich der Franzose auf dem Weg zu Gold das Trikot vom Leib und wurde später disqualifiziert.

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olli47 15.08.2014, 13:13
210. Regeln

Ganz offenbar haben die Kampfrichter die Regeln auch nicht gekannt. Wie sonst hätte es (zunächst) nur zu einer Verwarnung kommen können?

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eineskimo 15.08.2014, 13:22
211. Oh Gott ...

Zitat von Sumerer
Ihre Schlussfolgerungen sind generell falsch. Es ist unbestreitbares generelles Recht des Menschen auch nackt in Erscheinung zu treten. Das ist schon von Geburt - trotz aller Propheten und Götter - nicht zu verhindern!
Nochmal: Es geht im Vorliegenden Fall überhaupt nicht um ein Verbot von Nacktheit, wie das Gegenbeispiel Harting belegt. Es geht um die hier zur Genüge zitierte Regel 143.

(Und auch wenn es mit der aktuellen Diskussion überhaupt nichts zu tun hat, würde mich interessieren, woher Sie den Unfug mit dem "unbestreitbaren generellen Recht des Menschen auch nackt in Erscheinung zu treten" haben. Wenn Sie sich im Restaurant nackig machen, werden Sie das Dessert dort jedenfalls nicht mehr erleben.)

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Max Dralle 15.08.2014, 13:23
212.

Zitat von ihawk
Sieht den eigentlich niemand die Startnummer an der Hose des Läufers? Es ist wohl die Logik des Geldes, das den Sport bestimmt. (...)
Wenn ich die IAAF-Regeln richtig verstehe, dienen die Startnummern an der Hose nur der Identifikation durch das automatische Zielbildsystem und sind somit nur als technisch notwendiger Zusatz zu verstehen (§ 143,9). Daher können sie vermutlich die eigentlichen, auf Brust und Rücken anzubringenden (§ 143,7) und zwingend zu tragenden (§ 143,10) Startnummern nicht ersetzen.

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simplythebeast 15.08.2014, 13:24
213. Im Recht

Zitat von cmann
...Das Trikot ausziehen und die Gesten auf der Zielgeraden war eine offensichtliche gezielte Demütigung seiner Konkurrenten und somit eine grobe Unsportlichkeit. Erinnert sich eigentlich irgendjemand, dass ein Äthiopier, oder Kenianer bei großer Überlegenheit sich derartig "aufgeführt" hätte?
Erstens gebe ich ihnen vollkommen Recht und zweitens sind die afrikanischen Läufer Vollprofis, die Genugtuung aus ihrem Scheckbuch und ihren gelaufenen Zeiten bekommen.

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RamBo-ZamBo 15.08.2014, 13:28
214. asdf

Das man sein Trikot bis zum Ende des Wettbewerbs anbehalten muss ist ja wohl selbstverständlich, egal ob die Startnummer noch mit auf der Hose steht oder nicht. Aber das Strafmaß sehe ich kritisch. Hätte man das nicht über eine Geldstrafe oder eine temporäre Sperre regeln können? Die Aberkennung einer Goldmedaille ist schon drakonisch!

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Larnaveux 15.08.2014, 13:37
215.

Zitat von Stefan_G
.... meint hier fast jeder, eine Regel zu kennen, nach der wahlweise - die Startnummer am Trikot oder - das Trikot am Leib bleiben muss. Bisher konnte/wollte aber noch niemand diese Regel genau zitieren bzw. einen Link auf die entsprechende Passage im Regelwerk liefern. Wäre ja immerhin interessant zu wissen, was genau verboten und was erlaubt ist.
Bitte schauen Sie sich Folgendes an:

http://www.retrolympics.de/archiv/re..._regelwerk.pdf

Dort finden Sie unter Regel 143, 7ff, wie ein Sportler seine Startnummer(n) zu tragen hat. Unser lieber Kurzzeit-Sieger hat sie definitiv nicht während des gesamten Wettkampfes derartig getragen.

Unter Regel 143, 1f, gibt es zudem Vorschriften, wie die Kleidung des Sportlers beim Wettkampf auszusehen hat. Das war bei ihm auch nicht während des gesamten Rennens der Fall.

Regel 145 fasst einige allgemeine Punkte zum Thema Disqualifikation zusammen. Man müsste nun den Wortlaut der konkreten Disqualifikation wissen, ob der Läufer wegen eines technischen Verstoßes (unsachgemäße Kleidung) oder wegen ungebührlichen Verhaltens bestraft wurde.

(Anmerkung zu meinem Beispiel mit dem Übertreten der Bahnmarkierung in Kurven nach außen: Ich habe soeben beim Studium des Regelwerkes gelernt, dass dieser Fall nicht zwingend zu einer Disqualifikation führt, und ich korrigiere somit meine bisherige Aussage.)

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Sumerer 15.08.2014, 13:44
216. Den Einfältigen gehört keineswegs die von ihnen geschaffene Welt

Zitat von eineskimo
Nochmal: Es geht im Vorliegenden Fall überhaupt nicht um ein Verbot von Nacktheit, wie das Gegenbeispiel Harting belegt. Es geht um die hier zur Genüge zitierte Regel 143. (Und auch wenn es mit der aktuellen Diskussion überhaupt nichts zu tun hat, würde mich interessieren, woher Sie den Unfug mit dem "unbestreitbaren generellen Recht des Menschen auch nackt in Erscheinung zu treten" haben. Wenn Sie sich im Restaurant nackig machen, werden Sie das Dessert dort jedenfalls nicht mehr erleben.)
Sie müssten zunächst mal widerlegen, dass es ein grundsätzliches Recht des Menschen gibt auch nackt, quasi wie ihn die Götter schufen, in Erscheinung zu treten!

Davon ausgehend ließen sich dann mehr oder weniger sinnvolle Einschränkungen definieren, die alle den Anforderungen des kategorischen Imperativs (nach Kant) genügen müssen.

(Die Regeln der Welt sind keineswegs so sinnvoll, wie es zunächst scheint.)

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Larnaveux 15.08.2014, 13:44
217.

Zitat von eineskimo
Nochmal: Es geht im Vorliegenden Fall überhaupt nicht um ein Verbot von Nacktheit, wie das Gegenbeispiel Harting belegt. Es geht um die hier zur Genüge zitierte Regel 143. (Und auch wenn es mit der aktuellen Diskussion überhaupt nichts zu tun hat, würde mich interessieren, woher Sie den Unfug mit dem "unbestreitbaren generellen Recht des Menschen auch nackt in Erscheinung zu treten" haben. Wenn Sie sich im Restaurant nackig machen, werden Sie das Dessert dort jedenfalls nicht mehr erleben.)
Mir scheint, dass der User Sumerer, dem Sie hier sehr schön antworten, einfach gerne Verwirrspielchen treibt und immer krudere Thesen aufstellt, die längst nichts mehr mit dem konkreten Fall zu tun haben.

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Larnaveux 15.08.2014, 13:56
218.

Zitat von _unwissender
Es ist wohl vergessen, aber es ist unvergesslich! Bei den Olympischen Spielen 1968 wurden Tommie Smith und John Carlos die schon übergebenen Medaillen wieder weggenommen. Warum? Falsche Haltung -> Black Power. Also: gewinnen dürfen nur Brave!
Den beiden Betroffenen wurden ihre Medaillen mitnichten abgenommen, sondern sie wurden für ihr Verhalten während der Siegerehrung gerügt, und das IOC bestand auf der Abreise der beiden Sportler aus dem Olympischen Dorf. Das US-Team wehrte sich zunächst dagegen, gab dem aber am Ende doch nach, um eine Disqualifikation des gesamten Teams zu verhindern.

Der ebenfalls beteiligte (weiße) Australier wurde wiederum von seinem Verband gemaßregelt und von den Olympischen Spielen 1972 trotz sportlicher Qualifikation ferngehalten.

Alles in allem ein sehr problematischer Skandal, auch in der Aufarbeitung, aber die beiden Sportler wurden nicht disqualifiziert. Nur zur Richtigstellung

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Pless1 15.08.2014, 14:00
219.

Zitat von klatoo
Wenn dem wirklich so ist, dass der 4 plazierte selber aktiv geworden ist, dass der Sieger disqualifiziert werden soll, das ist ja höchstgradig unsportlich, damit er dann dritter wird, sollte man diesen Mullera bei jedem weiteren öffentlichen Auftreten auspfeifen!
Nein, es ist sein gutes Recht gegen eine Wertung zu protestieren, bei der ein besser Platzierter sich nicht ans Regelwerk gehalten hat. Wer an einem Wettkampf teilnimmt, akzeptiert die Regeln. Diese gelten für alle gleich. Das Recht zu beanspruchen, sich nicht daran halten zu müssen, weil man ja sportlich so überragt zeugt von Unsportlichkeit, nicht der Verweis auf die Regeln des spotlich unterlegenen. Warum nur werden immer und überall Täter als Opfer dargestellt? Der Mann muss einzig die Folgen seines eigenen Verhaltens tragen. So ist das bei erwachsenen Menschen.

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