Forum: Sport
Hamburgs Nein zu Olympia: Die Quittung
DPA

Die Hamburger haben in einem Referendum die Olympia-Bewerbung für 2024 verhindert. Wundern muss man sich darüber nicht - es gibt zu viele gute Gründe für ein Nein.

Seite 20 von 50
calico1880 30.11.2015, 01:11
190. Schade...

... denn Sport ist das einzige, was erwiesenermaßen verbindet. Das Votum der HH Bürger ist zu respektieren, wenn auch die Vielzahl der Begründungen dafür in den Forumsbeiträgen nachdenklich stimmen müssen:

Der generelle Ablehnungstenor - Funktionärssport, Bereicherung der Verbände, usw. - nimmt tausenden ehrlichen und motivierten Sportlern die Chance, sich unprätentiös und im fairen Wettkampf einander zu messen. Diese Ablehnung (ihrer Sportarten) haben sie nicht verdient. Wir Nicht-Olympioniken übrigens auch nicht: Uns entgeht aufgrund des Votums die Chance, Gastgeber eines großen Festes zu werden, dessen grundlegende Parameter "Toleranz", "Akzeptanz" und "Fairness" sind, als Gegenpol zu "Intoleranz", "Ingoranz" und "Agression". In heutigen Zeiten haben wir die Demonstration positiver Grundwerte bitter nötig.
Der Vorwurf des pekuniär orientierten Verbandsports verfängt nicht: Die Austrocknung der mglw. korrupten Funktionärskasten in den verschiedenen Sportverbänden klappt nicht, wenn man den aktiven Sportlern die Wettkampfbasis und damit auch die Motivation entzieht.
Vielleicht mag das Votum der HH Bürger auch getragen sein von der Befürchtung, dass die Durchführung der Spiele Ziel terroristischer Anschläge werden könnte: Schade! Dann hätten ja die Irren vom IS ihr Ziel erreicht. Ich persänlich würde mich diesem Druck nie beugen!
Calico1880

Beitrag melden
jojack 30.11.2015, 01:13
191. Danke, liebe Hamburger!

Na, da hat das Volk doch mal Durchblick bewiesen und erkannt, dass Olympia noch für alle Betreiber ein Zuschussgeschäft war. Die immer wieder herbeipalaverte Aufwertung der Stadt, gar der Nation - ein einziger Schmu. Glaubt hier etwa irgendwer, dass etwa London Olympia brauchte, um ein beliebtes Reiseziel zu werden? Oder dass Peking oder Sotchi sich durch Olympia ein besseres Image haben zulegen konnten? Das IOC hat ein Riesenproblem. Überall dort, wo das Volk über die Ausrichtung entscheiden kann, da sagt das Volk "nein". Hamburg und München sind nur zwei Beispiele. Die gleiche Entwicklung gab es in Boston, St Moritz, Oslo, Krakau. Alle haben abgewunken. Zu teuer, zu undemokratisch, nicht nachhaltig.

Beitrag melden
thinking_about 30.11.2015, 01:15
192. Wissen Sie

Zitat von Mr.Marcus
wie toll wäre es für Hamburg gewesen...! Aber natürlich passt vielen nicht zusammen im Spitzensport, natürlich wird betrogen, gelogen, gedopt und bestochen...! Aber es wäre ein tolles Fest gewesen und ich wäre gerne mit meiner Tochter zu den Spielen gegangen - 2024 ist sie 11 Jahre alt. Hamburg hätte es nach vorne gebracht - deutlich. Ich hoffe nur, die völlige Fehlleitung von Plakaten der Linken hat nichts dazu beigetragen, weil Sportstätten im Veddel wird's nicht geben, nur weil Olympia nicht kommt. Gelder wären nur für Olympia geflossen, nicht für etwas anderes. Hamburg, wir haben eine riesen große Chance vergeben, SCHADE!!!
was in den nächsten 10 Jahren auf uns zukommt, ob man sich das hätte leisten können im Rückblick?

Geplant/geschätzt sind Ausgaben von 9-11 MRD. Davon
wollte Hamburg 1 MRD zusteuern, der Rest der Finanzierung war aber offen, denn alles vom Bund, so einfach ist das nicht, wie auch Schäuble bei Jauch zu denken gab.
Allein die Präsentation zur Bewerbung hat 10 Mio verschlungen.
Und wie bekannt, werden große Bauvorhaben, die sich über viele Jahre hinziehen, meist doppelt so teuer, wie angeplant. Da muß es dann zBsp. nur mal nicht zuvor erkannte Untergrund Probleme geben, wie oft, oder andere Fehlplanungen - darin sind wir ja inzwischen auch Weltmeister geworden.

Gigantische Bauvorhaben im Sport erfordern auch im Nachhinein hohe Unterhaltskosten und manche Spielstätten sind für die nachträgliche Benutzung einfach zu riesig, verkommen oder manche werden deshalb gar nicht mehr genutzt.
Vielleicht aber können Sie ja samt Tochter 2024 dann endlich mal von Hamburg nach BER fliegen, das wär doch auch was:-)

Diese wunderschöne Landzunge wird man wohl auch noch mal froh sein, einer anderen Verwendung zuführen zu könnnen.

Insofern möchte ich mich dem ersten Beitrag anschließen:
geht nach Griechenland, dem Ursprung der Spiele und für die Winterspiele an ein, zwei oder auch drei dafür bereits bestehende und bewährte Austragungsorte - wo man keinen Schnee künstlich ankarren muß - und gut ist's.

Allein das Gerangel um zukünftige Austragungsorte ist schon recht dubios und hat zu den Problemen geführt, die wir jetzt beklagen: Korruption.

Beitrag melden
thinking_about 30.11.2015, 01:16
193. Wissen Sie

was in den nächsten 10 Jahren auf uns zukommt, ob man sich das hätte leisten können im Rückblick?

Geplant/geschätzt sind Ausgaben von 9-11 MRD. Davon
wollte Hamburg 1 MRD zusteuern, der Rest der Finanzierung war aber offen, denn alles vom Bund, so einfach ist das nicht, wie auch Schäuble bei Jauch zu bedenken gab.
Allein die Präsentation zur Bewerbung hat 10 Mio verschlungen.
Und wie bekannt, werden große Bauvorhaben, die sich über viele Jahre hinziehen, meist doppelt so teuer, wie angeplant. Da muß es dann zBsp. nur mal nicht zuvor erkannte Untergrund Probleme geben, wie oft, oder andere Fehlplanungen - darin sind wir ja inzwischen auch Weltmeister geworden.

Gigantische Bauvorhaben im Sport erfordern auch im Nachhinein hohe Unterhaltskosten und manche Spielstätten sind für die nachträgliche Benutzung einfach zu riesig, verkommen oder manche werden deshalb gar nicht mehr genutzt.
Vielleicht aber können Sie ja samt Tochter 2024 dann endlich mal von Hamburg nach BER fliegen, das wär doch auch was:-)

Diese wunderschöne Landzunge wird man wohl auch noch mal froh sein, einer anderen Verwendung zuführen zu könnnen.

Insofern möchte ich mich dem ersten Beitrag anschließen:
geht nach Griechenland, dem Ursprung der Spiele und für die Winterspiele an ein, zwei oder auch drei dafür bereits bestehende und bewährte Austragungsorte - wo man keinen Schnee künstlich ankarren muß - und gut ist's.

Allein das Gerangel um zukünftige Austragungsorte ist schon recht dubios und hat zu den Problemen geführt, die wir jetzt beklagen: Korruption.

Beitrag melden
xcountzerox 30.11.2015, 01:18
194. mit

habe sehr frühzeitig per briefwahl mit "ja" gestimmt, weil ich hautnah die geniale stimmung und begeisterung in london erlebt und so etwas mir für hamburg gewünscht habe. da war von paris noch nichts zu hören.

nachdem aber was ich in letzter zeit an propaganda in den medien erlebt habe (zdf, ndr, hh1 usw), bereue ich meine entscheidung. das war einfach nicht mehr auszuhalten.

zum glück waren genug klügere hamburger homies da, die mit "nein" abstimmten. heute schreibe ich "danke". die richtige entscheidung der mehrheit.

Beitrag melden
pandorawirkommen 30.11.2015, 01:18
195. Mein Dank

An den Verein "Mehr Demokratie" welcher mit dem Engagement von nur 300 Personen Volksabstimmungen in Hamburg durchsetzte. Es war eine besonders glückliche Konstellation welche zum Erfolg führte. Unvergessen für mich das widerwärtige Verhalten der Parteien seinerzeit. Weil in kurzer Zeit Regierungsparteien und Opposition wechselten, waren die Unterstützer immer nur die Parteien gewesen, welche in der Opposition waren. Kaum stellten sie die Regierung, versuchte man dies zu bekämpfen. Es war einfach armselig zu beobachten wie die. Macht die Politiker korrumpiert und falls man in der Opposition war den Verein "Mehr Demokratie" unterstützte einzig um den politischen Gegner zu schaden und die geheuchelte Unterstützung sofort fallen ließ sobald man an der Macht war. Und ja, alle Parteien haben das gleiche Spiel getrieben. Keine wollte dem Volk die Möglichkeit zum Referendum ernsthaft geben.

Beitrag melden
Aberlour A ' Bunadh 30.11.2015, 01:32
196. German Angst

Zitat von cs01
Da hat mal wieder die "German Angst" zugeschlagen. aus meiner Sicht hat nicht die Vernunft, sondern die Feigheit gesiegt. Aber vieleicht auch besser so, mit solchen Feiglingen ist auch nichts zu bewerkstelligen.
Das sehe ich ähnlich. Man traut sich in Deutschland nichts mehr zu. Vor allen ein Satz ließ aufhorchen: "der olympische Gedanke und Deutschland passen im Moment wohl nicht zusammen". Erbärmlich, aber wohl die Wahrheit. Dabei haben die wunderbaren Spiele von London 2012 gezeigt, wie man eine Bewerbung mit Investitionen in die öffentliche Infrastruktur in idealer Weise verbindet und insgesamt ein vernünftiges Kostenmanagement in die Tat umsetzt. Ich halte es auch für ein Märchen, dass da irgendwelche Fifa- oder Funktionärsskandale eine auschlaggebende Rolle gespielt haben. Deutschland traut sich olympische Spiele nicht mehr zu und wird für lange Zeit auch keine mehr bekommen. Das muss man erstmal sacken lassen. Ein Land in der kollektiven Angstpsychose.

Beitrag melden
mimas101 30.11.2015, 01:38
197. Hmm

ich begrüße die Entscheidung der "Nordlichter". Und das hat weder mit Provinzialismus noch Kleinkariertheit oder mit Unfähigkeit zu tun.

So manche Foristen beklagten die dringend sanierungsbedürftige Infrastruktur in HH, fehlende bezahlbare Mietwohnungen pp. Scholz machte daraus - wenn die Spiele kommen wird auch das in Angriff genommen. Eine eher erpresserische Haltung.
Dann noch die Zauberkunststücke mit der Finanzierung und ähnliche wundersame Erscheinungen.
Damit kann man keinen halbwegs vernünftig rechnenden Menschen überzeugen, zumal HH auch weltweit recht bekannt ist.

Aber was ist Olympia nochmals? Kaum mehr als eine strunzlangweilige Doping-Show in exklusivem Ambiente (Leipzig war nicht mondän genug gewesen) damit der Rubel in die IOC-Taschen so richtig rollt. Dafür werden die Massenwettbewerbe (die Hälfte davon hat mit Olympia sowieso nix zu schaffen) z.B. stets so getimt wie es die Hauptsponsoren (USA) so wollen. Sprich - die Spiele finden gerne mal kurz vor Mitternacht statt.
Die Basis der Vermarktung, die Amateur-Sportler, laufen auf wenn sie Lust verspüren, gerne als Aufwärmübung für das kurz danach folgende LA-Ereignis in Berlin (ISTAF oder so) bei der richtige Antritts- und Preisgelder winken.
Und das IOC? Sammelt nur so die Milliarden ein - mit einer Wir-sind-eingeladen-worden-Mentalität. Sprich, auf den teilweise horrenden Unkosten bleibt das Gastland sitzen und die Profite aus Merchandising, Senderechten pp fließen auf die Konten in Lausanne.

Wie einer der Vorredner hier schon sagte: Soll doch das IOC für seine Show selbst die Sporthallen anmieten und für die Kosten (Spotlerbetreuung, Sicherheit pp) selbst aufkommen.

Beitrag melden
foxtrottangohamburg 30.11.2015, 01:42
198. Das Nein war ein Ja

Das Nein war, wie absolut treffend dargestellt, mehr als eine bloße Verweigerung gegen Olympia oder den Sport. Es war ein Ja, dass als Interpretation zu werten ist, dass es reicht mit Verschwendung, Dilettantismus und Selbstbedienungsmentalität in Wirtschaft und Politik. Es war ein Nein mit Augenmaß, was den Volksvertretern und Unternehmern zunehmends verloren gegangen ist. Und es war ein Ja dafür, dass es dringlichere Probleme zu lösen gibt in Zeiten, in denen die soziale Kluft immer größer wird zwischen wenigen und vielen. Die Norddeutschen haben Mut bewiesen, dieses Signal zu setzen. Es wäre wünschenswert, wenn dieses ernstgenommen würde und sich die Verantwortlichen weniger um monströse Prestigeobjekte und mehr um die irdischen Probleme wie bezahlbaren Wohnraum, Bildung, Infrastruktur und Sicherheit kümmern würden.

Beitrag melden
luutzi 30.11.2015, 02:03
199. Olympische Spiele sollten da bleiben

wo sie herkommen. Die Griechen könnten dort mit internationalen Geldern eine Top-Sportstätte errichten und alle 4 Jahre könnte man die Spiele einem Land dieser Erde widmen. So hätten alle was davon und insgesamt käme uns der Spaß billiger! Die gesamte korrupte Sportfunktionärsriege ist natürlich gegen eine derartige Idee und da deren Vetternwirtschaft bis in den Bundestag reicht wird es in Sachen Olympia so bald keine Änderung geben! Trotzdem mein Dank an Hamburg

Beitrag melden
Seite 20 von 50
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge!