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Hitzlsperger über Homosexualität und Profifußball: Wider den Zwang zur Lebenslüge
REUTERS

Thomas Hitzlsperger hat seine Sexualität öffentlich gemacht, der mutige Schritt könnte das Fußball-Geschäft verändern. In einer Videobotschaft hat der 31-Jährige sein Coming-out jetzt erläutert. Was verrät seine Stellungnahme über den Umgang der Fußball-Profis miteinander?

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reuanmuc 14.01.2014, 13:51
590.

Zitat von rennflosse
Soll den Schwulen denn eine Sonderopferrolle zuteil werden? Das hieße die vielen anderen Opfer verhöhnen und das finde ich nicht richtig.
Da sind wir uns einig. Es wäre sicher ein Fehler und sogar kontraproduktiv, die Homosexualität irgendwie zu instrumentalisieren. Das wollen ganz sicher auch die Homosexuellen selber nicht.

Mir ging es nur darum, dass die Abneigung in Aggression münden kann, weil man das Unangenehme fernhalten möchte, nicht damit in Berührung kommen möchte. Vielleicht oder wahrscheinlich spielt dabei auch AIDS eine Rolle, weil das als reale Gefahr empfunden werden kann, im Gegensatz zum schrillen Outfit oder Verhalten.

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rennflosse 14.01.2014, 14:42
591. Überzogen

Zitat von Celegorm
Ebenso aus welchem Milieu die Täter entstammen. Dass diese sich primär aus religiösen und rechtsextremen Weltanschauungen rekrutieren versteht sich eigentlich von selbst, dass gerade ersteres verstärkt in gewissen Migrantengruppen vorkommt auch. Aber wenn deswegen ausgerechnet rechtskonservative Kreise suggerieren wollen, dass es Homosexuellen in Deutschland prima gehen würde wenn da nur nicht die bösen Migranten wären, dann ist das geradezu tragikomische Scheinheiligkeit..
Das wäre sicher überzogen. Es ist aber auch überzogen, allein die bösen homophoben deutschen Rechtskonservativen dafür verantwortlich zu machen, dass es den Homosexuellen in Deutschland nicht immer prima geht und es bisweilen gefährlich werden kann, damit allzu auffällig zu werden.
Die Rolle der unsere Kultur ja soo enorm bereichernden Migranten wird dabei gerne kleingeredet und wer was dagegen sagt, der gilt gleich als rechtslastig. Auch eine Form der Scheinheiligkeit.

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otelago 14.01.2014, 18:35
592. hm ...

Zitat von reuanmuc
Der Staat soll für Gerechtigkeit und Gleichwertigkeit sorgen, das ist nicht dasselbe wie Gleichheit. Kinder sind Abhängige, brauchen die Unterstützung der Eltern oder Pflegepersonen und brauchen daher einen Sonderstatus. .
Der Staat spiegelt die zu Zeit/Ort vorhandene Organisationsform und wirkt mit Macht auf die Gesellschaft.

Gerechtigkeit ist an und für sich nicht gut zu greifen, weil sie so schwer zu messen ist. Wann herrscht Gerechtigkeit? Wie geht das?

Ich sehe da auch den historischen Hintergrund; die Erdbevölkerung wächst und wächst, die europäische Bevölkerung nicht so.

Wer es richtig gindet, daß die Bevölkerung schrumpft, wird es gerecht finden, wenn alle möglichen privaten Zirkel auf einer Stufe mit fertilen Familien stehen.

Wen naber alle gefördert werden, kann man auch niemanden fördern.

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otelago 14.01.2014, 18:37
593. hm

Zitat von reuanmuc
aber dass traditionelle, kulturelle oder religiöse Wertungen keine Bedeutung haben dürfen.
Warum nicht, wir schweben ja nicht im luftleeren Raum. Ich finde es eine gute Idee, Werte, die weiterbringen, die Stärke und Zuversicht, Sicherheit und Identität vermitteln in den Mittelpunkt zu stellen.

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reuanmuc 14.01.2014, 19:21
594.

Zitat von otelago
Warum nicht, wir schweben ja nicht im luftleeren Raum. Ich finde es eine gute Idee, Werte, die weiterbringen, die Stärke und Zuversicht, Sicherheit und Identität vermitteln in den Mittelpunkt zu stellen.
Was genau sind "Werte, die weiterbringen"? Werte an sich sind nicht schlecht, sogar notwendig und unverzichtbar, aber es kommt auf die Begründung und Motivation an. Jeder von uns hat persönliche Werte, aber das kann keine Grundlage für die gesamte Gesellschaft sein.

Das heißt, die Werte müssen so gewählt werden, dass sie möglichst allen Bürgern zugute kommen und niemandem schaden. Das vollkommen zu erreichen, ist selbstverständlich Utopie, denn die Werte stehen in Konkurrenz zueinander oder schließen sich gegenseitig aus. Lärm lässt sich nicht vermeiden, wenn man nicht das Benutzen von Flugzeugen, Autos usw. verbieten will. Deshalb haben traditionelle, kulturelle oder religiöse Werte keine Legitimation an sich, sondern sind auf ihre gesellschaftliche Bedeutung hin zu überprüfen. Man muss sie nicht prinzipiell ablehnen.

Familie beispielsweise ist kein Wert an sich, kein Selbstwert. Die Familie bekommt ihren Wert, wenn sie den Angehörigen Geborgenheit, Vertrauen, Zuneigung, Verpflegung und Sicherheit gewährt. Mit einem prügelnden, unzuverlässigen Familienvater ist die Familie kein Wert.

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rennflosse 15.01.2014, 09:43
595. Kleine Wertelehre

Zitat von reuanmuc
Was genau sind "Werte, die weiterbringen"? Werte an sich sind nicht schlecht, sogar notwendig und unverzichtbar, aber es kommt auf die Begründung und Motivation an. Jeder von uns hat persönliche Werte, aber das kann keine Grundlage für die gesamte Gesellschaft sein.
Mein Eindruck ist, dass gewisse Werte früher eher "von oben" vorgegeben wurden während die Politik heute eher den im Volk gelebten Werten hinterher hechelt.

Zitat von reuanmuc
Das heißt, die Werte müssen so gewählt werden, dass sie möglichst allen Bürgern zugute kommen und niemandem schaden. Das vollkommen zu erreichen, ist selbstverständlich Utopie, denn die Werte stehen in Konkurrenz zueinander oder schließen sich gegenseitig aus. Lärm lässt sich nicht vermeiden, wenn man nicht das Benutzen von Flugzeugen, Autos usw. verbieten will. Deshalb haben traditionelle, kulturelle oder religiöse Werte keine Legitimation an sich, sondern sind auf ihre gesellschaftliche Bedeutung hin zu überprüfen. Man muss sie nicht prinzipiell ablehnen.
Die unterschiedlichen Interessen und das Bemühen um möglichst große Berücksichtigung aller auch gegensätzlichen Interessen läßt anscheinend die Formulierung allgemeinverbindlicher Werte heute nicht mehr zu.
Zitat von reuanmuc
Familie beispielsweise ist kein Wert an sich, kein Selbstwert. Die Familie bekommt ihren Wert, wenn sie den Angehörigen Geborgenheit, Vertrauen, Zuneigung, Verpflegung und Sicherheit gewährt. Mit einem prügelnden, unzuverlässigen Familienvater ist die Familie kein Wert.
Familie ist kein Wert, sondern hat eine Funktion. Die Familie galt immer als Keimzelle der Nation. Selbst wenn man Europa als "Nation" begreift, so behält die Familie ihren Status. Das gilt selbst dann, wenn es ein Familienoberhaupt mit despotischen Zügen gibt, denn auch der kann auf die natürlichste Weise für Nachwuchs sorgen.

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