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Hommage an eine sterbende Sportart: Ringen um Fassung
DPA

Ringen ist unsexy und unmodern, und die Besten kommen aus Aserbaidschan und Iran. Genau deswegen hat die Disziplin, die das IOC aus dem olympischen Programm verbannen will, ihren Reiz. Eine Hommage an eine unterschätzte Sportart.

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okokberlin 13.02.2013, 17:49
20.

Zitat von ellereller
Wie bitte? Sie schreiben über die historische Relevanz des Ringens und berufen sich auf einen zeitgenössischen Schreiberling wie Irving? Schon im allerersten literarischen Werk des Abendlands, also in Homers Ilias wird der Ringkampf beschrieben, der zu Ehren des toten Achilleus ausgetragen wird. Pindar schrieb Oden auf olympische und andere Sieger im Ringkampf. Wer ist dagegen Irving? Und wer wird ihn in 3000 Jahren noch kennen?
irving ist ein wunderbarer autor.
ihre schmähkritik ist hier fehl am platze.

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Svenner80 13.02.2013, 17:50
21. Geschockt

Zitat von volker_morales
Zu einer Olypiade gehört Ringen einfach dazu. Aber heute zählt nur noch der Kommerz, einfach schade.
Ich stimme 100% zu. Ich bin schockiert, ich hätte mir nie im Leben vorstellen können dass Ringen aus dem Olympischen Programm verschwindet. Stattdessen werden wir mit sinnlosen Trendsportarten zugemüllt in denen uns irgendwelche Poser-Jüngelchen irgendeine Akrobatik vorführen für die es ein 1000€-Equipment braucht und die mit dem normalen menschlichen Bewegungsablauf nichts zu tun hat.

Ringen ist für mich auch eine "Grundsportart" und dabei habe ich es selber gar nicht gern gemacht. Was aber kann natürlicher sein als eine "Rangelei" ohne Schläge?

Ich habe Judo gemacht, wir war Ringen mit zu direktem Körperkontakt verbunden. Ähem ;-)

Ich finde Ringen um einiges attraktiver als Judo. Leider ist Judo gerade im Männerbereich eine einzige Taktiklangeweile. Wer sich zuerst bewegt verliert, wer am meisten Pseudoaktivität zeigt und weniger Inaktivitätsverwarnungen bekommt, gewinnt.

Im Ringen passiert da einiges mehr, da sind Angriffe noch echte Angriffe, auch im Bodenkampf sind oft interessante Techniken zu beobachten.

Es stimmt schon: Die Medaillen gehen an Sportler aus Nationen ohne jede Lobby. Dass das allerdings ausreicht, eine solch traditionsträchtige Sportart ohne jede Not aus dem Programm zu streichen ist äußerst traurig.

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testthewest 13.02.2013, 17:53
22.

Zitat von matthias1965
Wie war das doch gleich mit den fünf olympischen Ringen - werden die jetzt auch noch abgeschafft und durch Dollarzeichen ersetzt????
Das Ringen ist glaube ich 20mal länger bei Olypmia dabei als die 5 "Ringe"...

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asentreu 13.02.2013, 17:58
23. optional

Es ist doch recht egal, um welche Sportarten es geht. Es gibt die kommerzialisierten wie Fußball (mit dem Nachteil das es dort NUR ums Geld geht und nicht um den Sport) etc. und die nicht- kommerzialisierten bei denen es ziemliche Proble gibt Sponsoren zur Austragung von Meisterschaften u.sw. zu finden, die sind dann auch weniger attraktiv. Fußballer sind heutzutage laufende Reklamewände (hier ein Aufnäher, dort ein Aufdruck etc.) während sowas in anderen Sportarten einfach nicht geht bzw. (richtigerweise) unerwünscht ist, man stelle sich Judoka mit 5- verschiedenen Aufnähern auf dem Judogi vor...

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guntalk 13.02.2013, 18:06
24. In 20 Jahren....

wird man zwischen den X-Games und den Olypischen Spielen , leider keinen Unterschied mehr erkennen.
Mir ist wirklich schleierhaft, wie man auf die Idee kommt einen Sport auf Massentauglichkeit zu prüfen und diesen gegebenenfalls auszuschließen. Das sind die Olympischen Spiele, Herrgott nochmal! Da geht es meiner Meinung nach nicht um Einschaltquoten und Vermarktung, sondern um Sportler, die sich den Hintern aufreißen um sich mit den Weltbesten zu messen und Ringen, zumal eine der klassischen Disziplinen, gehört auf jeden Fall dazu.

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Jasro 13.02.2013, 18:14
25. Olympia ohne Ringen ist kein Olympia

Zitat von sysop
Ringen ist unsexy und unmodern, und die Besten kommen aus Aserbaidschan und Iran. Genau deswegen hat die Disziplin, die das IOC aus dem olympischen Programm verbannen will, ihren Reiz. Eine Hommage an eine unterschätzte Sportart.
Meiner Meinung nach sollten jene "olympischen Ur-Sportarten" wie Diskuswerfen, Speerwerfen, Weitsprung und eben auch Ringen, unbedingt bei Olympia beibehalten werden. Jene Sportarten, die schon bei den alten olympischen Spielen der Antike gepflegt wurden, bilden schließlich gewissermaßen das "Herz", die "Urzelle" aller anderen olympischen Sportarten.

Wenn überhaupt, dann sollte man lieber Fußball aus dem olympischen Programm nehmen, denn die Fußballweltmeisterschaft sorgt schon für genügend weltweiten Fokus und Spektakel für den Fußball, dazu kommen noch die diversen kontinentalen Meisterschaften wie Europameisterschaft, Afrikameisterschaft, Amerikameisterschaft etc. und dann noch Champions League usw. usf. - da muss man nicht noch bei den olympischen Spielen ein zusätzliches Fußballturnier ausrichten.

Aber das Ringen aus den olympischen Spielen zu nehmen ist doch absurd!

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megamekerer 13.02.2013, 18:29
26. Nagel auf den Kopf getroffen

Endlich ein Artikel, welche aktuell, brisant und Sachgemäß ist. Gratulation dem Autor. Es geht hier einzig und allein um die Tatsache dass man die Helden der Olympia immer aus dem Westen präsentieren will. In manche Länder die schon zu Zeiten der Griechen an Olympia teilnahmen, während in der Westen auf die Bäume gelebt wurde, war Ringen der wichtigste Disziplin olympische Spiele, nun will ein Verband der keine Ahnung von Olympia, Griechenland, und traditionelle Disziplinen der Sport hat das Ringen verbieten, um die Helden aus Länder wie Iran, Aserbaidschan und Russland ausgrenzen. Das ist Politik der übelste Sorte im Sport.

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grafkoks2002 13.02.2013, 18:31
27. Ringen braucht ein besseres Marketing

Zitat von Svenner80
Ich stimme 100% zu. Ich bin schockiert, ich hätte mir nie im Leben vorstellen können dass Ringen aus dem Olympischen Programm verschwindet. Stattdessen werden wir mit sinnlosen Trendsportarten zugemüllt in denen uns irgendwelche Poser-Jüngelchen irgendeine Akrobatik vorführen für die es ein 1000€-Equipment braucht und die mit dem normalen menschlichen Bewegungsablauf nichts zu tun hat.
Ich möchte als ehemaliger Ringer keine Sportart gegen eine andere aufwiegen. Jeder Sport macht dem Sportler letztlich Spaß (oder sollte zumindest Spaß machen), jeder Sportler kann aus seinem Sport etwas fürs Leben mitnehmen. Im Ringen etwa ist Disziplin - aber auch Fairness gefragt. Bin ich unfair und mein Gegner hat einen schlechten Tag - kann das schnell ziemlich weh tun... Also fair bleiben.
ABER: Letztlich ist alles eine Frage der televisionären Präsentation. Boxen etwa ist nicht zuletzt aufgrund seiner hervorragenden Umsetzung fürs TV so populär geworden. Kranfahrten, Froschperspektive, schnelle Schnitte. So etwas fehlt dem Ringen.
Seien wir mal etwas unfair. Leichtathletik etwa ist für Zuschauer der mit Abstand langweiligste, einschläferndste Sport, den es gibt. Wenn man in der Provinz in einem kleinen Sportstadion sitzt. Stundenlang Dehnübungen, stundenlang - passiert weniger als nix (wie gesagt, es geht um die Zuschauerperspektive, nicht die Perspektive des Sportlers, der möglicherweise vor Spannung platzt). Und dann - 100-Meter-Lauf, nach ein paar Sekunden ist alles vorbei. Im Fernsehen wirkt das superspannend. Man wechselt von Ort zu Ort, schneidet schnell, lässt das Bild entstehen - da passiert was. Ja ja, Leichtathletikfans werden da per se anders sehen - aber es geht um die Aufarbeitung. Und da wird ordentlich auf die Kacke gehauen.
Beim Ringen hingegen: Nix. Zwei Kameras. Fertig.

Ganz unschuldig ist das Ringen nicht. Manche Regeländerung in den letzten Jahren habe ich bis heute nicht kapiert (meine Ringerkarriere endete jung in den 80er). Und wenn ich als alter Ringer schon denke - hä? - wie geht es dann dem Gelegenheitspublikum?

Zum Thema Spektakel: Eigentlich gibt es nur wenige fürs Mainstream-Publikum spannende Sportarten. Bei Herrn Bachs Fechten etwa sieht keine Sau, wer wen getroffen hat (und nicht gerade die Klinge abbricht). Eigentlich ein für den Durchschnitts-Zuschauer unattraktiver Sport. Mit ein paar Tischen und Kronleuchten, dazu ein ordentlicher Shanty... Würde ich mir angucken.
Oder die Schießwettbewerbe. Also, stünden sich zwei Pistolenschützen gegenüber und müssten noch ziehen... Oder statt Judo (eigentlich auch langweilig, weil eigentlich viel zu intelligent) irgend eine thailändische oder indonesische Kampfsportart, die auf allzu viele Regeln verzichtet...

Oder verzichten zumindest die männlichen Ringer in Zukunft auf allzu viel Leibchen, ölen ihre Körper vorher nochmal ein (die Armenier gehen außerdem zum Waxing) und man achtet mal etwas auf die Öhrchen. Also, wenn die Zuschauerinnen bei den Prachtkörpern nicht ausrasten und die Werbeindustrie anfängt, Ringen mit Sponsorengeldern zuzuballern...

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tannhauser 13.02.2013, 18:32
28. Ringen -> MMA

In den USA waren viele der erfolgreichen MMA-Kämpfer ursprünglich Ringer. "Ultimate Fighting" ist nicht nur um einiges sexier und vielseitiger als das reine Ringen, es kann mit Sicherheit auch bei der Jugend populärer werden. Schade, dass dieser Sport in Deutschland von den alten Sportfunktionären und Medienpolitikern klein gehalten wird, u.a. durch ein generelles Verbot von Fernsehübertragungen. Das Volk soll sich halt lieber langweilige olympische Judo- und Taekwondo-Kämpfe anschauen...

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hador2 13.02.2013, 18:40
29.

Zitat von tannhauser
In den USA waren viele der erfolgreichen MMA-Kämpfer ursprünglich Ringer. "Ultimate Fighting" ist nicht nur um einiges sexier und vielseitiger als das reine Ringen, es kann mit Sicherheit auch bei der Jugend populärer werden. Schade, dass dieser Sport in Deutschland von den alten Sportfunktionären und Medienpolitikern klein gehalten wird, u.a. durch ein generelles Verbot von Fernsehübertragungen. Das Volk soll sich halt lieber langweilige olympische Judo- und Taekwondo-Kämpfe anschauen...
Naja, also ich habe in den USA schon mehrmals MMA Kämpfe gesehen und ganz ehrlich: Das erinnert mich mehr an Gladiatorenkämpfe im alten Rom als an echten Sport. Abwechslungsreicher als manch andere Sportart ist es mit Sicherheit, aber mir persönlich ist es schlicht zu brutal. Von daher finde ich es gut, dass es in Deutschland nicht im Fernsehen übertragen wird.

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