Forum: Sport
In den USA: Super Bowl hatte die wenigsten TV-Zuschauer seit 2008
AP

Wenige Punkte, langweilige Halbzeitshow: Der diesjährige Super Bowl hat in den USA die wenigsten Zuschauer seit mehr als zehn Jahren angelockt. Trotzdem waren es immer noch fast 100 Millionen Menschen im Schnitt.

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taglöhner 05.02.2019, 08:58
1.

Es gab gleich mehrere Spielverderber: Die krasse Schiedsrichterfehlentscheidung, die die Rams ins Finale brachte, und nicht die Saints, Trump mit seinen Schimpfkanonaden gegen antirassistische Proteste aus Teams der NFL und die Absage der "echten" Superstars für die Halbzeitshow wegen der Reaktion der NFL auf diese Proteste.
Dazu die Aussicht auf ein langweiliges, defensiv geprägtes Spiel in dem die verhassten Patriots überlegen sind. Genauso kam es dann ja auch.

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trojanspirit 05.02.2019, 09:19
2. Kommerzialisierung?

Vorab gesagt, ich habe wenig bis null Ahnung von der US-Amerikanischen Sportszene. Vom Football schon gleich gar nicht. Aber vielleicht ist es sogar den durchmerkantilisierten Amerikanern inzwischen zuviel Kommerz? Spielt der Sport an sich noch eine Rolle? Dazu der politische Missbrauch (beider Seiten?) des Sports, der vielleicht viele genervt hat? Zur Attraktivität der beteiligten Teams kann ich nichts sagen, aber vielleicht auch das? Ich habe von exorbitanten Eintrittspreisen gelesen. Das muss den TV Zuschauer nicht zwingend interessieren, aber vielleicht fehlt da inzwischen ein Stück weit die Bindung an das "normale" Volk, wirkt das Ganze zu abgehoben. Könnte eine Mahnung sein an die hiesige Entwicklung im Fußball...

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taglöhner 05.02.2019, 09:58
3.

Zitat von trojanspirit
Vorab gesagt, ich habe wenig bis null Ahnung von der US-Amerikanischen Sportszene. Vom Football schon gleich gar nicht. Aber vielleicht ist es sogar den durchmerkantilisierten Amerikanern inzwischen zuviel Kommerz? Spielt der Sport an sich noch eine Rolle? Dazu der politische Missbrauch (beider Seiten?) des Sports, der vielleicht viele.....
Kommerz ist nach- wie vor nichts Böses dort, der Zusammenhang von Kommerz und dem eigenen Einkommen wird dort pragmatisch gesehen. Was immer mit viel Spannung erwartet wird, sind daher die extra dafür angefertigten, sündhaft teuren, wirklich originellen, mit Superstars gespickten Pausenspots der großen Firmen (e.g. auch deutsche Automobilhersteller). Auf YouTube zu besichtigen.
Ich habe eher das Gefühl, der Spaß an dieser traditionell unschuldigen patriotischen Zeremonie für die ganze Familie ist erheblich durch die von Trump und den Finsterlingen hinter ihm betriebene emotionale Spaltung des Landes getrübt.
Was die Entwicklung im Fußball angeht, ist für mich eher die Premier League wegweisend für die Zukunft. Ohne das zu begrüßen.

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k.hohl 05.02.2019, 10:36
4.

Zitat von trojanspirit
Vorab gesagt, ich habe wenig bis null Ahnung von der US-Amerikanischen Sportszene. Vom Football schon gleich gar nicht. Aber vielleicht ist es sogar den durchmerkantilisierten Amerikanern inzwischen zuviel Kommerz? Spielt der Sport an sich noch eine Rolle? Dazu der politische Missbrauch........
"Super Bowl" hat Tradition und bedeutete auch schon immer: Gemeinsame Feier im Kreis der Familie und Freunde. Je mehr Zuschauer um einen Fernseher, desto besser. (Die Schätzung der Zuschauerzahlen kann deshalb auch immer nur eine grobe Schätzung sein)
In Deutschland im Ansatz mit einem WM-Endspiel mit deutscher Beteiligung zu Vergleichen. Im Ansatz.
Beim Super Bowl jährlich wiederholt!
Der Sport ist der Anlass für die Feier, die Werbung und Show in den Pausen seit 20-25 Jahren mindestens gleich wichtiges Gesprächsthema.
Die Politik? Das Thema wird in diesem Jahr von der dt. Presse gern übertrieben (Schlagzeilen über Trump bringen Klicks). Ein Bundesligaspiel Dortmund vs. Schalke gibt sicher mehr Ausschreitungen, ein Länderspiel Deutschland vs Holland mehr nationalistische Töne, Heimspiele von Leipzig mehr Politik (Nazi-Versammlung).

Traurig ist die Vermarktung hier in Deutschland. Nach Valentinstag und Halloween wird krampfhaft versucht etwas mehr Grund für Kommerz zu finden. Der Gifel war dann aber die Übertragung im TV: Moderatoren, die kein noch so plattes Vorurteil nicht mit Hingabe umgesetzt haben. Lebende Karrikaturen, weit, weit jeneits der Peinlichkeitsgrenze.

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M. Vikings 05.02.2019, 11:12
5. America still hates the Patriots.

Einfach die drei Karten angucken,
und schon ist die Hauptursache
für das mangelnde Interesse am Super Bowl LIII gefunden.

https://www.nbcsports.com/boston/sites/csnne/files/saints_rams_map1.png

https://cbsboston.files.wordpress.com/2019/01/lmnazs9.png

https://i.nj.com/resizer/VQPjsjLYxo-VxdjMQDz3J-0gWUo=/600x0/arc-anglerfish-arc2-prod-advancelocal/public/TGXPG7XIUVH35EFHPJ3F4JKSJQ.png

Jedenfalls für die Fans, die am Spiel interessiert sind.
Was die Halbzeitshow angeht, mögen das andere beurteilen.

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yabba-dabba-doo 05.02.2019, 11:13
6.

EIn weiter Grund für die Zuschauerzurückhaltung dürfte die ungerechtfertigte bzw. sehr umstrittene Teilnahme der Rams am diesjährigen Super-Bowl sein. Da werden einge aus Prinzip nicht eingeschaltet haben.

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28zwei27 05.02.2019, 11:14
7. "Die wenigsten Zuschauer seit der Zeit vor Obama"

Zitat von taglöhner
... Ich habe eher das Gefühl, der Spaß an dieser traditionell unschuldigen patriotischen Zeremonie für die ganze Familie ist erheblich durch die von Trump und den Finsterlingen hinter ihm betriebene emotionale Spaltung des Landes getrübt....
Ich bin mir jetzt wirklich nicht sicher wie dieser Satz gemeint ist:
- Der Wortwahl nach eindeutig als Satire: "Finsterlinge" klingt nach Märchenerzählen zum Einschlafen am Kinderbett und die "Spaltung" war in den USA bekanntlich schon lange vor Trump vorhanden - anders wäre er ja gar nicht erst gewählt worden.
- Andererseits: Gibt es ja wirklich Mitmenschen, die ähnlich klingende Beiträge wirklich ernst meinen, an solche Verschwörungen glauben.

Aber davon gehe ich einmal nicht aus - und gratuliere zur (fast) perfekten Satire!

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DrStrang3love 05.02.2019, 11:21
8.

Wenn man sich so einige linke US-amerikanische Webseiten ansieht, so hat der Streit um Colin Kaepernick und Trumps Ausfälle eine zumindest nicht unerhebliche Rolle gespielt. Sehr viele Afroamerikaner scheinen den Super Bowl boykottiert zu haben, was sich wohl an äußerst miesen Einschaltquoten (z.T. mehr als 50% weniger als im letzten Jahr) in vor allem von Schwarzen bewohnten Städten und Vierteln ablesen läßt.

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hp22 05.02.2019, 11:49
9.

Ich wundere mich, dass überhaupt noch so viele Leute zugesehen haben. Die Nettospielzeit, also da wo wirklich etwas auf dem Platz passiert, liegt durchschnittlich bei 11 Minuten pro Spiel. Das wird dann künstlich auf eine Länge von bis zu 4 Stunden aufgeblasen. Man schaut sich da also fast 4 Stunden Wiederholungen und hauptsächlich Werbung an. Das Superbowl ist deswegen das einzige Spiel, dass ich mir ansehe, obwohl ich den Sport eigenlich mag. Aber Parship-Werbung in Dauerschleife ist einfach nicht zu ertragen.

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