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Judo-Olympiasiegerin Silva: Gold für die Frau aus der Favela
REUTERS

Einst wurde sie rassistisch beleidigt und hatte mit Depressionen zu kämpfen. Jetzt gewann Judoka Rafaela Silva das erste Gold für Brasilien - und will anderen Favela-Kindern als strahlendes Beispiel dienen.

Isleiff 09.08.2016, 10:10
1. Kimono?

In einem Kimono möchte ich nicht Judo kämpfen. Den Anzug nennt man Judo-Gi :)

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Forist2 09.08.2016, 10:32
2. Schöne Geschichte

Selbst habe ich bis ca. 20 ebenso Judo gemacht. Wurde auf den badischen Meisterschaften mal zweiter. Aber irgendwann wurde mir klar, davon wirst du niemals leben können, das kann allenfalls ein Hobby bleiben.
Das ist das Problem im Sport, in manchen Sportarten wie Fußball, werden die Spitzensportler mit Geld überschüttet.
In vielen anderen Sportarten bleibt man arm und am Ende sind Rücken, Sehnen und Knochen dazu noch kaputt.
So gings meinem damaligen Trainer.

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Zusammenhänge 09.08.2016, 10:40
3. Tolle Frau und super Sportart!

Ich verneige mich zutiefst vor der Sportlerin Rafaela Silva und ihrer Leistung! Solche Menschen braucht es bei Olympia, das sind für mich echte Vorbilder. Ich kenne die Favelas Lateinamerikas und bin selbst passionierten Judoka. Ich weiß, wie schwer es ist, aus diesen Armernvierteln zu entfliehen und dort nicht selbst auf die schiefe Bahn zu gerraten. Judo ("der sanfte Weg") ist für mich dafür die beste Sportart, die es geben kann. Sie ist mehr als körperliche Betätigung, sie erfordert höchste Disziplin, trägt zur Persönlichkeitsentwicklung (körperlich und geistig) bei und steht für eine Lebensart, die auf gegenseitiges Helfen und Verstehen zum beiderseitigen Fortschritt und Wohlergehen unter den Menschen ausgerichtet ist. Ein Lebensziel, das heute leider nur noch selten verfolgt wird und woran sich viele, besonders die unverschämten Kritiker dieser Frau, ein Beispiel nehmen sollten. Danke Silvia für diesen Olympiasieg, der den Armen und den Judokas auf dieser Welt wieder viel Kraft schenken wird!

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thowfeek-hagemann 09.08.2016, 11:00
4. Aus vermeintlichen

Das, was diese bewundernswerte Frau schon vor diesen Olympischen Spielen erreicht hatte, ist toll. Jetzt noch der Olympiasieg - herzlichen Glückwunsch! Eine wirkliche Heldin und Beispiel für alle: Kinder, Jugendliche, Frauen - und auch für die Männerwelt!

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cosmicspirit 09.08.2016, 13:07
5. Zweifelhaftes Beispiel, weil ...

extrem selten und hat daher Missbrauchspotential.

Ich gratuliere Frau Rafaela Silva herzlich zu ihrer olympischen Goldmedaille und empfinde Hochachtung
vor ihr. Ihre Geschichte rührt mich.

Klar, ihr Sieg kann und wird das Selbstbewusstsein aller Armen dieser Welt stärken, ABER dieses Ereignis
hat ein gefährliches Potenzial mal wieder eine dümmliche und die Wirklichkeit verzerrende "Lügen"-Botschaft, also missbraucht zu werden.

Die Lehre (das Märchen) "Siehst du, jeder kann es schaffen!"ist übler Zynismus, angesichts der himmelschreienden
Ungerechtigkeit und gewalttätigen Unterdrückungen,die zu solchen sozialen Missständen führen.
Tatsache ist eben, dass es Millionen (Milliarden!?) vonbitterarmen Menschen nicht schaffen aus ihrem
Elend und ihrem Unterdrücktsein heraus zu kommen!

Ich denke nicht, dass ich Kommunist bin, aber dieseextreme Ungleichheit, die oft anzutreffen ist, scheint mir kriminellen Ursprungs.

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español 09.08.2016, 17:03
6. Kann es sein?....

Ja kann es sein, daß beim Lebenslauf der Dame etwas vergessen wurde?.... oder habe ich es überlesen?.... Im spanische TV konnte ich gerade einen Kurzbericht zu dieser Dame sehen. Und zwar im Zusammenhang damit, daß fast 30% der Sportler Brasiliens bei diesen Spielen sogenannte Sport-Soldaten (oder auch Militärs) sind. Dies würde zwar den Erfolg in keinster Weise mindern, aber diese doch herzzerreisende und tränenproduzierende Mär vom "Aus den Favelas zum Olympischen Gold" ein wenig realistischer erscheinen lassen. Ich gratuliere der Sportlerin gerne, finde aber daß man langsam auch ein wenig von dieser Melodramatischen Berichterstattung abkommen sollte, wenn es um dieses Milliarden-Business-Event namens Olympische Spiele geht. MfG aus Madrid.

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Joinme66 09.08.2016, 19:15
7.

Zitat von español
Ja kann es sein, daß beim Lebenslauf der Dame etwas vergessen wurde?.... oder habe ich es überlesen?.... Im spanische TV konnte ich gerade einen Kurzbericht zu dieser Dame sehen. Und zwar im Zusammenhang damit, daß fast 30% der Sportler Brasiliens bei diesen Spielen sogenannte Sport-Soldaten (oder auch Militärs) sind. Dies würde zwar den Erfolg in keinster Weise mindern, aber diese doch herzzerreisende und tränenproduzierende Mär vom "Aus den Favelas zum Olympischen Gold" ein wenig realistischer erscheinen lassen. Ich gratuliere der Sportlerin gerne, finde aber daß man langsam auch ein wenig von dieser Melodramatischen Berichterstattung abkommen sollte, wenn es um dieses Milliarden-Business-Event namens Olympische Spiele geht. MfG aus Madrid.
Ich verstehe schon was sie meinen und ich weiß nicht wie es in Spanien gehandhabt wird aber auch bei uns sind sehr viele der Sportler die Deutschland vertreten, Mitglied beim Militär. In Friedenszeiten Gott sei dank dort dann in der Sportgruppe. Das ist nichts Verwerfliches.
Außer das diese Sportler dann aus dem Milliardengeschäft nicht mal Tausender sehen, für ein halbes Leben Training.
Schlimmer ist für mich seit Jahrzehnten das in einigen Sportarten Profis mitmachen dürfen die eh schon schweinereich sind.
Ich hab mal im Urlaub Patriz Ilg kennen gelernt. Ein verdammt netter und lustiger Mensch. Der konnte sich von seiner Goldmedaille einen Lutscher leisten.
Ich hab ihn nicht mal erkannt bis ich ihn solange ausgehorcht habe da er mir so bekannt vorkam.

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withoutatrace2007 10.08.2016, 10:39
8. Medien und Berichte

Bin selber Brasilianer und lebe ich Deutschland schon seit 15 Jahren. Solche Geschichte ist für viele dort, die arme sind, ein grosses Vorbild. Nun, was die Berichte von Spiegel und die Presse in Deutschland über die Olympiade angeht, finde ich etwas eintönig . Keine Presse in der Welt betont so oft über Probleme favelas und Gewalt über Brasilien als die Presse hier in Deutschland. Es wird immer und immer wieder berichtet, ob es Gewalt und Favelas in diesem Land mit ca. 200 Millionen Einwohner nie zuvor gegeben hatte.
Ich war von Anfang an dort in Brasilien während der Eröffnung und ich habe die internationale Presse verfolgt und bin etwas enttäuscht dass die deutsche Presse zieht immer das negative aus der Berichte über Brasilien. Es ist schon bekannt dass es dort Kriminalität, Gewalt in Favelas in Rio gibt aber man kann sich auch nicht die Nachrichten immer darauf reduziert.... Es gibt auch was anderes als nur favelas in Rio.... Man weiß ja das alles schon ... Und nur weil die Olympiade dort stattfindet, heißt ja nicht dass die Probleme im Land verschwindet... Ich möchte hier nur meine Enttäuschung äußern, es geht einem richtig auf die Nerven! ich hatte schon so oft die selben Kommentare ( Favelas, Slums usw ) gelesen und Dokus gesehen hatte, dass ich solche dokus im Fernsehen sowie Reportage nicht mehr anschaue, es wird mir viel Klitsches gezeigt. Man möchte auch nicht, dass sein Land so oft immer mit etwas negatives im Verbindung gebracht wird... Man liest hier in Deutschland auch wenn das Thema nicht Gewalt oder Favelas ist, wird von Rio oder Brasilien gezeigt, wird trotzdem über diese Themen erwähnt... Ich würde mir mehr wünschen.

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