Forum: Sport
Kommentar zu Marija Scharapowa: Unschuldig im Sinne der Anklage
DPA

Nur Stunden nach Ablauf ihrer Dopingsperre kehrt Marija Scharapowa auf die Tennistour zurück. Möglich macht das eine Wildcard in Stuttgart. Ist das ein Skandal? Nein, es ist der Rechtsstaat.

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upalatus 26.04.2017, 13:14
10.

Es geht nur darum, einen Publikumsmagneten ins Turnier zu bringen. Fertig. Die ganze hehre Verteidigungsschrift kann man sich sparen.

Und nun mein Senf:
Die Dopingstrafe (Doping ist Betrug am Publikum und führt im allgemeinen zuvor zu höherer Rangeinstufung) übersteigt eben die Punkteverfallszeit. Pech für die Dame, dass man sie erwischt hat, Pech, dass es 15 Monate wurden, Pech, dass es nicht unübliche Nach/Auswirkungen danach gibt.

Die kann man aber flugs mit ner Wildcard egalisieren, sie steigt wieder dort ein, wo's geendet hat. Gern hätte man gesehen, wie sie sich wieder herankämpfen muss, was gut macht. Sport eben. So aber eine Streicheleinheit, ein sehr netter Bonus. Und warum eigentlich? Magnet für das zuvor betrogene Publikum. Schaulust, hübschen Körper schaun. Oder vielleicht eher wegen irgendwelchem persönlichen Wunsch eines maßgeblichen Porsche-Tennisfans nebst Tennis-Anhangs.

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NuclearSavety 26.04.2017, 13:14
11. Cost of Opportunity....

Die Vergabe einer Wildcard an eine dopingbelastete Spielerin bedeutet, dass eine nicht-dopingbelastete Spielerin, die ein höheres moralisches Anrecht auf diese Wildcard hätte, eben keine Wildcard bekommt. Das ist ein Nullsummenspiel, wenn ich einer Spielerin was zu-schuster, dann verliert eine andere ....

Sich also hier hinzustellen und sagen es wäre ja eine BESTRAFUNG wenn ich einem doping-überführten Sportler nicht per samt-ausgekleideter Sänfte wieder ins Rampenlicht trage, dann ist das schon eine sehr alternative Sichtweise.

Und ein "naja das war ja schon immer n korruptes Spiel" ist auch kein Argument das gut zu heissen.

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mariakar 26.04.2017, 13:21
12. Warum eine Wildcard?

Als Belohnung nach ihrer Sperre?
Je feiner die Untersuchungsergebnisse werden, desto mehr Leistungssportler werdenerwischt, vorausgesetzt, die einzelnen Staaten sehen ihren Athleten genau auf die Finger, äh ins Blut.
Es glaube doch keiner, dass es bei den Spitzen mit den oft gezeigten Leistungen mit rechten Dingen zugeht.

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klausdiemas 26.04.2017, 13:24
13. Was bei all dem Rummel um Sharapova untergeht...

ist dass die Substanz, Meldonium, für die sie gesperrt wurde, erst zu Beginn 2016 von der WADA verboten wurde.
Hierbei hat diese nicht geprüft, wie lange es dauert, ehe die Substanz aus dem Körper verschwunden ist, sondern sie schlagartig verboten. Sharapova testete noch im Januar positiv. Von daher ist es etwas fragwürdig, sie als das Sinnbild des dopingverseuchten Sports darzustellen.
Es ist nicht so, dass sie mit einem Mix aus Wachstumshormonen, Steroiden, Epo etc. erwischt wurde. Serena Williams spielt mit einer TUE, die ihr erlaubt hat, Corticosteroide und anderen Krams zu benutzen.

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kalsu 26.04.2017, 13:31
14. Na und?

Der Veranstalter kann zu seinem Turnier einladen wen er will. Wem die Teilnehmer nicht passen, kann der Veranstaltung fernbleiben. Die Dame wurde bestraft, sie hat ihre Strafe verbüßt - also kann sie, wenn der Veranstalter der Meinung ist das sie dabei sein sollte, dort antreten. Ob das moralisch richtig ist, darüber kann man streiten.

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hman2 26.04.2017, 13:33
15.

Zitat von hl007
Wenn es sie je gegeben hat. Ich möchte mal sehen, was passiert, wenn jemand den Vorschlag macht, jeder Arbeitnehmer müsse immer und überall zu einem Dopingtest bereitstehen, oder jeder Führerscheinbesitzer.
Sie werden lachen, genau so ist es. Jeder Autofahrer steht jederzeit für eine Dopingkontrolle zur Verfügung. Sie können einen Drogentest nicht verweigern...

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hman2 26.04.2017, 13:36
16.

Zitat von v.finn
Es ist nicht zu fassen, wie selbst bekannte Sportler ihren Neid ausdrücken! Die Doping-Geschichte von Sh... ist ja schon ungewöhnlich genug und wäre nie hochgekommen, wenn es nicht plötzlich neue Regeln gegeben hätte, die meiner Meinung nach eine Sperre eigentlich gar nicht rechtfertigen. Und wenn nun die Sperrezeit abgelaufen ist, dann kann sie doch wieder spielen.
Dagegen hat doch keiner was gesagt. Aber weshalb sollte sie jetzt bevorzugt werden? Denn nichts anderes ist eine Wildcard, eine Bevorzugung.

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Pless1 26.04.2017, 13:40
17. Wildcard

Natürlich ist es das gute Recht der Veranstalter, ihre Wildcards nach Belieben zu vergeben. Das zweifelt aber auch niemand wirklich an. Trotzdem ist das hier eine Bevorzugung, die zumindest ein mangelndes Fingerspitzengefühl zeigt. Die Veranstalter setzen die Dopingsperre gleich mit Verhinderungsgründen wie Krankheit oder dem Fed-Cup Einsatz von beispielsweise Julia Görges, immerhin auch eine vormalige Turniersiegerin.

Ein Stück weit wird eine Dopingsperre dadurch aus bagatellisiert.

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Namal 26.04.2017, 13:41
18.

Zitat von hman2
Sie werden lachen, genau so ist es. Jeder Autofahrer steht jederzeit für eine Dopingkontrolle zur Verfügung. Sie können einen Drogentest nicht verweigern...
Jederzeit? Was für ein Blödsinn. Und natürlich kann ich einen Test verweigern, der nicht von einem Arzt durchgeführt werden soll.

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Gerdd 26.04.2017, 13:42
19. Man muss aufpassen mit dem Rechtsstaats-Argument!

Natuerlich hat sie ihre Strafe abgegolten und darf und soll wieder Tennis spielen. Aber eine Wildcard ist doch irgendwo auch eine Belohnung. Ich haette es auch geschmacklos gefunden, wenn sie dem Hoeness gleich nach der Haftentlassung das grosse Bundesverdienstkreuz mit Eichenlaub und Schwertern verliehen haetten. Oder dieses hier: Es ist etwa zehn Jahre her, dass ein gewisser Jacob Zuma von einem Vergewaltigungsvorwurf freigesprochen wurde. Das ging in Ordnung, denn obwohl er den Sex der Frau wohl gegen ihren Willen aufgedraengt hatte, konnte nicht bewiesen werden, ob sie sich klar genug dagegen ausgesprochen hatte. Also hatte der Mann fuer unschuldig zu gelten. Dass seine Unterstuetzer daraus nun den Anspruch ableiteten, dass er nun auch der Staatspraesident Suedafrikas werden musste, das hat mir damals nicht eingeleuchtet, und nun, da er den Job fast zehn Jahre lang innehatte, gibt es nur noch wenige, die das noch fuer eine gute Idee halten - im wesentlichen nur noch die, die von seiner Korruption profitiert haben und nach seiner Abdankung mit Gerichtsverfahren rechnen muessen.

Also, wer von einem Gericht freigesprochen wurde oder seine Strafe abgesessen hat, der muss nun nicht unbedingt auch noch belohnt werden, oder?

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