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Leichtathletik-WM: Läufer schleppt entkräfteten Konkurrenten über die Ziellinie
Martin Meissner/AP/dpa

5000-Meter-Läufer Jonathan Busby hatte offenbar die Hitze in Katar unterschätzt und geriet kurz vor dem Ziel ins Taumeln. Sein Gegner Braima Suncar Dabo zeigte großen Sportsgeist, doch der Weltverband reagierte hart.

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Marinus_Ladegast 28.09.2019, 06:29
10. Dorando Pietri

Der Fall erinnert an den Vorfall mit Dorando Pietri, der sich bei den Olympischen Spielen 1908 in London ereignete, allerdings noch eine Spur dramatischer. Der Führende im Marathonlauf, der Italiener Dorando Pietri, erreichte damals taumelnd das Stadion, lief auf der letzten Stadionrunde erst in die falsche Richtung, stolperte mehrmals und blieb dann trotz der hysterischen Schreie der Zuschauer fünf Meter vor der Ziellinie bewusstlos liegen. Als der zweite Läufer auftauchte, hielten es zwei Helfer (einer von ihnen war Arthur Conan Doyle) am Seitenrand nicht mehr aus und stürmten auf die Laufbahn. Sie schnappten Pietri und schleppten ihn über die Ziellinie.
Das Resultat war dasselbe wie hier: Pietri wurde wegen unerlaubter Hilfe disqualifiziert. Aber immerhin bekam er glaube ich am Abschlusstag noch eine eigene Audienz mit der Königin.

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Marinus_Ladegast 28.09.2019, 06:31
11. Korrektur

Hab es gerade noch einmal nachgelesen - dass Conan Doyle dem Italiener Pietri geholfen habe, ist zwar ein weit verbreitetes Gerücht, stimmt aber wohl so nicht. Conan Doyle berichtete nur darüber und machte die Sache in Zeiten ohne Radio und Fernsehen dadurch überall bekannt.

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leserandreas 28.09.2019, 06:57
12. Wo sind wir nur gelandet?

Es ist 40 Jahre her, da hat der deutsche Langstreckler Dieter Brand bei der Deutschen 10.000m Meisterschaft dem Sportsfreund Edmundo Warnke auf die Beine geholfen und anschließend wieder ans Feld geführt. Er bekam dafür den Deutschen Fairplay-Preis und Edmundo Warnkes Ergebnis zählte selbstverständlich auch.
Damals hat die Leichtathletik durch sich selbst geglänzt - heute ist sie eine blasse Randsportart und das Geld von Katar glänzt...

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touri 28.09.2019, 07:24
13.

Zitat von sappelkopp
...gegen die Gelddruckmaschine Sport wenden. Wäre ja noch schöner, wenn man sich sportlich verhält. Ein Unsinn, dort Meisterschaften durchzuführen. Wir werden bei der Fußball-WM bei den Scheichs von Katar noch ganz andere Bilder sehen. Aber egal, es geht um Geld.
Ihr Beitrag ergiebt keinen Sinn. Was hat das Thema damit zu tun sich gegen "die Gelddruckmaschine Sport" zu wenden? Das Verhalten war sportlich aber ein klarer Regelverstoß, das wäre hierzulande genauso bestraft worden. Die Regel hat den Hintergrund, das ein Läufer nicht von einem Teamkollegen aktiv unterstützt wird und dieser dadurch einen Vorteil gegenüber den anderen Sportlern erhält. Das wäre nämlich schon wieder grob unsportlich.

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ford_mustang 28.09.2019, 07:29
14. In solch einer Region ...

mit diesem Klima Sportveranstaltungen im Freien abzuhalten ist völliger Blödsinn. Auf Grönland würde das auch keiner machen, es sei denn die hätten die entsprechenden Milliarden. Und wieder einmal hat ein Verband gezeigt, was er von einer Fairplay-Geste hält.

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c.PAF 28.09.2019, 07:40
15.

Tja, Fairness oder gar einfach nur menschlicher Anstand haben im Sport einfach nichts mehr zu suchen, wenn es den Kommerz geht.

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im_ernst_56 28.09.2019, 07:54
16.

Zitat von sappelkopp
...gegen die Gelddruckmaschine Sport wenden. Wäre ja noch schöner, wenn man sich sportlich verhält. Ein Unsinn, dort Meisterschaften durchzuführen. Wir werden bei der Fußball-WM bei den Scheichs von Katar noch ganz andere Bilder sehen. Aber egal, es geht um Geld.
Wenn der Sport weiterhin unsinnige Wettbewerbe allein des Geldes wegen nach Katar vergibt, dann ist das sein Ende. Dann bleiben nur noch E-Sport und Schach.

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Markus Frei 28.09.2019, 08:10
17. Begeisterung

Zumindest hat Katar bei meiner Frau und Tochter für Begeisterung gesorgt. Seit so 25 Jahren turne ich jeden Sommer in der Welt umher bei irgendwelchen Sportveranstaltungen, hab jede Fussball-WM (Rußland war schon grenzwertig) und olympische Sommerspiele besucht. Aber in ein Land wo Menschenrechte keinerlei Rolle spielen, wo ausländische Hausangestellte wie Sklaven gehalten werden, Frauen praktisch keine Rechte haben, werde ich nie reisen. Dieses Jahr durfte meine Tochter aussuchen was ich im Sommer mache, ich muss zugeben, Dia de Muertos in Mexico war für mich schon sehr gewöhnungsbedürftig. Mal schauen was meine Frau in 3 Jahren aussucht (ich befürchte schlimmes).

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kopi4 28.09.2019, 08:42
18.

Man kann ja einiges auf die Hitze in Doha schieben, diese Szene eher nicht.Der Läufer hat sich einfach überschätzt, die Tatsache das er über mehrere hundert Meter ins Ziel geschleppt wurde und es trotzdem eine persönliche Bestzeit wurde sagt einiges.

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pförtner 28.09.2019, 09:19
19. Ein großartiger Mann.

Goldmedaille für Menschlichkeit !

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