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Mesut Özil: Integrationsmaskottchen wider Willen
DPA

Mesut Özil war einst das Gesicht eines modernen, weltoffenen Deutschlands. Nun hat er einen Fehler gemacht, wird rassistisch beschimpft und tritt zurück. Was ist da nur schiefgelaufen?

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Das dazu 23.07.2018, 14:02
1. Perfekte Zusammenfassung

Der den Ball ganz klar dahin legt, wo er hingeört. In die Politik und zum DFB.
Özil war zu naiv, ja. Aber mies benommen und benehmen sich andere, allen voran die "unser Özil" Bild-Zeitung.

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rosabalou 23.07.2018, 14:22
2. wie lange soll uns....

...dieses Thema denn noch verfolgen - vielleicht bis zum Ende des Sommerlochs? Das Thema ist viel zu hoch gehängt. Özil hat mit dem Foto sicher nicht ganz glücklich agiert, aber was solls? Zuerst einmal ist Özil MENSCH, dann vielleicht Deutscher, oder Türke oder Deutsch-Türke. Was spielt das für eine Rolle? Diese Häme und Hetze hat niemand verdient. Vielleicht sollte sich mancher Forist einmal verdeutlichen, dass jeder Mensch Ausländer ist, es kommt halt nur darauf an, in welchem Land wir uns gerade aufhalten. Viele Kommentare sind einfach nur ekelhaft...........

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tinosaurus 23.07.2018, 14:23
3. Berechtigt

Die Kritik an Özil hinsichtlich der gemeinsamen Ablichtung mit dem Autokraten Edogan finde ich absolut berechtigt. Mit der katastrophalen Leistung der Mationalelf hat es allerdings nichts zu tun und da hat Özil auch recht. Ich finde es traurig und beschämend, dass er die Tragweite seiner Aktivität mit Erdogan bis heute nicht begriffen hat und nicht begreifen will.

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kellys 23.07.2018, 14:23
4. und immer immer wieder....

ich kann sie bald nicht mehr sehen diese Kommentare zum Fall eines Fußballers . Aber die Medien haben schon lange nicht mehr einen solchen Knaller zum Sommerloch füllen gehabt. Also gönne ich es ihnen und werde entspannt auf dem Balkon liegen und Musik hören. Irgendwann wird der faule Zauber ja vorbei sein.

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ekel-alfred 23.07.2018, 14:24
5. Es reicht,

ich kann den Mist mit den "türkischen Wurzeln" echt nicht mehr hören und lesen.
Mein Vater wurde in Preußen, Königsberg geboren und floh wie viele andere auch von dort.
Muss ich deshalb jetzt mit Putin Fotos machen? Habe ich deshalb russische Wurzeln? Özil ist hier geboren, er hat hier die Schule absolviert und hat hier die Chance bekommen, Fußballprofi zu werden.
Das einzige, was ihn noch mit der Heimat seiner Eltern verbindet, sind höchstens die Großeltern oder die Sprache.
Und wenn er sich zwei Welten zughörig fühlt, hat er was falsch gemacht.

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Alt68er-im-Ruhestand 23.07.2018, 14:24
6. Fadenscheinig

Ich finde die Argumentation zum Foto mit Erdogan ziemlich an den Haaren herbeigezogen.
Meine Großeltern Mütterlicherseits waren Ungarn. Ich bin in Deutschland geboren und hier mit unseren gesellschaftlichen Werten aufgewachsen. Ich habe also nach Özil's Äußerungen, ungarische Wurzeln! Ich habe einen deutschen Pass und würde auch keinen ungarischen Pass haben wollen. Entweder oder! Ich würde auch deshalb nie auf die Idee kommen wenn ich eine bestimmte gesellschaftliche Position erreicht hätte, den ungarischen Präsidenten während seines Wahlkampfs öffentlichkeitswirksam zu besuchen. Im Nachhinein zu erklären es wäre nur eine Respektbezeugung des Präsidenten der Türkei gewesen ist für mich erbärmlich. Mit der gleichen Argumentation hätte ich vielleicht doch Orban einen Höflichkeitsbesuch abstatten sollen.
Ich bin davon Überzeugt, Özil hat sich nie wirklich in Deutschland integriert und den deutschen Pass nur genommen um in der Nationalmannschaft spielen zu dürfen.

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onlinerspon 23.07.2018, 14:24
7.

Ich denke, Özil wird nicht mehr in der Nationalmannschaft spielen, allein schon aus sportlichen Gründen. Weder Arsenal noch der"Mannschaft" hat er in wichtigen Spielen geholfen. Dankbar sein kann man ihm für Leistungen in der Vergangenheit und dass er eine wichtige Diskussion angeregt hat. Als Integrationsvorbild taugen Spitzensportler in der Regel nicht. Jugendlicher mit Migrationshintergrund sollten eher animiert werden zu studieren Apropos, die 10000e Zuschauer, welche Özil gnadenlos auspfiffen (im Kommentar keinerlei Wertung) waren aus der Türkei angereist oder integrierte Mitbürger?

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raoul2 23.07.2018, 14:25
8. Nein

Das "Integrations-Maskottchen" war niemals - wie von ihm jetzt behauptet - ein Deutscher, wenn er mit der Mannschaft gwonnen hat (und ein Migrant, wenn's schiefgelaufen war). Er war und ist, seitdem er den deutschen Paß hat, ein Deutscher. Mehr nicht. Und aich nicht weniger. Und von einem Deutschen, der als Deutscher in der deutschen Nationalmannschaft Fußball spielt (und damit nicht wirklich wenig Geld verdient hat), darf erwartet werden, daß er genau weiß, was für ein menschenverachtender und diktatorischer Möchtegern-Sultan der derzeitige Präsident der Türkei war und ist. Und so einem darf man als denkender Deutscher nicht den eher braunen Teppich auslegen (sprich: "Werbung" für einen schrecklichen Despoten und Folterer machen). Zwar verstehe ich sehr gut, daß er seiner vorwiegend türkischen Familie wegen nicht demonstrativ von diesem Typen abrücken mag (das wäre wahrscheinlich für einen Multimillionär, der auch weiterhin "Geschäfte" mit Türken machen möchte, doch zuviel verlangt). Aber er hätte nicht zu diesem unsäglich bescheuerten Fototermin hingehen können, ohne daß man seinen Familienangehörigen irgendein Leid zugefügt hätte. Und diese abstruse Dummheit, die jetzt im Nachhinein auch noch zu seinem trotzigen "... ich würd's wieder tun" führte, darf und muß man ihm tatsächlich vorwerfen. Völlig schnurz, ob er sich über irgendwelche Plätze schleicht, als Miesepeter daherkommt oder die deutsche Nationalhymne nicht singen mag - ich verlange von ihm, sich vorher zu überlegen, welche Werbe-Termine für wen oder was auch immer er wahrnimmt. Und wenn er dann - wie in diesem Fall - ganz tief in die braune Brühe gegriffen hat, muß er halt auch die Konsequenzen tragen. In diesem Sinne war es die richtige (wenn auch viel zu späte) Entscheidung von Özil, auf weitere Millionen aus Deutschland zu "verzichten". Die hat er nämlich nicht (mehr) verdient.

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m82arcel 23.07.2018, 14:25
9.

War das Bild klug? Nein. Rechtfertigt das Bild die wochenlange "Empörung" in (sozialen) Medien? Nein.
Die Aufregung ist einzig durch die türkischen Wurzeln Özil's zu erklären und in sofern hat er absolut recht.
Ginge es den "Kritikern" tatsächlich um die Menschenrechtslage in der Türkei, welche tatsächlich beklagenswert ist, wo ist dann die Empörung darüber, welche Bühne man Putin mit der WM und insbesondere dem Finale geboten hat? Im Gegensatz zur Türkei ist Russland kein Nato-Partner und ein auch von Deutschland sanktioniertes Land. Da müsste die Empörung um ein Vielfaches größer sein, ginge es nicht um Özil's Abstammung.

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