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Nationalspielerin Doorsoun: "Und es gibt immer noch etwas zu meckern"
Thomas Eisenhuth/ Getty Images

Stammspielerin im Nationalteam, in Wolfsburg nur auf der Bank: DFB-Star Sara Doorsoun ist unzufrieden mit der Situation im Klub. Sie spricht über ihre Fehler bei der WM - und die Ansprüche in Deutschland.

Andrea Nxxx. 30.08.2019, 19:55
1. Chapeau!

Hochachtung - ehrliches unprätentiöses Interview, klar auf den Punkt und komplett authentisch. Freue mich schon auf das nächste Spiel mit Sara.

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ArmeOhren 30.08.2019, 21:08
2. Sehe ich auch so

Zitat von Andrea Nxxx.
Hochachtung - ehrliches unprätentiöses Interview, klar auf den Punkt und komplett authentisch. Freue mich schon auf das nächste Spiel mit Sara.
Vielleicht ist auch das mit ein Grund, dass Frauenfussball von einigen als langweilig angesehen wird, weil einem die hitzkoepfigen Jungens und grossen Spruecheklopfer fehlen, die mit dem, was sie nach dem Spiel atemlos und manchmal etwas naiv aber immer souveraen ins Mikro stammeln, dem Fussballabend erst die richtige Wuerze geben.
Vielleicht lernt man dafuer dann aber die Chance, mal ab und zu etwas Vernuenftiges und Selbstreflektiertes zu hoeren, in der Zukunft mehr zu schaetzen. Bei den Maennern geht der Trend ja auch schon in die Richtung. Die ganz grossen Checker sind ja schon lange nicht mehr dabei oder nur noch als Trainer aktiv.

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Lankoron 30.08.2019, 21:19
3. Aber wenn das team

7:0 gewinnt, spricht alles von einem nicht ernstzunehmenden Abschussgegner...das is also auch wieder falsch. Es ist wahrscheinlich ein Teil unserer identität, immer zu meckern, und anderen den Erfolg zu missgönnen.

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ArmeOhren 30.08.2019, 21:55
4. Ich glaube schon

Zitat von Lankoron
7:0 gewinnt, spricht alles von einem nicht ernstzunehmenden Abschussgegner...das is also auch wieder falsch. Es ist wahrscheinlich ein Teil unserer identität, immer zu meckern, und anderen den Erfolg zu missgönnen.
Ich bin Auswanderer und hatte frueher eigentlich immer geglaubt, der pessimistisch-skeptische Deutsche, der immer was zu meckern hat und sich selbst und andere die ganze Zeit runterzieht, sei nur ein voelliges Klischee. Aber es ist schon was dran - natuerlich nicht bei allen und jedem. Aber ich hab zum Beispiel selbst oft grosse Probleme, das aus mir rauszukriegen und nicht anzuecken damit. Man sieht es ja schon oft genug im SpOn-Forum: Wenn ein Expertenteam eine neue Idee vorstellt, an der es jahrelang und mit Herzblut gearbeitet hat, wissen gleich 10 Hansel, warum das Schwachsinn ist und niemals klappen wird. Und am liebsten meckern wir natuerlich, so wie ich jetzt, ueber die anderen Deutschen, die immer meckern muessen ;)
Aber es hat auch sein Gutes: Wenn es in einem Projekt eher darum geht, skeptisch zu sein, gleich alle Schwachstellen und Probleme vorauszusehen und zu vermeiden als darum, es schnell auf die Beine zu stellen, kann ich meine "Deutschen Tugenden" immer gut ausspielen.
Ups, sorry, das war jetzt gar nicht ueber Fussball...

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kajoter 31.08.2019, 00:48
5.

Ich fand sie noch unter dem Durchschnitt der sowieso schon schlechten deutschen Frauschaft. Und trotzdem spricht sie von höheren Ansprüchen im Verein, nur weil sie an einer WM teilgenommen hat - Respekt!
Auch in dieser Richtung sollte sie sich ein Beispiel an den Amerikanerinnen nehmen. Dort stand selbst die große Carli Lloyd nicht in der Startformation und begnügte sich ohne Murren mit der Rolle als Joker.
Es war unübersehbar, dass die USA, Frankreich, England und Spanien große Schritte nach vorne gemacht haben, während die deutsche Frauschaft fast hoffnungslos stehengeblieben ist. Es mag am jungen Alter liegen, es mag auch etwas mit der Verletzung von Marozsan zu tun haben. Aber wenn die gesamte Elf von einer einzigen Spielerin abhängig ist, dann gehört sie eben nicht in die Weltspitze.
Mit anderen Worten: Die deutsche Frauschaft entsprach genau dem Stereotyp, das häufig über Frauenfußball gesagt wird: zu langsam, zu ungenaue Pässe, viel Zufall und insgesamt langweilig. Dagegen macht es Spaß, den genannten 4 Frauschaften zuzuschauen, vor allem natürlich den Amerikanerinnen. Deren Energie und positive Ausstrahlung ist einfach mitreißend. Dagegen wirkten die deutschen Mädels bieder und kraftlos.

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ray05 31.08.2019, 09:29
6.

Zitat von ArmeOhren
Ich bin Auswanderer und hatte frueher eigentlich immer geglaubt, der pessimistisch-skeptische Deutsche, der immer was zu meckern hat und sich selbst und andere die ganze Zeit runterzieht, sei nur ein voelliges Klischee. Aber es ist schon was dran - natuerlich nicht bei allen und jedem. Aber ich hab zum Beispiel selbst oft grosse Probleme, das aus mir rauszukriegen und nicht anzuecken damit. Man sieht es ja schon oft genug im SpOn-Forum: Wenn ein Expertenteam eine neue Idee vorstellt, an der es jahrelang und mit Herzblut gearbeitet hat, wissen gleich 10 Hansel, warum das Schwachsinn ist und niemals klappen wird. Und am liebsten meckern wir natuerlich, so wie ich jetzt, ueber die anderen Deutschen, die immer meckern muessen ;) Aber es hat auch sein Gutes: Wenn es in einem Projekt eher darum geht, skeptisch zu sein, gleich alle Schwachstellen und Probleme vorauszusehen und zu vermeiden als darum, es schnell auf die Beine zu stellen, kann ich meine "Deutschen Tugenden" immer gut ausspielen. Ups, sorry, das war jetzt gar nicht ueber Fussball...
Werde im Ausland immer zuerst für einen Engländer oder Skandinavier gehalten und alles ist supi. Wenn dann rauskommt, dass ich ein Teutone bin, steigt der Gruppendruck gewaltig. Plötzlich bist du für alles zuständig. Mofa kaputt? Frag Ray, den Deutschen. Die Welt geht morgen unter? Ray, komm mal kurz, wir haben scheint's ein Problem. Elfmeterschießen? Bitte eine Tür weiter, da haben wir unseren Deutschen sitzen, der kennt sich aus. Einerseits nervt unsere Besserwisserei gewaltig, andererseits wird von uns aber auch das Besserwissen erwartet. Nie werde ich das tränenüberströmte Antlitz der chinesischen Frau vergessen, deren VW mitten auf einer schanghaier Kreuzung den Geist aufgab. Tank leer, nichts weiter, aber sie war felsenfest überzeugt, dass ein deutsches Auto auch ohne Benzin fahren müsse. :)

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zaunreiter35 31.08.2019, 12:37
7. Deutsche Nationalspielerinnen...

vor allem die jüngeren, da hab ich zuweilen das Gefühl, sie müssten noch Demut lernen. Ich bin ja ein Fan des USWNT und da ist das dann halt so, wie der User "kajoter" es beschrieb, eine Carli Lloyd spielt ohne zu Murren den Edel-Joker. Und bei Deutschen gibt es dann einen Gegensatz zwischen Anspruch und Wirklichkeit.
Und dann kommt so ein Interview mit der Trainerin in der FR:
https://www.fr.de/sport/fussball/waere-cool-wenn-auch-selbstverstaendnis-entwickeln-12945369.html
Aber auch eine Doorsoun müsste ebenso wie Gwinn auch was für die Athletik tun und desöfteren in den Kraftraum gehen.

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im_ernst_56 31.08.2019, 16:45
8.

Zitat von zaunreiter35
vor allem die jüngeren, da hab ich zuweilen das Gefühl, sie müssten noch Demut lernen. Ich bin ja ein Fan des USWNT und da ist das dann halt so, wie der User "kajoter" es beschrieb, eine Carli Lloyd spielt ohne zu Murren den Edel-Joker. Und bei Deutschen gibt es dann einen Gegensatz zwischen Anspruch und Wirklichkeit. Und dann kommt so ein Interview mit der Trainerin in der FR: https://www.fr.de/sport/fussball/waere-cool-wenn-auch-selbstverstaendnis-entwickeln-12945369.html Aber auch eine Doorsoun müsste ebenso wie Gwinn auch was für die Athletik tun und desöfteren in den Kraftraum gehen.
"Aber auch eine Doorsoun müsste ebenso wie Gwinn auch was für die Athletik tun und desöfteren in den Kraftraum gehen."
Das sehe ich auch so. Ich habe den Eindruck, dass die physische Überlegenheit im Frauenfußball eine immer größere Rolle spielt. Im technischen Niveau sind Unterschiede nicht mehr so groß und auch das USWNT hat bei der WM keinen Fußball "vom anderen Stern" gespielt.

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