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Niedergang der Sportstadt Hamburg: Nur noch Oberliga
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Erst scheiterte Olympia, dann meldeten sich gleich drei Profi-Teams innerhalb weniger Monate ab: Der Hamburger Spitzensport bricht zusammen - und Mitschuld hat der Fußball.

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der_gärtner13 26.05.2016, 12:58
10. Zur Kenntnis nehmen!

Vielleicht muss man auch mal akzeptieren, dass einige Sportarten nicht professionell zu betreiben sind überall.
Die Realität ist doch folgende:

Irgend ein Mädel, das auf youtube von zu Hause aus Schminksachen testet oder irgendwelche Typen, die live über twich.tv online Spiele spielen, haben mehr Viewer, subscriber und follower als so mancher Volley- oder Handball Verein.
Wer soll dann so ein Kostenungetüm über Jahre finanzieren?

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nixkapital 26.05.2016, 12:58
11. Hm...

...da wo private Investoren einspringen, um Sport am Leben zu erhalten ist der jeweilige Verein oder eine seiner Sparten auf Gedeih und Verderb abhängig von den Möglichkeiten seines Sponsors. Auch hier zeigt sich die Stadt Hamburg provinziell (oder ist vielleicht nur konsequent in der seit Schröder neoliberalen Ausrichtung, die private Wirtschaft richte das schon).
Der HSV hat das "Gluck" mit Herrn Kühne einen liquiden Geldgeber gefunden zu haben. Sonst wäre auch da schon Schicht im Schacht gewesen.

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moritz1989 26.05.2016, 13:04
12.

Die Erklärung ist ja wohl deutlich zu einfach. Es gibt in Hamburg und Umland 4,3 Mio. Menschen. Die Anzusprechen wird ja wohl auch für "kleinere" Sportarten kein Problem sein. Probleme sind Tatsachen wie: Weg von der Bahn zum Stadion = 20 Minuten. Parkplätze = nicht annähernd ausreichend vorhanden. Politik = nicht nur im Bereich Sport völlig untätig und konzeptlos. Das hat mit dem Fußball nichts zu tun!

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soldev 26.05.2016, 13:05
13.

Zitat von Nonvaio01
dem stimme ich nicht zu. Volleyball ist ein Randsport, nicht mehr und nicht weniger. Eishockey doch auch. Es kommen ein paar taused zum spiel wenn ueberhaupt, beim Volleyball auch. Im TV will das keiner sehen, einschalt quoten luegen nicht.
Naja-im Schnitt hat Eishockey ca 6000 Zuschauer pro Spiel in der DHL - das it doch ein klein bischen mehr als bei Volleyball (ca 1000). Handball kommt mit 4000 noch gut ran. Aber generell ist Eishockey, die nach Fussball am häufigsten gesehene Manschaftssportart. Aber wenn dann z.B. die Eishockey WM auf Sport 1 gezeigt wird, während die öffentlich rechtlichen vollkommen irrelevante Fussballrelegationsspiele der 3.Ligen zeigen, dann ist es kein Wunder wenn die Einschaltquoten nicht vergleichbar sind...

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nixkapital 26.05.2016, 13:08
14. ...

Zitat von babarella
Die Einschätzung von Wolfgang Maenning kann ich nur teilen: Hamburg neigt seit vielen Jahren dazu, sich für größer zu als es ist. Es ist und bleibt eine mittlere Großstadt mit 1,8 Mio überwiegend alternder Bevölkerung, die sich nicht so unbedingt für Olympia u.ä. interessiert. Dies kombiniert mit einem Senat, der nur auf seine Claqueure hört und nicht auf die Bevölkerung ( dann hätte er sich nämlich die peinliche Abstimmungsniederlage ersparen können). Eigentlich schade um diese Stadt !
Es ging nicht darum, ob man sich für Olympia interessiert, sondern was Olympia mit Hamburg macht. Da hat sich eine Mehrheit eben nicht nur aufs Fähnchenschwenken gefreut, sondern über den Tellerrand geschaut und das Big Business Olympia kritisch hinterfragt. Ich war zwar für Olympia, konnte aber die Einwände der "Gegenpartei" gut nachvollziehen.

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millern 26.05.2016, 13:12
15.

Der Sport bietet da nur einen Vorgeschmack. Die Tendenz alles nur nach Investment und Profit zu bewerten nimmt rapide zu. Das es hier ein paar Profisportarten mit vergleichsweise wenigen Zuschauern trifft - Pech, aber privates Pech. Als die Investoren geholt wurden durfte auch niemand aus Politik mitbestimmen ob und wie das laufen soll. Jetzt, wo das "Investment" zu Ende geht, wird Steuergeld gefordert, soll die Politik helfen. Die Aufgaben der Politik sind: Rahmenbedingen zu setzen, Sport für Kinder und in Schulen zu fördern, Sportstätten anzubieten, den Breitensport in Vereinen zu unterstützen. Aber bitte nicht den Lebensunterhalt von Sportprofis und die Freizeitunterhaltung einiger Tausend Menschen zu bezahlen.

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mr1978 26.05.2016, 13:18
16.

ein ARD-Sportschau, die außer 2h Fussball (4.-1. Liga) noch nichtmal Nachrichten von anderen Sportarten bringt, verdeutlicht sehr eindrucksvoll, warum die Werbereichweite anderer Sportarten so beschränkt ist.

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Thilo_Knows 26.05.2016, 13:28
17. Bürger und Politik sind Schuld!

Ja, es handelt sich um ein vielschichtiges Problem, aber man muss die Themen auch trennen. Dass sich beim sog. Volksentscheid zu Olympia eine Minderheit zur vermeintlichen Mehrheit aufschwingen konnte, ist mir bis heute unbegreiflich. Die Spaßbremsen haben gewonnen und der Stadt und der ganzen Region langfristig massiv geschadet. Und zwar sowohl wirtschaftlich als auch bezogen auf das Image. Schuld daran sind aber nicht nur die Nein-Sager, sondern auch die vielen Nicht-Wähler, die wohl dachten, dass das schon irgendwie laufen wird. Ähnlich wie zuvor in München bzw. Garmisch usw. Hier waren die Bürger also selbst Schuld.
Der Verlust von unterfinanzierten Profiteams ist ein anderes Thema. Hier zeigt sich, dass die öffentliche Hand den Sport nicht ausreichend unterstützt. Das gilt ja auch für den Breitensport und für die Sportförderung insgesamt. Diese ist in Deutschland lächerlich gering - gemessen daran wofür sonst so Milliarden verschleudert werden. Hier wären Bund und Länder gefordert, aber stattdessen stellt man sich hinterher wieder hin und wundert sich, warum man im Medaillienspiegel schon wieder abgerutscht ist. Alles in allem ein Trauerspiel.

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philemajo 26.05.2016, 13:28
18. Sportstadt zu sein, heißt ...

viele aktiv und passiv sportbegeisterte Bürger zu haben! Die Teilnahme an einem Marathon, diversen Volksläufen, Triathlon, Bundesjugendspielen Schwimmwettkämpfen, der Ausbau von Sportstätten für jung und alt, Radwege, Trimm-Dich-Pfade... All das macht eine Sportstadt aus. Als Hamburger habe ich mal vom Handballverein gehört, Eishockey oder Frauenvolleyball habe ich nie gesehen noch mitbekommen, dass sich je irgendjemand darüber unterhalten hat. Dabei finde ich es toll, wenn sich Kinder und Jugendliche für diese Sportarten begeistern. Nur wenn sie es von ihrem Taschengeld nicht leisten können, millionenteure Animationsteams zu finanzieren, ist das noch lange nicht der Niedergang des Sports!

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markus.pfeiffer@gmx.com 26.05.2016, 13:29
19. Hamburger Selbstüberschätzung

Herr Maennig hat recht, wenn er vom überschätzen Selbstbild spricht: Hamburg sieht sich gerne als DIE Metropole im Norden, nur einen Schritt hinter der Weltstadt Berlin. In Wirklichkeit ist sie höchstens einen halben Schritt vor Städten wie Köln, Frankfurt oder Stuttgart und deutlich hinter München oder gar Berlin.

Mit anderen Worten: Hamburg sollte lieber schauen, bei der Sponsoren-Attraktivität nicht weiter nach hinten durchgereicht zu werden, anstatt immer mit den ganz Großen spucken zu wollen; auch die Olympia-Bewerbung wäre 1-2 Nummern zu groß für die Stadt gewesen; gut, dass ihre Bürger da "weise" entschieden haben.

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